{"id":19116,"date":"2021-09-03T08:39:45","date_gmt":"2021-09-03T06:39:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=19116"},"modified":"2023-05-31T14:11:31","modified_gmt":"2023-05-31T12:11:31","slug":"gottfried-keller-sieben-legenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2021\/09\/gottfried-keller-sieben-legenden.htm","title":{"rendered":"Gottfried Keller, Sieben Legenden"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2021\/09\/gottfried-keller-sieben-legenden.htm#comments'>5 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gottfried Kellers Romane <em>Der gr\u00fcne Heinrich<\/em> und <em>Martin Salander<\/em> habe ich nie gelesen, sie klingen mir immer noch zu ernst; aber seine Novellenzyklen <em>Die Leute von Seldwyla, Z\u00fcricher Novellen<\/em> und <em>Das Sinngedicht<\/em> schon &#8211; und jetzt eben auch die  <em>Sieben Legenden<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man \u00fcbersch\u00e4tzt gerne dicke B\u00fccher, weil man stolz darauf ist, sie gelesen zu haben (E.M. Forster), und vielleicht gilt das auch f\u00fcr alte B\u00fccher. Warum auch immer, das neunzehnte Jahrhundert bereitet mir tats\u00e4chlich Vergn\u00fcgen. (Bei Fontane bin ich noch skeptisch.) Aber dieses kleine B\u00fcchlein  ist wirklich sch\u00f6n, auch wenn ich mir kaum vorstellen kann, das Heranwachsenden etwa in der Schule zu vermitteln. Aber versprochen: das war es jetzt erst mal mit altem Zeug, und irgendwann ist dann ja auch wieder Schule.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es handelt sich bei den Geschichten darin um thematisch und motivisch miteinander verkn\u00fcpfte Legenden. Augenscheinlich jedenfalls: Legenden sind typischerweise Heiligengeschichten, mit historischem oder f\u00fcr historisch gehaltenem Kern; sie erz\u00e4hlen von einem Martyrium oder wundersamen Begebenheiten. Und wenn es hier auch um Heilige und Wundertaten geht, so sind diese Legenden oft&#8230; subversiv diesseitig? (Das liegt wohl auch an Kellers Besch\u00e4ftigung mit Ludwig Feuerbach. Der war zwar mein Schwerpunkt im Kolloquium anno 1987, aber viel ist nicht mehr da, und viel war da sicher auch nie da, so von heute aus betrachtet. Trotzdem, 15 Punkte.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur ersten (&#8222;Eugenia&#8220;) und letzten Erz\u00e4hlung (&#8222;Das Tanzlegendchen&#8220;) habe ich nichts zu sagen, deshalb nur hier deren Titel.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Jungfrau und der Teufel<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Graf braucht Geld, um seine Schulden bezahlen und weiter wohlt\u00e4tige Werke aus\u00fcben zu k\u00f6nnen, und verkauft deshalb seine Frau an, nun ja, den Teufel &#8211; eine Kombination von Unmoralischem Angebot &amp; Meet Joe Black, ohne die Frau \u00fcberhaupt gefragt zu haben. Zur \u00dcbergabe an Walpurgis reitet der Graf mit der nichts ahnenden Bertrade los, die aber auf dem Weg in einem Kirchlein die Muttergottes um Beistand bittet und diesen auch erh\u00e4lt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Da fiel sie in einen tiefen Schlaf; die Jungfrau sprang vom Altar herunter, nahm Gestalt und Kleidung der Schlafenden an, trat aus der T\u00fcre frischen Mutes und bestieg das Pferd, worauf sie an der Seite des Grafen und an Bertradens Statt den Weg fortsetzte.