{"id":1351,"date":"2008-08-20T12:46:55","date_gmt":"2008-08-20T10:46:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=1351"},"modified":"2026-01-06T08:36:39","modified_gmt":"2026-01-06T07:36:39","slug":"was-der-autor-sich-an-herausgeberhaftem-unter-den-nagel-reisst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2008\/08\/was-der-autor-sich-an-herausgeberhaftem-unter-den-nagel-reisst.htm","title":{"rendered":"Was der Autor sich an Herausgeberhaftem unter den Nagel rei\u00dft"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2008\/08\/was-der-autor-sich-an-herausgeberhaftem-unter-den-nagel-reisst.htm#comments'>13 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p><em>Sommerloch: Bis die Schule wieder anf\u00e4ngt, schreibe ich mir ein paar angefangene Blogeintr\u00e4ge von der Seele und der Warteliste, die seit Jahren darauf warten, dass ich mal richtig Energie in sie investiere. Wir haben uns entschieden, jetzt nicht mehr l\u00e4nger auf die Energie zu warten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich reime mir das so zusammen: Es gab dereinst Leute, die Geschichten erz\u00e4hlten. Oder vermutlich noch eher: Es gab Geschichten. Diese Geschichten wurden sp\u00e4ter von Herausgebern aufgeschrieben. Und nach und nach sind verschiedene paratextuelle Elemente, die urspr\u00fcnglich herausgeberische Zus\u00e4tze waren, von sp\u00e4teren Autoren als Teil eines Werks \u00fcbernommen worden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Worum es geht<\/h4>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel erkl\u00e4rt vielleicht, was ich meine. Ich behaupte mal, ohne das gro\u00df zu belegen, dass urspr\u00fcnglich das <strong>Inhaltsverzeichnis<\/strong> wie \u00fcberhaupt die Unterteilung in <strong>Kapitel<\/strong> eine redaktionelle Entscheidung der Herausgeber waren. Das gilt zum Beispiel f\u00fcr die Ges\u00e4nge der Odyssee und Ilias &#8211; deren \u00dcberschriften stammen von sp\u00e4teren, wenn auch bereits antiken, Herausgebern, ebenso wie die Einteilung der Werke in jeweils 24 Ges\u00e4nge.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4tere Autoren bauten Kapiteleinteilung und -\u00fcberschriften dagegen bereits bei der Entstehung &#8211; und damit als Teil des Werkes &#8211; mit ein. (Beispiel 1: Martin Amis, <em>London Fields<\/em>, 24 Kapitel, zu Gruppen zusammengefasst, mit \u00dcberschriften wie &#8222;The Murderer&#8220; &#8211; und diese Einteilung t\u00e4uscht, denn tats\u00e4chlich gibt es weitere Zwischenkapitel des sehr auktorialen und nicht unbedingt zuverl\u00e4ssigen Erz\u00e4hlers, die <em>nicht<\/em> als eigene Kapitel ausgewiesen sind. Beispiel 2: Henry Fielding, <em>Tom Jones<\/em>, mit Kapitelunterschriften wie: &#8222;Containing matters which will surprise the reader&#8220;, &#8222;Containing what the reader may, perhaps, expect to find in it&#8220; oder &#8222;Containing five pages of paper&#8220;.)<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen ist es selbstverst\u00e4ndlich, dass die Kapiteleinteilung und eventuelle Kapitel\u00fcberschriften unver\u00e4nderlicher Teil eines Werks sind. Aber das war eben nicht immer so. Was gibt es noch f\u00fcr redaktionelles Beiwerk, das vom Autor &#8211; oder Werk? &#8211; annektiert wurde?<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Titel<\/h4>\n\n\n\n<p>Das Gilgamesh-Epos lief im Altertum unter <em>Shutur Eli Sharri<\/em>, &#8222;Au\u00dfergew\u00f6hnlichster Aller K\u00f6nige&#8220;, nach den ersten W\u00f6rtern des Textes &#8211; eine redaktionelle Entscheidung. Das Nibelungenlied hat keinen Titel, und auch der Titel von <em>Der arme Heinrich<\/em> stammt nicht vom Autor, Hartmann von Aue.<\/p>\n\n\n\n<p>Was war eigentlich das erste Buch, bei dem der Autor \u00fcber den Titel entschieden hat?