{"id":15206,"date":"2020-03-12T06:06:06","date_gmt":"2020-03-12T05:06:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=15206"},"modified":"2020-03-12T06:06:23","modified_gmt":"2020-03-12T05:06:23","slug":"tschick-und-mebis-und-die-kunst-nicht-zu-lehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2020\/03\/tschick-und-mebis-und-die-kunst-nicht-zu-lehren.htm","title":{"rendered":"Tschick und Mebis und die Kunst, nicht zu lehren"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2020\/03\/tschick-und-mebis-und-die-kunst-nicht-zu-lehren.htm#comments'>6 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigentlich wollte ich in der 9. Klasse mit der Besprechung von <em>Tschick<\/em> von Wolfgang Herrndorf beginnen, und zwar mit dem Aufbau des Romans. Aber die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen sollten dann doch lieber etwas \u00fcber Mebis lernen. Also: Mebis am Beamer in Erinnerung gerufen (wie viel schneller alles Lernen geschieht, wenn man lernen will), WLAN herausgeholt und mit dem Handy ein bisschen in einen Kurs hineinschnuppern lassen. Dann in der zweiten H\u00e4lfte der Doppelstunde in den Computerraum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In <em>Tschick<\/em> liest Tschick seine Deutsch-Interpretation zu Brechts Keuner-Geschichte &#8222;Das Wiedersehen&#8220; vor &#8211; das ist die mit dem Schl\u00fcsselsatz: &#8222;&#8218;Oh!&#8216; sagte Herr K. und erbleichte.&#8220; Tschicks Aufsatz, nach einigem Suchen aus der Plastikt\u00fcte gezogen, beginnt mit den Worten: &#8222;Die erste Frage, die man hat, wenn man Brechts Geschichte liest, ist logisch, wer sich hinter dem r\u00e4tselhaften Buchstaben K. versteckt.&#8220; Und es folgt eine R\u00e4uberpistole zu Herrn K. und seinem Hintergrund.  (Dass danach von einer anderen Sch\u00fclerin &#8222;die richtige Interpretation, wie sie auch bei Google steht&#8220;, vorgelesen wird, ist sehr lustig.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen kriegten eine andere Keuner-Geschichte und mussten im Mebis-Kurs ihre eigene Interpretation dazu ver\u00f6ffentlichen, m\u00f6glichst im Stil von Tschick, und f\u00fcr alle anderen lesbar. Die Geschichte dazu war &#8222;Die Kunst nicht zu bestechen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Interpretationen<\/h4>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>In Wirklichkeit ist Herr K. ein technologisches Genie, das es geschafft hat ein Erfindung zu entwickeln, mit der er in einen t\u00e4uschend echte, selbentwickelte Menschenk\u00f6rper einzudringen und ihn somit zu steuern. Dadurch kann er mehrere Personen verk\u00f6rpern. Herr K. stellt mit seinen M\u00f6glichkeiten einen extrem schwer zu identifizierender Soloverbrecher dar. Man kann ihn eigentlich unm\u00f6glich schnappen, denn sobald man sein Gesicht kennt, wechselt er einfach seinen K\u00f6rper und er ist f\u00fcr die Beh\u00f6rden wieder unsichtbar. Er empfiehlt allen m\u00f6glichen wohlhabenden Personen vertrauensw\u00fcrde M\u00e4nner, die er eigentlich selbst verk\u00f6rpert. Dadurch hat er die m\u00f6glich Informationen \u00fcber alle wohlhabende Personen zuerhalten ohne das er Angst haben muss das seine Mitarbeiter bestochen werden k\u00f6nnten. Deswegen empfiehlt er dem Kaufmann auch einen unbestechlichen Mann. Diesen Mann kann wie sich raus stellt jeder bestechen, au\u00dfer er selbst, weil er ja der Mann ist und man sich selber ja nicht bestechen kann. Herr K. kann somit genau kontrollieren, wie die Personen bei Herr K. ankommen und wer die Person bestechen kann und wer nicht. Die Informationen, die er durch diese Masche erh\u00e4lt, verkauft er f\u00fcr viel Geld an Kriminelle. Damit ist er sehr reich geworden. (NW)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Herr K. ist schizophren und f\u00fchrt ein Gespr\u00e4ch mit seinem Spiegelbild, jedoch ist das Spiegelbild eine seiner anderen Pers\u00f6nlichkeiten und er versucht dieser, welchee auch eine seiner Pers\u00f6nlichkeiten ist , zu verdeutlichen, dass der Mann nicht bestechlich und somit keine Informationen an die anderen Pers\u00f6nlichkeiten welche entweder neutral oder ihre Feinde sindweiterzugeben. Dies ist so wichtig, da