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oookay. Da wurde ich zum ersten Mal misstrauisch. Das Motiv der Erdenwanderung kannte ich vom Herrgott, mit oder ohne Petrus, und von Odin und so weiter, aber nicht von Maria. Gibt es wohl schon, oder zumindest erweiterte Erscheinungen, wie ein Blick in die Enzyklop\u00e4die des M\u00e4rchens zeigt. Aber was folgt, ist dann schon recht unmarienhaftes Verhalten, finde ich. Denn Maria-Bertrade steigt zu dem fremden Ritter, der &#8222;ganz manierlich&#8220; ist. Und der hat alles f\u00fcr ein sch\u00f6nes Stelldichein vorbereitet, und Maria tr\u00e4gt ihren Teil zu einem sch\u00f6nen Ambiente bei:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Unversehens hielt der Reiter an, sprang vom Pferde und half der Dame mit den Geb\u00e4rden eines vollkommenen Ritters aus dem Sattel. Kaum ber\u00fchrte ihr Fu\u00df die Heide, so entspro\u00df rings um das Paar ein mannshoher Rosengarten mit einem herrlichen Brunnen und Ruhesitz, \u00fcber welchem ein Sternenhimmel funkelte, so hell, da\u00df man bei seinem Lichte h\u00e4tte lesen k\u00f6nnen. Der Brunnen aber bestand aus einer gro\u00dfen runden Schale, in welcher einige Teufel in der Weise, wie man heutzutage lebende Bilder macht, eine verf\u00fchrerische wei\u00dfe Marmorgruppe sch\u00f6ner Nymphen bildeten oder darstellten. Sie gossen schimmerndes Wasser aus ihren hohlen H\u00e4nden, wo sie es hernahmen, wu\u00dfte nur ihr Herr und Meister; das Wasser machte die lieblichste Musik, denn jeder Strahl gab einen andern Ton, und das Ganze schien gestimmt wie ein Saitenspiel. Es war sozusagen eine Wasserharmonika, deren Akkorde alle S\u00fc\u00dfigkeiten der ersten Mainacht durchbebten und mit den reizenden Formen der Nymphengruppe ineinanderflossen; denn das lebende Bild stand nicht still, sondern wandelte und drehte sich unvermerkt.<\/p><p>Nicht ohne feine Bewegung f\u00fchrte der seltsame Herr die Frau zu dem Ruhesitz und lud sie ein, Platz zu nehmen; dann aber ergriff er gewaltsam z\u00e4rtlich ihre Hand und sagte mit einer das Mark ersch\u00fctternden Stimme: \u00bbIch bin der ewig Einsame, der aus dem Himmel fiel! Nur die Minne eines guten irdischen Weibes in der Mainacht l\u00e4\u00dft mich das Paradies vergessen und gibt mir Kraft, den ewigen Untergang zu tragen. Sei mit mir zu zweit, und ich will dich unsterblich machen und dir die Macht geben, Gutes zu tun und B\u00f6ses zu hindern, soviel es dich freut!\u00ab<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der einsame melancholische edle Verfluchte; wir kennen ihn aus vielen Geschichten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Er warf sich leidenschaftlich an die Brust des sch\u00f6nen Weibes, welches seine Arme l\u00e4chelnd \u00f6ffnete; aber in demselben Augenblicke nahm die Heilige Jungfrau ihre g\u00f6ttliche Gestalt an und schlo\u00df den Betr\u00fcger, der nun gefangen war, mit aller Gewalt in ihre leuchtenden Arme. Augenblicklich verschwand der Garten samt Brunnen und Nachtigall, die kunstreichen D\u00e4monen, so das lebende Bild gemacht, entflohen als \u00fcble Geister mit \u00e4ngstlichem Wimmern, ihren Herren im Stich lassend, und dieser rang mit Titanengewalt, sich aus der qualvollen Umarmung loszuwinden, ohne einen Laut zu verlieren.<\/p><p>Die Jungfrau hielt sich aber tapfer und entlie\u00df ihn nicht, obgleich sie alle Kraft zusammennehmen mu\u00dfte; sie hatte nichts Minderes im Sinn, als den \u00fcberlisteten Teufel vor den Himmel zu tragen und ihn dort in all seinem Elend zum Gel\u00e4chter der Seligen an einen T\u00fcrpfosten zu binden.