Bücher 2013

Meine gelesenen Bücher 2013. Zu einigen habe ich etwas gebloggt. Die Bücher mit ° habe ich wiedergelesen, enttäuschend waren Bücher mit (-), besonders gut die mit (+). Digital gelesen 8 1/2 , der Rest war gedruckt.

  1. Kathrin Passig/Sascha Lobo, Internet. Segen oder Fluch
    Empfehlenswert. Allein schon mal wegen des tollen Titels und der drei Seiten Internet-Metaphern, aus denen ich mich für den Deutschunterricht reichlich bediene.
  2. Salcia Landmann, Jiddisch. Das Abenteuer einer Sprache
    Ganz okay. Etwas zu anekdotisch für mich, romanhaft fast, aber das sagt ja schon der Untertitel.
  3. Nick Montfort, Twisty Little Passages
    Theorie der Interactive Fiction. Interessant, aber nicht mitreißend.
  4. D.A. Stern, Shadows in the Asylum
    Ein Roman in Scrapbook-Form, der dritte Vertreter seines Genres, den ich gelesen habe, und der beste bisher. Trotzdem nur so mittel. Ich sehe den Gewinn gegenüber einem reinen Briefroman noch nicht.
  5. Yasmina Reza, Nirgendwo (-)
    Literatur. Mag schön poetisch sein, hat mir aber nichts gebracht.
  6. Benjamin Appel, The People Talk
  7. H. L. Mencken, The American Scene
  8. G. W. Dahlquist, The Chemickal Marriage (-)
    Sehr schwach, aber das kam nicht überraschend. Den ersten Band fand ich ausgezeichnet und neuartig, der zweite ging noch, und das hier war lieblos.
  9. Christopher Isherwood, Goodbye to Berlin
  10. Karen Russell, St. Lucy’s Home for Girls Raised by Wolves
  11. Slightly Foxed No. 37
  12. Lee LeFever, The Art of Explanation
  13. Leanne Shapton, Swimming Studies
  14. Leonie Zoch, Weniger ist mehr
  15. Karl Immermann, Münchhausen (+)
  16. J. C. Squire (Ed.), If It Had Happened Otherwise (+)
  17. Marcelo Figueras, Kamtschatka (+)
    Sehr schöner Roman mit kindlich-jugendlichem Erzähler über das Aufwachsen in einer unter chilenischer Diktatur verfolgten Familie. Mit meinen Fernsehserien, Comic-Helden und Spielen. (Ganze Generationen kennen Kamtschatka aus dem Brettspiel Risiko, und da kommt es auch im Roman her.)
  18. John Steinbeck, Travels with Charley° (+)
    Semifiktionaler Reisebericht aus den USA.
  19. Stevan Paul, Schlaraffenland (+)
    Ganz tolle Kurzgeschichten.
  20. Harry Stephen Keeler, The Riddle of the Travelling Skull (+)
    Mein erster Keeler, wie wohl für viele die erste Begegnung mit diesem Autor. Später mal mehr dazu, hier nur als Vorgeschmack ein viel zitierter Absatz gleich von der ersten Seite des Buchs:

    For it must be remembered that at the time I knew quite nothing, naturally, concerning Milo Payne, the mysterious Cockney talking Englishman with the checkered long-beaked Sherlockholmsian cap; nor of the latter’s „Barr-Bag“ which was as like my own bag as one Milwaukee wienerwurst is like another; nor of Legga, the Human Spider, with her four legs and her six arms; nor of Ichabod Chang, ex-convict, and son of Dong Chang; nor of the elusive poetess, Abigail Sprigge; nor of the Great Simon, with his 2163 pearl buttons; nor of – in short, I then knew quite nothing about anything or anybody involved in the affair of which I had now become a part, unless perchance it were my Nemesis, Sophie Kratzenschneiderwumpel – or Suing Sophie!

  21. Manuel Vázquez Montalbán, Die Rose von Alexandria°
    Ein eher schwacher Band aus der Pepe-Carvalho-Reihe.
  22. Slightly Foxed No. 38
  23. Klaus Breuer, Computerspiele programmieren (+)
    Genetische Algorithmen, Boids, Automaten, neuronale Netze, Fuzzy Logic – toll.
  24. Harry Stephen Keeler, Sing Sing Nights
  25. Scott Westerfeld, Uglies (+)
  26. Terry Pratchett, Nation (+)
  27. Harry Stephen Keeler, The Amazing Web
  28. Arthur Conan Doyle, The Hound of the Baskervilles/The Valley of Fear° (+)
    Hat sich gut gehalten. Baskerville bietet sich als Schullektüre an, enthält viele typische Topoi, und der Anfang ist auch formal ergiebig. Valley ist eine Geschichte, die kaum etwas mit Watson-Holmes zu tun hat, die ziemlich schamlos fast nur als Rahmenhandlung dienen. Die Geschichte basiert auf dem Bericht eines Pinkerton-Agenten, der in einer amerikanischen Bergbausiedlung die Macht der irisch-amerikanischen Selbsthilfegruppe/Terrororganisation Molly Maguires bricht. Ich habe mal ein Call-of-Cthulhu-Abenteuer in diesem Milieu geleitet.
  29. Terry Pratchett, The Amazing Maurice and His Educated Rodents°
  30. Scott Westerfeld, Pretties
  31. James Branch Cabell, Jurgen°
    Cabell kann man mögen, muss aber nicht. Ich bin ein Fan.
  32. James Branch Cabell, Figures of Earth°
  33. Bethan Roberts, My Policeman (-)
  34. Ludger Humbert, Didaktik der Informatik
  35. John Hodgman, More Information Than You Require (-)
    Hodgman und Jonathan Coulton mag ich seit den frühen gemeinsamen Radiosendungen. Das Buch war aber sehr ermüdend.
  36. Deborah & James Howe, Bunnicula
    Der erste Band einer Reihe von Jugendromanen um eine Familie mit einem Kaninchen, von dem nur die anderen Haustiere wissen, dass es ein Vampir ist… wenn das den wirklich stimmt. Leider nicht ganz so gut, wie es sich anhört.
  37. Cory Doctorow, Little Brother (+)
  38. Klabund, Deutsche Literaturgeschichte in Einer Stunde
  39. Theodor Fontane, Fontane zum Schmunzeln
  40. George Barr McCutcheon, Quill’s Window
    Stand seit mindestes einem halben Jahr auf meiner Liste zu lesender Bücher, gleich als ePub heruntergeladen und dann endlich mal zum Lesen gekommen. Warum nur? Wieso? Wo kommt das Buch her? Fängt sogar gut an, wird danach etwas schwächer, ist so überhaupt nicht mein Beuteschema und literaturgeschichtlich völlig unbekannt.
  41. Slightly Foxed No. 39
  42. G. K. Chesterton, The Man Who Was Thursday° (+)
    Ein Klassiker. Chesterton mag ich, aber er ist hierzulande unbekannt und in England eher belächelt. Dieses Buch finde ich grandios. Aber es ist eine Farce, und unrealistisch, und alptraumhaft, sagt ja auch schon der Untertitel.
  43. Kurt Vonnegut, Slaughterhouse 5°
  44. A. K. Dewdney, Der Turing-Omnibus
  45. James Thurber, The 13 Clocks & The Wonderful O°
  46. Anton Kuh, Jetzt können wir schlafen gehen
  47. Charles Portis, True Grit (+)
  48. Tilman Röhrig, In 300 Jahren vielleicht
    Als Schullektüre für die 8. Klasse. Die Erfahrung der Reste einer Dorfbevölkerung im Dreißigjährigen Krieg.
  49. Rafik Schami/Uwe-Michael Gutzschhahn, Der geheime Bericht über Goethe
    Leider eigentlich nur Inhaltsangaben wichtiger Goethe-Bücher in einer Rahmenhandlung.
  50. Terry Pratchett, Dodger
    So la-la. Am bemerkenswertesten für mich, dass ich zwei der Werke wiedererkannt habe, die Pratchett als Hintergrundmaterial genutzt hat.
  51. Rolf Dobelli, Die Kunst des klaren Denkens
  52. Albrecht Beutelspacher, Kryptologie°
  53. Johann Wolfgang Goethe, Reineke Fuchs
    Amüsant. Ein Epos in 12 Gesängen in Hexametern, durchaus als kleine Konkurrenz zur Voß’schen Homer-Übersetzung. Hexameter lese ich eh gerne, und ein paar der Szenen sind überraschend derb-drastisch. Wie der Bär im 2. Gesang leiden muss, dass mache ich vielleicht mal mit Schülern.
  54. Allie Brosh, Hyperbole and a Half (+)
    Sehr gut. Cartoons und Depression und Zeug, lange Geschichte.
  55. Slightly Foxed No. 40
  56. Ross Petras/Kathryn Petras, Wretched Writing
    Eine enttäuschende Sammlung schlechter Sätze aus der Literatur. Viel überflüssiger Kommentar der Herausgeber, und kaum interessante Sätze. Ich habe ein einziges Lesezeichen im Buch gesetzt, das sagt schon alles.
  57. Douglas R. Hoftstadter, Gödel, Escher, Bach° (+)
  58. Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch. Aus dem Deutschen des 17. Jahrhunderts von Reinhard Kaiser
    Äußerst lesbar; ich kannte bisher nur Auszüge. Nein, das ist kein Schelmenroman. Eher geht es um das Auf und Ab des Schicksals der Hauptperson. (Interessant auch, dass sich  die wenigen Hauptpersonen beim Herumreisen immer wieder über den Weg laufen. Das ist mir vor fünfundzwanzig Jahren bei Musashi das erste Mal aufgefallen,  dann noch einmal bei Tom Jones.) Schön die Absage an die Welt am (ursprünglichen) Schluss, und überraschend danach die Robinsonade im letzten Buch.
  59. Theodor Herzl, Altneuland

Fazit: Wenige Bücher dieses Jahr. Zum einen halte ich meinen Stapel zu lesender Bücher jetzt schon seit drei Jahren recht klein, so dass ich wenig Druck habe, viel zu lesen, und wenig Auswahl, wenn es um neue Bücher geht. Vor allem hatte ich in der zweiten Hälfte des Jahres zu viel anderes um die Ohren, das mich viel Zeit gekostet hat. Gebloggt habe ich ja auch nicht so viel.

