{"id":10945,"date":"2018-04-21T14:15:02","date_gmt":"2018-04-21T12:15:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=10945"},"modified":"2023-05-24T11:49:32","modified_gmt":"2023-05-24T09:49:32","slug":"werkzeuggebrauch-in-der-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2018\/04\/werkzeuggebrauch-in-der-schule.htm","title":{"rendered":"Werkzeuggebrauch in der Schule"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2018\/04\/werkzeuggebrauch-in-der-schule.htm#comments'>9 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Das Berliner Modell ist ein zumindest in Deutschland sehr bekanntes didaktisches Konzept aus den 1960er Jahren (glaube ich), mehrfach weiterentwickelt, das letztlich relativ neutral angibt, auf welche Faktoren Lehrer und Lehrerinnen beim Gestalten und Vorbereiten von Unterricht achten sollten:<\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5828\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/BerlinerModell.jpg\" alt=\"BerlinerModell\" width=\"500\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/BerlinerModell.jpg 500w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/BerlinerModell-125x150.jpg 125w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/BerlinerModell-458x550.jpg 458w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><br><small>(<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:BerlinerModell1.jpg\">Quelle: Oeclan@Wikipedia<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.en\">CC-BY-SA 3.0 unported<\/a>)<\/small><\/p>\n\n\n\n<p>Die Faktoren beeinflussen sich dabei gegenseitig. Das sind allerdings, denke ich, alles Entscheidungen, die die <em>Lehrkr\u00e4fte<\/em> treffen &#8211; Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen haben traditionell wenig Mitgestaltungsm\u00f6glichkeiten, was Inhalte und Methoden, Medien und Ziele betrifft. Bei den Inhalten darf manchmal die ganze Klasse mitreden (&#8222;Welche Lekt\u00fcre sollen wir lesen?&#8220;), bei den Zielen verstehe ich v\u00f6llig, dass diese Entscheidung den Lehrkr\u00e4ften \u00fcberlassen bleibt &#8211; und von denen h\u00e4ngen ja auch Methoden und Medien ab, ja. Und doch: W\u00e4re es nicht sch\u00f6n, wenn Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen selbst Methoden und Medien w\u00e4hlen k\u00f6nnten, vielleicht sogar Inhalte, und zwar nicht klassenweise, sondern individuell?<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte das nicht am einfachsten f\u00fcr die Medien gelten? Die Werkzeuge, die man im Unterricht nutzt? Ich habe mir schon mal <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2013\/10\/wem-gehoert-das-medium.htm\">in einem alten Blogeintrag<\/a> Gedanken dazu gemacht und zitiere mich hier selber:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Es l\u00e4uft f\u00fcr mich wohl auf die Frage hinaus: Wer hat die Kontrolle \u00fcber die verwendeten Medien? Medien, das sind, wenn ich mal Ger\u00e4te und Formen mischen darf: Tafel, Rechner\/Beamer, Landkarte. Poster an der Wand. Schulbuch, Atlas. Wohl auch Realien, also Mitbringsel. Filmaufnahmen, Audioaufnahmen, Tageslichtprojektor. Z\u00e4hlt das selbst gef\u00fchrte Schulheft dazu?<br>Kontrolle haben die Sch\u00fcler \u00fcblicherweise und innerhalb gewisser Grenzen allenfalls \u00fcber&#8230;, nicht viel. Also, wenn sie am Rechner (oder Tablet) sitzen, dann schon. Und Poster im Klassenzimmer oder das Periodensystem, die werden in der Regel nicht pl\u00f6tzlich abgedeckt; wenn Sch\u00fcler dieses Material auch nicht kontrollieren, so k\u00f6nnen sie sich doch auf deren Vorhandensein verlassen. Alles andere steht \u00fcblicherweise unter der Herrschaft der Lehrkraft.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Nun haben die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen oft ein Universalwerkzeug in der Tasche oder vor sich: einen Computer. Im Rahmen des Berliner Modells m\u00fcsste man Medien eigentlich differenzierter beschreiben; nicht der Computer ist hier das Medium, sondern die spezielle Konfiguration des Computers &#8211; das hei\u00dft, das verwendete Programm. Erhalten die SuS eine Aufgabe, und d\u00fcrfen sie selber entscheiden, mit welchen Werkzeugen &#8211; also auch: mit welchen Programmen &#8211; sie an der L\u00f6sung arbeiten?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, das findet noch wenig statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei uns an der Schule ist das auch deshalb problematisch, weil wir &#8211; wie wohl viele Schulen &#8211; ein System nutzen, bei dem die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen keinen vollst\u00e4ndigen Zugang zum Betriebssystem haben. Das ist auch sinnvoll. Allerdings ist auch der Zugang zu installierter Software beschr\u00e4nkt; standardm\u00e4\u00dfig ist nur bestimmte Software (Office-Paket, Browser) freigeschaltet, sollen die SuS ein Geometrie-Programm nutzen, eine Software-Entwicklungsumgebung, ein Bildbearbeitungs- oder Audioschnittprogramm, dann muss ich als Lehrer an meinem Rechner: Ein Progrqamm starten, dort die Klasse reservieren, dort der Klasse die Software zuweisen, und dann taucht innerhalb von ein bis zwei Minuten auf den meisten Rechnern in der Klasse die Software auf; mitunter bei ein oder zwei Rechnern auch gar nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesem System arbeite ich sehr ungern. Spontan geht gar nichts, wenn es zwischendrin hei\u00dft, &#8222;K\u00f6nnen Sie uns Paint freischalten&#8220;, weil einer Bildbearbeitung machen will, muss ich alles stehen und liegen lassen und vorne an meinen Lehrerrechner gehen und die Prozedur vornehmen. Auf den Rechnern in der Bibliothek haben die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen \u00fcberhaupt keine M\u00f6glichkeit, an diese Programme zu kommen. Wenn es nach mir ginge, w\u00fcrde ich nicht nur Browser und Libre Office grunds\u00e4tzlich freischalten, sondern viel mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber: Alle Schulen machen das so; das machen wir schon immer so; wir zahlen schlie\u00dflich viel Geld f\u00fcr dieses Feature. Auch diese unsinnigen Argumente werden vorgebracht; tats\u00e4chlich gibt es aber gute Gr\u00fcnde f\u00fcr eine derartige Regelung: Wenn die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen Programme zu Verf\u00fcgung haben, dann vielleicht auch attraktive, und dann arbeiteten sie eher damit als mit dem Programm, mit dem sie arbeiten sollen. &#8222;Fremdbesch\u00e4ftigung&#8220; hei\u00dft das, manche in meiner 6. Klasse malen gerne auf Papier, und manche in meiner 7. Klasse zeichnen im Computerraum gerne mit Libre Office Draw, statt mit Scratch das zu tun, was sie sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie soll man das nur kontrollieren? Ich halte es f\u00fcr zumutbar f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte, das im Auge zu behalten. Eigentlich: selbstverst\u00e4ndlich. Und wenn man m\u00f6chte, dass Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen selbstst\u00e4ndig Werkzeuge ausw\u00e4hlen, ist das unabdingbar. Im Moment habe ich das Problem nur im Computerraum, Laptop- und Tablet-Klassen kennen das wohl noch unmittelbarer. Da freuen sich viele Lehrer und Lehrerinnen, wenn die Ger\u00e4te der Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen so eingestellt sind, dass jeweils nur bestimmte Software l\u00e4uft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(9 Kommentare.) 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