{"id":11337,"date":"2018-06-29T12:09:21","date_gmt":"2018-06-29T10:09:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=11337"},"modified":"2023-05-24T11:49:52","modified_gmt":"2023-05-24T09:49:52","slug":"harlan-ellison","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2018\/06\/harlan-ellison.htm","title":{"rendered":"Harlan Ellison"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2018\/06\/harlan-ellison.htm#comments'>3 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein Studienfreund Frank brachte mich auf Harlan Ellison. Geh\u00f6rt hatte ich nat\u00fcrlich von ihm, und wohl auch die eine oder andere Geschichte gelesen. Aber die meisten Science-Fiction-Autoren, die ich gut kannte, waren die Generation vor ihm, die der 1950er, 1940er Jahre oder noch fr\u00fcher. Ellison ist vorgestern 84-j\u00e4hrig gestorben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-11343\" style=\"float: right; margin-left: 15px;\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/ellison_buecher.jpg\" alt=\"Stapel mit B\u00fcchern von Harlan Ellison\" width=\"350\" height=\"609\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/ellison_buecher.jpg 350w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/ellison_buecher-86x150.jpg 86w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/ellison_buecher-172x300.jpg 172w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/ellison_buecher-135x235.jpg 135w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/>Ellison schrieb Science-Fiction-Kurzgeschichten, auch wenn er diese Bezeichnung nicht mochte, und er schrieb sehr gut, im Sinne von: wortgewandt, lyrisch, und da ich die Geschichten mochte, musste wohl etwas Sentimentalit\u00e4t dabei sein. Er schrieb au\u00dferdem Drehb\u00fccher (ber\u00fchmt und preisgekr\u00f6nt die Star-Trek-Folge &#8222;The City On The Edge of Forever&#8220; aus er ersten Staffel, die Folge mit Joan Collins) und war Herausgeber. Ber\u00fchmt und eine Epoche definierend sind die beiden Anthologien <em>Dangerous Visions<\/em> (1967) und <em>Again, Dangerous Visions<\/em> (1972). Der dritte Band, <em>The Last Dangerous Visions,<\/em> erschien nie, obwohl die Geschichten dazu wohl gesammelt waren &#8211; eine lange Geschichte, viel Streit, Kontroversen. Und Ellison schrieb vor allem eine gro\u00dfe Menge an Kolumnen und Essays, und die sind es, die ich Frank verdanke. Sie sind witzig, interessant, kritisch, pointiert und polemisch. Ellison war wohl sehr, sehr streitlustig; es gibt Unmengen von Anekdoten und Legenden dazu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich kenne Ellison noch aus dem Krimi <em>Murder at the ABA<\/em> von Isaac Asimov, in dem Asimov als Nebenfigur auftritt und Darius Just, eine seinem Freund Ellison nachempfundene Figur, einen Mord auf einer Messe der American Booksellers Association aufkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und ich kenne Ellison, weil er mich mal angerufen hat, im Jahr 2000, glaube ich. Und das kam so: Frau Rau und ich lagen abends im Bett und lasen, ihren Aufzeichnungen nach jeweils einen Perry-Mason-Krimi, ich <em>The Case of the Lazy Lover,<\/em> sie <em>The Case of the Nervous Accomplice.<\/em> Das Telefon war damals noch im Schlafzimmer (neu in der Wohnung; Buchsen noch so wie ehedem, was \u00fcbrigens ein vielmeterlanges Modemkabelausrollen nach sich zog &#8211; so war das fr\u00fcher), es l\u00e4utete, der Anrufbeantworter ging ran, und erst Frau Rau stupste mich und sagte: Du, hast du nicht geh\u00f6rt, das ist Harlan Ellison.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hello, this is Harlan Ellison in Los Angeles. It&#8217;s Friday, the 19th of November, 3:21 Los Angeles Time. I think it\u2019s probably eight hours later where you are. I&#8217;m trying to reach Thomas Rau who has I have no mouth \u2013 it&#8217;s a computer game &#8211; in German&#8230;&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frau Rau meinte, so schnell sei noch nie ein nackter Mann aus ihrem Bett gesprungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hintergrund: Eine von Ellisons bekanntesten Geschichten &#8211; die ich selber gar nicht beonders mag &#8211; hei\u00dft &#8222;I have no mouth and I must scream&#8220;. Ein vielzitierter Titel, irgendein Marvel-Heft aus dem Silver Age war auch so betitelt, und \u00fcberhaupt: Ellison schrieb 1963 schon das Avengers-Heft Nummer 101, das letzte dann zu meiner Sammlerzeit in Deutschland erschienene Heft. Aber ich schweife ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu dieser Geschichte gab es ein gleichnamiges Computerspiel, unter Mitwirkung von Ellison entstanden, 1995 erschienen. (Damals waren CD-ROMs der gro\u00dfe Renner, und um den pl\u00f6tzlich zu Verf\u00fcgung stehenden Speicherplatz auch mit Inhalt zu f\u00fcllen, erschienen etliche Spiele nach Romanen, im gleichen Jahr etwa auch Bradburys <em>The Martian Chronicles.<\/em>) Es war ein Point-and-Click-Abenteuer mit f\u00fcnf verschiedenen Missionen, jeweils eine pro Hauptfigur in der Geschichte. Und eine Mission spielte, aus Gr\u00fcnden, in einem Konzentrationslager. Ich hatte auf einem Grabbeltisch die deutsche Ausgabe erstanden, in dieser Ausgabe des Spiels fehlt diese Mission kommentarlos, was auch Auswirkungen auf die sieben m\u00f6glichen Enden des Spiels hat. Das hatte Frank, glaube ich, in einem Ellison-Forum im Internet gepostet, weil jemand wissen wollte, wie man an das Spiel in dieser Version kommen konnte, Frank gab ihm nach R\u00fccksprache meine Kontaktdaten &#8211; das war alles in den Jahren des Web 1.0, als das gerade richtig losging mit dem WWW. Da gab es noch keine Wikipedia und wenig Recherchem\u00f6glichkeiten. Jedenfalls rief dann Harlan Ellison bei mir an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geld wollte ich keines, er bot mir auch eines seiner B\u00fccher im Tausch an, aber weil ich davon schon sehr viele hatte und keine Liste durchgeben wollte, w\u00fcnschte ich mir ein Buch <em>nicht<\/em> von ihm, das er mir als Lekt\u00fcre empfehlen k\u00f6nnte. Ich schickte ihm das Spiel, und kriegte von ihm <em>The Far Arena<\/em> von Richard Ben Sapir.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist meine einzige Ellison-Anekdote, und es ist keine gute, weil sie nichts \u00fcber Ellison aussagt, nicht seine Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, seine Streitlust, seine Kreativit\u00e4t. Aber eine andere habe ich nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(3 Kommentare.) Mein Studienfreund Frank brachte mich auf Harlan Ellison. 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