Überraschendste Leseerfahrung: Karl Immermann, Münchhausen. Größte Neuentdeckung: Harry Stephen Keeler, über den noch zu bloggen sein wird. Ansonsten viel Nettes dabei, aber nichts Überwältigendes.

(Bücher 2012.)
(Bücher 2011.)
(Bücher 2010.)
(Bücher 2009.)

10 Bücher

Via Neues von der Sandbank: Wenn wir – so wie in England – eigene Klassenzimmer hätten, welche 10 Bücher würden wir dort als Klassenbibliothek aufstellen?
Hier ohne besondere Reihenfolge meine Liste, für Jahrgangsstufe 5-12, mit dem Schwerpunkt irgendwo in der Mitte.

  1. S. Morgenstern, Die Brautprinzessin
  2. Martin Gardner, Mathematischer Zirkus (oder ein anderes seiner Bücher)
  3. William Golding, Der Herr der Fliegen
  4. Der neue Conrady. Das große deutsche Gedichtbuch
  5. A.S. Neill, Die grüne Wolke
  6. Kathrin Passig/Aleks Scholz, Lexikon des Unwissens
  7. Isaac Asimov, Robotergeschichten
  8. Walter Jens, Ilias und Odyssee
  9. Jens Soentgen, Selbstdenken!
  10. Richard Adams, Unten am Fluss

Ich glaube ja, das ist so ein Rorschach-Test um herauszufinden, welche Art Lehrer man ist. Damit wird überprüft, was man wohl gerne hätte, das die jungen Leute lesen… zwanzig Bücher wären mir lieber gewesen als zehn, jedenfalls hätte ich keine Probleme, noch zehn weitere zu finden. Recht viele Sachbücher, keine explizite oder typische Jugendliteratur, und ich habe versucht, für jede Jahrgangsstufe etwas zu haben. Keine Fantasy, kein Harry Potter, kein Herr der Ringe; das kennen die eh schon – sondern eher Bücher, auf die sie sonst nicht so leicht stoßen. An sich lesen meine Schüler ja gar nicht so wenig, aber eben nur Aktuelles.

Nicht mehr untergebracht:

Douglas Adams/Mark Carwardine, Die Letzten ihrer Art
Arthur Conan Doyle, Der Hund von Baskerville
Robert Gernhardt, Gedanken zum Gedicht
Lewis C. Epstein, Denksport Physik
Wolfgang Herrndorf, Tschick
und vielleicht noch etwas Lesefutter für die Unterstufe.

Bücher 2012

Aus Chronistenpflicht: Meine gelesenen Bücher 2012. Eigentlich sollte ich zu einigen Büchern ein paar Zeilen schreiben, vielleicht nächstes Jahr. Zu einigen habe ich ja etwas gebloggt, zu anderen habe ich noch Notizen, die vielleicht mal zu einem Blogeintrag führen. Die Bücher mit ° habe ich wiedergelesen. Der Stapel ungelesener Bücher hält sich jetzt schon im zweiten Jahr in Grenzen. Die gewinnbringendsten Bücher: Sand, Tante Jolesch, The Road.

  1. Julian Barnes, The Sense of an Ending
  2. Beat Mazenauer/Severin Perrig, Wie Dornröschen seine Unschuld gewann
  3. Christian Stöcker, Nerd Attack!
  4. Lionel Davidson, The Rose of Tibet
  5. Heinrich Heine, Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland
  6. Jonathan Evison, All About Lulu
  7. S.T. Joshi (Ed.), Dissecting Cthulhu
  8. Otto Penzler (Ed.), The Black Lizard Big Book of Pulps
  9. Win Scott Eckert, Crossovers (Vol. 1)
  10. Bernhard Hennen, Die Nacht der Schlange
  11. Matt Ruff, The Mirage
  12. P.N. Elrod (Ed.), Dracula in London
  13. Johannes Magenheim u.a., Informatik macchiato
  14. Jennifer Egan, A Visit from the Goon Squad
  15. Stephen King, On Writing
  16. Kathrin Passig/Aleks Scholz/Kai Schreiber, Das neue Lexikon des Unwissens
  17. Slightly Foxed No. 33
  18. Anthony Berkeley, Dorothy L. Sayers and Others, Ask A Policeman
  19. Alexander Aciman, Emmett Rensin, Twitterature
  20. Pia Ziefle, Suna
  21. V.K. Ludewig, Ashby House
  22. Leif Randt, Schimmernder Dunst über Coby County
  23. Jürgen August Alt, Richtig argumentieren
  24. Agatha Christie et. al., The Floating Admiral
  25. Rudyard Kipling, The Complete Stalky & Co °
  26. Matt Ruff, Fool on the Hill °
  27. L. C. Dunsterville, Stalky’s Reminiscences
  28. Catherine Storr, Marianne Dreams
  29. Werner Hartmann, Michael Näf, Raimond Reichert, Informatikunterricht planen und durchführen
  30. Colin Watson, Snobbery With Violence
  31. Rudyard Kipling, Puck of Pook’s Hill
  32. Bel Kaufman, Up the Down Staircase
  33. Aaron A. Reed, Creating Interactive Fiction With Inform 7
  34. Wolfgang Herrndorf, Sand
  35. Slightly Foxed No. 34
  36. Win Scott Eckert (Ed.), Myths for the Modern Age
  37. Kate Fox, Passport to the Pub
  38. Pat Harrigan, Noah Wardrip-Fruin, Second Person
  39. Anthony Burgess, Any Old Iron
  40. Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt
  41. George R. R. Martin (Ed.), Wild Cards I
  42. Hanns-Josef Ortheil, Die Moselreise
  43. Andreas Bertram, Schmeckt wie Urlaub
  44. Kurt Vonnegut, While Mortals Sleep
  45. Sam Kean, The Disappearing Spoon
  46. Janet H. Murray, Hamlet on the Holodeck
  47. Terry Pratchett, Snuff
  48. J. R. Moehringer, Tender Bar
  49. Albert B. Lord, The Singer of Tales
  50. Jack London, The Road
  51. Cervantes, Don Quijote (Band 1)
  52. Ray Bradbury, Fahrenheit 451 °
  53. Slightly Foxed No. 35
  54. Win Scott Eckert, Crossovers (Vol. 2)
  55. Cervantes, Don Quijote (Band 2)
  56. Edgar W. Smith (Ed.), Profile by Gaslight
  57. William Hickey, Memoirs of a Georgian Rake
  58. Kinky Friedman, The Prisoner of Vandam Street
  59. Marlen Haushofer, Die Wand
  60. Slightly Foxed No. 36
  61. Alvin Schwartz, Scary Stories
  62. Ellen Raskin, The Westing Game
  63. Tanja und Johnny Haeusler, Netzgemüse
  64. Friedrich Torberg, Die Tante Jolesch °
  65. Wolf Haas, Die Verteidigung der Missionarsstellung
  66. Pamela Branch, The Wooden Overcoat
  67. John Scalzi, Redshirts
  68. Kristine and Joyce Atkinson, The Short Life and Mysterious Death of Amy Zoe Mason

(Bücher 2011.)
(Bücher 2010.)
(Bücher 2009.)

Bücher 2011

Nicht viel gebloggt über Bücher, stelle ich fest. Die drei Bücher mit + haben mir besonders gut gefallen, ein heißt, dass das Buch mich enttäuscht hat. Etwas mehr als die Hälfte sind alte Bücher, der Rest Neuerscheinungen. Mit den alten bin ich meist besser gefahren. Nur wenige Bücher wiedergelesen °. Insgesamt vor allem in der zweiten Jahreshälfte weniger Bücher als letztes Jahr, aber es waren auch ein paar dicke Wälzer dabei. Der Stapel ungelesener Bücher ist jedenfalls deutlich reduziert.