<\/p><p>Allein der B\u00f6se \u00e4nderte seine Kampfweise, hielt sich ein Weilchen still und nahm die Sch\u00f6nheit an, welche er einst als der sch\u00f6nste Engel besessen, so da\u00df es der himmlischen Sch\u00f6nheit Marias naheging. Sie erh\u00f6hte sich soviel als m\u00f6glich; aber wenn sie gl\u00e4nzte wie Venus, der sch\u00f6ne Abendstern, so leuchtete jener wie Luzifer, der helle Morgenstern, so da\u00df auf der dunkeln Heide ein Leuchten begann, als w\u00e4ren die Himmel selbst herniedergestiegen.<\/p><p>Als die Jungfrau merkte, da\u00df sie zuviel unternommen und ihre Kr\u00e4fte schwanden, begn\u00fcgte sie sich, den Feind gegen Verzicht auf die Grafenfrau zu entlassen, und alsbald fuhren die himmlische und die h\u00f6llische Sch\u00f6nheit auseinander mit gro\u00dfer Gewalt. Die Jungfrau begab sich etwas erm\u00fcdet nach ihrem Kirchlein zur\u00fcck; der B\u00f6se hingegen, unf\u00e4hig, l\u00e4nger irgendeine Verwandlung zu tragen, und wie an allen Gliedern zermalmt, schleppte sich in grausig d\u00fcrftiger Gestalt, wie der leibhafte geschw\u00e4nzte Gram, im Sande davon.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letztlich besteht die Kampfweise Marias darin, den ihr Verfallenen m\u00f6glichst fest an sich zu pressen. Und dann leuchtet sie hell, und er hell, und sie noch heller, bis beide verausgabt sind. Nun ja.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bertrades Mann stirbt noch in dieser Nacht, und Maria wird sich auf die Suche nach einem Nachfolger f\u00fcr sie machen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Jungfrau als Ritter<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der junge Ritter Zendelwald wird vom Kaiser zu Bertrade geschickt, dessen Kommen zu arrangieren. Zendelwald &#8222;besah sich ehrerbietig die herrlichen S\u00e4le, Zinnen und G\u00e4rten und verliebte sich nebenbei heftig in die Besitzerin.&#8220; Aber er ist zur\u00fcckhaltend, denkt zuviel und steht sich selber im Weg. Der Kaiser kommt und will Bertrade verheiraten, sie schl\u00e4gt ein Turnier vor, dessen Gewinner ihr Gemahl sein wird. Zendelwald entschlie\u00dft sich zwar zur Teilnahme, oder eher: seine resolute Mutter treibt ihn dorthin, aber er hat eigentlich keine Chance ohne Hilfe:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Da stieg die Jungfrau Maria wieder von ihrem Altare herunter, nahm seine Gestalt und Waffenr\u00fcstung an, bestieg sein Pferd und ritt, geschlossenen Helmes, eine k\u00fchne Brunhilde, an Zendelwalds Statt nach der Burg.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maria als Br\u00fcnhilde&#8230; zwischendrin versetzt sie noch einmal dem Teufel einen kleinen Tritt, was ihre Laune erheitert. Maria hat Laune?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Durch das kleine Abenteuer erheitert, ritt sie voll guten Mutes vollends auf die Burg Bertrades, wo sie eben ankam, als die zwei st\u00e4rksten K\u00e4mpen \u00fcbriggeblieben, um die Entscheidung unter sich herbeizuf\u00fchren.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und diese zwei Gegner haben es in sich. Der eine &#8222;trug einen pechschwarzen Schnurrbart, dessen Spitzen so steif gedreht waagrecht in die Luft ragten, da\u00df zwei silberne Gl\u00f6ckchen, die daran hingen, sie nicht zu biegen vermochten und fortw\u00e4hrend klingelten, wenn er den Kopf bewegte. Dies nannte er das Gel\u00e4ute des Schreckens f\u00fcr seine Feinde, des Wohlgefallens f\u00fcr seine Dame!&#8220; Der andere hat &#8222;die aus seinen Nasl\u00f6chern hervorstehenden Haare etwa sechs Zoll lang wachsen lassen und in zwei Z\u00f6pfchen geflochten, welche ihm \u00fcber den Mund herabhingen und an den Enden mit zierlichen roten Bandschleifchen geschm\u00fcckt waren.