{"id":19926,"date":"2022-01-30T12:24:36","date_gmt":"2022-01-30T11:24:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=19926"},"modified":"2023-05-16T08:56:57","modified_gmt":"2023-05-16T06:56:57","slug":"wolfgang-herrndorf-sand-1-die-sache-mit-dem-flaschenzug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2022\/01\/wolfgang-herrndorf-sand-1-die-sache-mit-dem-flaschenzug.htm","title":{"rendered":"Wolfgang Herrndorf, Sand (1): Die Sache mit dem Flaschenzug"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2022\/01\/wolfgang-herrndorf-sand-1-die-sache-mit-dem-flaschenzug.htm#comments'>1 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p><em>Doch ein loses Ende in <\/em>Sand<em>, ein wortw\u00f6rtliches gar?<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-sequenz-im-buch\">Die Sequenz im Buch<\/h2>\n\n\n\n<p>In Kapitel 16 erwacht einer ohne Ged\u00e4chtnis und mit einer Kopfverletzung in unvertrauter Umgebung &#8211; einem Dachboden, oben in einer Scheune. Im Boden eine gro\u00dfe \u00d6ffnung, dar\u00fcber ist ein Flaschenzug befestigt. Die Figur, ab jetzt unsere Hauptperson, ist bekleidet mit einer Dschellaba, einem in Marokko verbreiteten Kapuzenmantel; darunter ein Anzug. Auf dem R\u00fccken ein h\u00f6lzernes Spielzeug-Automatikgewehr. Nichts von all dem sagt ihr etwas. Unsere Figur muss nach unten, durch die \u00d6ffnung, aber der Flaschenzug ist nicht sehr einladend, die \u00f6lige Kette eignet sich nicht zum Herunterklettern. Springen kann man auch nicht, zu tief. <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt ein Fenster, drau\u00dfen ist W\u00fcste. Der Flaschenzug entgleitet unserer Figur und rauscht komplett nach unten. Im hinteren Teil des Dachbodens, hinter einem Tisch, findet sich eine Leiter. Die reicht aber nicht ganz bis zum Boden. Das hei\u00dft, was schon m\u00f6glich ist: Unsere Figur l\u00e4sst die Leiter nach unten gleiten, bis sie am Boden ist, h\u00e4lt sie gerade noch mit den F\u00fc\u00dfen und sich oben mit den H\u00e4nden fest. Dann ruckelt und wackelt sich die Person balancierend nach unten: Geschafft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-ahnlichkeit-zum-textadventure\">Die \u00c4hnlichkeit zum Textadventure<\/h2>\n\n\n\n<p>Diese Szene sprach zu mir. Ein Held mit Ged\u00e4chntisverlust ist ein Klischee, aber f\u00fcr mich war das noch ein ganz besonderes Klischee: So, genau so wie dieses Kapitel, fangen viele Textadventures (&#8222;Interactive Fiction&#8220;) an. Auch da ist der Ged\u00e4chtnisverlust am Anfang ein bel\u00e4cheltes Klischee, erw\u00e4chst hier aber aus der Spielsituation selber: Man f\u00e4ngt oft in medias res an und wei\u00df \u00fcber die Spielfigur <em>(avatar),<\/em> vom Spielenden <em>(player)<\/em> mit Kommandos gesteuert, h\u00e4ufig erst einmal gar nichts. Man erf\u00e4hrt das alles erst durch die Antworten des Erz\u00e4hlers <em>(parser)<\/em>. Deshalb ist auch ein \u00fcblicher erster Spielzug &#8222;examine me&#8220; oder &#8222;look at me&#8220;, um sich <em>(player)<\/em> ein Bild von sich <em>(avatar)<\/em> zu machen, gefolgt von &#8222;inventory&#8220;, um zu sehen, was man <em>(avatar)<\/em> bei sich tr\u00e4gt. Ganz h\u00e4ufig hat man eine Brieftasche bei sich und darin einen Ausweis: dort erf\u00e4hrt man <em>(player)<\/em> endlich, wer man <em>(avatar)<\/em> ist. Das hei\u00dft, ohne Ged\u00e4chtnisverlust wei\u00df das der Avatar ja schon, aber der Player halt nicht. Es gibt auch ein bekanntes kleines Spiel, das genau mit diesem Topos arbeitet: Aufwachen am Morgen, Blick in die Brieftasche &#8211; nur stellt sich da am Ende heraus, dass der Avatar, aus Gr\u00fcnden, einen fremden Ausweis bei sich hat, und dass der Avatar gar nicht die Figur ist, f\u00fcr die sie der Player gehalten hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Figur in Sand hat eine Brieftasche bei sich, denkt aber erst sp\u00e4ter, zu sp\u00e4t, daran, sie nach