  1. Sam Weller, The Bradbury Chronicles
  2. Maurice Gorham, Back to the Local
  3. Janne Teller, Nichts
  4. James Herriot, All Creatures Great and Small
  5. Beverley Nichols, The Tree That Sat Down
  6. Philip A. Shreffler (Hrsg.), Sherlock Holmes by Gas-Lamp
  7. Lizzie Doron, Es war einmal eine Familie
  8. Alan Bradley, The Sweetness at the Bottom of the Pie
  9. Daisy Ashford, The Young Visiters
  10. Dick Lupoff/Don Thompson, All in Color for a Dime
  11. Vincent Starrett, The Private Life of Sherlock Holmes
  12. Ray Bradbury, Summer Morning, Summer Night
  13. Matthew E. Bunson, Encyclopedia Sherlockiana
  14. Jeremy Paxman, The English
  15. Nicholas Meyer, The Canary Trainer
  16. Robert Gernhardt, Was das Gedicht alles kann: Alles
  17. Sebastian Wolfe, (Hrsg.); The Misadventures of Sherlock Holmes
  18. Stephen Fry, The Fry Chronicles
  19. James Branch Cabell, As I Remember It
  20. John R. Hammond, A James Hilton Companion
  21. Hans Scholz, Am grünen Strand der Spree +
  22. John Edgell, John Edgell’s Ghosts
  23. Slightly Foxed No. 29
  24. Max Frisch, Graf Öderland
  25. Heinrich Heine, Die romantische Schule
  26. Norton Juster, The Phantom Tollbooth
  27. Gottfried Benn, Probleme der Lyrik
  28. Max Frisch, Homo faber °
  29. C.M. Kornbluth, His Share of Glory
  30. Achim von Arnim, Isabella von Ägypten, Kaiser Karl des Fünften erste Jugendliebe
  31. Eliot Glazer (ed.), My Parents Were Awesome
  32. Reif Larsen, The Selected Works of T.S. Spivet
  33. Ira Strübel und Kathrin Passig, Strübel & Passig
  34. Manuela Martini, Sommernachtsschrei
  35. Edgar Wallace, Der Hexer
  36. Christopher Fowler, The Victoria Vanishes
  37. Ned Beauman, Boxer Beetle
  38. Ken Bruen, The Guards
  39. Jerome K. Jerome, Three Men on a Bummel
  40. Christopher Isherwood, A Single Man
  41. Alice Berend, Die Reise des Herrn Sebastian Wenzel
  42. William Tenn, Here Comes Civilization °
  43. Wolfgang Herrndorf, In Plüschgewittern
  44. Claude Lalumière, The Door to Lost Pages
  45. John Steinbeck, East of Eden +
  46. Slightly Foxed No. 30
  47. William Tenn, Indecent Proposals
  48. Hans Fallada, Jeder stirbt für sich allein
  49. George R. Stewart, Names on the Land
  50. Fredric Brown, What Mad Universe? °
  51. Peter S. Beagle, Sleight of Hand
  52. Jens Gallenbacher, Abenteuer Informatik
  53. Walt Simonson, Thor Omnibus
  54. S.T. Joshi, H P Lovecraft: Four Decades of Criticism
  55. Jack Vance, Tales of the Dying Earth °
  56. Snorri Sturluson, Die Edda
  57. Peter Hubwieser, Didaktik der Informatik
  58. Nigel Slater, Toast
  59. Lev Grossman, The Magicians °
  60. Linus Reichlin, Er
  61. Lev Grossman, The Magician King
  62. Guy Bodenmann, Depression und Partnerschaft
  63. G. K. Chesterton, The Man Who Knew Too Much
  64. Günther Hoegg, Wie Schüler denken
  65. Slightly Foxed No. 31
  66. Alan Wiseman, The World Without Us
  67. Herbert O. Yardley, The Education of a Poker Player
  68. Kurt Floericke, Nagetiere
  69. Ingeborg Bachmann, Die Radiofamilie
  70. Terry Pratchett, I Shall Wear Midnight
  71. James Wood, How Fiction Works
  72. Slightly Foxed No. 32
  73. Keri Hulme, The Bone People +°
  74. Neal Stephenson, Cryptonomicon

(Bücher 2010.)
(Bücher 2009.)

Bücher 2010

Hier sind die Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe:

  1. Gottfried Keller, Die drei gerechten Kammacher
  2. Tony Horwitz, Confederates In the Attic
  3. Julian Montague, The Stray Shopping Carts of Eastern North America
  4. Wolf Haas, Das Wetter vor 15 Jahren
  5. C.S. Lewis, The Lion, the Witch and the Wardrobe
  6. C.S. Lewis, Prince Caspian
  7. Haruki Murakami, Kafka am Strand
  8. C.S. Lewis, The Voyage of the Dawn Treader
  9. Kurt Vonnegut, Slaughterhouse 5
  10. C.S. Lewis, The Silver Chair
  11. Wil Wheaton, Just a Geek
  12. C.S. Lewis, The Horse and His Boy
  13. Hartmut von Hentig, Bildung
  14. C.S. Lewis, The Magician’s Nephew
  15. Kirsten Boie, Der Prinz und der Bottelknabe
  16. C.S. Lewis, The Last Battle
  17. Michael Köhlmeier, Idylle mit ertrinkendem Hund
  18. Kenneth Grahame, Wind in the Willows
  19. Michela Murgia, Accabadora
  20. Jonathan Carroll, Bones of the Moon
  21. Stevan Paul, Monsieur, der Hummer und ich
  22. Jonathan Carroll, The Land of Laughs
  23. Jerome K. Jerome, Three Men in a Boat
  24. J.R.R. Tolkien, The Hobbit
  25. Laurie Lee, Cider with Rosie
  26. Kenneth Hite, Tour de Lovecraft
  27. Wil Wheaton, Dancing Barefoot
  28. Alan Bennett, The History Boys
  29. H.P. Lovecraft, The Annotated Lovecraft (ed. Joshi)
  30. Kenneth Hite, Nightmares of Mine
  31. Frank Richards, Billy Bunter’s Double
  32. Amy Alkon, I See Rude People
  33. Richard Burton/Ilija Trojanow, Oberammergau. A Glance at the Passion-Play
  34. Salman Rushdie, The Satanic Verses
  35. J.R.R. Tolkien, The Legend of Sigurd & Gudrún
  36. Paul Jennings, The Jenguin Pennings
  37. Jonathan Barnes, The Somnambulist
  38. Hans Ritz, Die Geschichte vom Rotkäppchen
  39. Franziska Gräfin zu Reventlow, Herrn Dames Aufzeichnungen
  40. Daniel Green, Bunter Sahib
  41. E.S. Turner, Boys will be Boys
  42. Green, Bunter by Appointment
  43. Robert Bloch, Mysteries of the Worm
  44. Frank McCourt, Teacher Man
  45. Edgar MacDonald, James Branch Cabell and Richmond-in-Virginia
  46. James Branch Cabell, Special Delivery
  47. Angela Leinen, Wie man den Bachmannpreis gewinnt
  48. Slightly Foxed No. 25
  49. James Branch Cabell, Ladies and Gentlemen
  50. Franco Moretti, Kurven, Karten, Stammbäume
  51. Markus Zusak, The Book Thief
  52. Kurt Vonnegut, Look at the Birdie
  53. Karsten Dombrowski (Hrsg.), Larp: Einblicke. Aufsatzsammlung zum MittelPunkt 2010
  54. Thomas Mann, Der Erwählte
  55. George Alex Effinger, Maureen Birnbaum, Barbarian Swordsperson
  56. Slightly Foxed No. 26
  57. Neil Pearson, Obelisk. A History of Jack Kahane and the Obelisk Press
  58. Stephen Halliday, The Great Stink of London
  59. B.B., The Little Grey Men
  60. Ilija Trojanow, Der Weltensammler
  61. DiSanto/Steele, Guidebook to Zen and the Art of Motorcycle Maintenance
  62. P.G. Wodehouse, A Wodehouse Miscellany & William Tell Told Again
  63. Garrison Keillor, Lake Wobegon Summer 1956
  64. John R. Hammond, Lost Horizon Companion
  65. Philip Roth, The Humbling
  66. B.B., Brendon Chase
  67. B. Traven, Das Totenschiff
  68. Wolfgang Hildesheimer, Lieblose Legenden
  69. Hermann Bausinger, Deutsch für Deutsche
  70. Karl Philipp Moritz, Reisen eines Deutschen in England im Jahr 1782
  71. Emily Bronte, Wuthering Heights
  72. Stella Gibbons, Cold Comfort Farm
  73. Terry Pratchett, Unseen Academicals
  74. Ben Goldacre, Bad Science
  75. Andrea Levy, The Long Song
  76. Slightly Foxed No. 27
  77. John Updike, Gertrude and Claudius
  78. Theodor Fontane, Irrungen, Wirrungen
  79. David Benioff, City of Thieves
  80. Tim Cantopher, Depressive Illness
  81. Nelson Algren, Chicago: City on the make.
  82. Ben H. Winters, Sense and Sensibility and Sea Monsters
  83. Wolfgang Herrndorf, tschick
  84. Ian McEwan, Solar
  85. Hans Zinsser, Rats, Lice and History
  86. Nick Hornby, The Complete Polysyllabic Spree
  87. Sybille Berg, Der Mann schläft
  88. P.G. Wodehouse, Damsel in Distress
  89. O. Henry, Cabbages and Kings
  90. Franco Moretti, Atlas des europäischen Romans
  91. P.G. Wodehouse, Jill the Reckless
  92. Thorne Smith, Night Life of the Gods
  93. Christopher Fowler, Uncut
  94. Michael Frayn, Spies
  95. Eric P. Nash, Manga Kamishibai
  96. Günther Hoegg, Schulrecht
  97. Slightly Foxed No. 28
  98. Graham Moore, The Holmes Affair (a.k.a. The Sherlockian)
  99. Leonie Swann, Garou
  100. Sue Townsend, Adrian Mole and the Weapons of Mass Destruction

Auf dem iPad gelesen: 4
Wiedergelesen: 14
Deutsche Literatur: 15

Das waren dieses Jahr deutlich mehr Bücher als 2009, so viele wie seit 2000 nicht mehr. Die Tradition, meine gelesenen Bücher mitzuschreiben, ist viel älter als dieses Blog (siehe allererster Blogeintrag). Und Listen aller Art mache ich, seit ich Bücher lese.

Woher habe ich Zeit, so viel zu lesen? Viel S-Bahn- und Zugfahren; eine Partnerin, die selber viel liest, auch im Urlaub. Viel Wodehouse, der liest sich eh wie nix. Wenig Twitter, wenig Facebook, dieses Jahr auch weniger Blogeinträge als in den Jahren zuvor, aber dafür möglicherweise längere. Stets eine schöne Auswahl an Büchern im Haus, so dass immer etwas dabei ist, auf dass ich gerade Lust habe. Dieses Jahr habe ich mir aber auch ein Tempo vorgegeben, indem ich gleich im Januar an einem Projekt teilgenommen habe, in dem es darum ging, alle sieben Narnia-Bücher innerhalb von sieben Wochen zu lesen und auf einem Blog darüber zu diskutieren.

