{"id":1436,"date":"2008-07-05T19:41:57","date_gmt":"2008-07-05T17:41:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=1436"},"modified":"2023-05-24T16:07:51","modified_gmt":"2023-05-24T14:07:51","slug":"mind-maps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2008\/07\/mind-maps.htm","title":{"rendered":"Mind Maps (und Mindmaps)"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2008\/07\/mind-maps.htm#comments'>3 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<h4 class=\"wp-block-heading\">I. Mind Maps<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich mag Mind Maps. Ich finde sie \u00e4sthetisch ansprechend. Das liegt vermutlich vor allem an ihrem weiteren Vorzug: Sie kommen meinem stark ausgepr\u00e4gten Sinn nach Ordnung sehr entgegen. Au\u00dferdem mag ich Karten jeder Art.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings habe ich selber nie mit Mind Maps gelernt, und ich glaube, ich bin auch nicht der Typ daf\u00fcr. Beim Informatik-Examen bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, Mind Maps einzusetzen; ich lerne durch Exzerpieren und Gespr\u00e4che mit anderen Lernenden. Die &#8211; sehr effizient wirkende &#8211; Bio-Kollegin hat aber w\u00e4hrend ihrer Promotion selber gute Erfahrungen mit Mind Maps gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>In die <strong>Schulb\u00fccher<\/strong> haben Mind Maps (oder die entfernt verwandten Cluster) jedenfalls Einzug gehalten. Im Fach Informatik benutze ich Mind Maps, um Sch\u00fclern <strong>hierarchische<\/strong> Strukturen beizubringen (Lehrplan 6. Klasse); im Fach Deutsch benutze ich sie gelegentlich bei der \u00dcberf\u00fchrung einer Er\u00f6rterungs-Stoffsammlung in eine <strong>Gliederung<\/strong>, die ja ebenfalls sehr hierarchisch ist. Man sollte da schnell sehen, ob eine Gliederung zu flach ist, also nur aus einer Aneinanderreihung von Stichpunkten ohne \u00fcber- und untergeordnete Begriffe besteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Gut finde ich gebeamte Mind Maps als Alternative zu Pr\u00e4sentationssoftware &#8211; als <strong>\u00dcberblick<\/strong> \u00fcber ein Stoffgebiet, ohne dass man an eine bestimmte Reihenfolge oder Detailtiefe gebunden ist, und stets mit einem gewissen \u00dcberblick \u00fcber das ganze Thema.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">II. Mind Maps f\u00fcr mich<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte nun meine <strong>Gedanken sammeln<\/strong> und vernetzen. Das geschieht einmal in Form dieses Blogs. Die Beitr\u00e4ge untereinander sind durch Schlagw\u00f6rter verbunden, aber nur sehr lose und nicht sehr systematisch. Als Netz dargestellt: die Beitr\u00e4ge sind die Knoten und die Schlagw\u00f6rter &#8211; oder etwas Vergleichbares &#8211; sorgen f\u00fcr Verbindungen zwischen ihnen.<br>Irgendwann m\u00f6chte ich allerdings nochmal mehr Ordnung in meine Beitr\u00e4ge hineinbringen. Irgendwann &#8211; eilig ist das nicht, so wichtig sind meine Gedanken kaum, und ich kann das jederzeit nachholen. Mit Wordpress\/RSS lassen sich Beitr\u00e4ge gut exportieren und in andere Formen gie\u00dfen. Ein Beispiel f\u00fcr ein sehr sch\u00f6n derart vernetztes Gedankengeb\u00e4ude ist <a href=\"http:\/\/beat.doebe.li\/bibliothek\/\"><strong>Beats Biblionetz<\/strong><\/a>, vielen wohl schon bekannt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">III. Zwei Programme<\/h4>\n\n\n\n<p>An gew\u00f6hnlichen Mind Maps st\u00f6rt mich, dass sie schnell un\u00fcbersichtlich werden. Denn ich