<br><em>Nachtrag. Raymond Smullyan hat in <\/em>Buch ohne Titel<em> schon versucht, den Titel loszuwerden und den Herausgebern zur\u00fcckzugeben. Die Buchh\u00e4ndlerin war zuerst zwar tats\u00e4chlich irritiert, als ich ihr beim Bestellvorgang den Titel genannt habe, aber ein wirkliches Hindernis war es nicht. Und Umberto Eco wollte seinen Rosenroman <\/em>Adson von Melk<em> nennen, weil das am wenigsten \u00fcber den Inhalt verraten h\u00e4tte, aber das lie\u00df man ihn nicht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsverzeichnis<\/h4>\n\n\n\n<p>Siehe oben (Martin Amis, Henry Fielding, Homer). Eine weiteres Beispiel von vielen f\u00fcr ein explizit zum Text geh\u00f6rendes Inhaltsverzeichnis ist die Verschachtelung in <em>The Bridge<\/em> von Iain Banks.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/banks_the_bridge.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"550\" height=\"769\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/banks_the_bridge.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4517\" style=\"width:150px\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/banks_the_bridge.jpg 550w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/banks_the_bridge-107x150.jpg 107w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/banks_the_bridge-393x550.jpg 393w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kapitel<\/h4>\n\n\n\n<p>Eng verbunden mit dem Inhaltsverzeichnis ist die Unterteilung in Kapitel. Eingesetzt zum Beispiel bei Flann O&#8217;Brien, <em>At Swim-Two-Birds<\/em>, das mit &#8222;Chapter I&#8220; beginnt, ohne dass jemals ein zweites Kapitel folgt. Und schon in <em>Tristram Shandy<\/em> hat der fiktive Autor Kapitel 24 in Band IV ausgelassen, was er in Kapitel 25 zu erkl\u00e4ren versucht.<br>Die Romane von Jasper Fforde enthalten alle kein Kapitel 13, au\u00dfer im Inhaltsverzeichnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiteres Beispiel: Roddy Doyle, <em>The Giggler Treatment<\/em>, in dem auf Chapter One, Two, Three eines folgt, das hei\u00dft: &#8222;A Chapter That Isn&#8217;t Really A Chapter Because Nothing Really Happens In It But We&#8217;ll Call It Chapter Four&#8220; &#8211; und in den Kapiteln danach ger\u00e4t die Z\u00e4hlung v\u00f6llig durcheinander.<\/p>\n\n\n\n<p>In John Barth, <em>Lost in the Funhouse<\/em> gibt es die Geschichten &#8222;Menelaiad&#8220;, in der die Kapitel 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1, nummeriert sind, und &#8222;Anonymiad&#8220;, das mit 1, 1 1\/2, 2 beginnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jasper Fforde, <em>Lost In A Good Book<\/em> z\u00e4hlt: 1, 2, 3, 4, 5, 4a, 6, 7 und so weiter. (Hat was mit Zeitreisen zu tun.)<\/p>\n\n\n\n<p>Karl Immermann, <em>M\u00fcnchhausen<\/em>: beginnt mit Kapitel 11, die Kapitel 1-10 stehen nach Kapitel 15 &#8211; der Buchdrucker hatte sich eigenm\u00e4chtig herausgenommen, die Kapitel umzustellen, um das Buch rei\u00dferischer zu machen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Personenverzeichnis<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df nicht, wann das angefangen hat, einem Roman ein Verzeichnis der darin vorkommenden Personen voranzusetzen. Typisch ist das f\u00fcr Krimis. Meine Ausgabe von Erle Stanley Gardner, <em>The Case of the Caretaker&#8217;s Cat<\/em> (Penguin 1955) hat so eine Liste, <em>The Case of the Stuttering Bishop<\/em> (Penguin 1953), ebenfalls ein Perry-Mason-Krimi, hat das nicht. Ich nehme mal an, dass in diesen F\u00e4llen diese Listen nicht zum Werktext geh\u00f6ren. Anders etwa bei Matt Ruff, <em>Fool on the Hill<\/em>, eine liebeviolle Liste der Hauptpersonen, unterteilt nach &#8222;The Bohemians&#8220;, &#8222;Other Human Beings&#8220;, &#8222;The Sprites&#8220;, &#8222;Canines and Felines&#8220;, &#8222;Cameo Appearances&#8220;. Definitiv Teil des Textes.