Nächstes Jahr möchte ich wieder viel lesen, werde aber vielleicht mehr zu tun haben. Jetzt erst mal ab ins neue Jahr, ich sehe euch alle dann wieder 2011.

(Bücher 2009.)

Kompetenzorientierung im Kamasutra

Man should study the Kama Sutra and the arts and sciences subordinate thereto, in addition to the study of the arts and sciences contained in Dharma and Artha. […]

The following are the arts to be studied, together with the Kama Sutra:

  1. Singing
  2. Playing on musical instruments
  3. Dancing
  4. Union of dancing, singing, and playing instrumental music
  5. Writing and drawing
  6. Tattooing
  7. Arraying and adorning an idol with rice and flowers
  8. Spreading and arranging beds or couches of flowers, or flowers upon the ground
  9. Colouring the teeth, garments, hair, nails and bodies, i.e. staining, dyeing, colouring and painting the same
  10. Fixing stained glass into a floor
  11. The art of making beds, and spreading out carpets and cushions for reclining
  12. Playing on musical glasses filled with water
  13. Storing and accumulating water in aqueducts, cisterns and reservoirs
  14. Picture making, trimming and decorating
  15. Stringing of rosaries, necklaces, garlands and wreaths
  16. Binding of turbans and chaplets, and making crests and top-knots of flowers
  17. Scenic representations, stage playing
  18. Art of making ear ornaments
  19. Art of preparing perfumes and odours
  20. Proper disposition of jewels and decorations, and adornment in dress
  21. Magic or sorcery
  22. Quickness of hand or manual skill
  23. Culinary art, i.e. cooking and cookery
  24. Making lemonades, sherbets, acidulated drinks, and spirituous extracts with proper flavour and colour
  25. Tailor’s work and sewing
  26. Making parrots, flowers, tufts, tassels, bunches, bosses, knobs, etc., out of yarn or thread
  27. Solution of riddles, enigmas, covert speeches, verbal puzzles and enigmatical questions
  28. A game, which consisted in repeating verses, and as one person finished, another person had to commence at once, repeating another verse, beginning with the same letter with which the last speaker’s verse ended, whoever failed to repeat was considered to have lost, and to be subject to pay a forfeit or stake of some kind
  29. The art of mimicry or imitation
  30. Reading, including chanting and intoning
  31. Study of sentences difficult to pronounce. It is played as a game chiefly by women, and children and consists of a difficult sentence being given, and when repeated quickly, the words are often transposed or badly pronounced
  32. Practice with sword, single stick, quarter staff and bow and arrow
  33. Drawing inferences, reasoning or inferring
  34. Carpentry, or the work of a carpenter
  35. Architecture, or the art of building
  36. Knowledge about gold and silver coins, and jewels and gems
  37. Chemistry and mineralogy
  38. Colouring jewels, gems arid bends
  39. Knowledge of mines and quarries
  40. Gardening; knowledge of treating the diseases of trees arid plants, of nourishing them, and determining their ages
  41. Art of cock fighting, quail fighting and ram fighting
  42. Art of teaching parrots and starlings to speak
  43. Art of applying perfumed ointments to the body, and of dressing the hair with unguents and perfumes and braiding it
  44. The art of understanding writing in cypher, and the writing of words in a peculiar way
  45. The art of speaking by changing the forms of words. It is of various kinds. Some speak by changing the beginning and end of words, others by adding unnecessary letters between every syllable of a word, and so on
  46. Knowledge of language and of the vernacular dialects
  47. Art of making flower carriages
  48. Art of framing mystical diagrams, of addressing spells and charms, and binding armlets
  49. Mental exercises, such as completing stanzas or verses on receiving a part of them; or supplying one, two or three lines when the remaining lines are given indiscriminately from different verses, so as to make the whole an entire verse with regard to its meaning; or arranging the words of a verse written irregularly by separating the vowels from the consonants, or leaving them out altogether; or putting into verse or prose sentences represented by signs or symbols. There are many other such exercises.
  50. Composing poems
  51. Knowledge of dictionaries and vocabularies
  52. Knowledge of ways of changing and disguising the appearance of persons
  53. Knowledge of the art of changing the appearance of tilings, such as making cotton to appear as silk, coarse and common things to appear as fine and good
  54. Various ways of gambling
  55. Art of obtaining possession of the property of others by means of mantras or incantations
  56. Skill in youthful sports
  57. Knowledge of the rules of society, and of how to pay respect and compliments to others
  58. Knowledge of the art of war, of arms, of armies, etc.
  59. Knowledge of gymnastics
  60. Art of knowing the character of a man from his features
  61. Knowledge of scanning or constructing verses
  62. Arithmetical recreations
  63. Making artificial flowers
  64. Making figures and images in clay

A public woman, endowed with a good disposition, beauty and other winning qualities, and also versed in the above arts, obtains the name of a Garrika, or public woman of high quality, and receives a seat of honour in an assemblage of men. She is, moreover, always respected by the king, and praised by learned men, and her favour being sought for by all, she becomes an object of universal regard. The daughter of a king too as well as the daughter of a minister, being learned in the above arts, can make their husbands favourable to them, even though these may have thousands of other wives besides themselves. And in the same manner, if a wife becomes separated from her husband, and falls into distress, she can support herself easily, even in a foreign country, by means of her knowledge of these arts. Even the bare knowledge of them gives attractiveness to a woman, though the practice of them may be only possible or otherwise according to the circumstances of each case.
A man who is versed in these arts, who is loquacious and acquainted with the arts of gallantry, gains very soon the hearts of women, even though he is only acquainted with them for a short time.

Aus der ersten Übersetzung 1884 von Richard Burton (bzw. F.F. Arbuthnot), vom Sanskrit ins Englische. Ohne Illustrationen. Nummerierung von mir hinzugefügt. Das originale कामसूत्र entstand im 3. Jahrhundert n.Chr.

Die fett gedruckten Punkte kann ich – mit etwas gutem Willen. Ich habe mal ein paar Jahre lang Bogen geschossen und kann – ungern – einen Knopf annähen, das reicht aber nicht für 25 und 32. Nummer 45 klingt nach beliebtem Kinderspiel, das ich aber nie gelernt habe.

Bücher 2009

Weil man das jetzt so macht – und ja, weil ich gerne Listen mache: Das sind die Bücher, die ich letztes Jahr gelesen habe. Über viele habe ich hier im Blog etwas geschrieben. Das überraschendste und ergiebigste: Stalky & Co von Kipling.

  1. Lewis C. Epstein, Denksport Physik
  2. Jack Finney, Time and Again
  3. Hubert Schleichert, Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren
  4. Stephen Fry, The Ode Less Travelled
  5. Ulla Hahn (Hrsg.), Gedichte fürs Gedächtnis
  6. Elizabeth Gaskell, Cranford
  7. SMITH Magazine, Not quite what I was planning
  8. Joseph von Eichendorff, Aus dem Leben eines Taugenichts
  9. Beowulf (Übersetzung Martin Lehnert )
  10. Alan Bennett, The Uncommon Reader
  11. David Lodge, The Art of Fiction
  12. Tom Blech, Lexikon des schulischen Elends
  13. Wolfgang Krämer, Lukasburger Stilblüten 1
  14. Craig Tylor, Return to Akenfield
  15. Steven Johnson, The Ghost Map
  16. Klaus Modick, Bestseller
  17. Gordown W. Dahlquist, The Dark Volume
  18. Oliver Polak/Jens Oliver Haas, Ich darf das, ich bin Jude
  19. Martin Schmitt, Buch ohne Titel
  20. Alan Bennett, The Clothes They Stood Up In/The Lady in the Van
  21. Seth Grahame-Smith/Jane Austen, Pride and Prejudice and Zombies
  22. Julie Zeh, Corpus Delicti
  23. N. D. Wilson, 100 Cupboards
  24. Philippe Bertrand, Patacloc
  25. Ian McEwan, On Chesil Beach
  26. Ray Bradbury, We’ll Always Have Paris
  27. P. G. Wodehouse, Ukridge
  28. Kai Weyand, Schiefer eröffnet spanisch
  29. Alessandro Baricco, Seide
  30. J. L. Carr, The Harpole Report
  31. Beat Gloor, staat sex amen
  32. G. K. Chesterton. The Club of Queer Trades
  33. Charlie Todd/Alex Scordelis, causing a scene
  34. P. G. Wodehouse, Quick Service
  35. P. G. Wodehouse, Galahad at Blandings
  36. P. G. Wodehouse, Love Among the Chickens
  37. David Lodge, Changing Places
  38. David Lodge, Small World
  39. John Steinbeck, Tortilla Flat
  40. Mark Twain, A Connecticut Yankee In King Arthur’s Court
  41. Horace McCoy, They Shoot Horses, Don’t They?
  42. Dashiell Hammett, The Maltese Falcon
  43. Kingsley Amis, Lucky Jim
  44. Mary Ann Shaffer/Annie Barrows, The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society
  45. John Kendrick Bangs, A House-Boat on the Styx
  46. Dietrich Weichold, …und nebenbei ein toter Lehrer
  47. J. L. Carr, The Battle of Pollocks Crossing
  48. John Kendrick Bangs, The Pursuit of the House-Boat
  49. Dietrich Weichold, Mailäuten
  50. G. K. Chesterton, The Poet and the Lunatics
  51. Harper Lee, To Kill A Mockingbird
  52. P. G. Wodehouse, If I Were You
  53. Christine Brückner, Wenn du geredet hättest, Desdemona
  54. P. G. Wodehouse, Money in the Bank
  55. Lev Grossman, The Magicians
  56. John O’Hara, BUtterfield 8
  57. Wolf Haas, Der Brenner und der liebe Gott
  58. Kingsley Amis & Robert Conquest, The Egyptologists
  59. Frank Richards, Billy Bunter’s Rebellion
  60. Susan Rich (ed.), Half-Minute Horrors
  61. Rudyard Kipling, Stalky & Co
  62. Herta Müller, Atemschaukel
  63. Audrey Niffenegger, Her Fearful Symmetry
  64. Mrs. Oliphant, A Beleaguered City
  65. Val Andrews, Sherlock Holmes and the Greyfriars School Mystery
  66. David Hughes, But for Bunter
  67. Leonard Cohen, The Favourite Game
  68. Klaus Modick, Der Schatten der Ideen
  69. Paul Shipton, Bug Muldoon and the Garden of Fear
  70. Paul Shipton, Bug Muldoon and the Killer in the Rain
  71. Robert Löhr, Das Erlkönig-Manöver
  72. Dan Kieran/Ian Vince, Three Men in a Float
  73. Neil Gaiman, The Graveyard Book
  74. P. G. Wodehouse, Aunts Aren’t Gentlemen

