Processing

Bei Zurück in die Schule: gefunden: Processing, eine Java-Programmierumgebung, mit der man Bilder erzeugen kann. Processing ist eine Lernumgebung und Einführung in das (Java-)Programmieren. Man kann damit einerseits voll objektorientiert schreiben, andererseits kann man genauso gut ohne Objektkrams die vorhanden Methoden benutzen, deren Überbau wunderschön transparent ist. (Fußnote: Transparent heißt überall anders soviel wie: “Durchsichtig, so dass man ins Innere blicken und die Zusammenhänge verstehen kann.” In der Informatik heißt transparent allerdings: “Durchsichtig, so dass man hindurchschaut und nichts sieht, also quasi unsichtbar und vor leicht zu verwirrenden Augen verborgen.”) Man kann mit Processing neue Bilder zeichnen oder bestehende Bilder …

Zustandsautomaten in der 10. Klasse

Erst etwas Theorie, später gibt es etwas zu sehen. In der 10. Klasse entwirft und programmiert man einfache Zustandsautomaten. Die sehen auf dem Papier gerne mal so aus: Der Automat (hier ein Fahrstuhl) kann sich in verschiedenen Zuständen befinden. Er beginnt im Zustand Erdgeschoss (deshalb zeigt da ein Pfeil hin). Es gibt noch zwei weitere Zustände, Keller und 1. Stock. Der Automat kann seinen Zustand ändern, das sind die Pfeile zwischen den Zuständen. Wenn der Automat im Zustand “Erdgeschoss” ist und die Aktion “Pfeil nach oben drücken” eintritt, dann springt der Automat in den Zustand “1. Stock”. Es geht aber …

Wo die kleinen Objekte herkommen

Natur und Technik in der 10. Klasse. Eine Stunde habe ich neulich im weißen Labor-/Arztkittel begonnen. Das Thema war Informatik, Wo die kleinen Objekte herkommen. Ich habe das mit einer Analogie einzuführen versucht. Hier die Folien meiner Präsentation. Eine gängige Theorie der Herkunft wird gleich zu Anfang verworfen: Wie die Kinder entstehen, das wüssten die Schüler ja bereits: Wie sie auf die Welt kommen, hoffentlich auch: (Tatsächlich habe ich andere Bilder genommen. Je nachdem, was die Schüler der Klasse so vertragen.) In der Informatik geht es aber nicht um kleine Kinder, sondern – beim objektorientierten Programmieren – um Objekte. Die …

Laienhafte Notizen zu germanischer Dichtung (mit Weltende)

Ja, die Germanen. Eine völkerwandernde Gruppe von Sprechern verwandter indoeuropäischer Dialekte. Grob kann man die Dialektgruppen Nordgermanisch (die Nachfolger davon in Skandinavien und Island), Ostgermanisch (Gotisch gehört dazu, Nachfolger gibt es keine mehr) und Westgermanisch (Althochdeutsch, Altenglisch, Altniederdeutsch/Altsächsisch) unterscheiden; es gibt natürlich noch weitere Klassifizierungen. Die Germanen auf dem Großteil des Kontinents, also die Sprecher westgermanische Dialekte, hinterließen nicht viele schriftliche Zeugnisse. Ein paar Namen sind noch da: Donar, der Donnergott, nach dem der Donnerstag benannt ist; Wodan/Wotan, auf den Wednesday zurückgeht. (Auch die meisten anderen Wochentagsbezeichnungen gehen auf germanische Götter zurück – die Germanen übernahmen die 7‑Tage-Woche von den …

Max Frisch, Homo faber: Referate – und die Links dazu

Im letzten Semester der Q12 lasen alle Deutschkurse an meiner Schule Homo faber von Max Frisch. Die Lehrer aller Oberstufen-Deutschkurse haben auch sonst viel zusammengearbeitet, aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal. 1. Die Referate Homo faber ist keines meiner Lieblingsbücher, aber die Schüler mochten es immer einigermaßen. Und selbst ich freundete mich wieder damit an. Diesmal gingen wir so vor, dass wir – eine Anregung des Kollegen Z. – uns darauf beschränkten, die Beziehungen zur griechischen Mythologie in dem Roman herausarbeiten zu lassen. Davon gibt es nämlich überraschend viele, und da wir auch viele mündliche Noten brauchten, …