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Illustrationen<\/h4>\n\n\n\n<p>Meistens sind Illustrationen kein Teil des Werktextes, aber es gibt Ausnahmen. In Arturo P\u00e9rez Reverte, <em>El Club Dumas<\/em> (ganz schlecht verfilmt von Polanski) spielen sie dagegen eine gro\u00dfe Rolle. Allerdings sind diese Illustrationen postmoderne Zitate: Es handelt sich um teils echte, teils fiktive Illustrationen aus anderen Werken. In Alfred Bester, <em>Golem100<\/em> sind Illustrationen ebenfalls Teil des Textes, genauso wie Notenzeilen, Collagen und anderes &#8211; das Buch ist nah an den Stilmitellen des Dadaismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Text geh\u00f6rende Kritzeleien gibt es bei Poe (Narrative of A. Gordon Pym) und bei Sterne (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/sterne241.jpg\">eine Illustration zum Aufbau der ersten vier Kapitel von und aus <em>Tristram Shandy<\/em><\/a>). Bei Sterne gibt es auch ein zum Text geh\u00f6rendes Blatt, das nur aus <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/sterne111.gif\">Marmorierung<\/a> besteht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fu\u00dfnoten (und anderer kritischer Apparat)<\/h4>\n\n\n\n<p>Das editorische Mittel par excellence, schon lange von den Autoren an- und \u00fcbernommen. Ein extremes Beispiel ist Vladimir Nabokov, <em>Pale Fire<\/em>. Das Buch besteht aus dem letzten Gedicht des &#8211; fiktiven &#8211; ber\u00fchmten Dichters John Shade, der 1959 ermordet wurde, zusammen mit einem <strong>Vorwort<\/strong>, einem <strong>Index<\/strong> und vielen, vielen Endnoten zum Gedicht. Aus diesem Material formt sich ein Bild des &#8211; fiktiven &#8211; Herausgebers, und eigentlich wird im Roman dessen Geschichte erz\u00e4hlt.<br>Weitere Fu\u00dfnoten habe ich mir notiert bei einem anekdotischen Buch von George Burns, dessen Titel laut LoC-Angaben im Impressum <em>Dr. Burns&#8216; Prescription for Happiness<\/em> lautet, das aber auch als <em>Dr. Burns&#8216; Prescription for Happiness*<\/em> <small><em>*Buy two books and call me in the morning<\/em><\/small> gef\u00fchrt wird &#8211; in verschiedenen Schreibvarianten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgesprochen sch\u00f6ne Fu\u00dfnoten gibt es auch bei Jasper Fforde, <em>Lost In A Good Book<\/em>. Mit dem Fu\u00dfnotophon &#8211; es hei\u00dft nat\u00fcrlich nicht so, aber ich wei\u00df den tats\u00e4chlichen Namen gerade nicht &#8211; kommt man in den Untergrund und kann so \u00fcber Kan\u00e4le kommunizieren, ohne dass das die Personen, die nur in der Haupthandlung auf dem Hauptteil der Seite agieren, das mitkriegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr lange Fu\u00dfnoten, die nicht wenig mit dem &#8211; ohnehin erratischen &#8211; Text zu tun haben, gibt es in <em>The Third Policeman<\/em> von Flann O&#8217;Brien, etwa in Kapitel 11.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Vorwort\/Introduction\/Widmung<\/h4>\n\n\n\n<p><em>The Ascent of Rum Doodle<\/em> von W. E. Bowman enth\u00e4lt sowohl ein kurzes &#8222;Foreword&#8220; als auch eine &#8222;Introduction&#8220;, beides eher Gru\u00dfworte von Personen, die im vorgeblich nichtfiktiven Buch auftauchen. Der Witz: Die beiden kurzen Texte sind floskelhaft und vor allem nahezu identisch.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Anh\u00e4nge\/Introduction\/Widmung<\/h4>\n\n\n\n<p>Beispiele f\u00fcr zum Text geh\u00f6rende <strong>Anh\u00e4nge<\/strong>: Die <em>Illuminatus!<\/em>-Trilogie von Shea\/Wilson und <em>The Circus of Dr Lao<\/em> von Charles G. Finney.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Autor<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Autorenangabe ist inzwischen Teil des Textes, behaupte ich. Einsatz etwa bei Kilgore Trout, <em>Venus on the Half-Shell<\/em>. Der Roman stammt von Philip Jos\u00e9 Farmer, Trout ist ein fiktiver Autor im Werk von Kurt Vonnegut, und <em>Venus<\/em> ein dort erw\u00e4hnter Titel.<br>Iain M. Banks schreibt andere B\u00fccher als Iain Banks, obwohl beide derselbe Mensch sind, James Branch Cabell andere als Branch Cabell. Und <em>The Silent Gondoliers<\/em> ist eben nicht von William Goldman, sondern von S. Morgenstern. (Und dann gibt es noch <em>The Iron Dream<\/em> von Norman Spinrad, ein Buch, das nur aus dem Buch besteht, das ein 1919 in die USA ausgewanderter Adolf Hitler dort geschrieben hat. Ein Parallelweltroman sozusagen, obwohl es darin gar nicht um die Parallelwelt geht. Geh\u00f6rt nicht ganz hierher.)