Der meistgelesene Autor ist wohl Wodehouse. Kein Wunder, der liest sich leicht und hat viel geschrieben. Wiedergelesene Bücher: 12. Aus Blogs gezogen: mindestens 9.

Rudyard Kipling & Wardrobe Worlds

Bei Lewis Carroll kommt Alice entweder durch ein Kaninchenloch oder durch einen Spiegel ins Wunderland. Die Kinder in C.S. Lewis‘ Der König von Narnia gelangen durch einen Wandschrank nach Narnia, und einen Wandschrank benutzt auch Erich Kästner in Der 35. Mai.

Es geht um magische Reiche und wie man dorthin gelangt.

Bei den unvergleichlichen TV Tropes, wo ich mich schon wieder für Stunden festgelesen habe, gibt es eine ausführliche, aber keineswegs vollständige Liste solcher magischer Länder.
Auch zu Toren, die in diese Reiche führen gibt es dort eine Liste.

Offhand fallen mir folgende Beispiele ein:

  • Lewis Caroll, Die beiden Alice-Bücher (Methode: Kaninchenloch und Spiegel)
  • C.S. Lewis, Die Narnia-Romane (Methode: Wandschränke und Ringe)
  • Salman Rushdie, Haroun and the Sea of Stories (Methode: Ein magischer Wiedehopf erscheint und nimmt einen mit)
  • Michael Ende, Die unendliche Geschichte (Methode: Magisches Buch)
  • Michael Chabon, Summerland (Methode: habe ich vergessen. Es geht jedenfalls um Baseball.)
  • Norton Juster, The Phantom Tollbooth (Methode: Einmal durchfahren.)
  • Lev Grossman, The Magicians (Methode: Knöpfe)
  • Raymond Chandler, „The Bronze Door“ (um mal einen Außenseiter zu nennen)
  • Andre Norton, die Hexenwelt-Romane – stellvertretend für Abraham Merritt und viele andere klassische Fantasy-Autoren. Als Zitat verfremdet bei Harlan Ellison, „The Place With No Name“. (Methode: Magische Steine, magische Reisebüros, magische Schiffsmodelle, magische Fluchthelfer.)
  • Old Time Radio series The Cinnamon Bear
  • Jonathan Carroll, Bones of the Moon, und andere
  • Neil Gaiman, A Game of You (Sandman Heft 32-37)
  • E.T.A. Hoffmann, „Nussknacker und Mausekönig“: Marie und der Nussknacker gehen durch einen Kleiderschrank ins Puppenreich.
  • Überhaupt, der Großvater aller Wege ins Traumreich: das Märchen. Bei Frau Holle fällt ein Ball in den Brunnen, und wer dem Ball nachklettert, kommt in das Reich von Frau Holle. Jack klettert die Bohnenranke nach oben ins Wolkenreich. Ein Unterschied ist vielleicht der, dass im Märchen das andere Reich als relativ normale Fortsetzung unserer Welt angesehen wird (müsste man diskutieren), ein anderer der, dass dort das Tor außerhalb des Hauses ist – eine Höhle, eine Pflanze, ein Brunnen. Türen und Fenster sind moderner und innerhalb der eigenen vier Wände zu finden, und vielleicht deshalb um so fantastischer.

Und dann gibt es die Sonderform der Traumwelten – Welten, die explizit nur in Träumen existieren und in die man fast nur schlafend und träumend kommt. Für mich war der Urvater immer:

  • Lord Dunsany mit seinen Geschichten „Idle Days on the Yann“, „A Shop in Go-By Street“ und andere Tales of Three Hemispheres.
  • H.P. Lovecraft schrieb einige Geschichten, die sehr an Dunsany erinnern und die in den Dreamlands spielen. Und Lovecrafts Geschichten waren wieder Ausgangspunkt für viele andere Autoren. Darf ich in diesem Zusammenhang auf den H.P. Lovecraft Literary Podcast hinweisen? Die zwei Autoren nehmen sich in chronologischer Folge jede Woche eine Geschichte von Lovecraft vor und plaudern darüber. Jetzt sind sie gerade bei den interessanten Geschichten angekommen, „The Outsider“ etwa, aber die klassischen Lovecraft-Geschichten kommen alle erst noch.
    Zu den Dreamlands gehören die Steps of Deeper Slumber, die Hafenstadt Dylath-Leen, Ulthar, die Ruinen von Sarnath, Celephaïs, das Unbekannte Kadath im Norden, und viele weitere Orte.

Ich erwähne das deshalb so ausführlich, weil ich eine solche Traumwelt auch von Rudyard Kipling entdeckt habe, und zwar in:

  • Rudyard Kipling, „The Brushwood Boy“ (1899, glaube ich).

Wie es sich für exotische Länder gehört, gibt es auch eine Karte dazu:

Die Geschichte selber ist gar nicht so spannend; es passiert nicht viel. Ein kleiner Junge träumt regelmäßig von einem fantastischen Land. Er träumt so detailliert, dass er eine Karte dieses Landes zeichnen kann; jedenfalls von den Bereichen, die er kennt. Er trifft dort auch gelegentlich auf ein Mädchen („Annieanlouise“), mit dem er sich gut versteht und kleine Abenteuer erlebt.
Als Erwachsener wird er Offizier, ist erfolgreich und beliebt. Gelegentlich kommen seine Träume wieder. Eines Tages trifft er im realen Leben auf eine junge Frau, die dieselbe Traumwelt kennt wie er; sie ist schließlich das kleine Mädchen von damals. Hochzeit und Happyend.

Orte in dieser gemeinsamen Traumwelt sind die Lilienschleuse, jenseits von Hong-Kong und Java (beides steinerne Lilien im Traumozean); ein großes Haus, in dem Es stirbt; es gibt Policeman Day und die Stadt des Schlafes; ein magisches Pony und den Dreißig-Meilen-Ritt – genauso fantastisch wie in späteren Traumwelten.

Secret Government Warehouses

(Aus der Reihe: Alles muss raus. Angefangene Blogbeiträge des Jahres 2008 aufräumen.)

Die bekannteste Lagerhalle meiner Jugend ist die aus dem Ende von Raiders of the Lost Arc. Die Kamera fährt – das Ende von Citizen Kane zitierend – langsam über fast endlose Stapel von Kisten, großen und kleinen, alle behördlich bestempelt und eingestaubt. Auch die Bundeslade, das magische Artefakt, das Indiana Jones und seine Freunde den ganzen Film über viel Mühe und fast das Leben gekostet hat, findet dort anscheinend einen anscheinend endgültigen Ruheplatz. All die Arbeit, nur damit das Objekt dort unter Verschluss gehalten werden kann?

Angedeutet wird damit, dass all die anderen Kisten eben auch ähnliche Objekte enthalten. Und schon bald wurde das geheime government warehouse zum Topos bei Verschwörungstheoretikern und vor allem bei den kreativen Fans. (Wikipedia zu Secret Government Warehouse in Fiction.) Vor vielen Jahren ist mir im Usenet diese ASCII-Grafik begegnet:

+-----------------------------------------------------+----------------------+
|                                                     #                      |
| Area 'A' - Main Storage                             ! Area 'B'             |
|                                                     ! Refrigerated Storage |
|                                                     !                      |
| Assume a uniform ceiling height of 20m (60 ft)      !                      |
|                                                     !                      |
| Scale: 1 square = ~3m (10 ft)                       !                      |
|                                                     !                      |
| Legend:                                             !                      |
|   + Wall Intersection                               #                      |
|   - Horizontal, solid wall (armored)                +----------------------+
|   | Vertical, solid wall (armored)                  | Power Generators     |
|   O External security door (armored)                | and Refrigerators    |
|   = Huge external cargo door (armored)              +----------------------+
|   ! Mobile internal wall panel                      #                      |
|   # Human-sized door in a mobile wall panel         ! Area 'C'             |
|                                                     ! Powered Storage      |
|                                                     !                      |
|                                                     !                      |
|                                                     !                      |
|                                                     #                      |
+--============-----------------------============O---+----------------------+

Zu der Grafik gehört eine erklärende Datei, die beschreibt, welche Normkistengrößen es gibt, wie die Kisten aussehen, und vor allem: Eine lange, lange Liste davon, was in diesen Kisten drin ist. Hier ein Ausschnitt:

