{"id":11946,"date":"2018-10-28T14:38:06","date_gmt":"2018-10-28T13:38:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=11946"},"modified":"2023-06-11T06:58:52","modified_gmt":"2023-06-11T04:58:52","slug":"medienbildung-kreativ-und-selbstbestimmt-entscheiden-was-man-mit-microsoftprodukten-schoenes-machen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2018\/10\/medienbildung-kreativ-und-selbstbestimmt-entscheiden-was-man-mit-microsoftprodukten-schoenes-machen-kann.htm","title":{"rendered":"Medienbildung: Kreativ und selbstbestimmt entscheiden, was man mit Microsoftprodukten Sch\u00f6nes machen kann"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2018\/10\/medienbildung-kreativ-und-selbstbestimmt-entscheiden-was-man-mit-microsoftprodukten-schoenes-machen-kann.htm#comments'>10 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Angefangen hat es damit, das Philippe Wampfler, ein Schweizer Deutschlehrer und Medienmensch, \u00fcber irgendetwas im Zusammenhang mit dem Microsoft Office 365 schrieb, das an seiner Schule eingesetzt wird. Das ist so eine Art Google Drive, also eine M\u00f6glichkeit, online Text- und andere Dateien zu erstellen, zu verwalten und mit anderen gemeinsam zu bearbeiten.<\/p>\n<p>Daraus wurde dann bald eine Diskussion um Dateiformate: .docx sei nicht wirklich offen; dann: aber f\u00fcr die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen schon, weil aus allen verwendeten Programmen heraus nach .docx exportiert werden k\u00f6nne. Philippes Aufgabe sei nicht zu missionieren, sondern (seine Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen) zu bef\u00e4higen:<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-conversation=\"none\" data-lang=\"de\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"de\">Das ist eine alte Debatte. Die Argumente im Artikel sind aus der Perspektive von offenen Programmen aus verfasst, nicht aus der von Nutzer*innen. Meine Aufgabe ist nicht zu missionieren, sondern zu bef\u00e4higen.<\/p>\n<p>\u2014 Philippe Wampfler (@phwampfler) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/phwampfler\/status\/1055749309508059136?ref_src=twsrc%5Etfw\">26. Oktober 2018<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async=\"\" src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht das Arne Paulsen:<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-conversation=\"none\" data-lang=\"de\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"de\">Verstehe immer das Entweder- Oder nicht. Haben in der Schule MS Office und LibreOffice, SuS bringen PPT, DOCX, DOC, ODT, GoogleSlides und und und&#8230;<br \/>\nIst nicht die Vielfalt der Formate der eigentliche Vorteil?<br \/>\nSuS nutzen, was sie beherrschen, mich interessiert der Inhalt.<\/p>\n<p>\u2014 Arne Paulsen (@die_reine_leere) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/die_reine_leere\/status\/1056261844837507073?ref_src=twsrc%5Etfw\">27. Oktober 2018<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async=\"\" src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Dass es nur darum, was die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen mit denen ihnen vorgesetzten Programmen anstellen k\u00f6nnen, halte ich f\u00fcr eine zu eingeschr\u00e4nkte Sicht. Die Sicht begegnet mir in anderen Bereichen auch: dass Digitale wird alles transformieren und die Schule v\u00f6llig umkrempeln &#8211; dass das mit Microsoft-Produkten geschehen soll, ist gar kein Thema. Netzpolitische Themen wie Netzneutralit\u00e4t sehe ich in der Twitter-Medienmenschen-Szene nie diskutiert. Die anderen schw\u00f6ren auf Apple-Produkte, wie toll, zu was die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen mit einem iPad alles bef\u00e4higt werden!