<\/p>\n\n\n\n<p>Falschinformation bei Autorenangaben auch bei Spike Milligan, <em>Puckoon <\/em>und Harlan Ellison, <em>Edgeworks 1<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Eben entdeckt: die &#8222;Maureen Birnbaum, Barbarian Swordsperson&#8220;-Geschichten von George Alec Effinger. Die Geschichten hat Maureen (&#8222;Muffy&#8220;) jeweils ihrer Freundin Bitsy erz\u00e4hlt, die als Co-Autorin der Kurzgeschichten fungiert; die alte Herausgeberfiktion wieder. Bitsy \u00e4ndert im Lauf ihres Lebens ihren Namen, die Geschichte l\u00e4sst sich gut aus dem Inhaltsverzeichnis ablesen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/effinger_maureen_birnbaum.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"448\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/effinger_maureen_birnbaum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2793\" style=\"width:150px\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/effinger_maureen_birnbaum.jpg 500w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/effinger_maureen_birnbaum-150x134.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch Naomi Aldermans <em>The Power<\/em> spielt damit: Das Buch tut so, als w\u00e4re es ein (historischer) Roman&nbsp; von Neil Adam Armon, zusammen mit ein wenig Korrespondenz zwischen diesem und der Herausgeberin oder Lektorin Naomi.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Impressum<\/h4>\n\n\n\n<p>Beim nicht korrekten Impressum landet man schnell bei der tats\u00e4chlichen F\u00e4lschung, etwas zu Propagandazwecken. Ich kenne deshalb auch nur Mischformen, also ein Impressum, dass korrekte und falsche Daten mischt, etwa bei diesem <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2004\/10\/alles-ueber-die-giraffe-mcsweeneys-iii.htm\">Unsinns-Sachbuch \u00fcber die Giraffe<\/a>, wo es im Impressum hei\u00dft: &#8222;All rights are reserved, except the right to wear orange and brown together&#8220;, nebst viel weiteren Haneb\u00fcchereien.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein falsches Impressum ist auch in <em>Marvel Swimsuit Special<\/em> 1 (1991).<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Index<\/h4>\n\n\n\n<p>Von J. G. Ballard gibt es <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2022\/10\/ueber-register-von-dennis-duncan-zu-j-g-ballard.htm\">die Kurzgeschichte &#8222;The Index&#8220;<\/a>, die nur aus dem alphabetischen Index zu einer unver\u00f6ffentlichten Biographie besteht &#8211; die Lebensgeschichte selber und eventuelle dunkle Geheimnisse muss man selber aus dem Index rekonstruieren.<br><em>Sylvie and Bruno<\/em> von Lewis Caroll ist einer der wenigen Romane, der einen vom Autor angelegten Index hat.<\/p>\n\n\n\n<p>John Gay, &#8222;Trivia, or The Art of Walking the Streets of London&#8220; ist ein humorvolles langes Gedicht mit einem Index. (Diese Beispiele und alle aus: Dennis Duncan: <em>Index, A History of the, <\/em>wo auch weitere.)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Zensur<\/h4>\n\n\n\n<p>Zensur hei\u00dft unter anderem, dass ein staatlicher Zensor vor der Ver\u00f6ffentlichung oder Weitergabe von Briefen oder Druckwerken bestimmte Stellen schw\u00e4rzt oder anders unkenntlich macht. Auch das wird, sobald es erst einmal etabliert ist, vom Autor eingesetzt, etwa bei Heinrich Heines <em>Reisebilder,<\/em> Kapitel XII, das nur aus den Worten &#8222;Die deutschen Censoren &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; Dummk\u00f6pfe &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8220; besteht. (Die Zensurstriche hier nur angedeutet, tats\u00e4chlich sind es wesentlich mehr.)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Post vom Verlag? Verlagseingriffe?