  • Ark of the Covenant
  • Engine that runs on tap water
  • Hundred of huge crates marked with the name Craig Shergold (containing Business cards and getwell cards by the million)
  • The UFO that purportedly crashed in the early ’50s in New Mexico
  • Amelia Earhart’s flight jacket
  • Big black slab collected by the Leakeys in Olduvai Gorge (and a femur found in orbit)
  • Jimmy Hoffa
  • A Cloudbuster (a rainmaking machine built by Wilhelm Reich – see the Kate Bush video „Cloudbusting“)
  • A box full of scrolls – written in Aramaic. Box says „Gnostic II.“
  • Ronald Reagan Mark I and the animatronics to make him work
  • A phone booth with an odd antenna on top, and a San Dimas, CA number
  • A blue British police call box
  • HAL 9000’s Failed Turing Test (He got a 57%!)
  • A book entitled „To Serve Man“
  • The gold from the lost Dutchman mine
  • The „sets and costumes“ that were used to film the Apollo Moon Landing
  • An illuminated manuscript much like a Bible, along with a rabbit’s corpse and many pieces of shrapnel
  • A large emerald in the shape of a heart, confiscated from a fence in New York City
  • A listing of pi which gets to a long stretch of ones and then ends

Die Liste ist sehr lang, und von einem guten Teil der Dinge habe ich keine Ahnung, welche Geschichte eigentlich dahinter steckt. Aber so soll es auch sein. Angefangen hat diese Liste, so heißt es, auf einem Science-Fiction-Con im Jahr 1990. Im Web gibt es verschiedene Version davon, etwa Version 0.1 (von der ich auch die Grafik übernommen habe) und Version 1.2.1.


Exkurs: Ich habe nicht überprüft, ob die Versionsnummern tatsächlich korrekt sind, also aufeinander aufbauen. Allerdings wollte ich so etwas schon immer machen. Noch aus der Vor-WWW-Zeit habe ich einige Kopien, zum Teil nur in Fragmenten erhalten, von „30 Gründe, warum Bier besser ist als Frauen“. Für den Inhalt als solchen entschuldige ich mich. Interessant ist aber, die verschiedenen Versionen zu vergleichen. Ich habe zum Beispiel eine 100-Gründe-Fassung, die klar mit den 30-Gründe-Fassungen in meinem Besitz verwandt ist, aber nicht nur auf dieser aufbaut. Es muss noch mindestens eine zweite Quelle geben, die ebenfalls dafür verwendet wurde. Wenn ich jetzt eine größere Sammlung hätte, könnte ich versuchen, die Verwandschaftsverhältnisse zu rekonstruieren, so wie bei der Einordnung etwa der verschiedenen Handschriften des Nibelungenlieds. Der Fachausdruck dafür heißt übrigens Xeroxlore oder Faxlore:

Faxlore is a sort of folklore: humorous texts, folk poetry, folk art, and urban legends that are circulated, not by word of mouth, but by fax machine. Xeroxlore or photocopylore is similar material circulated by photocopying.


Steve Jackson Games ist die Firma, die uns Spiele wie Munchkin, Car Wars oder den Klassiker Illuminati! gebracht hat. Bei letzterem geht es um Verschwörungen, und SJG waren so nett, ein eigenes Warehouse 23 im Web einzurichten. Dort gibt es in mehreren Stockwerken viele hundert Kisten, die man aufmachen kann, um zu schauen, was darin verborgen gehalten wird. Gefüllt wird die Lagerhalle durch ein Redaktionsteam und E-Mail-Einsendungen.

Mit einer Klasse könnte man mal eine solche Lagerhalle mit Objekten aus der deutschen Literatur füllen. Effi Briests Schaukel. Eine zerbrochene mechanische Figur eines weiblichen Automaten, zum Aufziehen. (Daneben eine Brille.) Ein teurer Mantel, professionell gearbeitet. En Serviertablett mit Deckel, darin ein paar Knochen wie von einem gebratenen Huhn, nur dass es wohl doch ein kleiner Greifvogel war.


— Keine Lagerhalle, sondern ein Museum kenne ich aus dem Englischstudium. Eine Ringvorlesung zu England, diesmal ging es um englische Kunst. Rudolf Beck war das damals, 1989 oder so. Den Kontakt zu ihm habe ich nicht aufrecht erhalten, daher ohne ihn gefragt zu haben, hier das Papier zum Vortrag. Den Blogeintrag habe ich zum Anlass genommen, mich bei ihm zu melden, und ich habe brav um die Erlaubnis zum Veröffentlichen gefragt. Statt einer Stichpunktliste gab es eine Führung im Imaginary Museum of English Art. Gefällt mir immer noch.

the_imaginary_museum_of_english_art

So sollte ein Blatt zum Referat aussehen.

Was der Autor sich an Herausgeberhaftem unter den Nagel reißt

Sommerloch: Bis die Schule wieder anfängt, schreibe ich mir ein paar angefangene Blogeinträge von der Seele und der Warteliste, die seit Jahren darauf warten, dass ich mal richtig Energie in sie investiere. Wir haben uns entschieden, jetzt nicht mehr länger auf die Energie zu warten.

Ich reime mir das so zusammen: Es gab dereinst Leute, die Geschichten erzählten. Oder vermutlich noch eher: Es gab Geschichten. Diese Geschichten wurden später von Herausgebern aufgeschrieben. Und nach und nach sind verschiedene paratextuelle Elemente, die ursprünglich herausgeberische Zusätze waren, von späteren Autoren als Teil eines Werks übernommen worden.

Ein Beispiel erklärt vielleicht, was ich meine. Ich behaupte mal, ohne das groß zu belegen, dass ursprünglich das Inhaltsverzeichnis wie überhaupt die Unterteilung in Kapitel eine redaktionelle Entscheidung der Herausgeber waren. Das gilt zum Beispiel für die Gesänge der Odyssee und Ilias – deren Überschriften stammen von späteren, wenn auch bereits antiken, Herausgebern, ebenso wie die Einteilung der Werke in jeweils 24 Gesänge.
Spätere Autoren bauten Kapiteleinteilung und -überschriften dagegen bereits bei der Entstehung – und damit als Teil des Werkes – mit ein. (Beispiel 1: Martin Amis, London Fields, 24 Kapitel, zu Gruppen zusammengefasst, mit Überschriften wie „The Murderer“ – und diese Einteilung täuscht, denn tatsächlich gibt es weitere Zwischenkapitel des sehr auktorialen und nicht unbedingt zuverlässigen Erzählers, die nicht als eigene Kapitel ausgewiesen sind. Beispiel 2: Henry Fielding, Tom Jones, mit Kapitelunterschriften wie: „Containing matters which will surprise the reader“, „Containing what the reader may, perhaps, expect to find in it“ oder „Containing five pages of paper“.)

Inzwischen ist es selbstverständlich, dass die Kapiteleinteilung und eventuelle Kapitelüberschriften unveränderlicher Teil eines Werks sind. Aber das war eben nicht immer so. Was gibt es noch für redaktionelles Beiwerk, das vom Autor – oder Werk? – annektiert wurde?