die verschiedenen Pers\u00f6nlichkeiten immer versuchen herauszufinden was die anderen in der Zeit in, der sie den K\u00f6rper steuern, machen. Da der Mann nach der Aussage des Kaufmannes diese Informationen an ihre Feinde verraten hat befinden sie sich, falls das passiert ist in einem Dilemma aus welchem sie nicht mehr so einfach herauskommen. Herr K. meint jedoch, dass der Mann von ihm nicht bestochen werden kann um Informationen an ihn zu verraten, da sie sich nicht sehr ausstehen k\u00f6nnen jedoch einen gemeinsamen Feind haben und deswegen zusammenarbeiten, jedoch merkt er nicht, dass das nicht auf den Kaufmann zutrifft. (BB)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Der Mann, der Kaufmann und Herr K.sind alle sehr gut in ihrem Beruf, Kaufmann, die um Sachen zu verkaufen auch oft das Gesetz brechen. Der Kaufmann und Herr K. sind eigentlich Freunde, aber Herr K. sieht den Kaufmann als Feind an. Deshalb schickt er seinen \u00e4ltesten Sohn zu dem nichts ahnenden Kaufmann. Er sagt er sei unbestechlich und der beste Kaufmann der Welt. Da der Kaufmann Herr K. vertraute, freute  er sich \u00fcber die Empfehlung und stellte den Sohn als seinen Gehilfen ein. Der eigentliche Grund, warum Herr K. seinen Sohn weiterempfohlen hat, war um den Kaufmann auszuspionieren und sein Verm\u00f6gen zu stehlen. Die ersten zwei Monate verlief alles nach Plan, doch danach sch\u00f6pfte der Kaufmann langsam verdacht und sprach seinen angeblichen &#8222;Freund&#8220; darauf an. Der wiederum log ihn jedoch an und beruhigte ihn und der Kaufmann kaufte ihm alles ab. Zwei Tage sp\u00e4ter, als der Kaufmann gerade unterwegs war, brachen Herr K. und sein Sohn beim Kaufmann zu Hause ein und stahlen all sein Geld und Wertgegenst\u00e4nde. Da sie aber noch Angst hatten, angezeigt zu werden , warteten sie suf den Kaufmann vor seinem Haus und erschossen ihn. Wegen diesem Verbrechen will Herr K. seinen Namen nicht preisgeben. (LS)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>In Wirklichkeit ist Herr K ein Alien, das als Mensch verkleidet ist. Er ist zusammen mit seinen Kollegen von dem Planeten Manzana gekommen um die Welt zu erobern. Dieser ist daf\u00fcr zust\u00e4ndig Schw\u00e4chen der Menschen zu finden und diese zu protokollieren. Diese Daten werden dann zu ihrem Heimatplaneten \u00fcbermittelt, wo sie ausgewertet werden. Sie werden benutzt um eine gro\u00dfe ultimative Waffe zu bauen, um die Menschheit zu vernichten. Die Aliens haben aber eine Deadline, da auf dem Planeten Manzana nur noch begrenzt Sauerstoff verf\u00fcgbar ist. Der Mann ist ein Untergestellter von Herrn K, der f\u00fcr das Gesch\u00e4ftliche spezialisiert ist. Er l\u00e4sst sich aber nur von Menschen bestechen. Es gibt noch viele weitere M\u00e4nner wie diesen Untergestellten. Der Kaufmann war einfach nur eine austauschbare Testfigur. Die Menschheit ahnt noch nichts von der Invasion! (NW)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>In Wirklichkeit redet Herr K. von sich selbst. Er ist dieser Mann den er dem Kaufmann vorschl\u00e4gt um ihn hinters Licht zu f\u00fchren und ihm sein gesamtes Verm\u00f6gen abzuziehen . Deshalb erz\u00e4hlt Herr K. auch, dass man ihn nicht bestechen kann um sich selbst m\u00f6glichst gut darzustellen da er ziemlich abgehoben ist. Er verkleidet sich immer vor dem Treffen mit dem Kaufmann als Cowboy damit dieser nicht merkt, dass er betrogen wird. Doch in Echt ist Herr K. ein boshafter Zirkusbesitzer, der L\u00f6wen und Elefanten schlecht behandelt und sie mit Stromschl\u00e4gen foltert bis sie alles tun was er will und vor dem Publikum eine tolle  Show abliefern. Aber diese Tiere sind nach ein paar Wochen Zirkustour ersch\u00f6pft und sterben langsam alle. Da alle Tiere bald tot sind geht der Zirkus zu Grunde und der Zirkusbesitzer muss den Kaufmann abziehen um nicht Pleite zu werden. (GJ)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>In Wirklichkeit ist Herr K. ein Schwarzmarkth\u00e4ndler mit Gummienten. Der  Kaufmann wiederum ist auch ein Gesch\u00e4ftsmann. Dieser verkauft aber  Gummidinosaurier. Herr K. ist sehr erfolgreich in seinem Gesch\u00e4ft, aber  der Kaufmann wird immer popul\u00e4rer und nimmt