<\/h4>\n\n\n\n<p>Ein schwer zu klassifizierender redaktioneller Einschub ist in William Goldman, <em>The Princess Bride<\/em>. Das Buch tut ja so, als w\u00e4re es die gek\u00fcrzte Fassung eines l\u00e4ngeren Werks von S. Morgenstern. Nach Jahren der Trennung treffen sich Wesley und Buttercup wieder, und diese herzzerrei\u00dfende Wiedersehensszene hat William Goldman geschrieben &#8211; musste sie aber auf Druck des Verlags und der Erben von S. Morgenstern herausnehmen, da Goldmans Buch dann keine K\u00fcrzung des Originals mehr ist, sondern eine Erg\u00e4nzung. Aber man k\u00f6nne, so steht es im Buch, einen Brief an den Verlag schicken, dessen Adresse angegeben ist, und dann kriegte man eine Kopie der Wiedersehensszene.<\/p>\n\n\n\n<p>Habe ich nat\u00fcrlich gemacht. Man kriegt einen Brief zur\u00fcck mit weiteren Erkl\u00e4rungen, warum die Wiedersehensszene doch nicht mitgeschickt werden kann. Weitere Details zu den rechtlichen Problemen mit den Erben S. Morgensterns werden geschildert. Die Wichtigkeit von Cadminium f\u00fcr die amerikanische Wirtschaft. Die zweite Fassung des Briefs ist von 1978, die dritte von 1987. (Diese Fassung habe ich 1988 geschickt bekommen, nachdem ich dieses wunderbare Buch entdeckt hatte. Vermutlich gab es danach weitere Fassungen. Hat jemand nach 1988 da mal hingeschrieben? Ist die Verlagsadresse in den letzten 35 Jahren wohl dieselbe geblieben oder hat sich der Text einem eventuellen Umzug angepasst?) Zum Romantext geh\u00f6ren diese Briefe wohl nicht. Aber die Herausgeberfiktion wird jedenfalls in den Text eingebaut.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Werbung<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich habe noch alte Bastei-Taschenb\u00fccher mit Marlboro-Werbung innendrin. Und war es nicht Rowohlt, in deren Taschenb\u00fcchern in der Mitte immer diese Werbung f\u00fcr Pfandbriefe und Kommunalobligationen waren? Zum Text geh\u00f6rende Werbung gibt es bei Jasper FForde in <em>The Eyre Affair<\/em> und den Folgeb\u00e4nden. K\u00f6nnte man diese Werbung in anderen Ausgaben weglassen, ohne dass man um einen Teil des Werks betrogen wird? Vielleicht schon.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Anmachertext<\/h4>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher zumindest mal, so in den 1970ern, da gab es die Praxis, auf der ersten Seite eines &#8211; meist eher trivialen &#8211; Buches, noch vor dem Inhaltsverzeichnis, einen besonders spannenden Ausschnitt aus dem Buch zu pr\u00e4sentieren. Damit man Lust bekommt, das Buch zu lesen, auch weil der Ausschnitt gerne mal mit einem Cliffhanger aufh\u00f6rt. Das gibt es auch bei <em>Bored of the Rings<\/em> (1969) von H.N. Beard und D.C. Kennedy, deutsch: <em>Dschey Ar Tollk\u00fchn: Der Herr der Augenringe<\/em> (Goldmann 1983) &#8211; nur dass die kurze Szene im sp\u00e4teren Buch \u00fcberhaupt nicht erscheint, also klar kein redaktionelles Element ist, sondern Teil des Werks.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Aufkleber<\/h4>\n\n\n\n<p>Ein Grenzfall. <em>The Meaning of Liff<\/em> von John Lloyd und Douglas Adams definiert &#8222;Liff&#8220; als: &#8222;A book, the contents of which are totally belied by its cover. For instance, any book the dust jacket of which bears the words. &#8218;This book will change your life&#8216;.&#8220; Auf meiner Ausgabe des Buches ist ein Aufkleber mit eben dieser Aufschrift, und ich h\u00e4tte das Gef\u00fchl, die Ausgabe w\u00e4re ohne diesen Aufkleber nicht vollst\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Diskussionsvorschl\u00e4ge f\u00fcr Leserunden<\/h4>\n\n\n\n<p>Gibt es oft bei englischen Taschenb\u00fcchern. In <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2009\/05\/pride-and-prejudice-and-zombies.htm\">Pride and Prejudice and Zombies<\/a> steht auf den letzten Seiten solch ein &#8222;Reader&#8217;s Discussion Guide&#8220;, der aber nicht ganz ernst zu nehmen ist und f\u00fcr mich einen mindestens so relevanten Teil des Buchtexts ausmacht wie das Inhaltsverzeichnis. Geh\u00f6rt aber nicht kanonisch zum Text, da in anderen Ausgaben nicht vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Schriftlichkeit und ihre Folgen<\/h4>\n\n\n\n<p>Die <strong>Rechtschreibung<\/strong> war urspr\u00fcnglich kein Teil des Textes, sondern eine