m\u00f6chte gerne m\u00f6glichst viel Informationen in eine Karte packen. Und dann muss ich scrollen und verkleinern, und das ist l\u00e4stig. Es m\u00fcsste Mind Maps geben, die einem automatisiert immer nur den <strong>aktuellen Kartenausschnitt <\/strong>zeigen. Gibt es auch, hier zum Beispiel <a href=\"http:\/\/cayra.net\/\"><strong>Cayra<\/strong><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Videoausschnitt sieht man Cayra in Aktion. (Beim Film habe ich mir nicht sehr viel M\u00fche gemacht habe, also kein Audiokommentar. Und damit alles lesbar bleibt, habe ich das Cayra-Fenster auf eine unsch\u00f6ne Minimalgr\u00f6\u00dfe geschrumpft. Wenn man Cayra ein gr\u00f6\u00dferes Fenster gibt, streckt es sich aus und wirkt nicht so un\u00fcbersichtlich-eng.)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video height=\"512\" style=\"aspect-ratio: 550 \/ 512;\" width=\"550\" controls src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/cayra2.mp4\"><\/video><\/figure>\n\n\n\n<p>Vorteil: Man kriegt alle Knoten in einer alphabetischen Liste zu sehen und kann mit dieser navigieren. Knoten und Verbindungen k\u00f6nnen jeweils Typen zugeordnet und farbig markiert werden. Bilder und Links lassen sich einbauen. Die Mind Map ist im Prinzip hierarchisch, es lassen sich aber auch zwischen beliebigen Knoten Beziehungen setzen.<br>Nachteil: Bei gro\u00dfen Mind Maps braucht das Programm zu viel Rechenleistung; es ruckelt. Cayra ist kostenlos, aber nicht open source; es kann <a href=\"http:\/\/freemind.sourceforge.net\/wiki\/index.php\/Main_Page\">Freemind<\/a>-Dateien lese, hat aber au\u00dfer einem HTML-Export keine Schnittstelle nach drau\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufwendiger ist <a href=\"http:\/\/www.thebrain.com\/#-47\"><strong>Personal Brain<\/strong><\/a>. Auch hier wird nur der aktuelle Teil der Karte gezeigt. Personal Brain ist immer noch hierarchisch, aber insofern flexibel, als jeder Knoten nicht nur mindestens ein Elternteil hat und Kinder haben kann, sondern auch Beziehungen zu beliebigen anderen Knoten. Typisierung ist ebenfalls m\u00f6glich, und Personal Brain l\u00e4sst sich auch als CMS nutzen &#8211; die verlinkte Brain-Seite oben ist gleich ein Beispiel daf\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"550\" height=\"172\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/brain_deutsch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1437\" title=\"brain_deutsch\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Oben sieht man jeweils den oder die Elternknoten (&#8222;Grammatik&#8220;), rechts die Geschwister (&#8222;Wortarten&#8220;), unten die Kindknoten (&#8222;Subjekt&#8220; und so weiter). Links sind die Knoten, die in nicht-hierarchischer Weise, also assoziierend verbunden sind.<br>Exportm\u00f6glichkeiten gibt es nach HTML, mit oder ohne XML-Unterst\u00fctzung, was dann so aussieht:<\/p>\n\n\n\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/buecher\/index.html\" width=\"550px\" height=\"470px\"><\/iframe><\/p>\n\n\n\n<p>Mir ist Personal Brain nicht \u00fcbersichtlich genug, und immer noch zu hierarchisch f\u00fcr meine Zwecke. Aber es geht schon sehr in die richtige Richtung. In dem Beispiel oben habe ich mal angefangen, festzuhalten, welche B\u00fccher mich jeweils auf die Spur anderer B\u00fccher gebracht haben. Aber kaum hatte ich mich umgeschaut, waren die 30 Tage Trial-Periode f\u00fcr das Programm auch schon um, und ich habe weder die M\u00f6glichkeit genutzt, erkl\u00e4rende Texte