  • Titel
    Das Gilgamesh-Epos lief im Altertum unter Shutur Eli Sharri, „Außergewöhnlichster Aller Könige“, nach den ersten Wörtern des Textes – eine redaktionelle Entscheidung. Das Nibelungenlied hat keinen Titel, und auch der Titel von Der arme Heinrich stammt nicht vom Autor, Hartmann von Aue.
    Was war eigentlich das erste Buch, bei dem der Autor über den Titel entschieden hat?
    Nachtrag. Raymond Smullyan hat in Buch ohne Titel schon versucht, den Titel loszuwerden und den Herausgebern zurückzugeben. Die Buchhändlerin war zuerst zwar tatsächlich irritiert, als ich ihr beim Bestellvorgang den Titel genannt habe, aber ein wirkliches Hindernis war es nicht. Und Umberto Eco wollte seinen Rosenroman Adson von Melk nennen, weil das am wenigsten über den Inhalt verraten hätte, aber das ließ man ihn nicht.
  • Inhaltsverzeichnis
    Siehe oben (Martin Amis, Henry Fielding, Homer). Eine weiteres Beispiel von vielen für ein explizit zum Text gehörendes Inhaltsverzeichnis ist die Verschachtelung in The Bridge von Iain Banks.
    banks_the_bridge
  • Kapitel
    Eng verbunden mit dem Inhaltsverzeichnis ist die Unterteilung in Kapitel. Eingesetzt zum Beispiel bei Flann O’Brien, At Swim-Two-Birds, das mit „Chapter I“ beginnt, ohne dass jemals ein zweites Kapitel folgt. Und schon in Tristram Shandy hat der fiktive Autor Kapitel 24 in Band IV ausgelassen, was er in Kapitel 25 zu erklären versucht.
    Die Romane von Jasper Fforde enthalten alle kein Kapitel 13, außer im Inhaltsverzeichnis.
    Weiteres Beispiel: Roddy Doyle, The Giggler Treatment, in dem auf Chapter One, Two, Three eines folgt, das heißt: „A Chapter That Isn’t Really A Chapter Because Nothing Really Happens In It But We’ll Call It Chapter Four“ – und in den Kapiteln danach gerät die Zählung völlig durcheinander.
    In John Barth, Lost in the Funhouse gibt es die Geschichten „Menelaiad“, in der die Kapitel 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1, nummeriert sind, und „Anonymiad“, das mit 1, 1 1/2, 2 beginnt.
    Jasper Fforde, Lost In A Good Book zählt: 1, 2, 3, 4, 5, 4a, 6, 7 und so weiter. (Hat was mit Zeitreisen zu tun.)
    Karl Immermann, Münchhausen: beginnt mit Kapitel 11, die Kapitel 1-10 stehen nach Kapitel 15 – der Buchdrucker hatte sich eigenmächtig herausgenommen, die Kapitel umzustellen, um das Buch reißerischer zu machen.
  • Personenverzeichnis
    Ich weiß nicht, wann das angefangen hat, einem Roman ein Verzeichnis der darin vorkommenden Personen voranzusetzen. Typisch ist das für Krimis. Meine Ausgabe von Erle Stanley Gardner, The Case of the Caretaker’s Cat (Penguin 1955) hat so eine Liste, The Case of the Stuttering Bishop (Penguin 1953), ebenfalls ein Perry-Mason-Krimi, hat das nicht. Ich nehme mal an, dass in diesen Fällen diese Listen nicht zum Werktext gehören. Anders etwa bei Matt Ruff, Fool on the Hill, eine liebeviolle Liste der Hauptpersonen, unterteilt nach „The Bohemians“, „Other Human Beings“, „The Sprites“, „Canines and Felines“, „Cameo Appearances“. Definitiv Teil des Textes.
  • Illustrationen
    Meistens sind Illustrationen kein Teil des Werktextes, aber es gibt Ausnahmen. In Arturo Pérez Reverte, El Club Dumas (ganz schlecht verfilmt von Polanski) spielen sie dagegen eine große Rolle. Allerdings sind diese Illustrationen postmoderne Zitate: Es handelt sich um teils echte, teils fiktive Illustrationen aus anderen Werken. In Alfred Bester, Golem100 sind Illustrationen ebenfalls Teil des Textes, genauso wie Notenzeilen, Collagen und anderes – das Buch ist nah an den Stilmitellen des Dadaismus.
    Zum Text gehörende Kritzeleien gibt es bei Poe (Narrative of A. Gordon Pym) und bei Sterne (eine Illustration zum Aufbau der ersten vier Kapitel von und aus Tristram Shandy). Bei Sterne gibt es auch ein zum Text gehörendes Blatt, das nur aus Marmorierung besteht.
  • Fußnoten (und anderer kritischer Apparat)
    Das editorische Mittel par excellence, schon lange von den Autoren an- und übernommen. Ein extremes Beispiel ist Vladimir Nabokov, Pale Fire. Das Buch besteht aus dem letzten Gedicht des – fiktiven – berühmten Dichters John Shade, der 1959 ermordet wurde, zusammen mit einem Vorwort, einem Index und vielen, vielen Endnoten zum Gedicht. Aus diesem Material formt sich ein Bild des – fiktiven – Herausgebers, und eigentlich wird im Roman dessen Geschichte erzählt.
    Weitere Fußnoten habe ich mir notiert bei einem anekdotischen Buch von George Burns, dessen Titel laut LoC-Angaben im Impressum Dr. Burns‘ Prescription for Happiness lautet, das aber auch als Dr. Burns‘ Prescription for Happiness* *Buy two books and call me in the morning geführt wird – in verschiedenen Schreibvarianten.
    Ausgesprochen schöne Fußnoten gibt es auch bei Jasper Fforde, Lost In A Good Book. Mit dem Fußnotophon – es heißt natürlich nicht so, aber ich weiß den tatsächlichen Namen gerade nicht – kommt man in den Untergrund und kann so über Kanäle kommunizieren, ohne dass das die Personen, die nur in der Haupthandlung auf dem Hauptteil der Seite agieren, das mitkriegen.
    Sehr lange Fußnoten, die nicht wenig mit dem – ohnehin erratischen – Text zu tun haben, gibt es in The Third Policeman von Flann O’Brien, etwa in Kapitel 11.
  • Beispiele für zum Text gehörende Anhänge: Die Illuminatus!-Trilogie von Shea/Wilson und The Circus of Dr Lao von Charles G. Finney.
  • Autor
    Die Autorenangabe ist inzwischen Teil des Textes, behaupte ich. Einsatz etwa bei Kilgore Trout, Venus on the Half-Shell. Der Roman stammt von Philip José Farmer, Trout ist ein fiktiver Autor im Werk von Kurt Vonnegut, und Venus ein dort erwähnter Titel.
    Iain M. Banks schreibt andere Bücher als Iain Banks, obwohl beide derselbe Mensch sind, James Branch Cabell andere als Branch Cabell. Und The Silent Gondoliers ist eben nicht von William Goldman, sondern von S. Morgenstern. (Und dann gibt es noch The Iron Dream von Norman Spinrad, ein Buch, das nur aus dem Buch besteht, das ein 1919 in die USA ausgewanderter Adolf Hitler dort geschrieben hat. Ein Parallelweltroman sozusagen, obwohl es darin gar nicht um die Parallelwelt geht. Gehört nicht ganz hierher.)
    Eben entdeckt: die „Maureen Birnbaum, Barbarian Swordsperson“-Geschichten von George Alec Effinger. Die Geschichten hat Maureen („Muffy“) jeweils ihrer Freundin Bitsy erzählt, die als Co-Autorin der Kurzgeschichten fungiert; die alte Herausgeberfiktion wieder. Bitsy ändert im Lauf ihres Lebens ihren Namen, die Geschichte lässt sich gut aus dem Inhaltsverzeichnis ablesen:

    Auch Naomi Aldermans The Power spielt damit: Das Buch tut so, als wäre es ein (historischer) Roman  von Neil Adam Armon, zusammen mit ein wenig Korrespondenz zwischen diesem und der Herausgeberin oder Lektorin Naomi.
  • Impressum
    Beim nicht korrekten Impressum landet man schnell bei der tatsächlichen Fälschung, etwas zu Propagandazwecken. Ich kenne deshalb auch nur Mischformen, also ein Impressum, dass korrekte und falsche Daten mischt, etwa bei diesem Unsinns-Sachbuch über die Giraffe, wo es im Impressum heißt: „All rights are reserved, except the right to wear orange and brown together“, nebst viel weiteren Hanebüchereien.
  • Zensur
    Zensur heißt unter anderem, dass ein staatlicher Zensor vor der Veröffentlichung oder Weitergabe von Briefen oder Druckwerken bestimmte Stellen schwärzt oder anders unkenntlich macht. Auch das wird, sobald es erst einmal etabliert ist, vom Autor eingesetzt, etwa bei Heinrich Heines Reisebilder, Kapitel XII, das nur aus den Worten „Die deutschen Censoren – – – – Dummköpfe – – – – – “ besteht. (Die Zensurstriche hier nur angedeutet, tatsächlich sind es wesentlich mehr.)
  • Ein schwer zu klassifizierender redaktioneller Einschub ist in William Goldman, The Princess Bride. Das Buch tut ja so, als wäre es die gekürzte Fassung eines längeren Werks von S. Morgenstern. Nach Jahren der Trennung treffen sich Wesley und Buttercup wieder, und diese herzzerreißende Wiedersehensszene hat William Goldman geschrieben – musste sie aber auf Druck des Verlags und der Erben von S. Morgenstern herausnehmen, da Goldmans Buch dann keine Kürzung des Originals mehr ist, sondern eine Ergänzung. Aber man könne, so steht es im Buch, einen Brief an den Verlag schicken, dessen Adresse angegeben ist, und dann kriegte man eine Kopie der Wiedersehensszene.
    Habe ich natürlich gemacht. Man kriegt einen Brief zurück mit weiteren Erklärungen, warum die Wiedersehensszene doch nicht mitgeschickt werden kann. Weitere Details zu den rechtlichen Problemen mit den Erben S. Morgensterns werden geschildert. Die Wichtigkeit von Cadminium für die amerikanische Wirtschaft. Die zweite Fassung des Briefs ist von 1978, die dritte von 1987. (Diese Fassung habe ich 1988 geschickt bekommen, nachdem ich dieses wunderbare Buch entdeckt hatte. Vermutlich gab es danach weitere Fassungen. Hat jemand nach 1988 da mal hingeschrieben? Ist die Verlagsadresse in den letzten 35 Jahren wohl dieselbe geblieben oder hat sich der Text einem eventuellen Umzug angepasst?) Zum Romantext gehören diese Briefe wohl nicht. Aber die Herausgeberfiktion wird jedenfalls in den Text eingebaut.
  • Werbung
    Ich habe noch alte Bastei-Taschenbücher mit Marlboro-Werbung innendrin. Und war es nicht Rowohlt, in deren Taschenbüchern in der Mitte immer diese Werbung für Pfandbriefe und Kommunalobligationen waren? Zum Text gehörende Werbung gibt es bei Jasper FForde in The Eyre Affair und den Folgebänden. Könnte man diese Werbung in anderen Ausgaben weglassen, ohne dass man um einen Teil des Werks betrogen wird? Vielleicht schon.
  • Anmachertext
    Früher zumindest mal, so in den 1970ern, da gab es die Praxis, auf der ersten Seite eines – meist eher trivialen – Buches, noch vor dem Inhaltsverzeichnis, einen besonders spannenden Ausschnitt aus dem Buch zu präsentieren. Damit man Lust bekommt, das Buch zu lesen, auch weil der Ausschnitt gerne mal mit einem Cliffhanger aufhört. Das gibt es auch bei Bored of the Rings (1969) von H.N. Beard und D.C. Kennedy, deutsch: Dschey Ar Tollkühn: Der Herr der Augenringe (Goldmann 1983) – nur dass die kurze Szene im späteren Buch überhaupt nicht erscheint, also klar kein redaktionelles Element ist, sondern Teil des Werks.
  • Aufkleber
    Ein Grenzfall. The Meaning of Liff von John Lloyd und Douglas Adams definiert „Liff“ als: „A book, the contents of which are totally belied by its cover. For instance, any book the dust jacket of which bears the words. ‚This book will change your life‘.“ Auf meiner Ausgabe des Buches ist ein Aufkleber mit eben dieser Aufschrift, und ich hätte das Gefühl, die Ausgabe wäre ohne diesen Aufkleber nicht vollständig.
  • Diskussionsvorschläge für Leserunden:
    Gibt es oft bei englischen Taschenbüchern. In Pride and Prejudice and Zombies steht auf den letzten Seiten solch ein „Reader’s Discussion Guide“, der aber nicht ganz ernst zu nehmen ist und für mich einen mindestens so relevanten Teil des Buchtexts ausmacht wie das Inhaltsverzeichnis.
  • Schriftlichkeit und ihre Folgen– Die Rechtschreibung war ursprünglich kein Teil des Textes, sondern eine Entscheidung der Drucker und Herausgeber. Heute wehren sich manche Autoren gegen die neue deutsche Rechtschreibung. Goethe hat sich nicht so angestellt.
    Beispiele fürs Spiel mit der Schreibung: Der englische Dichter Spenser wird im Gespräch erwähnt und von einer anderen Person als „Spencer“ aufgenommen: lautlich gleich, zeigt die in der wörtlichen Rede verwendete Schreibung, dass der Sprecher den Dichter nicht kennt (Compton Mackenzie, The Rival Monster (in: The Highland Omnibus p. 587). Ähnlich in Terry Pratchett, Pyramids (p. 121, Corgi): Das Wort „quantum“ wird gerade erfunden und von jemandem anderen als „kwa-“ ausgesprochen, der daraufhin korrigiert wird.