Entscheidung der Drucker und Herausgeber. Heute wehren sich manche Autoren gegen die neue deutsche Rechtschreibung. Goethe hat sich nicht so angestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispiele f\u00fcrs Spiel mit der Schreibung: Der englische Dichter Spenser wird im Gespr\u00e4ch erw\u00e4hnt und von einer anderen Person als &#8222;Spencer&#8220; aufgenommen: lautlich gleich, zeigt die in der w\u00f6rtlichen Rede verwendete Schreibung, dass der Sprecher den Dichter nicht kennt (Compton Mackenzie, <em>The Rival Monster<\/em> (in: <em>The Highland Omnibus<\/em> p. 587). \u00c4hnlich in Terry Pratchett, <em>Pyramids<\/em> (p. 121, Corgi): Das Wort &#8222;quantum&#8220; wird gerade erfunden und von jemandem anderen als &#8222;kwa-&#8220; ausgesprochen, der daraufhin korrigiert wird. In Hal Johnson, <em>Fearsome Creatures<\/em> gibt es &#8222;&#8218;Perhaps you have noticed,&#8216; that insufferable little prig said, &#8218;that I have hear a bag with a squonk in it.&#8216; You will notice that he said hear instead of here; Wentling never had learned how to spell.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abs\u00e4tze<\/strong> sind auch eine neue Erfindung, die inzwischen Teil des Texts sind. Im Mittelalter wurde am Zeilende umbrochen und gut war&#8217;s.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zeichensetzung<\/strong>, etwa bei der w\u00f6rtlichen Rede. In Terry Pratchett, <em>Hogfather<\/em> (p. 22, Corgi) gibt es ein telepathisches Kleidungsst\u00fcck:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8218;Good evening,&#8216; he said.<br>The robe said, Good evening, Lord Downey.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dazu geh\u00f6ren wohl auch <strong>Korrekturzeichen<\/strong>. Leider kann ich mit meinen begrenzten typographischen Mitteln hier nicht den Titel eines Essays von Anne Fadiman (aus dem tollen B\u00e4ndchen <em>Ex Libris<\/em> wiedergeben. Im Endeffekt lautet der Titel wohl &#8222;Insert a Caret&#8220; (Caret\/Zirkumflex: ^), aber er ist entstanden aus den W\u00f6rter &#8222;Inset a Carrot&#8220;, versehen mit den \u00fcblichen Korrekturzeichen, denen zum Beispiel auch vorne im Rechtschreibduden ein Kapitel gewidmet ist. Auch im Inhaltsverzeichnis von <em>Ex Libris<\/em> taucht der Tiel in dieser Form auf, komplett mit Strichen am Rand und so weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Durchstreichung<\/strong> zum Zweck einer Korrektur, zum Beispiel in George Macdonald Fraser, <em>Flashman&#8217;s Lady<\/em> (p. 59 und weitere, Penguin 1988), wo Mrs Flashman in ihr Tagebuch schreibt: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>[H]e took advantage of the situation to press his lips to mine!! I was so affronted that it was <span style=\"text-decoration: line-through;\">some moments<\/span> a moment before I could find the strength to make him desist<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Auslassungszeichen<\/strong>: In James Branch Cabells <em>Figures of Earth<\/em> werden die Kinder buchst\u00e4blich vom Storch gebracht. (Cabells vorhergegangenes Buch wurde als zu obsz\u00f6n kritisiert, hier macht sich Cabell dar\u00fcber lustig.) Um den Storch zu beschw\u00f6ren, nimmt Manuel &#8222;f\u00fcnf merkw\u00fcrdige Objekte, in etwa wie kleine Sterne&#8220; aus seiner Tasche und platziert sie in einer Reihe auf dem Boden:  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*****<\/p>\n\n\n\n<p>und danach ist der Storch da.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Typographische<\/strong> Elemente wie verkehrt herum gesetzte Buchstaben, etwa in Michael Ende, <em>Die unendliche Geschichte<\/em>, in der man ganz am anfang spiegelverkehrt, weil von der R\u00fcckseite gesehen, die Aufschrift eines Antiquariats liest. \u00c4hnlich die Geschichte &#8222;Mirror\/rorriM, off the Wall&#8220; (nur dass die Buchstaben des zweiten Wortes spiegelverkehrt sein m\u00fcssten, das gibt HTML aber nicht her) von Spider Robinson in <em>The Callahan Chronicles<\/em>. Auch ein spiegelverkehrter Zehndollarschein taucht auf (01$ statt $10 geschrieben, auch wieder spiegelverkehrt, also hier nicht darstellbar).