{"id":15152,"date":"2020-02-25T11:39:35","date_gmt":"2020-02-25T10:39:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=15152"},"modified":"2020-03-26T11:26:53","modified_gmt":"2020-03-26T10:26:53","slug":"historische-didaktik-lernzirkel-nach-1998-ueber-die-literatur-nach-1945","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2020\/02\/historische-didaktik-lernzirkel-nach-1998-ueber-die-literatur-nach-1945.htm","title":{"rendered":"Historische Didaktik: Lernzirkel nach 1998 \u00fcber die Literatur nach 1945"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2020\/02\/historische-didaktik-lernzirkel-nach-1998-ueber-die-literatur-nach-1945.htm#comments'>4 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Der Ausgangspunkt: Ich habe im Abiturkurs noch zwei Doppelstunden Deutsch vor den Faschingsferien; zum vorangegangenen Termin wurde die mit dem Thema gr\u00fcndlich abschlie\u00dfende Klausur geschrieben: Was als N\u00e4chstes, am folgenden Tag, tun? Nachkriegszeit steht im Lehrplan, keine Epoche, auf die ich einen Schwerpunkt legen will. Da erinnere ich mich an einen Lernzirkel zu diesem Thema, den ich 2004 bereits einmal durchgef\u00fchrt habe und den ich damit noch gespeichert und auf meinem Stick dabei habe. Ich beschlie\u00dfe spontan, den Lernzirkel auszuprobieren &#8211; nach der Klausur und vor den Ferien ist das vielleicht auch eine Abwechslung f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler.<\/p>\n\n\n\n<p>So ein Lernzirkel erfordert meist einige Vorbereitung, zu der ich keine Zeit habe, aber ich wei\u00df, dass mir der Kurs kleinere Schw\u00e4chen nachsehen wird. Ein Lernzirkel (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stationenlernen\">Wikipedia<\/a>) ist eine Unterrichtsmethode, die dem Zirkeltraining im Sport nachempfunden ist: Es gibt eine Reihe von Stationen zu einem Thema, die &#8211; alle oder teilweise, eventuell mit Pflicht- und Wahlmmodulen &#8211; in mehr oder weniger beliebiger Reihenfolge einzeln bearbeitet werden. Das ist sicher kein selbstgesteuertes oder gar eigenverantwortliches Lernen, erfordert aber dennoch mehr Selbstst\u00e4ndigkeit als in anderen Formen des Unterrichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Lernzirkel entstand &#8222;im Januar 1998 im Lehrgang &#8218;Neue Verfahren im Deutschunter\u00adricht am Gymnasium'&#8220; an der Akademie f\u00fcr Lehrerfortbildung und Personalf\u00fchrung in Dillingen. Er ist Teil des dort erschienenen Bandes: <\/p>\n\n\n\n<p><em>Freies Arbeiten am Gymnasium &#8211; Materialien mit Anregungen f\u00fcr die Durchf\u00fchrung im Fach Deutsch (zweiteilig Teil A + Teil B) &#8211; mit CD-Rom, <\/em>1999, 492 S., Akademiebericht Nr. 329 der Akademie f\u00fcr Lehrerfortbildung und Personalf\u00fchrung Dillingen, 22 \u20ac.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese zwei B\u00e4nde habe ich wohl anl\u00e4sslich einer Fortbildung in Dillingen erstanden. Auf der beiliegenden CD gibt es das dort abgedruckte Material, es besteht aus Bilddateien im Format .tif und Textdateien im Format .doc beziehungsweise .rtf. Heute \u00fcblicher w\u00e4ren .jpg und zumindest auch .pdf. Bevor ich das Material verwenden und ausdrucken kann, muss ich es erst einmal aktualisieren. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aktualisierungen f\u00fcr 2020<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Zuerst aktualisiere ich die Rechtschreibung auf die wichtigsten amtlichen \u00c4nderungen ab 1996 (weiter reformiert 2004, 2006 und 2011), insbesondere etwa &#8222;da\u00df&#8220; zu &#8222;dass&#8220;, zumindest au\u00dferhalb von Zitaten.<\/li><li>Das Original-Dateiformat ist .doc, die Bilder darin zeigt mir das eine Textverarbeitung mit falscher Formatierung an, das andere &#8211; der Nachfolger des damals verwendeten Standardprodukts &#8211; zeigt sie \u00fcberhaupt nur in manchen F\u00e4llen, da sie als externe Dateien referenziert sind: &#8222;So bleiben die Textdateien klein und \u00fcbersichtlich, die Bilder k\u00f6nnen leichter nachbearbeitet werden.&#8220; Ich finde die Namen der Bilddateien heraus und platziere sie manuell an der vorgegebenen Stelle. Au\u00dferdem passe ich Seitenumbruch an, der nicht mehr immer an der vorgesehenen Stelle geschieht, \u00e4ndere dabei auch Schriftart und Dateiformat.<\/li><li>Ich erg\u00e4nze Zeilennummern bei den l\u00e4ngeren Texten.<\/li><li>Bei einer Station soll ein Lexikon zur Verf\u00fcgung gestellt werden; ich teile stattdessen den Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen mit, dass sie ihr Handy mitnehmen sollen, damit sie im Web recherchieren k\u00f6nnen. (WLAN stelle ich daf\u00fcr zur Verf\u00fcgung.)<\/li><li>Bei einer Station soll ein Walkman mit einer Kassette und einem Lied zur Verf\u00fcgung gestellt werden; ich lade stattdessen das Lied als mp3-Datei in den Moodlekurs der Klasse hoch und verlinke dort zus\u00e4tzlich ein Youtube-Video mit der Lied-Version.