{"id":1988,"date":"2008-09-28T09:40:29","date_gmt":"2008-09-28T07:40:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=1988"},"modified":"2009-03-21T09:37:38","modified_gmt":"2009-03-21T08:37:38","slug":"forstlicher-versuchsgarten-grafrath","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2008\/09\/forstlicher-versuchsgarten-grafrath.htm","title":{"rendered":"Forstlicher Versuchsgarten Grafrath"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2008\/09\/forstlicher-versuchsgarten-grafrath.htm#comments'>2 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Am Freitag war Personalausflug. Diesmal hielt es der Personalrat (also wir) f\u00fcr sinnvoll, nicht so weit wegzufahren &#8211; weil alle noch sehr mit dem Umzug der Schule besch\u00e4ftigt sein w\u00fcrden. M\u00f6glicherweise war das schon gar nicht mehr bei allen so.<\/p>\n<p>Wir waren dann jedenfalls im <strong><a href=\"http:\/\/www.forstlicher-versuchsgarten.de\/\">Forstlichen Versuchsgarten Grafrath<\/a><\/strong> und ich fand das sehr interessant. Diese Anlage gibt es seit 1881, ihr Ziel die Untersuchung, welche nicht einheimischen Baumarten in unserem Klima ertragreich angepflanzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Denn in Europa, so wurde uns erkl\u00e4rt, gibt es nicht viele Baumarten. 600 Eichenarten gibt es weltweit, davon h\u00f6chstens drei in Europa. Vor der Eiszeit gab es auch hier sehr viel mehr Baumarten, die im hiesigen Klima durchaus gedeihen &#8211; aber nach der Eiszeit konnten sie aus dem S\u00fcden nicht mehr zur\u00fcckwandern in den Norden, da die in Ost-West-Richtung verlaufenden Gebirge wie die Pyren\u00e4en und die Alpen das verhinderten. Anders etwa in Nordamerika, wo die gro\u00dfen Gebirge &#8211; die Rocky Mountains, die Appalachen &#8211; in Nord-S\u00fcd-Richtung verlaufen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/versuchsgarten1.jpg\" alt=\"\" title=\"versuchsgarten1\" width=\"275\" height=\"411\" class=\"alignnone size-full wp-image-1990\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/versuchsgarten2.jpg\" alt=\"\" title=\"versuchsgarten2\" width=\"275\" height=\"411\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1991\" \/><\/p>\n<p>Der Versuchsgarten ist 32 Hektar gro\u00df, ein Teil davon ist f\u00fcr Besucher ge\u00f6ffnet (einfach reingehen und herumlaufen), es gibt ein <a href=\"http:\/\/www.lwf.bayern.de\/oekosystem_wald\/waldbaeume\/forstl_versuchsgarten_grafrath\/jahresprogramm\/\">Jahresprogramm<\/a>, Schulklassen willkommen, weitere F\u00fchrungen f\u00fcr Gruppen auf Anfrage. Die lohnen sich auch, weil man sonst vor lauter Wald die B\u00e4ume nicht sieht, oder zumindest nicht unterscheidet. Dabei w\u00e4chst wirklich alles m\u00f6gliche nebeneinander, das man in heimischen W\u00e4ldern gar nicht findet. Im \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Teil gibt es einige Schautafeln, Wegschilder, immer wieder mal ein bisschen Kunst im Wald. Hat ein bisschen was von Zauberwald.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"550\" height=\"367\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/versuchsgarten3.jpg\" alt=\"\" title=\"versuchsgarten3\" class=\"alignnone size-full wp-image-1992\" \/><\/p>\n<p>Auch einen Mammutbaum (Sequoia) gibt es. Bei ihm habe ich das Wort <strong>Spechtschmiede<\/strong> gelernt: So hei\u00dfen die ausgeh\u00f6hlten Dellen im Baum, in die der Specht seine Nadelbaumzapfen klemmt, um so an die Samen heranzukommen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"550\" height=\"367\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/versuchsgarten4.jpg\" alt=\"\" title=\"versuchsgarten4\" class=\"alignnone size-full wp-image-1993\" \/><\/p>\n<p>Jetzt wei\u00df ich, warum ich den Specht bei uns auch mal an der Hauswand herumpicken sehe.<\/p>\n<p>Weiter sch\u00f6ne Forst-Fachsprache: &#8222;w\u00fcchsig&#8220; als Adjektiv.<\/p>\n<p>Respekt vor <strong>Thujen<\/strong> gekriegt, die solide B\u00e4ume mit wertvollem Holz abgeben, wenn man sie nicht zu Hecken verkommen l\u00e4sst. Tropenholz ist auch deshalb so wertvoll und gut behandelbar, weil es keine Jahresringe hat. Die <strong>Flatterulme<\/strong> ist die einzige Ulmenart, die resistent gegen das Ulmensterben ist. Jeder au\u00dfer mir kannte die <strong>Zirbe<\/strong> als Baum und jeder au\u00dfer mir wei\u00df, was eine Zirbelstube ist. Die <strong>Douglasie<\/strong> wird trotz Erfolgsstory als europ\u00e4ischer Newcomer seit 150 Jahren genau beobachtet &#8211; wertvolles Holz, aber wenig Insekten am Baum, also schlecht f\u00fcr die Vogelwelt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/versuchsgarten5.jpg\" alt=\"\" title=\"versuchsgarten5\" width=\"275\" height=\"412\" class=\"alignnone size-full wp-image-1994\" \/><\/p>\n<p>Die <strong>Zuckerbirke<\/strong> (Betula lenta, oben ein Foto der Bl\u00e4tter) hat eine dunkle Rinde und wenn man am Zweig raspelt, riecht er nach: <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2005\/08\/root-beer-float.htm\">Root Beer<\/a>. Schon lange nicht mehr gerochen. Mir vorgenommen, f\u00fcrs Lehrerzimmer ein paar Dosen zu besorgen, damit die Kollegen auch mal in den Genuss kommen.<\/p>\n<p>Im Anschluss Kaffee oder Kirche, dann Abendessen. Ein kleines Gr\u00fcppchen blieb ziemlich lange. Den Alois getroffen, der hier auch mitliest und den ich hiermit gr\u00fc\u00dfe. Mit einem neuen Kollegen meiner Generation gesprochen, der <em>Jason King<\/em> beziehunsgweise <em>Department S<\/em> kannte. Tse. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(2 Kommentare.) Am Freitag war Personalausflug. Diesmal hielt es der Personalrat (also wir) f\u00fcr sinnvoll, nicht so weit wegzufahren &#8211; weil alle noch sehr mit dem Umzug der Schule besch\u00e4ftigt sein w\u00fcrden. M\u00f6glicherweise war das schon gar nicht mehr bei allen so. 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