einem Ausweis zu durchsuchen. Das ist ein Luxus, den man sich im Computerspiel nicht leisten kann: Selbst wenn man beim ersten Spielen vergisst, nach einem Ausweis zu suchen und ihn zu lesen, kann man beim n\u00e4chsten Durchgang sehr wohl daran denken. Das birgt auch M\u00f6glichkeiten. Im Roman muss die Figur \u00fcberlegen, dass ein Sprung vom Dachboden aufgrund der H\u00f6he vermutlich t\u00f6dlich enden wird, und diesen Sprung unterlassen. Ganz \u00fcblich f\u00fcr ein Spiel ist aber, dass man als Player alles ausprobieren kann: Springen, an der Kette herunterklettern, das Fenster einschlagen, um Hilfe rufen. Wenn man stirbt, versucht man beim n\u00e4chsten Mal etwas anderes. <\/p>\n\n\n\n<p>Sehr h\u00e4ufig ist es auch so, dass man sich am Anfang eines solchen Spiels erst einmal in einem r\u00e4umlich begrenzten Bereich befindet, nur einen oder zwei R\u00e4ume gro\u00df, und dass man erst einmal ein kleines R\u00e4tsel l\u00f6sen muss, um sich aus diesem Bereich zu befreien. Erst daraufhin stehen einem dann gr\u00f6\u00dfere Teile der Spielwelt zur Verf\u00fcgung. Woher diese Tradition kommt, wei\u00df ich nicht, ich kann mir aber vorstellen, dass das eine Art Tutorial ist &#8211; erst mal die Optionen reduzieren und ein klar definiertes, eindeutiges R\u00e4tsel l\u00f6sen, bis man sich in das Spiel eingefunden hat. Das haben wir auch hier: Nach unten kommen, aber wie &#8211; Leiter, Flaschenzug, Kette, Fenster? Dazu: Wenige Objekte, die physische Manipulation von Objekten, und keine anderen Menschen, weil die so schwierig zu programmieren sind, all das ist typisch f\u00fcr solche Spiele.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-szene-als-spiel-und-die-sache-mit-dem-flaschenzug\">Die Szene als Spiel, und die Sache mit dem Flaschenzug<\/h2>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/sand\/play.html\" target=\"_blank\">Jedenfalls&#8230; habe ich diese Szene aus <em>Sand <\/em>als Spiel nachprogrammiert.<\/a> Es ist aber wirklich nur der Anfang, und auf Englisch, weil das schneller zu programmieren geht. Allein daf\u00fcr musste ich die Aktionen Schie\u00dfen, Lesen, Graben und Putzen programmieren, die das Spielsystem bis dahin noch nicht kannte, und einen Flaschenzug programmieren, an den man etwas h\u00e4ngen und den man befestigen und l\u00f6sen kann, jedenfalls theoretisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, der Flaschenzug. F\u00fcr die Geschichte im Roman ist es wichtig, dass dieser ganze Flaschenzug, mit Kette und allem drum und dran, sich l\u00f6st und nach unten f\u00e4llt: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Kette l\u00f6ste sich vom Nagel, und der Flaschenzug setzte sich langsam in Bewegung. Den Kopf zwischen die Schultern gezogen, sah er versteinert zu, wie die Apparatur gravit\u00e4tisch in die Tiefe fuhr und mit einem dumpfen Laut unten aufschlug. H\u00f6hnisch rasselnd folgte die Kette, die sich \u00fcber die obere Rolle abspulte und klirrend aus dem Bild verschwand.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Nun musste ich diesen Flaschenzug f\u00fcr das Spiel mit Worten so beschreiben, dass man ihn sich eindeutig vorstellen kann. Und man muss mit ihm interagieren k\u00f6nnen &#8211; detailliert, wenn er ein wichtiges Spielobjekt ist, ansonsten oberfl\u00e4chlich. Dazu musste ich erst mal selber verstehen, wie dieser Flaschenzug aufgebaut ist &#8211; und wie es dazu kommen kann, dass er mitsamt der Kette nach unten rasselt. Denn es gibt viele verschiedene Arten von Flaschenz\u00fcgen, das sind nur ein paar davon:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/640px-Tackles.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-19934\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/640px-Tackles.png 640w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/640px-Tackles-300x200.png 300w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/640px-Tackles-150x100.