<\/li><li>Bei einer Station sollen die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen einen Filmausschnitt ansehen. Ich verlinke den Film bei Youtube und gebe den Zeitpunkt in Minuten an, den sie sich anschauen sollen. Im Original ist von einer Videokassette die Rede, die man kaufen kann; die Anweisung: &#8222;Spulen Sie anschlie\u00dfend das Videoband zur\u00fcck!&#8220; lasse ich aus sentimentalen Gr\u00fcnden auf den Angaben.<\/li><li>Eine Station verlangt einen &#8222;Audio-Cassettenrecorder mit Aufnahmem\u00f6glichkeit und eine Leercassette&#8220;; auch das wird durch das Handy ersetzt.<\/li><li>Eine Station verlangt eine &#8222;CD-ROM mit Nachschlagewerk&#8220;, zu Film beziehungsweise Kunst; auch das wird durch das Handy ersetzt.<\/li><li>Keinen Ersatz finde ich f\u00fcr einen Ausstellungskatalog, ich k\u00f6nnte ihn gebraucht f\u00fcr wenig Geld bestellen, aber das dauert zu lange. Auch in digitaler Form gibt es den Katalog nicht.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Interessant \u00fcbrigens, wie sich der Begriff &#8222;Schlager&#8220; ver\u00e4ndert hat &#8211; die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen waren \u00fcberrascht, unter diesem Begriff folgendes Lied zu h\u00f6ren:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-dailymotion wp-block-embed is-type-video is-provider-dailymotion wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"RUDI SCHURICKE   &#039;&#039;CAPRI FISCHER&#039;&#039;Bella Bella Mari\" frameborder=\"0\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/geo.dailymotion.com\/player.html?video=x2te2zf&#038;\" allowfullscreen allow=\"autoplay; fullscreen; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Heute geh\u00f6ren zu einem Schlager wohl Marschrhythmus und Rhythmusmaschine und Bombast. &#8222;Capri-Fischer&#8220; z\u00e4hlt dagegen zu ernst zu nehmender Musik.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verwandte Methoden<\/h3>\n\n\n\n<p>Es macht sicher einen Unterschied, wenn man sich physisch von Station zu Station bewegt. Es macht sicher auch einen Unterschied, wenn sich die Stationen medial unterscheiden: Mit Papier, mit Nachschlagewerken, mit Kopfh\u00f6rern, mit einem Poster an der Wand. Aber strukturell ist der Lernzirkel eigentlich nicht so verschieden von anderen Formen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Statt die Stationen im Raum zu verteilen, kann man sie ersetzen durch einen zentralen Ablageort, an dem sich die Sch\u00fcle und Sch\u00fclerinen das ben\u00f6tigte Material holen und dann damit arbeiten (allein oder zusammen), wo sie wollen. So war das in meinem Kurs auch. Zus\u00e4tzliches physisches Material zu den Arbeitsbl\u00e4ttern &#8211; Lexikon, Walkman &#8211; ist dann ebenfalls zentral an einem Ort.<\/li><li>Ebenso gut k\u00f6nnte man jedem Sch\u00fcler, jeder Sch\u00fclerin einen eigenen Stapel mit Material in die Hand dr\u00fccken, also quasi alle Stationen ausgedruckt. (Lexikon etc. weiter zentral.)<\/li><li>Ebenso gut k\u00f6nnte jeder Sch\u00fcler, jede Sch\u00fclerin das Schulbuch in die Hand nehmen, wenn ein Schulbuch zu dieser Art selbstst\u00e4ndigem Stationenlernen geeignet w\u00e4re. (Lexikon weiter zentral.)<\/li><li>Ebenso gut k\u00f6nnte man auf Papier verzichten und den Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen einen Mebis\/Moodle-Kurs mit den Stationenbl\u00e4ttern (pdf) anlegen. Sie lesen dann auf ihrem Handy. (Lexikon etc. durch Onlinequellen ersetzt.)<\/li><li>Man k\u00f6nnte ein Pdf-Skript erstellen und allen Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen austeilen, statt einen Kurs anzulegen. <\/li><li>Man k\u00f6nnte das auch &#8222;Webquest&#8220; nennen; sonst keine strukturellen Unterschiede.<\/li><li>Oder man macht eine App daraus; sonst keine strukturellen Unterschiede.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Strukturell anders, aber verwandt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wenn die Stationen aufeinander aufbauen und in bestimmter Reihenfolge zu bearbeiten sind, haben wir einen Escape Room oder ein Leitprogramm &#8211; zu letzterem geh\u00f6ren aber noch: Pflicht- und Wahlaufgaben; Kleinschrittigkeit; regelm\u00e4\u00dfige und schnelle R\u00fcckmeldung zur Korrektheit der L\u00f6sung; Weiterarbeit erst bei ausreichender Be- und Erarbeitung des Vorangehenden. Auch auf Papier oder als Moodlekurs.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher h\u00e4tte man das noch erg\u00e4nzt um ein Scrapbook oder zu erstellende Poster; heute kann ein Kurs Dokumente erstellen &#8211; Text- und Audio, aber auch Video oder Pr\u00e4sentation oder Lerntagebuch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(4 Kommentare.) Der Ausgangspunkt: Ich habe im Abiturkurs noch zwei Doppelstunden Deutsch vor den Faschingsferien; zum vorangegangenen Termin wurde die mit dem Thema gr\u00fcndlich abschlie\u00dfende Klausur geschrieben: Was als N\u00e4chstes, am folgenden Tag, tun? Nachkriegszeit steht im Lehrplan, keine Epoche, auf die ich einen Schwerpunkt legen will. 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