{"id":112,"date":"2004-08-29T20:11:39","date_gmt":"2004-08-29T18:11:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2004\/08\/englische-muenzen.htm"},"modified":"2023-05-22T06:47:30","modified_gmt":"2023-05-22T04:47:30","slug":"englische-muenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2004\/08\/englische-muenzen.htm","title":{"rendered":"Englische M\u00fcnzen"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2004\/08\/englische-muenzen.htm#comments'>2 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>In den Sommerferien habe ich wieder viel Papier in Ordner abgelegt, aber noch mehr Papier aus Ordnern entfernt und zum Altpapier gebracht. Es wird also weniger. Entsorgt habe ich diesmal vieles aus meiner Universit\u00e4tszeit; beim Durchsuchen bin ich aber auch auf Interessantes gesto\u00dfen, etwa eine handschriftliche angefertige Liste der fr\u00fcher g\u00fcltigen englischen M\u00fcnzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Bis 1971 gab es im Vereinigten K\u00f6nigreich Pfund, Shilling und Pence. 1971 wurde der Shilling abgeschafft und das Dezimalsystem eingef\u00fchrt &#8211; bis dahin war ein Pfund 20 Shilling, und der Shilling 12 Pence; das Pfund entsprach also 240 Pence. Wenn man heute gebrauchte englische Taschenb\u00fccher von vor 1971 kauft, sieht man noch die alten Preise, etwa <strong>2&#8217;6<\/strong> &#8211; also 2 Shilling und 6 Pence, als0 2 1\/2 Shilling, also 1\/8 Pfund.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Jahrhunderten zuvor gab es noch mehr M\u00fcnzen; h\u00e4ufig st\u00f6\u00dft man beim Lesen von Literatur aus dieser Zeit auf die alten Bezeichnungen, bei Jane Austen wie bei Sherlock Holmes. Hier ein \u00dcberblick.<br>\nEs gelten folgende Abk\u00fcrzungen: \u00a3 = Pfund, s.= shilling, d.= penny oder pence (vom lateinischen <i>denarius\/denarii<\/i> &#8211; daher kommt auch die deutsche Abk\u00fcrzung f\u00fcr Pfennig mit dem S\u00fctterlin-Buchstaben <i>d<\/i>). Mit d. oder penny\/pence ist hier immer der alte Penny vor dem Dezimalsystem gemeint; die Abk\u00fcrzung f\u00fcr den Penny heute ist <em>p<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Alte englische M\u00fcnzen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>1\/4 d.<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>farthing<\/strong><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>1\/2 d.<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>ha&#8217;penny<\/strong><\/td><td>ausgesprochen mit Betonung auf der ersten, langen Silbe [ei]<\/td><\/tr><tr><td>1 d.<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>penny<\/strong><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>2 d.<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>tuppence\/twopence<\/strong><\/td><td>ausgesprochen mit kurzen <em>a<\/em>-Laut auf der ersten Silbe, wie in <em>but<\/em><\/td><\/tr><tr><td>3 d.<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>thruppence\/threepence<\/strong><\/td><td>ausgesprochen mit kurzen <em>a<\/em>-Laut auf der ersten Silbe, wie in <em>but<\/em><\/td><\/tr><tr><td>6 d.<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>sixpence<\/strong><\/td><td>umgangssprachlich auch <strong>tanner<\/strong> genannt<\/td><\/tr><tr><td>1 s.<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>shilling<\/strong><\/td><td>= 12 d., also 1\/20 \u00a3; umgangssprachlich auch <strong>bob<\/strong> genannt<\/td><\/tr><tr><td>2 s.<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>florin<\/strong><\/td><td> es gab wohl mehrere verschiedene M\u00fcnzen dieses Namens<\/td><\/tr><tr><td>2 s. 6 d.<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>half-a-crown<\/strong><\/td><td>so geschrieben: 2&#8217;6; auch: <strong>half-crown<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>5 s.<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>crown<\/strong><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>10 s.<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>half-sovereign<\/strong><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>1 \u00a3<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>sovereign<\/strong><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>1 \u00a3 1s.<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>guinea<\/strong><\/td><td>ausgesprochen zweisilbig mit zwei kurzen <em>i<\/em>; als M\u00fcnze schon 1813 abgeschafft, aber sp\u00e4ter noch als Synonym f\u00fcr 21 s.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Die M\u00fcnze zu 3 d. hei\u00dft auch <strong>thrupenny bit\/threepenny bit<\/strong> &#8211; ausgesprochen zwei- oder dreisilbig, mit kurzem <em>a<\/em> oder <em>schwa<\/em>.<br>\nEin <strong>ha&#8217;p&#8217;orth<\/strong> war soviel, wie ein halber Penny wert ist &#8211; etwa als Mengenangabe beim Einkaufen. Ausgesprochen wie man&#8217;s schreibt, also zweisilbig mit Betonung auf der ersten Silbe; die erste Silbe lang [ei], die zweite kurz, also mit <em>schwa<\/em>.<br>\nDie <strong>guinea<\/strong>  gibt es zwar seit 1813 nicht mehr, sie wird aber immer noch in bestimmten Zusammenh\u00e4ngen als Synonym f\u00fcr 21 s. (1.05 \u00a3) verwendet, etwa bei Arzthonoraren. Ich kann mich dunkel erinnern, dass feine Leute fr\u00fcher mit guineas statt mit sovereigns\/Pfundm\u00fcnzen gezahlt haben &#8211; die zus\u00e4tzlichen Schillinge waren quasi der Wir-k\u00f6nnen&#8217;s-uns-leisten-Zuschlag. Das waren noch Zeiten! Ich wei\u00df aber nicht mehr, wann das war und ob das \u00fcberhaupt stimmt. Online steht&#8217;s das alles bestimmt irgendwo.<\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00fcnzen waren aus Kupfer, Kupfernickel, Bronze, Silber oder Gold. Vielleicht sp\u00e4ter mal mehr dazu &#8211; oder jemand hilft mir mit weiteren EInzelheiten doer weist mich auf Fehler hin, ich bin n\u00e4mlich kein Fachmann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nachtrag: Auf der Suche nach dem <em>half-sovereign<\/em> bin ich auf <a href=\"http:\/\/www.ukcoinpics.co.uk\/\">folgende Seite mit M\u00fcnzfotos<\/a> gesto\u00dfen: Da kann man sie alle, alle ansehen, viel genauer, als ich sie oben genannt habe.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(2 Kommentare.) In den Sommerferien habe ich wieder viel Papier in Ordner abgelegt, aber noch mehr Papier aus Ordnern entfernt und zum Altpapier gebracht. Es wird also weniger. Entsorgt habe ich diesmal vieles aus meiner Universit\u00e4tszeit; beim Durchsuchen bin ich aber auch auf Interessantes gesto\u00dfen, etwa eine handschriftliche angefertige Liste der fr\u00fcher g\u00fcltigen englischen M\u00fcnzen. 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