{"id":14912,"date":"2020-01-28T20:32:16","date_gmt":"2020-01-28T19:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=14912"},"modified":"2023-05-04T17:56:24","modified_gmt":"2023-05-04T15:56:24","slug":"dine-crime-p-seminar-krimi-dinner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2020\/01\/dine-crime-p-seminar-krimi-dinner.htm","title":{"rendered":"Dine &#038; Crime: P-Seminar Krimi-Dinner"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2020\/01\/dine-crime-p-seminar-krimi-dinner.htm#comments'>3 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"525\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimi-dinner_0.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14914\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimi-dinner_0.jpg 700w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimi-dinner_0-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimi-dinner_0-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Gestern hatte ein Englisch-P-Seminar zum Krimi-Dinner geladen. Bei so einem Spiel \u00fcbernehmen die G\u00e4ste verschiedene Rollen, wie man sie aus alten Krimis kennt. Am Schluss wird einer als T\u00e4ter oder T\u00e4terin entlarvt. Dazwischen geht es im besten Fall hochdramatisch zu, und man kriegt etwas zu essen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"525\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimi-dinner_1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14915\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimi-dinner_1.jpg 700w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimi-dinner_1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimi-dinner_1-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>In der Aula waren zwei gro\u00dfe Tische aufgebaut, aus der Mensa geholt. Angenehme Beleuchtung, Tischdecken, Platzkarten. Jeder Tisch bekam die gleiche Geschichte und die gleichen Rollen und spielte f\u00fcr sich; die Trennwand dazwischen sorgte daf\u00fcr, dass zumindest unser Tisch fast nichts vom Nachbartisch mitbekam. Der allerdings, so hie\u00df es danach, musste gelegentlich innehalten, weil wir so laut waren. (Au\u00dferdem war die Trennwand als M\u00f6glichkeit vorgesehen, Beweisst\u00fccke anzupinnen. Aber da nicht vorgesehen war, irgendwelche F\u00e4den zwischen ihnen zu spinnen, nutzten wir diese M\u00f6glichkeit \u00fcberhaupt nicht.)<\/p>\n\n\n\n<p>Es war die zweite derartige Veranstaltung; bei der ersten waren nur Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen als G\u00e4ste vorgesehen, diese hier richtete sich an Lehrer und Lehrerinnen. Die waren teilweise ein bisschen angeh\u00fcbscht, ich hatte mein 1950er-Jahre-Holzf\u00e4ller-Outfit an. Wir waren neugierig gespannt und standen am Anfang in einer Reihe und wurden nach und nach abgeholt und mit unseren Rollen versehen zu unseren Pl\u00e4tzen gef\u00fchrt &#8211; es hatte nur ein ganz klein bisschen was von der Mannschaftsauswahl im Sportunterricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gespr\u00e4che wurden alle auf Englisch gef\u00fchrt. Gut die H\u00e4lfte der G\u00e4ste waren Englischlehrer und -lehrerinnen, der Rest kam aus anderen F\u00e4chern &#8211; ich hatte vorher gar nicht dar\u00fcber nachgedacht, dass das f\u00fcr die ja vielleicht eine zus\u00e4tzliche Hemmschwelle sein k\u00f6nnte. So oder so, sie machten sich alle ausgezeichnet: Respekt. Wenn alle meine Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen so gut reden k\u00f6nnten, w\u00e4re ich zufrieden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"525\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimi-dinner_2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14916\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimi-dinner_2.jpg 700w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimi-dinner_2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimi-dinner_2-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Es gab drei Akte und drei G\u00e4nge. Die G\u00e4nge waren&#8230; spartanisch; ich f\u00fchlte mich ein bisschen an eine Szene aus<em> Hook <\/em>(1991) erinnert. Aber gut, ohne K\u00fcche und f\u00fcr wenig Geld ist das f\u00fcr Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen wohl auch schwer. Und der Scone zum Nachtisch (mit Erdbeermarmelade) war wirklich sehr lecker.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war, um es jetzt endlich mal zu sagen, ein gelungener und rundum vergn\u00fcglicher und sehr unterhaltsamer Abend. Wir spielten zweieinhalb Stunden. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich kenne bei solchen Spielen zwei Varianten. Die eine findet sich etwa in <em>Eine Leiche zum Souper. Vier spannende Krimir\u00e4tsel f\u00fcr 4-8 Spieler<\/em> (DuMont 1989, damals noch im Studium gekauft). Dabei erhalten alle Spieler und Spielerinnen pro Akt neue Informationen \u00fcber sich und \u00fcber andere, die sie geschickt an die anderen vermitteln m\u00fcssen. Wer der M\u00f6rder oder die M\u00f6rderin ist, erf\u00e4hrt auch sie erst fr\u00fchestens im letzten Akt, falls \u00fcberhaupt. Die andere Variante kenne ich aus dem Web, wo ich mal solche <em>Murder Parties<\/em> gesucht und gesammelt habe &#8211; da wissen T\u00e4ter oder T\u00e4terin von Anfang an, was in Wirklichkeit geschehen ist. Variante zwei gef\u00e4llt mir erkenntnistheoretisch mehr, aber Variante eins ist vermutlich besser spielbar. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir spielten Variante eins und st\u00fcrzten uns alle sofort ins Rollenspiel. Ich baute Versatzst\u00fccke aus <em>Knives Out<\/em> (2019) und <em>Sleuth<\/em> (1972) ein. Eine Figur war vermutlich gar nicht misogyn gedacht, aber wurde sehr sch\u00f6n so gespielt &#8211; die beiden Ermittlerinnen waren Frauen. Das zankende Nachbar-Ehepaar war allerliebst gespielt. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir wussten zwar noch nicht, ob wir am Ende die T\u00e4ter sein w\u00fcrden, lenkten aber vorsorglich den Verdacht auf Mitspieler und Mitspielerinnen, wann immer es irgendwie ging. Zum Beispiel erfuhren wir, dass die Tochter des Gastgebers zu ihrem bis dato unbekannten Freund in dessen schwarzes Auto gestiegen war &#8211; prompt wurde dem Nachbarn an den Kopf geworfen, er habe doch ein schwarzes Auto, worauf sich wilde Theorien entwickelten, den Abstreitungen des Nachbarn nicht geglaubt, ihm Gewalt angedroht wurde &#8211; ich f\u00fchlte mich an das Spiel <em>Werwolf\/Mafia<\/em> erinnert, bei dem es je nach Rolle auch eher darum geht, andere in Verdacht zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein bisschen schade war, dass unser freies Rollenspiel durch geskriptete Dialoge unterbrochen wurde, die dazu gedacht waren, den Plot voranzubringen und neue Inormationen unter die Anwesenden zu bringen. Das h\u00e4tten wir auch so geschafft, denke ich. \u00dcberhaupt kenne ich das manchmal vom Tabeltop-Rollenspiel: Gib den Leuten gute Laune und Rollen, dann l\u00e4uft das fast von alleine. Ein echter Gewinn ist aber die Strukturierung durch die G\u00e4nge beim Essen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt muss ich das auch endlich mal im Englisch-Unterricht einsetzen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(3 Kommentare.) Gestern hatte ein Englisch-P-Seminar zum Krimi-Dinner geladen. Bei so einem Spiel \u00fcbernehmen die G\u00e4ste verschiedene Rollen, wie man sie aus alten Krimis kennt. Am Schluss wird einer als T\u00e4ter oder T\u00e4terin entlarvt. Dazwischen geht es im besten Fall hochdramatisch zu, und man kriegt etwas zu essen. 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