<\/p>\n\n\n\n<p>Der Titel der Glosse &#8222;Report on Resentialism&#8220; von Paul Jennings ist in der Sammlung <em>The Jenguin Pennings<\/em> auf dem Kopf stehend gedruckt. In der Glosse geht es um eine fiktive philosophische Richtung, deren Kernaussage die ist, dass die Dinge nicht so wollen wie die Menschen. <\/p>\n\n\n\n<p>In <em>The Adventures of Tom Sawyer<\/em> von Mark Twain tr\u00e4gt in Kapitel V ein Priester in der Kirche eine Hymne vor, in eigent\u00fcmlichem Stil: &#8222;His voice began on a medium key and climbed steadily up till it reached a certain point, where it bore with strong emphasis upon the topmost word and then plunged down as if from a spring-board&#8220;, gefolgt vom Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Shall I be car-ri-ed toe the skies, on flow\u2019ry&nbsp;<em>beds<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">of ease,<\/p>\n\n\n\n<p>Whilst others fight to win the prize, and sail thro\u2019&nbsp;<em>blood<\/em>-y<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">seas?<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>&#8212; nur dass die Verse schr\u00e4g nach oben gesetzt sind, mit &#8222;beds&#8220; und &#8222;blood-y&#8220; jeweils ganz oben, der Versschluss dann darunter. Aber damit n\u00e4hern wir uns schon barocken Gedichtspielereien oder konkreter Lyrik, ein weiteres Feld.<\/p>\n\n\n\n<p>In Fritz von Herzmanovsky-Orlando, <em>Der Gaulschreck im Rosennetz<\/em>, 4. Capitel, hat die Stadt &#8222;Scheibbs&#8220; (vormals &#8222;Scheibs&#8220;) ein zus\u00e4tzliches &#8222;b&#8220; erhalten, da vorher &#8222;ein paarmal peinliche, sinnst\u00f6rende Schreibfehler vorgekommen waren&#8220;. Geh\u00f6rt nicht wirklich hierher, aber hier finde ich das wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Wahl der <strong>Schriftart<\/strong> war urspr\u00fcnglich rein redaktionell. Wann Fraktur und wann Antiqua, das ist urspr\u00fcnglich vorgegeben. Bewusster Einsatz dar\u00fcber hinaus: Walter Kempowski verwendet S\u00fctterlin in Antiqua in <em>Herzlich Willkommen<\/em> (Knaus 1984, S. 191f), als es um einen Kugelschreiber geht, der &#8222;als Reklamegabe von der W\u00e4schereri [unleserliches S\u00fctterlin, muss ich mal erg\u00e4nzen] bezogen worden war&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>In Comics werden Schriftarten nat\u00fcrlich noch bewusster eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zeichengr\u00f6\u00dfe<\/strong> und andere Varianten: In <em>The Munitions Master<\/em>, einem Abenteuer von Doc Savage (Bantam-Ausgabe Nr. 58, p. 10) dr\u00fccken die Kapit\u00e4lchen im Satz &#8222;A <small>SAVAGE<\/small> roar of almost unutterable ferocity came from the crowd&#8220; aus, dass die Menge nicht nur wild schreit, sondern auch den Namen der Person, auf die sie so w\u00fctend ist &#8211; Doc Savage eben.<\/p>\n\n\n\n<p>Jasper Fforde verwendet kleinere Buchstaben, um Fl\u00fcstern darzustellen in <em>Lost In A Good Book<\/em> (Hodder &amp; Stoughon 2002, p. 178): &#8222;<small>&#8218;Very good,&#8216;<\/small> whispered Snell.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>In Figurengedichten von Lewis Caroll gibt es ebenfalls verschiedene Schriftgr\u00f6\u00dfen, und sicher anderswo auch. <\/p>\n\n\n\n<p>Viele Elemente um ein Buch herum sind aber immer noch paratextuell, geh\u00f6ren also noch nicht zum eigentlichen Text. Zumindest teilweise ist es interessant, sich auszumalen, wie man sie einbauen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Klappentext<\/h4>\n\n\n\n<p>Auch wenn zum Beispiel Alasdair Gray seinem <em>Poor Things<\/em> gleich einen &#8222;blurb for a high-class hardback&#8220; und einen alternativen &#8222;blurb for a popular paperback&#8220; mitgibt: Vermutlich nicht Teil des Texts.