anzuf\u00fcgen, die dann im unteren Teile erschienen w\u00e4ren, noch die Karte richtig gro\u00df anzulegen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">IV. Topic Maps<\/h4>\n\n\n\n<p>Aber es gibt ja noch <strong>weitere M\u00f6glichkeiten<\/strong>. Fachleute unterscheiden <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mind_Map\">Mind Maps<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Semantisches_Netz\">Semantisches Netz<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Concept-Map\">Concept Maps<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Topic_map\">Topic Maps<\/a>. (Alle Links Wikipedia.)<\/p>\n\n\n\n<p>Nur f\u00fcr <strong>Topic Maps<\/strong> gibt es einen ISO-Standard, und das l\u00e4sst mich gleich aufhorchen. Ich mag Standards. Damit bin ich n\u00e4mlich unabh\u00e4ngig von einem konkreten Programm und kann meine Stoffsammlung bequem umziehen. Das ist auch ein Grund, warum ich nicht viel mit Mind Maps arbeite &#8211; alle nicht standardisierten Dateiformate sind mir zu wenig zukunftssicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hauptunterschied: Topic Maps sind nicht hierarchisch. Es gibt Knoten (Themen, Gedanken), es gibt Beziehungen zwischen beliebigen Knoten, und es gibt zu jedem Knoten Beispiele (Quellen, F\u00e4lle).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/topicmap.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1438\" title=\"topicmap\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Beziehungen (Assoziationen) zwischen Knoten k\u00f6nnen vom Ersteller typisiert werden; h\u00e4ufige Typen sind dabei die Beziehungen &#8222;ist verwandt&#8220;, &#8222;ist Teil von&#8220; oder &#8222;ist \u00fcber-\/untergeordnet&#8220;, so dass man durchaus hierarchisieren kann, wenn man will.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">V. Programme<\/h4>\n\n\n\n<p>Leider habe ich noch kein sch\u00f6nes Programm gefunden, das Topic Maps so unterst\u00fctzt, wie ich mir das vorstelle. Ein Beispiel ist <a href=\"http:\/\/www.wandora.org\/wandora\/wiki\/index.php?title=Features\">Wandora<\/a>: ein Desktop-Programm, Java, kann Daten extrahieren aus einer MP3- oder Bilder-Sammlung, aus einem Verzeichnis, aus einer Website; aus Flicktr, Youtube oder del.icio.us. Wer mehr versteht als ich, kann die Daten auch auf einen Server stellen, so dass man online damit arbeiten kann. Export in HTML-Dateien ist auch m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Programm ist <a href=\"http:\/\/compsci.wssu.edu\/iis\/nsdl\/index.html\">TM4L (Topic Maps for E-Learning)<\/a>, ganz \u00e4hnlich dem vorhergehenden Programm, aber einfacher und \u00fcbersichtlicher, daf\u00fcr wohl mit weniger Import-\/Extrahierm\u00f6glichkeiten. Leider l\u00e4dt keines der Programme sofort zum Benutzen ein.<\/p>\n\n\n\n<p>So sieht eine angefangene Topic Map unter TM4L aus:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"467\" height=\"629\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/tm4l.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1441\" title=\"tm4l\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>In dieser Form wird man sich die Daten allerdings selten ansehen, ich denke, zum Wiederholen und Lernen reicht es, sich jeweils nur einen einzelnen Knoten und die unmittelbaren Nachbarn anzuschauen. Wenn man dann einen Nachbarn ausw\u00e4hlt, werden dann nur dessen unmittelbare Nachbarn gezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist mir dabei nur die Struktur; dieselbe Datei kann von anderen Programmen