{"id":10877,"date":"2018-04-03T14:27:37","date_gmt":"2018-04-03T12:27:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=10877"},"modified":"2023-06-11T09:56:49","modified_gmt":"2023-06-11T07:56:49","slug":"padlet-und-was-die-schule-zahlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2018\/04\/padlet-und-was-die-schule-zahlt.htm","title":{"rendered":"Padlet, und was die Schule zahlt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/padlet.com\">Padlet<\/a> ist ein sch\u00f6nes Informatiksystem, browserbasiert, mit dem man wie an einer virtuellen Pinnwand Zettelchen mit Text und Bildern und anderen Inhalten auf einer Oberfl\u00e4che verteilen und verschieben und verbinden und erg\u00e4nzen kann: Eine sch\u00f6ne Sache, um die eigenen Gedanken zu sortieren; noch sch\u00f6ner, wenn man das mit anderen gemeinsam tut.<\/p>\n<p>Padlet war bisher ein kostenloses Angebot; in Zukunft gibt es eine etwas eingeschr\u00e4nkte Grundversion, die kostenlos &#8211; aber mit Werbung &#8211; bleibt, sowie die M\u00f6glichkeit, den Dienst f\u00fcr Geld zu abonnieren. Da geht ja ohnehin der Trend hin: Man kauft Software nicht mehr, sondern abonniert sie; bei webbasierten Systemen ist das nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Bei vielen Lehrern und Lehrerinnen auf Twitter war Padlet sehr beliebt, und die finden es schade, dass das jetzt nicht mehr so einfach geht. Schade finde ich das auch, aber absehbar war es, und ist es bei \u00e4hnlichen Produkten auch. Ein paar Twitterer werden den vollen padlet-Preis vielleicht zahlen; man kann ihn dann sicher von der Steuer absetzen, so dass man einen Teil des Gelds zur\u00fcck erh\u00e4lt &#8211; mit Fachb\u00fcchern ist das ja auch so. Manche w\u00fcnschen sich, die Schule k\u00e4me f\u00fcr so etwas auf.<\/p>\n<p>Ja und nein. Ich stimme A.R. Krommer zu, der einen alten Text von sich dazu herausgekramt hat:<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-lang=\"de\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"de\">Leitmedium ist immer dasjenige Medium, f\u00fcr dessen Erwerb Eltern und Lehrer ohne Nachfrage Geld auszugeben bereit sind.<\/p>\n<p>Oder: Erst wenn wir f\u00fcr <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Padlet?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Padlet<\/a> genauso selbstverst\u00e4ndlich zu zahlen bereit sind wie f\u00fcr Lehrerhandreichungen (!), hat sich wirklich was ver\u00e4ndert. <a href=\"https:\/\/t.co\/Wd5P2lslHQ\">pic.twitter.com\/Wd5P2lslHQ<\/a><\/p>\n<p>\u2014 A. R. Krommer (@mediendidaktik_) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/mediendidaktik_\/status\/981117501303115776?ref_src=twsrc%5Etfw\">3. April 2018<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><script async=\"\" src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Software sollte man genau so betrachten wie andere Lehr- oder Lernmittel, und muss daf\u00fcr Geld ausgeben. Dass Schulen verlangen k\u00f6nnen, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler spezielle Software auf ihren Smartphones zu installieren &#8211; soweit sind wir noch nicht, aber grunds\u00e4tzlich hal eich das f\u00fcr legitim. Acht Euro f\u00fcr eine Schullekt\u00fcre oder acht Euro f\u00fcr eine App: Von den Kosten her vertretbar. Sinn muss das eine wie das andere machen; Sinn kann auch das eine wie das andere machen.<\/p>\n<p>Wenn eine Schule jetzt schon mit Padlet arbeiten m\u00f6chte, sollte die Finanzierung ja auch kein Problem sein: In Bayern am Gymnasium hat jede Fachschaft einen kleinen Etat, mit dem sich solche Software-Abonnements bezahlen lassen; jede Schule hat einen etwas gr\u00f6\u00dferen Etat, der auch daf\u00fcr ausgegeben werden kann; und beim Sachaufwandstr\u00e4ger (dem Landratsamt etwa) kann man Antr\u00e4ge auf teurere Produkte stellen. Im Vergleich zu anderer Ausstattung ist viele Software noch recht billig &#8211; wenn auch oft im Abonnement.<\/p>\n<p>F\u00fcr welche Produkte <em>sollte<\/em> die Schule dieses Geld ausgeben? Als Fachschaft, oder fachschafts\u00fcbergreifend: Wof\u00fcr sie will. Gerne auch Padlet. Dann kann man auch das neueste digitale Spielzeug mitnehmen, und diese Spielzeuge k\u00f6nnen wirklich toll sein. Sobald es mehr und teurer wird oder gar mehrere Schulen betrifft oder bald vom aller-neuesten digitalen Spielzeug abgel\u00f6st zu werden droht, muss man aber \u00fcberlegen. Und das hei\u00dft, auf Open-Source-Projekte zur\u00fcckzugreifen. Nur weil es das Open-Source-Projekt Moodle gibt, konnte Bayern allen staatlichen Schulen Mebis mit integriertem Moodle zur Verf\u00fcgung stellen. Wenn es offene \u00c4quivalente gibt, kann sich die Schule das Produkt auf dem eigenen Server installieren, oder das Kultusministerium f\u00fcr alle Schulen. So bleiben Schulen flexibel.<\/p>\n<p>Das erfordert, dass es an jeder Schule jemanden gibt, der so etwas aufsetzen kann. Das gibt es noch nicht; die IT-Ausstattung von Schulen wird zwar h\u00e4ufig &#8211; immer h\u00e4ufiger, glaube ich &#8211; von externen Firmen betreut, aber die k\u00fcmmern sich noch selten um Webdienste. Bei richtig gro\u00dfen und dauerhaften Projekten ist es nat\u00fcrlich am besten, wenn das Kultusministerium so etwas zentral regelt, wie bei Mebis etwa. Microsoft, Apple und Google wollen nat\u00fcrlich alle, dass Schulen jeweils ihre Softwareprodukte nutzen, und bieten auch wirklich verlockende Sachen an. (Datenschutz ist da halt noch ein Problem, aber das betrifft eigene Server nicht viel weniger.)<\/p>\n<p>Man kriegt dann halt nicht das neueste Produkt. Aber von konkreten Produkten sollte man sich eh so wenig wie m\u00f6glich abh\u00e4ngig machen.<\/p>\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/e837b4721bed4811a39f1fc3de37408f\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\">\n\n\n\n<p><em>Nachtrag 2023: Padlet ist seit einiger Zeit schon wieder etwas, das man nicht verwendet. Stattdessen verwendet man TaskCards. Das zahlt unser Sachaufwandstr\u00e4ger auch. Und es ist auch ein sch\u00f6nes Produk. Bin gespannt, was 2028 dann hier steht. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Padlet ist ein sch\u00f6nes Informatiksystem, browserbasiert, mit dem man wie an einer virtuellen Pinnwand Zettelchen mit Text und Bildern und anderen Inhalten auf einer Oberfl\u00e4che verteilen und verschieben und verbinden und erg\u00e4nzen kann: Eine sch\u00f6ne Sache, um die eigenen Gedanken zu sortieren; noch sch\u00f6ner, wenn man das mit anderen gemeinsam tut. 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