{"id":10961,"date":"2018-04-23T20:49:00","date_gmt":"2018-04-23T18:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=10961"},"modified":"2018-04-23T20:49:00","modified_gmt":"2018-04-23T18:49:00","slug":"telefonspiele-in-der-oberstufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2018\/04\/telefonspiele-in-der-oberstufe.htm","title":{"rendered":"Telefonspiele in der Oberstufe"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2018\/04\/telefonspiele-in-der-oberstufe.htm#comments'>6 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Zwei Themen behandle ich gerade im Englischunterricht der elften Klasse &#8211; erstens Indien: Vorgabe war ein englischsprachiges Land au\u00dfer UK\/US; ich hatte auch noch Irland angeboten, die Sch\u00fcler S\u00fcdafrika, Australien oder Neuseeland, aber bei der Abstimmung kam dann doch Indien heraus. Was wei\u00df ich \u00fcber Indien? Nicht viel. Salman Rushdie, Rohinton Mistry (aber da ist das meiste vergessen), <em>Slumdog Millionaire<\/em>, viel Kipling, ein Sachbuch, also nichts. Und ich lese, vielleicht meine beste Quelle, was Mademoiselle Readon auf <a href=\"https:\/\/readonmydear.wordpress.com\/\">Read on my Dear, read on.<\/a> \u00fcber Indien schreibt, etwa <a href=\"https:\/\/readonmydear.wordpress.com\/2017\/06\/27\/eine-banane\/\">Eine Banane<\/a> &#8211; ich muss mal die \u00e4lteren, englischsprachigen Texte durchgehen, ob da etwas f\u00fcr meine Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen dabei ist.<\/p>\n<p>Im Buch gibt es etliche Texte und vor allem auch H\u00f6rverstehenstexte dazu, bei mindestens zwei davon geht es um <em>call centers<\/em>.<\/p>\n<p>Das zweite gro\u00dfe Thema ist die m\u00fcndliche Schulaufgabe, die irgendwann nach den Pfingstferien ansteht. Habe ich noch nie gemacht, ich wei\u00df nur, dass es eine Aufw\u00e4rmphase, einen kurzen Einzelvortrag und dann vor allem einen Dialog zwischen den beiden gleichzeitig Getesteten gibt.<\/p>\n<p>Da bietet es sich doch an, auch hier ein bisschen Telefonieren zu spielen. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler kriegten einen Dialog und ein paar Telefonfloskeln und sollten dann eigene Dialoge schreiben, etwa ein Kundengespr\u00e4ch bei Erwerb und Ausstattung einer geheimen Superschurken-Festung oder beim Inselkauf (f\u00fcr eben jene geheime Festung) &#8211; siehe Punkt 4 unter <a href=\"http:\/\/www.cracked.com\/article_19341_6-companies-that-are-clearly-catering-to-supervillains.html\">6 Companies That Are Clearly Catering to Supervillains<\/a>. Aber nat\u00fcrlich konnte es auch einfach nur ums Pizzabestellen gehen &#8211; obwohl das keiner mehr am Telefon macht.<\/p>\n<p>&#8212; Nachdem in der Folgestunde die meisten Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen ihre Dialoge vorgelesen hatten, wurden wir immer wieder durch Telefonanrufe unterbrochen. Und das kam so: An meiner Schule gibt es in jedem Klassenzimmer ein Telefon &#8211; man kann von diesen zwar nicht andere Klassenzimmer anrufen, wohl aber etwa von der Bibliothek aus angerufen werden. Und da hatte ich eine sehr gut sprechende Sch\u00fclerin hingesetzt, unbemerkt von den anderen; es war die erste Stunde des Tages, da ging das gut.<\/p>\n<p>Vor ein paar Jahren habe ich das schon mit einer 6. Klasse gemacht und dar\u00fcber gebloggt&#8230; <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2009\/02\/das-klingelnde-klassenzimmer.htm\">kurz nachgeschlagen: 2009 war das,<\/a> schon l\u00e4nger her, aber seit damals hatte ich nun mal fast kein Englisch mehr. F\u00fcr die 11. Klasse musste ich das nur wenig abwandeln. Die Vorgehensweise:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Sch\u00fclerin erhielt eine Klassenliste.<\/li>\n<li>Und ein Blatt mit allgemeinen Anweisungen: Alle drei Minuten oder so anrufen, ein Sch\u00fcler geht ans Telefon, Namen erfragen, ausrichten lassen, dass man eine andere, jeweils vorher ausgew\u00e4hlte Sch\u00fclerin sprechen will, dieser dann einen Auftrag geben. (Im Klassenzimmer wird dann dieser Auftrag den Mitsch\u00fclen wiedergegeben und dann ausgef\u00fchrt.)<\/li>\n<li>Dazu ein Blatt mit kurzen Auftr\u00e4gen, darauf in Stichpunkten die jeweils n\u00f6tigen Informationen:\n<ul>\n<li>Name des Anrufer\/der Anruferin: z.B. Robert Johnson\/Elizabeth Perkins (je nach Geschlecht)<\/li>\n<li>Der Auftrag: z.B. Nachfragen, ob genug Kreide da ist; Kreide holen lassen aus dem Lehrerzimmer. Oder: Nachschauen, ob es f\u00fcr die Q11 heute Stundenplan\u00e4nderung gibt. Oder: Nachschauen, was es zum Mittagessen in der Mensa gibt. Oder: Versuchen Sie, die Teilnahme an einem Trainingsseminar f\u00fcr Vorstellungsgespr\u00e4che zu verkaufen, Uhrzeit usw. angegeben.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>(Wie diese Aufgaben konkret aussehen, sieht man auch in dem Blogeintrag von 2009.)<\/p>\n<p>Hat alles funktioniert und war sehr lustig, zumindest f\u00fcr mich, und hoffentlich auch f\u00fcr die anderen. Diese Telefone werden sonst n\u00e4mlich fast nie benutzt; wir m\u00f6chten auch nur ungern wegen Nichtigkeiten im Unterricht gest\u00f6rt werden. (Will hei\u00dfen, einen Nichtigkeitentelefonierer gibt es demnach schon.)<\/p>\n<p>Was Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen \u00fcbrigens gar nicht gut k\u00f6nnen: sich den Namen des Anrufers geben lassen, ihn sich eventuell buchstabieren lassen und ihn aufschreiben. Selbst beim vierten oder f\u00fcnften Anruf haben es nicht alle geschafft, dem Namen des Anrufers zu erfragen. Dabei ist das das erste, was man im B\u00fcro beim Telefondienst eingetrichtert bekommt. (Oder kenne ich das aus amerikanischen Familienserien?)<\/p>\n<p>N\u00e4chster Schritt: Einige zus\u00e4tzliche Telefonnummern zuteilen lassen (geht problem- und kostenlos bei meinem VoIP-Anbieter), mit Aufgaben besprechen, und dann den Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen die Nummer geben, wenn ich individuell und spontan eine H\u00f6rverstehensaufgabe stellen m\u00f6chte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(6 Kommentare.) Zwei Themen behandle ich gerade im Englischunterricht der elften Klasse &#8211; erstens Indien: Vorgabe war ein englischsprachiges Land au\u00dfer UK\/US; ich hatte auch noch Irland angeboten, die Sch\u00fcler S\u00fcdafrika, Australien oder Neuseeland, aber bei der Abstimmung kam dann doch Indien heraus. Was wei\u00df ich \u00fcber Indien? Nicht viel. 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