Expressionistische Gedichte, gefälscht

Zwischendurch gemacht in der Q12: Jeder Schüler sollte ein Gedicht schreiben, das – für Mitschüler – möglichst nicht von einem echten expressionistischen Gedicht zu unterscheiden war. Danach sollten die Gedichte bei Moodle hochgeladen werden, wo ich sie dann zusammenstellen und eine Abstimmung darüber anlegen würde. Und so geschah es auch: letztlich schafften es dreizehn der anwesenden Schüler, ihr Gedicht pünktlich abzuliefern; ich legte selber noch ein nachgemachtes Gedicht von mir dazu (im Unterricht entstanden) und ließ den Parallelkurs abstimmten, welches unter den Gedicht das angeblich echte sei. Erstaunlicherweise verteilten sich ein Großteil der Stimmen auf genau zwei Gedichte, und meines …

Dial L for Listening

Ich bin seit einiger Zeit nicht mehr bei der Telekom, sondern kriege mein Telefon über meinen Internetanbieter. Dort kann ich mir ohne weitere Kosten zusätzliche Telefonnummern anlegen und auch wieder löschen, 10 Stück davon. Diese Nummern kann ich mit digitalen Anrufbeantwortern versehen, über mein Telefon und meinen Router oder über eine Webschnittstelle, wo ich eine Audiodatei hochladen kann (.wav, 8 kHz, also eher low-fidelity). Ich unterrichte ja kein Englisch mehr, aber wenn es doch mal wieder dazu kommt, werde ich mir zwei oder drei Nummern einrichten mit Ansagetexten verschiedenen Schwierigkeitsgrads, und dann lasse ich in der Schule Schüler die Nummern …

Jugendsprache (9. Klasse, gesammelt)

Alles, was ich bisher als Lexikon der Jugendsprache angepriesen gesehen habe, ist kaum brauchbar. Es enthält allerlei Scherz- und Neckworte, vielleicht sogar tatsächlich von Jugendlichen zusammengetragen, aber ein Großteil davon hat nie ernsthaft zu irgendeiner Jugendsprache irgendwo gehört. Meine Neuntklässler haben mal bei ihren Facebook-Kontakten nur mal kurz danach gesucht, was Jugendliche tatsächlich verwenden. Die Schülerergebnisse, von mir nur alphabetisch sortiert: Assi: Unterschicht Cheater: jemand der betrügt chillen: relaxen, abhängen düsen: sich schnell bewegen ends-: (positiv/verstärkend) episch: (positiv) fuck: (Ausruf) Gaser: Lustige Leute gay: (negativ) grindig: (negativ) Kein Ding: Kein Problem Kein Peil: keine Ahnung Kein Plan: keine Ahnung Kobold: …

Wolfgang Herrndorf, Tschick

Nachdem ich das Buch im Dezember kurz erwähnt hatte, habe ich inzwischen mit meiner 9. Klasse verhandelt, so dass es jetzt unsere Klassenlektüre ist. Dagegen spricht der Preis, das Buch gibt es bisher nur gebunden. Aber ich halte es für eine sehr geeignete Lektüre. Zuerst einmal deshalb, weil das Lesen Spaß macht. In der 8. Klasse lesen Schüler häufig das “Fräulein von Scuderi”, das ich selber sehr mäßig interessant finde. In der 9. Klasse liest man einen dünnen Dürrenmatt-Roman oder eine Novelle von Gottfried Keller, “Kleider machen Leute” etwa. Keller finde ich heute sehr lustig, als Schüler hat er mich …

Sprachliche Bilder 2: Metonymie und Symbol

Im ersten Teil ging es um Vergleiche und Metaphern: dabei werden zwei Dinge miteinander verglichen, weil das eine eine Eigenschaft oder eine Reihe von Eigenschaften mit dem anderen teilt. In diesem Teil will ich nur kurz zwei andere Arten von Bildern nennen. Die Metonymie Auch hier geht es um ein Bild: man sagt das eine und meint etwas anderes. Anders als bei Vergleich und Metapher haben das Gesagte und das Gemeinte keine gemeinsame Eigenschaft, sondern sie haben unmittelbarer etwas… etwas miteinander zu tun. Am häufigstens ist das in der Form des pars pro toto: man nennt das Teil (einer Sache) …