{"id":10977,"date":"2018-04-29T19:35:03","date_gmt":"2018-04-29T17:35:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=10977"},"modified":"2018-04-29T19:35:03","modified_gmt":"2018-04-29T17:35:03","slug":"vertretungsstunde-konferenzen-vorgemachte-dramenanalyse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2018\/04\/vertretungsstunde-konferenzen-vorgemachte-dramenanalyse.htm","title":{"rendered":"Vertretungsstunde, Konferenzen, vorgemachte Dramenanalyse"},"content":{"rendered":"<p>Vertretungsstunde: Spontan und unvorbereitet und versp\u00e4tet, weil sonst keiner da war. Die Klasse, ich kannte sie ein bisschen aus dem Vorjahr, war in der Aula verteilt und wartete. Wenige spielten Karten, viele lasen die Deutschlekt\u00fcre, andere unterhielten sich, ein paar trieben Gymnastik. Also blieben wir da und ich unterhielt mich mit einigen. Das mit der Gymnastik musste ich etwas bremsen, leider, wegen fehlender Hilfestellung und keinen Matten und so. Daf\u00fcr demonstrierte ich Foxtrott zu Musik vom Handy.<\/p>\n<p>Dienstagnachmittag Arzttermin, Mittwochnachmittag Vorlesung. Donnerstagnachmittag Konferenz in kleinerem Kreis, Adrenalin und Gegenantrag; danach Teamtreffen zur Vorbereitung des Freitags, danach Elternsprechabend. Freitagmittag Konferenz in kleinem Kreis zum Mediencurriculum. Lief okay. Danach Weiterarbeiten am Curriculum.<\/p>\n<p>Samstag Biergarten mit angereister Berliner Verwandtschaft, Sonntag dann Nichtenkommunion. Dazwischen Korrekturen.<\/p>\n<p>Davor mal mit Deutschklasse Dramenanalyse getrieben; da schreiben sie bald Schulaufgabe, ge\u00fcbt ist alles, also machten wir das so: Ein Sch\u00fcler versprach, einen auch mir unbekannten Text mitzubringen, den ich dann quasi vor Augen der Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen mir aneignen w\u00fcrde. Also vormachen, wie ich mit einem solchen Text umgehe, wenn ich ihn denn analysieren will. Also brachte der Sch\u00fcler sechs Buchseiten V\u00e1clav Havel mit, aus <em>Largo Desolato<\/em>. Das war f\u00fcr mich sehr interessant, f\u00fcr die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen hoffentlich auch. <\/p>\n<p>1. Ich beschrieb beim Lesen, was mir auffiel. Stilmittel, Wiederholungen, unklare Stellen, Referenzen auf andere Stellen, Assoziationen. Erst mal neutral, ohne gro\u00dfe Deutung. &#8222;Da ist ein unvollst\u00e4ndiger Satz.&#8220;<\/p>\n<p>2. Sobald ein Stilmittel, ein Wort, irgendein Element zum zweiten Mal auftauchte, zum Beispiel ein unvollst\u00e4ndiger Satz, formulierte ich mehrere Hypothesen, was es damit auf sich haben k\u00f6nnte. <em>Olbram<\/em> sagt ein zweites Mal zu <em>Leopold<\/em>, dass sie es doch alle gut mit ihm meinen, und wird zum zweiten Mal \u00fcberraschend wortgleich von <em>Lucies<\/em> Stimme aus dem Off unterbrochen. Das kann Zufall sein. Oder Lucie hat gelauscht. Oder das St\u00fcck foppt uns, gleitet ins Absurde ab. Bei der dritten Wiederholung festigt sich dann die Hypothese, und ich baue andere Punkte ein, die mir auffallen. Manches bleibt offen, das halte ich aus, anderes wird erst sp\u00e4t klar, manches \u00fcbersehe ich sicher auch. Das Wichtige, glaube ich, ist das, dass man eine Weile konkurrierende Erkl\u00e4rungen mit sich herumtr\u00e4gt und erst nach und nach sich f\u00fcr eine davon entscheidet. <\/p>\n<p>Alles Dinge, die ich im Bereich der <em>reader-response theory<\/em> schon an der Uni aufgeschnappt hatte, aber vermutlich wird das im Klassenzimmer nicht so klar. Also mehr vormachen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vertretungsstunde: Spontan und unvorbereitet und versp\u00e4tet, weil sonst keiner da war. Die Klasse, ich kannte sie ein bisschen aus dem Vorjahr, war in der Aula verteilt und wartete. 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