{"id":1165,"date":"2007-12-07T08:34:34","date_gmt":"2007-12-07T06:34:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2007\/12\/the-night-the-martians-came.htm"},"modified":"2023-06-03T18:52:23","modified_gmt":"2023-06-03T16:52:23","slug":"the-night-the-martians-came","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2007\/12\/the-night-the-martians-came.htm","title":{"rendered":"The Night the Martians Came"},"content":{"rendered":"<p>Mein LK liest gerade <em>The Martian Chronicles<\/em> von Ray Bradbury, bei Gelegenheit erz\u00e4hle ich davon. Ich mag das Buch sehr und ich glaube, man auch sehr viel damit im Unterrricht machen. Im Moment l\u00e4uft fast alles \u00fcber Referate; ich habe drei\u00dfig Themen ausgegeben, jeder der 20 Sch\u00fcler suchte sich eines aus. Mit den Referaten bin ich zufrieden (muss ich den Sch\u00fclern aber auch mal sagen); es ist sch\u00f6n, Referate zu h\u00f6ren, bei denen die Referenten Kenntnis des Texts voraussetzen k\u00f6nnen, und bei denen die Zuh\u00f6rer auch wirklich etwas Neues gesagt bekommen. Die Themen bauen auf einander auf.<\/p>\n<p>Aber zwanzig Referate zu einem Buch sind zu viel, auch wenn sich der Kurs gut h\u00e4lt und die Themen abwechslungsreich sind. Trotzdem m\u00f6chte ich n\u00e4chstes Mal lieber ein zus\u00e4tzliches Buch lesen und f\u00fcr jedes der B\u00fccher zehn solcher Referate einplanen. Wenn man die Sch\u00fcler fragt, liest ein Teil gerne, ein anderer nur ungern ein weiteres Buch im Kurs. Keine gro\u00dfe \u00dcberraschung. (Shakespeare lesen wir ja auch noch, aber da kann ich keine vergleichbaren Referate aufgeben.)<\/p>\n<p>Gestern habe ich eine Stunde zu <em>War of the Worlds<\/em> gemacht. Kurz den Hintergrund erkl\u00e4rt, H.G. Wells als Autor des Buch, die Filmversionen angesprochen und schlie\u00dflich den Hintergrund zur ber\u00fchmten Radiofassung gegeben. Ganz kurz: Wunderkind Orson Welles f\u00fchrte Regie bei der w\u00f6chentlichen Radioserie <em>The Mercury Radio Theatre<\/em>. In jeder Episode wurde ein Roman als H\u00f6rspiel dramatisiert. Halloween 1938 war es H.G. Wells&#8216; <em>Krieg der Welten<\/em>.<\/p>\n<p>Die Show beginnt mit einem Wetterbericht, dann einer &#8211; damals \u00fcblichen &#8211; \u00dcbertragung von Tanzmusik aus dem Ballsaal eines Hotels. Eingeschoben ein kurzer Newsflash \u00fcber merkw\u00fcrdige Explosionen an der Marsoberfl\u00e4che. Mehr Tanzmusik. Mehr Nachrichten. Interviews mit einem Astronom. Und schlie\u00dflich die Nachricht, dass wohl ein Meteorit in New Jersey eingeschlagen sei. Das Radioteam f\u00e4hrt raus und interviewt die umstehenden. Da \u00f6ffnet sich der vermeintliche Meteorit, irgendetwas mit Tentakeln kommt heraus, hysterisches Durcheinander und dann mittten im Satz Stille. Ein paar Sekunden lang. Ein Sprecher aus dem Studio entschuldigt sich f\u00fcr technische Probleme bei der \u00dcbertragung.<\/p>\n<p>Soviel haben wir dann auch etwa angeh\u00f6rt vom St\u00fcck, die ersten zwanzig Minuten. Ich hatte vorher die Handlung erkl\u00e4rt, weil Radioaufnahmen nicht leicht zu verstehen sind. Zur weiteren Erleichterung habe ich dann an der Tafel gleich mitgezeichnet: Den Mars (rote Kreide war zuf\u00e4llig da), die Erde, Explosionen an der Marsoberfl\u00e4che, ein Observatorium mit Teleskop. Zettelchen mit St\u00e4dtenamen dran. Vieleviele Strichm\u00e4nnchen. Einschlagkrater, eine Farm, Autos. Ein Foto gibt&#8217;s leider nicht davon, ich musste ja auch immer wieder wegwischen, wenn die Handlung weiterging.<\/p>\n<p>Eigentlich war das nicht nur zu Erleichterung f\u00fcr die Sch\u00fcler, sondern damit ich etwas zu tun hatte und mich ablenken konnte.<\/p>\n<p>Was diese Radiosendung so ber\u00fchmt gemacht hat, war die Massenpanik, zu der sie f\u00fchrte. Leute flohen aus New York, liefen aus ihren H\u00e4usern, suchten bei Kirchen, Politikern und Polizei um Hilfe. Wer nicht genau hingeh\u00f6rt und schwache Nerven hatte, glaubte wirklich an eine Invasion. Grund f\u00fcr schwache Nerven gab es: Einen Monat zuvor war im M\u00fcnchner Abkommen zwischen Hitler, Mussolini, Dadalier und Chamberlain auf Kosten der Tschechoslowakei ein Krieg abgewendet worden. Aber der Friede war unsicher. <\/p>\n<p>\u00dcber die Gr\u00fcnde der Panik ist viel geforscht worden, ein paar Hinweise und Links gibt es in diesem <a href=\"http:\/\/www.dpsinfo.com\/williamtenn\/welles.html\">Aufsatz von William Tenn<\/a>. Den habe ich als Jugendlicher viel gelesen; in der 7. Klasse hielt ich ein Referat \u00fcber seine Kurzgeschichte &#8222;Der zitronengr\u00fcne, spaghettilaute Tag&#8220; aus einem alten Heyne-SF-Band. Vor ein paar Tagen habe ich ein Werkausgabe zu lesen begonnen. Die Geschichten haben sich sehr gut gehalten.<br \/>\nIm Tenn-Aufsatz habe ich auch erfahren, dass 1947 die Sendung in Ecuador wiederholt wurde &#8211; mit Schauplatz Ecuador statt USA. Die Panik soll noch \u00e4rger ausgefallen sein.<\/p>\n<p>Einem Sch\u00fcler war \u00fcbrigens als Unstimmigkeit aufgefallen, dass alles so schnell geht: Interview im Observatorium, ein bisschen Musik\u00fcbertragung, dann ist der interviewte Astronom schon drau\u00dfen auf einer Farm und spricht dort ins Mikrophon. Das geht nat\u00fcrlich nicht anders, wenn man eine gr\u00f6\u00dfere Handlung in 60 Minuten packen muss. Aber vielleicht f\u00e4llt einem das beim H\u00f6ren nicht auf, da man diese Art des Erz\u00e4hlflusses von der Fiktion ja gewohnt ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein LK liest gerade The Martian Chronicles von Ray Bradbury, bei Gelegenheit erz\u00e4hle ich davon. Ich mag das Buch sehr und ich glaube, man auch sehr viel damit im Unterrricht machen. Im Moment l\u00e4uft fast alles \u00fcber Referate; ich habe drei\u00dfig Themen ausgegeben, jeder der 20 Sch\u00fcler suchte sich eines aus. Mit den Referaten bin [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[312,63,68,41],"class_list":["post-1165","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-schule-alltag","tag-radio","tag-ray-bradbury","tag-schullektueren","tag-science-fiction"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1165","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1165"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1165\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58631,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1165\/revisions\/58631"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1165"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1165"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1165"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}