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Autorenangaben<\/h4>\n\n\n\n<p>Und seien sie auch noch so fiktional (Harlan Ellison in <em>Edgeworks I<\/em>: &#8222;It was not until he threw himself in front of the assassins bullet at last year&#8217;s Academy Award ceremonies, thus saving the life of Oscar nominee Brad Pitt&#8230;&#8220;).<br>Dazu geh\u00f6rt wohl auch das <strong>Autorenfoto<\/strong> auf dem Buchr\u00fccken. Auch wenn das wie im oben schon erw\u00e4hnten <em>Venus on the Half-Shelf<\/em> ein verkleideter Philip Jos\u00e9 Farmer mit enorm falschem Rauschebart ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Schriftfarbe<\/h4>\n\n\n\n<p>Urspr\u00fcnglich eine reine redaktionelle Entscheidung, aber bei Michael Ende, <em>Die unendliche Geschichte<\/em> und bei <em>einer<\/em> deutschen Ausgabe (nicht aber den englischen, die ich kenne) von William Goldman, <em>The Princess Bride<\/em> werden verschiedene Farben f\u00fcr den Text eingesetzt. Ich nehme mal an, dass das in einfacheren Ausgaben durch Kursivsetzung ersetzt ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Titelbild<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich kenne kein Buch, bei dem das Titelbild tats\u00e4chlich Teil des Werktexts ist. Es gibt allerdings mindestens ein Buch, dessen Text in mindestens einer Ausgabe bereits auf dem Titelbild beginnt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Erscheinungsweise<\/h4>\n\n\n\n<p>Ein Buch, das man nur in Einzelheften lesen kann und nicht in einer Gesamtausgabe, oder wo das einen Unterschied macht? Kenne ich nicht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Seitenz\u00e4hlung<\/h4>\n\n\n\n<p>Am vielversprechendsten stelle ich mir das bei der <strong>Seitenz\u00e4hlung<\/strong> vor. Wenn ein Blatt doppelt im Buch ist, eine Lage im Buch fehlt oder eine Lage doppelt ist: Wiederholt sich dann auch die Handlung beziehungsweise wird sie \u00fcbersprungen?<\/p>\n\n\n\n<p>Vorerst gibt es <em>Verhalten bei Weltuntergang<\/em> von Florian Werner (2013), eine Kulturgeschichte der Apokalypse, bei der die Seitenzahlen r\u00fcckw\u00e4rts gez\u00e4hlt werden, sozusagen als Countdown.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Chasaraische W\u00f6rterbuch<\/em> von Milorad Pavi\u0107 gibt es urspr\u00fcnglich und gebunden in einer m\u00e4nnlichen und einer weiblichen Ausgabe; die Taschenbuchausgabe vereinigt diese beiden Fassungen, in dem ein Blatt doppelt vorhanden ist, anders gesagt: in dem die Seiten 320 bis 321 doppelt vorhanden sind, mit leicht unterschiedlichem Text.<\/p>\n\n\n\n<p>Krause Gedanken zum Schluss, zu einer Geschichte, die ich mal schreiben wollte:<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stelle mir da ein Einsatzkommando von Helden vor, das sich &#8211; durch die Fu\u00dfnoten, den Subtext oder die Beschw\u00f6rung Dessen, Der Zwischen Den Seiten Geht &#8211; nach vorne k\u00e4mpft, um die Reihenfolge einiger Seiten zu \u00e4ndern. Schon vor zehn Jahren hatte ich Ideen f\u00fcr eine parallele Handlung in den Fu\u00dfnoten, manches davon kann ich mir aus wiedergefundenen Notizen zusammenreimen: &#8222;irgendetwas f\u00e4llt (unterschiedliche Schrifttypen?) von oben runter? Oben wird von Ger\u00e4usch von unten abgelenkt? Sie schmuggeln sich was in die Tasche&#8220;. Ganz k\u00fchn: &#8222;sie schieben ein Wort zum Zeilenende, um Trennstrich zu erzeugen (Homographentrennung?)&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, das h\u00e4tte einen etwas konstruierten Text gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Erg\u00e4nzung 2012: Bin ja mal gespannt, ob eBuch-Reader wie der Kindle eigene <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paratext\">peritextuelle<\/a> Elemente hervorbringen werden.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(13 Kommentare.) Sommerloch: Bis die Schule wieder anf\u00e4ngt, schreibe ich mir ein paar angefangene Blogeintr\u00e4ge von der Seele und der Warteliste, die seit Jahren darauf warten, dass ich mal richtig Energie in sie investiere. Wir haben uns entschieden, jetzt nicht mehr l\u00e4nger auf die Energie zu warten. 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