{"id":16374,"date":"2020-07-28T11:28:22","date_gmt":"2020-07-28T09:28:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=16374"},"modified":"2023-06-09T14:31:50","modified_gmt":"2023-06-09T12:31:50","slug":"gesehen-gelesen-gewesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2020\/07\/gesehen-gelesen-gewesen.htm","title":{"rendered":"Gesehen, Gelesen, Gewesen"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gesehen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Edgar Wallace: <em>Das Geheimnis der gelben Narzissen<\/em> (1961)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ohne Eddi Arent. Und auch sonst ein Film, der mir nicht ganz zu den \u00fcblichen Wallace-Filmen zu passen scheint. Er wurde in England gedreht, in London, es gibt also viele Au\u00dfenaufnahmen aus der Gro\u00dfstadt &#8211; nicht unbedingt v\u00f6llig <em>noir,<\/em> aber doch ein bisschen ernsthafter als sonst. Joachim Fuchsberger spielt zwar wohl nominell die Hauptrolle, aber die tats\u00e4chliche Hauptfigur ist ein sehr jung aussehender Christopher Lee, der um Jahre j\u00fcnger aussieht als in seinem <em>Dracula<\/em> von 1958. Lee spielt den Chinesen Ling Chu und spricht deutsch (mit leichtem Akzent). &#8211; Gleichzeitig mit diesem Film wurde eine englische Fassung gedreht, ohne Fuchsberger und Kinski, aber mit Lee und vielen der Nebenrollen-Darstellern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Edgar Wallace: <em>Die T\u00fcr mit den sieben Schl\u00f6ssern<\/em> (1962)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit Heinz Drache, und eigentlich kein guter Film. Ich fand nur erstaunlich, wie viele Elemente der <em>weird menace pulp fiction<\/em> in dem Film enthalten sind: Ein n\u00e4chtliches Grab; eine geheime Gruft unter dem Gruselschloss, mit einem wahnsinnigen Wissenschaftler, der Experimente an Menschen durchf\u00fchrt; Schusswaffe in der Armprothese; ein Labor, ein eingesperrter Affe im Labor; ein grotesker Gehilfe, gespielt von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ady_Berber\">Ady Berber<\/a>, der mich ungemein an Tor Johnson, etwa in <em>Plan 9 From Outer Space<\/em>, erinnerte (beide waren urspr\u00fcnglich Ringer, bevor sie in Filmen auftraten):<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"512\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/wallace_ady_berber.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16393\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/wallace_ady_berber.jpg 512w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/wallace_ady_berber-300x178.jpg 300w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/wallace_ady_berber-150x89.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ady Berber in <em>Die T\u00fcr mit den sieben Schl\u00f6ssern<\/em> (1962)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"512\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/wallace_tor_johnson.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16387\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/wallace_tor_johnson.jpg 512w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/wallace_tor_johnson-300x178.jpg 300w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/wallace_tor_johnson-150x89.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Tor Johnson in Plan 9 From Outer Space (1959)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mein Freund Bernhard wies mich darauf hin, dass der deutsche Horror-Heftroman die Edgar-Wallace-Filmreihe zu seinen Ahnen z\u00e4hlt. Die Filme wurden sp\u00e4ter farbig  und enthielten immer mehr Gruselelemente und brutalere Darstellungen, N\u00e4he zum italienischen <em>Giallo<\/em>, der wiederum selber durch die Wallace-Filme beeinflusst ist. Die Titel klingen bereits wie Heftromane: <em>Der Teufel kam aus Akasava, Im Banne des Unheimlichen, Der Gorilla von Soho, Der M\u00f6nch mit der Peitsche<\/em> &#8211; die gehen alle als John-Sinclair-Hefte durch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist das so, gibt es diesen Zusammenhang? Spielen da nicht auch die englischen Fernsehserien der sp\u00e4ten 1960er Jahre hinein? Mir fallen da allerdings nur Krimis mit Science-Fiction-Einschl\u00e4gen ein, nichts mit Horror. Andererseits gehen die Abenteuer und Gimmicks von <em>Mit Schirme, Charme und Melone, James Bond<\/em> und <em>Butler Parker<\/em> auch als direkte Nachfolger von <em>Doc Savage<\/em> et. al. durch.