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maria besiegt als linkischer Zindelwald die beiden komischen Muskelprotzes und schneidet &#8222;mit ihrem Dolche die beiden Schn\u00e4uze mit den Silbergl\u00f6cklein ab, welche sie an ihrem Wehrgeh\u00e4nge befestigte, indessen die Fanfaren sie oder vielmehr den Zendelwald als Sieger begr\u00fc\u00dften.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit hat Maria-Zindelwald das Turnier gewonnen und macht sich jetzt an das Herz von Bertrade. Stellt sich heraus, Maria kann ganz gut mit Frauen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Dann erhob sie sich und stellte einen Zendelwald dar, wie dieser gew\u00f6hnlich zu bl\u00f6de war, es zu sein. Ohne indessen seiner Bescheidenheit zuviel zu vergeben, gr\u00fc\u00dfte sie Bertraden mit einem Blicke, dessen Wirkung auf ein Frauenherz sie wohl kannte; kurz, sie wu\u00dfte sich als Liebhaber wie als Ritter so zu benehmen, da\u00df Bertrade ihr Wort nicht zur\u00fccknahm, sondern dem Zureden des Kaisers, der am Ende froh war, einen so tapfern und edlen Mann m\u00e4chtig zu sehen, ein williges Ohr lieh.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt Bl\u00fcmchen, wie es sie mehr auch bei Disney nicht geben w\u00fcrde:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Heitere Wonne verbreitete sich \u00fcber alle; in den gr\u00fcnen Laubgew\u00f6lben in der H\u00f6he sangen die V\u00f6gel um die Wette mit den Musikinstrumenten, ein Schmetterling setzte sich auf die goldene Krone des Kaisers, und die Weinpokale dufteten wie durch einen besonderen Segen gleich Veilchen und Reseda.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende sendet Bertrade noch ein &#8222;hei\u00dfes stilles&#8220; Gebet an Maria, und die kriegt das nat\u00fcrlich gleich mit, weil sie neben ihr sitzt, und gibt Bertrade einen Kuss, der es in sich hat:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Aber vor allen f\u00fchlte sich Bertrade so gl\u00fccklich, da\u00df sie, w\u00e4hrend Zendelwald sie bei der Hand hielt, in ihrem Herzen ihrer g\u00f6ttlichen Besch\u00fctzerin gedachte und derselben ein hei\u00dfes stilles Dankgebet abstattete. Die Jungfrau Maria, welche ja als Zendelwald neben ihr sa\u00df, las dies Gebet in ihrem Herzen und war so erfreut \u00fcber die fromme Dankbarkeit ihres Sch\u00fctzlings, da\u00df sie Bertraden z\u00e4rtlich umfing und einen Ku\u00df auf ihre Lippen dr\u00fcckte, der begreiflicherweise das holde Weib mit himmlischer Seligkeit erf\u00fcllte; denn wenn die Himmlischen einmal Zuckerzeug backen, so ger\u00e4t es zur S\u00fc\u00dfe.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Jungfrau und die Nonne<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur ganz kurz: Die sch\u00f6ne Nonne Beatrix, K\u00fcsterin im Kloster, &#8222;sah Waffen funkeln, h\u00f6rte das Horn der J\u00e4ger aus den W\u00e4ldern und den hellen Ruf der M\u00e4nner, und ihre Brust war voll Sehnsucht nach der Welt.&#8220; Und so verl\u00e4sst sie eines Nachts das Kloster, nachdem sie Maria die Schl\u00fcssel ihres Amtes \u00fcbergeben hat, wird Geliebte des ersten Ritters, dem sie begegnet, bis der sie im Gl\u00fccksspiel an einen anderen Ritter verliert. Mit Hilfe der heiligen Maria erw\u00fcrfelt sich Beatrix ihre Freiheit zur\u00fcck, geht zur\u00fcck zu ihrem Ritter Wonnebold, der sie daraufhin zu einer ehrbaren Frau und standesgem\u00e4\u00dfen Gef\u00e4hrtin macht.  