auch anders angezeigt werden. Au\u00dferdem sollte man in einem guten Programm ausw\u00e4hlen k\u00f6nnen, welche Art von Beziehung oder Knoten jeweils dargestellt wird oder nicht. Leider scheint sich noch kein Programm als Vorreiter etabliert zu haben, falls jemand einen Tipp hat, freue ich mich. Auf der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Topic_map\">Wikipedia-Seite<\/a> stehen Links zu Mailingliste und Topic-Map-Wiki, aber so tief wollte ich erst mal nicht einsteigen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">VI. Poster<\/h4>\n\n\n\n<p>Einen gro\u00dfen Vorteil haben Mind Maps allerdings: In ihrer G\u00e4nze dargestellt sind sie \u00fcbersichtlicher als die vernetzteren Topic Maps. Bei denen gibt es Verbindungen kreuz und quer, w\u00e4hrend sich bei Mind Maps nie etwas kreuzt. Aber warum will man solche Karten \u00fcebrhaupt in ihrer G\u00e4nze auf einmal darstellen?<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e4mlich: Zum <strong>Ausdrucken<\/strong>. Und zwar im Format DIN A 1 oder gr\u00f6\u00dfer. Den ganzen Deutsch- oder Informatikstoff eines Schuljahres k\u00f6nnte man sehr \u00fcbersichtlich als Mind Map darstellen und dann in <strong>Postergr\u00f6\u00dfe<\/strong> ausdrucken und an die Wand h\u00e4ngen. Die Idee stammt von der oben erw\u00e4hnten Biokollegin, von der ich auch wei\u00df, dass das Rechenzentrum der Uni in M\u00fcnchen den Studenten und Instituten auch eine Druckm\u00f6glichkeit zur Verf\u00fcgung stellt. 6 Euro f\u00fcr ein Poster DIN A 1, gestrichenes schweres Papier (Fotopapier etwa das doppelte), das ist geschenkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn eine Schule das n\u00e4chste Mal nicht wei\u00df, wohin mit ihrem Geld, kann sie sich mal bei Gro\u00dfformatdruckern umschauen, zum Beispiel bei den <a href=\"http:\/\/h10088.www1.hp.com\/cda\/gap\/display\/main\/gap_home.jsp?zn=gap&amp;cp=1-247-261_4011_5__&amp;jumpid=ex_r10931_1-mrmid_de_de_smb_ipg\/se\/googlesem\/de_new_graphic_arts_designjet&amp;tafcjnef=fy08\">Gro\u00dfformatdruckern von hp<\/a>. Poster in kleiner Auflage m\u00fcssten die SMV interessieren, Theatergruppen und andere AGs, und jeden Lehrer, der im Klassenzimmer \u00dcberblickskarten anlegen m\u00f6chte. Klar kann man mit jedem Drucker, notfalls mit Zusatzsoftware, eine Seite in Postergr\u00f6\u00dfe ausdrucken, indem man den Inhalt auf beleibig viele A4-Seiten verteilt. Aber Ausschneiden &amp; Kleben ist nicht das gleiche wie ein echtes Poster.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr ein sch\u00f6nes \u00dcberblicks-Poster ist das der <a href=\"http:\/\/ddi.uni-wuppertal.de\/ddi-map3.pdf\">Didaktik der Informatik, Uni Wuppertal, zum Sommersemester 2008<\/a> (pdf).<\/p>\n\n\n\n<p>Im Moment lasse ich meine 6. Klasse zum Ende des Schuljahres &#8211; das bei einem einst\u00fcndigen Fach ab Ende Juni jederzeit gegeben sein kann &#8211; eine Freemind-Mindmap erstellen mit dem Stoff des ganzen Schuljahres. Die Kapitel des Buches geben den Sch\u00fclern Anhaltspunkte f\u00fcr eine Ordnung. Wenn was Sch\u00f6ens dabei herauskommt, stellte ich das auf die Schul-Homepage und hierher nat\u00fcrlich auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(3 Kommentare.) I. Mind Maps Ich mag Mind Maps. Ich finde sie \u00e4sthetisch ansprechend. Das liegt vermutlich vor allem an ihrem weiteren Vorzug: Sie kommen meinem stark ausgepr\u00e4gten Sinn nach Ordnung sehr entgegen. Au\u00dferdem mag ich Karten jeder Art. 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