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Horror-Heftroman war der Silber Krimi Nr. 747 von Dan Shocker. Der war so erfolgreich, dass in der Silber-Krimi-Reihe dann alle vier Wochen ein Gruselkrimi mit dem Helden Larry Brent erschien (arbeitet als Geheimagent mit paranormalen F\u00e4llen). Ab 1972 die eigene Heftreihe, 1973 dann <em>Macabros<\/em>, <em>D\u00e4monenkiller<\/em> und der <em>Gespenster-Krimi,<\/em> unter anderem mit den Serienhelden John Sinclair und Tony Ballard, die sp\u00e4ter ihre eigenen Serien bekamen, 1974 <em>Professor Zamorra<\/em>. (<a href=\"https:\/\/www.luebbe.de\/bastei-verlag\/die-geschichte-des-horror-heftromans\/id_7788885\">Mehr zur Geschichte des Horror-Heftromans hier.<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gelesen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Isak Dinesen, <em>Last Tales.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich freue mich sehr darauf, dereinst Dinesens <em><a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2019\/02\/isak-dinesen-seven-gothic-tales.htm\">Seven Gothic Tales<\/a><\/em> wiederzulesen. Aber dieser letzte Band mit restlichen Geschichten l\u00e4sst mich eher kalt. Immerhin war es sch\u00f6n, noch einmal ein letztes Abenteuer der wandernden Operns\u00e4ngerin lesen zu k\u00f6nnen. Ihrer Sangesstimme beraubt, zieht sie unerkannt von Dorf zu Dorf, verkleidet sich dabei immer als eine andere Gestalt, erlebt Abenteuer, und zieht am Ende wieder von dannen, verfolgt von einer Gestalt aus ihrer Vergangenheit. So eine Art <em>Phantom der Oper<\/em> kombiniert mit <em>Auf der Flucht<\/em> oder dem <em>Unglaublichen Hulk<\/em> oder <em>Kung Fu<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber sie schreibt schon auch sch\u00f6ne Bilder, hier aus &#8222;The Cardinal&#8217;s First Tale&#8220;:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>In the course of time the old Prince completed his role on the stage of life, draped his grandeur and loneliness round him in heavy folds of black marble, and lay down to rest in the mausoleum, at Dionysio\u2019s side.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Kleine Fu\u00dfnote, hier zum Festhalten: Mir ist ein Unterschied zwischen meiner englischen Ausgabe (Putnam 1957) und der amerikanischen (Random House 1957) aufgefallen, die ich als epub parallel lese. In der amerikanischen Ausgabe fehlt die zweite H\u00e4lfte des folgenden Satzes:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>[Pizzuti, the philosopher, a small man, as shrunken and dark of hue, as if he had been hung up in a chimney to be smoked,] and to whom the people on account of his restless and silent movements had given the nickname of &#8218;Pipistrello&#8216; &#8211; the bat.<\/p>\n<cite>Isak Dinesen, &#8222;Night Walk&#8220;. <em>Last Tales<\/em>. London: Putnam 1957, p. 60.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gewesen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Beim Arzt. Bei zwei \u00c4rzten. Alles okay. Beide: &#8222;Sie sehen aber j\u00fcnger aus.&#8220; Mit oder ohne Maske, das kriege ich jedesmal. Dritter Arzt vielleicht im August, mal sehen, ob ich den <em>hat trick<\/em> hinkriege.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch gelernt, bei der Frage nach meiner Ern\u00e4hrung vorsichtig zu sein. Dass ich mehr Alkohol trinke, als gesund ist, ist mir klar, denn jedes bisschen Alkohol ist nicht gesund, und ich mag Cocktails und Wein. Aber man darf nie sagen: &#8222;Ja, wahrscheinlich trinke ich zu viel Alkohol.&#8220; Ich habe f\u00f6rmlich gesehen, wie die Ohren gespitzt wurden und der Tonfall bem\u00fcht war, ein besorgtes Timbre nicht zu deutlich werden zu lassen: ja, man habe sicher viel Stress im Beruf, gerade so als Lehrer, und manche w\u00fcrden Alkohol ja schon als Einschlafhilfe benutzen, und wie&#8217;s mit der Beziehung aussieht&#8230;  Puh, ich denke, ich konnte meine \u00c4rztin noch davon \u00fcberzeugen, dass ich nur gerne esse und trinke und dass es mir ansonsten wirklich gut geht und kein Grund zur Sorge besteht.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gesehen Edgar Wallace: Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Ohne Eddi Arent. Und auch sonst ein Film, der mir nicht ganz zu den \u00fcblichen Wallace-Filmen zu passen scheint. 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