<\/p>\n<p>Dabei habe ich gar nichts gegen Microsoft- oder Apple-Produkte. Ich mag mein Windows, und iPads sind sch\u00f6ne Ger\u00e4te. Wer mit Word arbeiten m\u00f6chte: unbedingt, gerne! Android oder IOS, alles willkommen, da begr\u00fc\u00dfe ich die Freiheit, verschiedene Plattformen zu nutzen.<\/p>\n<p>Aber die Frage, welches Datei<em>format<\/em> propagiert werden soll, ist eine andere, welches <em>Progamm<\/em> man benutzt, oder sollte eine andere sein. Wenn Arne oben schreibt, dass die Vielfalt der Formate ein Vorteil sei: Nein, eigentlich nicht. HTML ist ein einigerma\u00dfen einheitliches Format, und eben weil das so einheitlich ist, hat sich das WWW so schnell entwickelt. Schlimm genug, dass immer noch jeder Browser CSS oder HTML ein wenig anders interpretiert; es ist gro\u00dfartig, dass ich die <em>eine<\/em> HTML-Seite mit vielen verschiedenen Browsern ansehen kann &#8211; eben weil es ein weitgehend einheitliches Format ist.<br \/>\nAuch JavaScript ist ein einheitliches Format, eine Programmiersprache, die von Browsern interpretiert wird und auf den meisten Webseiten eingesetzt wird. Hier hat sich gl\u00fccklicherweise das Microsoft-eigene Spezialanfertigung JScript nicht durchsetzen k\u00f6nnen: das hatte nur der Internet Explorer vollst\u00e4ndig implementiert.<br \/>\nMp3 ist nicht das beste Format, aber es ist ein einheitliches Format, das von vielen verschiedenen Programmen korrekt interpretiert wird: Es ist egal, ob man eine mp3-Datei im Browser anh\u00f6rt, mit WinAmp, iTunes, mit was auch immer. Eben dieses einheitliche Format hat zu Tauschb\u00f6rsen, Rechtsprechung, neuen Ger\u00e4ten gef\u00fchrt. (Soll ich jemandem eine Real-Audio-Datei schicken? Ich habe noch welche, glaube ich.)<\/p>\n<p>Klar: Sobald es um spezialisierte Anwendungen geht, sind Formate, die spezifisch zu einem konkreten Programm geh\u00f6ren, nicht wegzudenken. Tonschnitt-, Videoschnitt-, Bildbearbeitung, ordentliche Layoutprogramme. Da gibt es Formate f\u00fcrs fertige Produkt, .jpg und .png und .svg etwa, wo ich auch wieder die freie Wahl bei Programmen habe, und die Formate, die Bearbeitungszust\u00e4nde speichern, produktspezifisch. Bei Office-Anwendungen muss das nicht sein.<\/p>\n<p>Warum das wichtig ist: Die eine Englisch-Kollegin arbeit mit Pages, wird also ihre Dateien nie den Kollegen zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnen. (Wobei: Auch hier ist ja gar nicht Pages das Problem, sondern das voreingestellte Pages-Dateiformat, mit dem letztlich nur Applenutzer arbeiten k\u00f6nnen.) Die andere Kollegin fragt nach M\u00f6glichkeiten, billig an Schullizenzen f\u00fcr Microsoft-Office zu kommen; sie arbeitet nun mal seit Jahren mit Microsoft Word und kann sich daher von .docx nicht l\u00f6sen. Alles kein Problem, wenn nicht doch immer wieder der Wunsch aufk\u00e4me, Material zu tauschen, oder von mir erwartet werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Mediendidaktik scheint mir die L\u00f6sung so auszusehen: Na, dann kaufen wir halt f\u00fcr alle Microsoft. (Deshalb halten ja Firmen, die parallel zu ihrer konkreten Software ein konkretes Format erzeugen, das Format nicht kompatibel: Damit sie ihre Programme verkaufen.) Dass man das aus Pragmatismus sagt, weil man sich lieber ein anderes Schlachtfeld aussuchen will, um dort zu scheitern: absolut verst\u00e4ndlich. Aber das ohne Scham oder Problembewusstsein zu sagen, das verstehe ich gerade bei Medienbildnern nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(10 Kommentare.) Angefangen hat es damit, das Philippe Wampfler, ein Schweizer Deutschlehrer und Medienmensch, \u00fcber irgendetwas im Zusammenhang mit dem Microsoft Office 365 schrieb, das an seiner Schule eingesetzt wird. 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