Sie gebiert ihm acht Kinder, bis sie eines Nachts wieder meint: so, es reicht, und zur\u00fcck ins Kloster geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort ist ihre Abwesenheit gar nicht aufgefallen, weil w\u00e4hrend dieser Maria &#8222;ihre Stelle in der Nonne eigener Gestalt versehen&#8220; hat. Zum Schluss fertigen die Nonne zu einem Feiertag Geschenke f\u00fcr die Gottesmutter an; Beatrix kann zwar keine Handarbeiten, aber alle staunen, als zuf\u00e4lligerweise Beatrix&#8216; Ehemann mit seinen acht strammen S\u00f6hnen vorbeikommt. Alle erfahren die Geschichte, und Maria segnet die Kinder.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der schlimm-heilige Vitalis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein Favorit unter den Geschichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der fromme M\u00f6nch Vitalis l\u00e4dt eine schlimme Last auf sich, wie es M\u00e4rtyrer zu tun pflegen. Allerdings geht er unerwartet vor: Er geht nachts in Bordelle und zu Prostitutierten und bekehrt sie durch Gebete und besorgt ihnen danach jeweils einen Platz in einem Kloster. Das macht er aber heimlich, so dass er nach au\u00dfen den Ruf eines verderbten L\u00fcstlings hat, und diesen Ruf genie\u00dft er sozusagen als sein Martyrium. Einmal ger\u00e4t er an eine Frau, die er nicht \u00fcberzeugen kann. Er geht wieder und wieder zu ihr, bietet ihr Geld, sie nimmt es und gibt sich \u00fcberzeugt, nur um in der Nacht darauf das Spiel zu wiederholen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrenddessen hat die Nachbarstochter Jole ein Auge auf den feschen Priester geworfen; sie erkennt, dass sein schlechter Ruf ungerechtfertigt ist. Sie bezahlt die Prostituierte, ihre Position aufzugeben, und richtet sich selber in deren Haus ein &#8211; gibt vor, selbst diesen Beruf aus\u00fcben zu wollen, worauf sich Vitalis voller Elan die H\u00e4nde reibt und sie zu bekehren versucht. Nach und nach gibt sie vor, auf den rechten Weg zu gelangen; gleichzeitig sorgt sie daf\u00fcr, dass Vitalis feine Kleidung anzieht und sich wie ein ordentlicher Mann benimmt und letztlich bei ihrem Vate rum ihre hand anh\u00e4lt. Am Ende gibt er also ein Martyrium auf und wird ein noch besserer Ehemann, als er M\u00e4rtyrer gewesen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mir gef\u00e4llt an dieser Geschichte das Schwankhafte, und das Katz- und Maus-Spiel mit der umgedrehten Erotik, und Kellers feiner Humor &#8211; deshalb und zum Festhalten f\u00fcr mich hier einige Zitate. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant finde ich, wie faszinierend Vitalis seine Arbeit und die Frauen findet, als w\u00e4re ihm doch das Laster sch\u00f6ner als die Tugend: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Hier aber konnte er gar nicht ins Innere gelangen, um seine fromme Tat zu beginnen; und doch reizte es ihn \u00fcber alle Ma\u00dfen, gerade diese rotschimmernde Satanstochter zu b\u00e4ndigen, weil gro\u00dfe sch\u00f6ne Menschenbilder immer wieder die Sinne verleiten, ihnen einen h\u00f6heren menschlichen Wert zuzuschreiben, als sie wirklich haben.