{"id":18773,"date":"2021-07-21T11:37:04","date_gmt":"2021-07-21T09:37:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=18773"},"modified":"2021-08-07T13:27:05","modified_gmt":"2021-08-07T11:27:05","slug":"michael-maar-die-schlange-im-wolfspelz-das-geheimnis-grosser-literatur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2021\/07\/michael-maar-die-schlange-im-wolfspelz-das-geheimnis-grosser-literatur.htm","title":{"rendered":"Michael Maar, Die Schlange im Wolfspelz: Das Geheimnis gro\u00dfer Literatur"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2021\/07\/michael-maar-die-schlange-im-wolfspelz-das-geheimnis-grosser-literatur.htm#comments'>1 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Ein Buch, das man Deutschlehrkr\u00e4ften schenkt, habe ich mir sagen lassen. Meine Mutter hatte ein bisschen hineingelesen und es dann an mich weitergegeben (ebenso wie bei und zusammen mit Matthias Heine, <em>Krass. 500 Jahre deutsche Jugendsprache,<\/em> das sich zumindest wegen der Ausf\u00fchrung zur Studentenszene in Deutschland zum Anfang des 19. Jahrhunderts gelohnt hat, \u00fcber die ich zu wenig wusste). <\/p>\n\n\n\n<p>Der Hauptteil des Buches besteht darin, dass Michael Maar Autoren und Autorinnen der deutschprachigen erz\u00e4hlenden Literatur mit ausgew\u00e4hlten Werken und Passagen vorstellt und jeweils als Beispiel f\u00fcr gelungenen Stil pr\u00e4sentiert. Stil ist f\u00fcr ihn etwas, das vom Plot losgel\u00f6st ist und das tendenziell &#8211; und eher sogar: m\u00f6glichst &#8211; unverwechselbar ist. <em>Guter<\/em> Stil ist: kaum zu beschreiben, kaum zu erkl\u00e4ren. Man f\u00fchlt es halt, oder, aber das bleibt unausgesprochen, man f\u00fchlt es eben nicht. Das gibt es \u00fcberhaupt immer wieder bei Maar, dieses: &#8222;man kann es schlecht  begr\u00fcnden, aber man merkt es sofort.&#8220; Einmal sogar ein: &#8222;Das ist so gut, das l\u00e4sst sich gar nicht zitieren&#8220;, das mich an Werthers \u00dcberzeugung erinnert, gerade als Maler am gr\u00f6\u00dfsten zu sein, wenn er nicht malt, sondern nur empfindet. Vermutlich hat Maar sogar recht damit, dass es sich nicht erkl\u00e4ren l\u00e4sst. Aber in meinem Starrsinn, und weil ich weder Dichter noch Feuilletonist bin, halte ich es f\u00fcr schlecht, es nicht einmal zu versuchen. (Vielleicht liegt es auch daran, dass man beim Erkl\u00e4ren genau hinschauen muss? Mindestens zweimal unterlaufen Maar grobe Fehler, wenn er einmal einen Vers von Kleist, einmal einen von Unica Z\u00fcrn als fehlerhaft moniert, der das mitnichten ist.)<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch: Ich habe das alles sehr gerne gelesen. Gotthelf, &#8222;Die schwarze Spinne&#8220; und Perutz, <em>Nachts unter der steinernen Br\u00fccke<\/em> gleich zum Wiederlesen herausgekramt, <em>Der schwedische Reiter<\/em> (auch Perutz) und <em>Stopfkuchen<\/em> von Wilhelm Raabe zum Neulesen; die Novelle &#8222;Der Baron Bagge&#8220; von Alexander Lernet-Holenia, den ich bisher nur aus Torberg-Anekdoten kannte, habe ich gleich mal w\u00e4hrenddessen gelesen. Da war insgesamt viel Wiedererkennens und Entdeckens dabei. Und lesen muss ich das ja, sonst ist die Lekt\u00fcre eines solchen Literatur\u00fcberblicks ja nur eine Stufe \u00fcber dem zufriedenen Auf- und Abblicken entlang fremder oder gar eigener B\u00fccherregale.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesem Hauptteil vorangestellt sind zwei l\u00e4ngere Abschnitte zu, hm, Grundwissen bei der werkimmanenten Textinterpretation? Stilmittel und Stildefinition und Satzbau und Wortarten solche Sachen; die Details habe ich vergessen. Im Anschluss an den Hauptteil kommt ein Exkurs zu Lyrik und ein Exkurs zur Darstellung von erotischen Szenen in der erz\u00e4hlenden Literatur. Das wirkt ein bisschen willk\u00fcrlich. Ist schon interessant, aber warum ausgerechnet das und nicht das Wetter in der Literatur, oder M\u00f6bel? Vermutlich ist es nur mein Ordnungssinn, der mir ein ordentlicher aufger\u00e4umtes Buch vorh\u00e4lt, oder ein durcheinanderes.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenigstens hatte ich dieses Buch auf dem 80. Geburtstag in der Familie dabei und konnte ein wenig entgegenhalten, als die Nichte  &#8211; Ende der sechsten Klasse, sprachlich tats\u00e4chlich sehr begabt &#8211; einen kleinen gelben Reclam-Faust z\u00fcckte und konzentriert darin las. Darauf gebracht hatte sie das Jugend-Sachbuch <em>Theater!<\/em> von Katharina Mahrenholtz und Dawn Parisi (<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Theater-Katharina-Mahrenholtz\/dp\/345540491X\">Amazon<\/a>).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(1 Kommentare.) 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