    Absätze sind auch eine neue Erfindung, die inzwischen Teil des Texts sind. Im Mittelalter wurde am Zeilende umbrochen und gut war’s.

    Zeichensetzung, etwa bei der wörtlichen Rede. In Terry Pratchett, Hogfather (p. 22, Corgi) gibt es ein telepathisches Kleidungsstück:

    ‚Good evening,‘ he said.
    The robe said, Good evening, Lord Downey.

    — Dazu gehören wohl auch Korrekturzeichen. Leider kann ich mit meinen begrenzten typographischen Mitteln hier nicht den Titel eines Essays von Anne Fadiman (aus dem tollen Bändchen Ex Libris wiedergeben. Im Endeffekt lautet der Titel wohl „Insert a Caret“ (Caret/Zirkumflex: ^), aber er ist entstanden aus den Wörter „Inset a Carrot“, versehen mit den üblichen Korrekturzeichen, denen zum Beispiel auch vorne im Rechtschreibduden ein Kapitel gewidmet ist. Auch im Inhaltsverzeichnis von Ex Libris taucht der Tiel in dieser Form auf, komplett mit Strichen am Rand und so weiter.

    Durchstreichung zum Zweck einer Korrektur, zum Beispiel in George Macdonald Fraser, Flashman’s Lady (p. 59 und weitere, Penguin 1988), wo Mrs Flashman in ihr Tagebuch schreibt:

    [H]e took advantage of the situation to press his lips to mine!! I was so affronted that it was some moments a moment before I could find the strength to make him desist

    Auslassungszeichen: In James Branch Cabells Figures of Earth werden die Kinder buchstäblich vom Storch gebracht. (Cabells vorhergegangenes Buch wurde als zu obszön kritisiert, hier macht sich Cabell darüber lustig.) Um den Storch zu beschwören, nimmt Manuel „fünf merkwürdige Objekte, in etwa wie kleine Sterne“ aus seiner Tasche und platziert sie in einer Reihe auf dem Boden:

    *****

    und danach ist der Storch da.

    Typographische Elemente wie verkehrt herum gesetzte Buchstaben, etwa in Michael Ende, Die unendliche Geschichte, in der man ganz am anfang spiegelverkehrt, weil von der Rückseite gesehen, die Aufschrift eines Antiquariats liest. Ähnlich die Geschichte „Mirror/rorriM, off the Wall“ (nur dass die Buchstaben des zweiten Wortes spiegelverkehrt sein müssten, das gibt HTML aber nicht her) von Spider Robinson in The Callahan Chronicles. Auch ein spiegelverkehrter Zehndollarschein taucht auf (01$ statt $10 geschrieben, auch wieder spiegelverkehrt, also hier nicht darstellbar).
    Der Titel der Glosse „Report on Resentialism“ von Paul Jennings ist in der Sammlung The Jenguin Pennings auf dem Kopf stehend gedruckt. In der Glosse geht es um eine fiktive philosophische Richtung, deren Kernaussage die ist, dass die Dinge nicht so wollen wie die Menschen.

    — In Fritz von Herzmanovsky-Orlando, Der Gaulschreck im Rosennetz, 4. Capitel, hat die Stadt „Scheibbs“ (vormals „Scheibs“) ein zusätzliches „b“ erhalten, da vorher „ein paarmal peinliche, sinnstörende Schreibfehler vorgekommen waren“. Gehört nicht wirklich hierher, aber hier finde ich das wieder.

    — Auch die Wahl der Schriftart war ursprünglich rein redaktionell. Wann Fraktur und wann Antiqua, das ist ursprünglich vorgegeben. Bewusster Einsatz darüber hinaus: Walter Kempowski verwendet Sütterlin in Antiqua in Herzlich Willkommen (Knaus 1984, S. 191f), als es um einen Kugelschreiber geht, der „als Reklamegabe von der Wäschereri [unleserliches Sütterlin, muss ich mal ergänzen] bezogen worden war“.
    In Comics werden Schriftarten natürlich noch bewusster eingesetzt.

    Zeichengröße und andere Varianten: In The Munitions Master, einem Abenteuer von Doc Savage (Bantam-Ausgabe Nr. 58, p. 10) drücken die Kapitälchen im Satz „A SAVAGE roar of almost unutterable ferocity came from the crowd“ aus, dass die Menge nicht nur wild schreit, sondern auch den Namen der Person, auf die sie so wütend ist – Doc Savage eben.
    Jasper Fforde verwendet kleinere Buchstaben, um Flüstern darzustellen in Lost In A Good Book (Hodder & Stoughon 2002, p. 178): „‚Very good,‘ whispered Snell.“
    In Figurengedichten von Lewis Caroll gibt es ebenfalls verschiedene Schriftgrößen, und sicher anderswo auch.

Viele Elemente um ein Buch herum sind aber immer noch paratextuell, gehören also noch nicht zum eigentlichen Text. Zumindest teilweise ist es interessant, sich auszumalen, wie man sie einbauen könnte.

  • Klappentext
    Auch wenn zum Beispiel Alasdair Gray seinem Poor Things gleich einen „blurb for a high-class hardback“ und einen alternativen „blurb for a popular paperback“ mitgibt: Vermutlich nicht Teil des Texts
  • Autorenangaben
    Und seien sie auch noch so fiktional (Harlan Ellison in Edgeworks I: „It was not until he threw himself in front of the assassins bullet at last year’s Academy Award ceremonies, thus saving the life of Oscar nominee Brad Pitt…“).
    Dazu gehört wohl auch das Autorenfoto auf dem Buchrücken. Auch wenn das wie im oben schon erwähnten Venus on the Half-Shelf ein verkleideter Philip José Farmer mit enorm falschem Rauschebart ist.
  • Schriftfarbe
    Ursprünglich eine reine redaktionelle Entscheidung, aber bei Michael Ende, Die unendliche Geschichte und bei einer deutschen Ausgabe (nicht aber den englischen, die ich kenne) von William Goldman, The Princess Bride werden verschiedene Farben für den Text eingesetzt. Ich nehme mal an, dass das in einfacheren Ausgaben durch Kursivsetzung ersetzt ist.
  • Titelbild
    Ich kenne kein Buch, bei dem das Titelbild tatsächlich Teil des Werktexts ist. Es gibt allerdings mindestens ein Buch, dessen Text in mindestens einer Ausgabe bereits auf dem Titelbild beginnt.
  • Erscheinungsweise
    Ein Buch, das man nur in Einzelheften lesen kann und nicht in einer Gesamtausgabe? Kenne ich nicht.
  • Am vielversprechendsten stelle ich mir das bei der Seitenzählung vor. Wenn ein Blatt doppelt im Buch ist, eine Lage im Buch fehlt oder eine Lage doppelt ist: Wiederholt sich dann auch die Handlung beziehungsweise wird sie übersprungen?
    Vorerst gibt es Verhalten bei Weltuntergang von Florian Werner (2013), eine Kulturgeschichte der Apokalypse, bei der die Seitenzahlen rückwärts gezählt werden, sozusagen als Countdown.

Krause Gedanken zum Schluss, zu einer Geschichte, die ich mal schreiben wollte:

Ich stelle mir da ein Einsatzkommando von Helden vor, das sich – durch die Fußnoten, den Subtext oder die Beschwörung Dessen, Der Zwischen Den Seiten Geht – nach vorne kämpft, um die Reihenfolge einiger Seiten zu ändern. Schon vor zehn Jahren hatte ich Ideen für eine parallele Handlung in den Fußnoten, manches davon kann ich mir aus wiedergefundenen Notizen zusammenreimen: „irgendetwas fällt (unterschiedliche Schrifttypen?) von oben runter? Oben wird von Geräusch von unten abgelenkt? Sie schmuggeln sich was in die Tasche“. Ganz kühn: „sie schieben ein Wort zum Zeilenende, um Trennstrich zu erzeugen (Homographentrennung?)“

Ich glaube, das hätte einen etwas konstruierten Text gegeben.

Ergänzung 2012: Bin ja mal gespannt, ob eBuch-Reader wie der Kindle eigene peritextuelle Elemente hervorbringen werden.