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Vitalis in dieser Szene &#8222;unger\u00fchrt von ihren Reizen&#8220; ist, glaube ich sogar, aber von irgend etwas ist er ger\u00fchrt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Das Lachen verbei\u00dfend, schaute sie darein, als ob sie von nichts w\u00fc\u00dfte, und der M\u00f6nch pr\u00fcfte sie mit ungewissen und kummervollen Blicken und wu\u00dfte nicht, wie er es anpacken sollte, sie zur Rede zu stellen. Als sie aber pl\u00f6tzlich in verlockende Geb\u00e4rden \u00fcberging und mit der Hand in seinen gl\u00e4nzenden dunkeln Bart fahren wollte, da brach das Gewitter seines geistlichen Gem\u00fctes m\u00e4chtig los, zornig schlug er ihr auf die Hand, warf sie dann auf ihr Bett, da\u00df es erzitterte, und indem er auf sie hinkniete und ihre H\u00e4nde festhielt, fing er, unger\u00fchrt von ihren Reizen, dergestalt an, ihr in die Seele zu reden, da\u00df ihre Verstocktheit endlich sich zu l\u00f6sen schien.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frau entdeckt Vitalis als Einkommensquelle:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Sie bereute und bekehrte sich zum dritten Mal, und auf gleiche Weise zum vierten und f\u00fcnften Mal, da sie diese Bekehrungen eintr\u00e4glicher fand als alles andere und \u00fcberdies der b\u00f6se Geist in ihr ein h\u00f6llisches Vergn\u00fcgen empfand, mit wechselnden K\u00fcnsten und Erfindungen den armen M\u00f6nch zu \u00e4ffen.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vielen Besuche sind schlecht f\u00fcr den Ruf des M\u00f6nchs, und er genie\u00dft diese Art der Kasteiung:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>und wenn dies alles ihm endlich in seinem Herzen schwer und schwerer zu tragen war, so bestrebte er sich um so eifriger, vor der Welt die schlimme Au\u00dfenseite mit frivolen Worten aufrechtzuhalten. Denn diese m\u00e4rtyrliche Spezialit\u00e4t hatte er einmal erw\u00e4hlt. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da naht Hilfe in Form der durchaus marienkritischen Nachbarstochter Jole:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Pl\u00f6tzlich entschlo\u00df sie sich, wenn die Jungfrau Maria nicht soviel Verstand habe, den Verirrten auf einen wohlanst\u00e4ndigeren Weg zu f\u00fchren, dies selbst zu \u00fcbernehmen und ihr etwas ins Handwerk zu pfuschen, nicht ahnend, da\u00df sie selbst das unbewu\u00dfte Werkzeug der bereits einschreitenden Himmelsk\u00f6nigin war.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann zieht Jole zumindest in der Nacht in die Wohnung der Prostitutierten und erz\u00e4hlt Vitalis, ab jetzt diesem Beruf nachgehen zu wollen. Das bringt Vitalis geradezu ins Schwelgen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Er strich sich vor Vergn\u00fcgen den Bart, einmal so zur rechten Zeit auf dem Platz erschienen zu sein, und um sein Behagen noch l\u00e4nger zu genie\u00dfen, sagte er langsam und humoristisch:<\/p><p>\u00bbUnd dann nachher, mein T\u00e4ubchen?\u00ab<\/p><p>\u00bbNachher will ich in die H\u00f6lle fahren als eine aller\u00e4rmste Seele, wo die sch\u00f6ne Frau Venus ist, oder vielleicht auch, wenn ich einen guten Prediger finde, etwa sp\u00e4ter in ein Kloster gehen und Bu\u00dfe tun!\u00ab<\/p><p>\u00bbGut so, immer besser!\u00ab rief er, \u00bbdas ist ja ein ordentlicher Kriegsplan und gar nicht \u00fcbel erraten! Denn was den Prediger betrifft, so ist er schon da, er steht vor dir, du schwarz\u00e4ugiges H\u00f6llenbr\u00e4tchen! Und das Kloster ist dir auch schon hergerichtet wie eine Mausfalle, nur da\u00df man unges\u00fcndigt hineinspaziert, verstanden? Unges\u00fcndigt bis auf den sauberen Vorsatz, der indessen einen erklecklichen Reueknochen f\u00fcr dein ganzes Leben abgeben und n\u00fctzlich sein mag; denn sonst w\u00e4rst du kleine Hexe auch gar zu possierlich und scherzhaft f\u00fcr eine rechte B\u00fc\u00dferin! Aber nun\u00ab, fuhr er mit ernster Stimme fort, \u00bbherunter vorerst mit den Rosen vom Kopf und dann aufmerksam zugeh\u00f6rt!