Herrn K. seine Kunden  weg. Aus diesem Grund schleust Herr K. einen von seinen besten  Geheimm\u00e4nnern ein, indem er eine Empfehlung f\u00fcr diesen ausspricht und von  ihm in den h\u00f6chsten T\u00f6nen spricht. Der Kaufmann f\u00e4llt auf diese Masche  rein und macht erhebliche Verluste. Der eingeschleuste Mann ist nur von  Herrn K. nicht bestechlich und deswegen liefert er Herrn K. secret  information \u00fcber die besondere Form der Dinos. Nach einer Beschwerde von dem Kaufmann wird der Mann nach zwei Wochen gefeuert, aber Herr K., der  sich bei der ganzen Mission im Hintergrundgehalten hat, hat alle  Informationen, die er braucht um sein neustes Projekt zu  starten. Gummieinh\u00f6rner!! Mit diesem Projekt wird er noch mehr verdienen,nat\u00fcrlich auf ganz mysteri\u00f6se Weise . (SW)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Herr K. ist ja wie bereits bekannt ein Waffenschieber, um die Kontakte mit einer anderen Waffenschieber-Gruppe zu pflegen, empfiehlt er dem Boss der anderen Gang einen bereits von ihm angesteuerten Mittelsmann, mit dem er gute Erfahrungen gemacht hat.  Da dem Verbrecherboss nach zwei Wochen auff\u00e4llt, dass der Mittelsmann sich f\u00fcr ein neutralen, eigenst\u00e4ndigen und angeblich unbestechlichen Gesch\u00e4ftsmann eindeutig zu unterw\u00fcrfig verh\u00e4lt und sich mit Worten scheinbar leicht bestechen l\u00e4st, konfrontiert er Herrn K. und wirft ihm vor, dass er sich ja sogar von seinen Feinden bestechen lassen w\u00fcrde. Daraufhin tut Herr K. unwissend und unschuldig. Um dem &#8222;Kaufmann&#8220; zudem seine scheinheilige Freundschaftlichkeit zu beweisen, meint er au\u00dferdem, dass der Mittelsmann sich von ihm noch nie hat bestechen lassen. damit w\u00e4re es ja klar, dass er kein Feind von dem &#8222;Kaufmann&#8220; sein kann und schon gar kein Komplize von dem Mittelsmann. Tats\u00e4chlich arbeitet der Mittelsmann wahrscheinlich mit dem Herrn K. zusammen und in n\u00e4chster Ziet werden bestimmt einige Waffenladungen und dazu Geld verschwinden. (CH)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Meine eigene Interpretation<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr meine eigene Interpretation bin ich anders vorgegangen: Anlass war dieser fromme Spruch von Galileo Galilei* (*nicht von Galileo Galilei), der einem in twitterp\u00e4dagogischen Kreisen immer wieder mal begegnet:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen,  es in sich selbst zu finden.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit habe ich die Brecht-Geschichte nur minimal ver\u00e4ndert:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Die Kunst, nicht zu lehren <br><br>Herr K. empfahl einen Sch\u00fcler an einen Lehrer, seiner Unbelehrbarkeit wegen. Nach zwei Wochen kam der Lehrer wieder zu Herrn K. und fragte ihn: &#8222;Was hast du gemeint mit Unbelehrbarkeit?&#8220; Herr K. sagte: &#8222;Wenn ich sage, der Sch\u00fcler, den du unterrichtest, ist unbelehrbar, meine ich damit: du kannst ihn nicht belehren.&#8220; &#8222;So&#8220;, sagte der Lehrer betr\u00fcbt, &#8222;nun, ich habe Grund, zu f\u00fcrchten, dass sich dein Sch\u00fcler sogar von meinen Feinden belehren l\u00e4sst.&#8220; &#8222;Das wei\u00df ich nicht&#8220;, sagte Herr K. uninteressiert. &#8222;Mir aber&#8220;, rief der Lehrer erbittert, &#8222;gibt er immer die richtigen Antworten, also l\u00e4sst er sich auch von mir belehren!&#8220; Herr K. l\u00e4chelte eitel.&#8220;Von mir l\u00e4sst er sich nicht belehren&#8220;, sagte er.  <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Dieser Herr K., der ist doch bestimmt auch auf Twitter.) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">T\u00fcckisch kryptisch, wie ich meinen Brecht mag, auch wenn das Original vielleicht einen Tick weniger kompliziert ist. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(6 Kommentare.) Eigentlich wollte ich in der 9. Klasse mit der Besprechung von Tschick von Wolfgang Herrndorf beginnen, und zwar mit dem Aufbau des Romans. Aber die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen sollten dann doch lieber etwas \u00fcber Mebis lernen. 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