\u00ab<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;H\u00f6llenbr\u00e4tchen&#8220; nennt er sie, sp\u00e4ter auch &#8222;die kleine H\u00f6llenkandidatin&#8220;. Jole l\u00e4sst sich von ihm gen\u00fcsslich-verf\u00fchrerisch die Leviten lesen, was ihr leicht f\u00e4llt, da sie ihren S\u00fcndenplan ja nur vorgibt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Jole dagegen machte es sich bequem; sie legte sich mit dem Oberleib auf den Teppich zur\u00fcck, schlang die Arme um den Kopf und betrachtete aus halbgeschlossenen Augen unverwandt den M\u00f6nch, der vor ihr stand und predigte. Einigemal schlo\u00df sie die Augen, wie vom Schlummer beschlichen, und sobald Vitalis das gewahrte, stie\u00df er sie mit dem Fu\u00dfe an, um sie zu wecken. Aber diese m\u00fcrrische Ma\u00dfregel fiel dennoch jedesmal milder aus, als er beabsichtigte; denn sobald der Fu\u00df sich der schlanken Seite des M\u00e4dchens n\u00e4herte, m\u00e4\u00dfigte er von selbst seine Schwere und ber\u00fchrte nur sanft die zarten Rippen, und dessenungeachtet str\u00f6mte dann eine gar seltsamliche Empfindung den ganzen langen M\u00f6nch hinauf, eine Empfindung, die sich bei allen den vielen sch\u00f6nen S\u00fcnderinnen, mit denen er bisher verkehrt, im entferntesten nie eingestellt hatte.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich behauptet sie, \u00fcberzeugt worden zu sein, und gesteht ihm gleichzeitig (aber immer noch in der Rolle der Bekehrten) ihre Liebe. Vitalis ist erst verwirrt und sucht Hilfe bei der Gottesmutter Maria, aber wir sehen schon, dass es keine ganz christliche Maria ist:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Er schl\u00fcpfte daher in seiner Bedr\u00e4ngnis in ein Gottesh\u00e4uschen, wo vor kurzem ein sch\u00f6nes altes Marmorbild der G\u00f6ttin Juno, mit einem goldenen Heiligenschein versehen, als Marienbild aufgestellt worden war, um diese Gottesgabe der Kunst nicht umkommen zu lassen.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim n\u00e4chsten Besuch hat Jole das bisher sehr schlichte Appartment stilvoll-festlich hergerichtet:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>[A]uf einem bl\u00fchwei\u00dfen Ruhbett, an dessen Seide kein unordentliches F\u00e4ltchen sichtbar war, sa\u00df Jole herrlich geschm\u00fcckt, in s\u00fc\u00df bek\u00fcmmerter Melancholie, gleich einem spintisierenden Engel. Unter dem sch\u00f6nfaltigen Brustkleide wogte es so rauh wie der Sturm in einem Milchbecher, und so sch\u00f6n die wei\u00dfen Arme ergl\u00e4nzten, die sie unter der Brust \u00fcbereinandergelegt hatte, so sah doch all dieser Reiz so gesetzlich und erlaubt in die Welt, da\u00df Vitalissens gewohnte Redekunst in seinem Halse steckenblieb.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spintisierender Engel! Sturm im Milchbecher! Ich musste sehr lachen beim Lesen. &#8211; Jole gibt vor, Vitalis\u2018 Ablehnung ihres Antrags zu akzeptieren, will ihn nur vorher einmal in feiner Kleidung und rasiert und so weiter sehen. Er l\u00e4sst sich darauf ein und wird verw\u00f6hnt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Jole mischte dem stillen Vitalis eine Schale Wein und reichte ihm liebevoll etwas zu essen, so da\u00df er sich wie zu Hause f\u00fchlte und ihm fast seine Kinderjahre in den Sinn kamen, wo er als Kn\u00e4bchen z\u00e4rtlich von seiner Mutter gespeist worden.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Morgen ist Jole weg und Vitalis sieht immer noch fein aus. Das ist ihm sichtlich peinlich, er druckst vor dem Ausgang herum: \u201eEr steckte nun vorsichtig den Kopf bald durch diese, bald durch jene \u00d6ffnung auf die Stra\u00dfe und zog sich jedesmal zur\u00fcck, wenn jemand nahte.\u201c Fasst dann aber doch einen Entschluss:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Endlich warf er sich auf das seidene Ruhbett, so bequem und l\u00e4ssig, als ob er nie auf einem harten M\u00f6nchslager geruht h\u00e4tte; dann raffte er sich zusammen, ordnete das Gewand und schlich aufgeregt an die Haust\u00fcre. Dort z\u00f6gerte er noch ein Weilchen; pl\u00f6tzlich aber ri\u00df er sie weit auf und ging mit Glanz und W\u00fcrde ins Freie. Niemand erkannte ihn; alles hielt ihn f\u00fcr einen gro\u00dfen Herren aus der Ferne, welcher sich hier zu Alexandria einige gute Tage mache.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und h\u00e4lt um Joles Hand an und wird ein fabelhafter Ehemann, und sein selbst gew\u00e4hltes Martyrium ist zu Ende.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Dorotheas Blumenk\u00f6rbchen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig traditionelle Legendenerz\u00e4hlung, nur etwas variiert, zur Heiligen Dorothea. Die entdeckt das Christentum f\u00fcr sich (hier: aus ungl\u00fccklicher Liebe, lange Geschichte):<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Aber wo sie stand und ging, sprach sie jetzt nichts als in den z\u00e4rtlichsten und sehns\u00fcchtigsten Ausdr\u00fccken von einem himmlischen Br\u00e4utigam, den sie gefunden, der in unsterblicher Sch\u00f6nheit ihrer warte, um sie an seine leuchtende Brust zu nehmen und ihr die Rose des ewigen Lebens zu reichen usw.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mir geht es um dieses letzte &#8222;usw.&#8220; (im Erstdruck steht &#8222;u. s. w.&#8220;).  Soll man das in modernen Ausgaben abgek\u00fcrzt lassen oder ausschreiben? Ich habe beide Varianten gesehen. Zumindest f\u00fcr mich liest sich die Version mit der Abk\u00fcrzung deutlich schelmenhaft lapidarer als die ausgeschriebene. Andererseits war es im 19. Jahrhundert \u00fcblicher, auch im Erz\u00e4hltext solche Abk\u00fcrzungen zu verwenden. Leider wei\u00df ich nichts \u00fcber das Abk\u00fcrzungsverhalten bei Gottfried Keller, weder handschriftlich noch im Druck, und in diesem Buch gibt es keinen vergleichbaren Fall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(5 Kommentare.) Gottfried Kellers Romane Der gr\u00fcne Heinrich und Martin Salander habe ich nie gelesen, sie klingen mir immer noch zu ernst; aber seine Novellenzyklen Die Leute von Seldwyla, Z\u00fcricher Novellen und Das Sinngedicht schon &#8211; und jetzt eben auch die Sieben Legenden. Man \u00fcbersch\u00e4tzt gerne dicke B\u00fccher, weil man stolz darauf ist, sie gelesen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[7],"tags":[224,307,263],"class_list":["post-19116","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-buecher","tag-gottfried-keller","tag-poetischer-realismus"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19116","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19116"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19116\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21878,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19116\/revisions\/21878"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19116"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19116"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19116"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}