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Welkinridge\" target=\"_blank\">Welkinridge<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Tackles.png\" target=\"_blank\">Tackles<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/legalcode\" target=\"_blank\">CC BY-SA 3.0<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dass das auf Englisch \u201eblock and tackle\u201c hei\u00dft, wusste ich, aber nicht, was die einzelnen Elemente sind. Ein <em>block<\/em> ist das untere oder obere Teil, das im einfachsten Fall (gun tackle, ganz links) nur aus einer Rolle (\u201epulley\u201c) besteht. Beim <em>double tackle<\/em> sind oben und unten jeweils zwei Rollen (\u201epulleys\u201c) montiert, die unabh\u00e4ngig von einander beweglich sind. Beim <em>luff tackle<\/em> zum Beispiel sind oben zwei Rollen und unten eine, weil das Seil ja oben zweimal herumgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber den Flaschenzug im Buch erfahren wir: &#8222;Vom Flaschenzug lief eine \u00f6lige Kette \u00fcber gro\u00dfe Rollen zu einem St\u00fctzbalken, wo sie an einem Nagel festgehakt war. Er machte die Kette los, lie\u00df den schweren Flaschenzug ein wenig auf- und abfahren und hakte ihn wieder ein.&#8220; Und vor allem das hier:  &#8222;Es gab zwei Rollen, die Kette lief von oben kommend einmal um die untere Rolle, dann in einer Schlaufe um die obere Rolle.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das sieht mir nach dem einfachen <em>gun tackle<\/em> aus. Das eine Ende der Kette, an dem man zieht, h\u00e4ngt an einem Haken. Und wenn man das vom Haken l\u00f6st und dann losl\u00e4sst, saust das bewegliche Rollenteil nach unten und die Kette mit &#8211; aber das andere Ende der Kette bleibt weiter oben befestigt. Hm. Rei\u00dft der nach unten sausende Teil die Kette oben aus der  Befestigung? Allerdings muss die Kette ja lang genug sein, dass das Teil am Boden aufkommt, bevor die Aufh\u00e4ngung belastet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders w\u00e4re es beim <em>gun tackle, <\/em>Variante \u201erove to advantage\u201c &#8211; das hei\u00dft, dass man in die Richtung zieht, in die sich die Last bewegen soll, statt andersherum:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"399\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/399px-Pulley2.svg_.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-19936\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/399px-Pulley2.svg_.png 399w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/399px-Pulley2.svg_-200x300.png 200w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/399px-Pulley2.svg_-100x150.png 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 399px) 100vw, 399px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Da w\u00fcrde tats\u00e4chlich der untere <em>block<\/em> mitsamt der gesamten Kette nach unten verschwinden. Aber das scheint mir nicht zum beschriebenen Flaschenzug zu passen: <em>Die Kette lief von oben kommend einmal um die untere Rolle, dann in einer Schlaufe um die obere Rolle.<\/em> das passt zum \u00fcblichen <em>gun tackle,<\/em> &#8222;rove to disadvantage&#8220;, hier noch einmal in anderer Form dargestellt:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"255\" height=\"448\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/255px-Polispasto2B.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-20057\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/255px-Polispasto2B.jpg 255w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/255px-Polispasto2B-171x300.jpg 171w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/255px-Polispasto2B-85x150.jpg 85w\" sizes=\"auto, (max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Mindbuilder, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Polispasto2B.jpg\" target=\"_blank\">Polispasto2B<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/legalcode\" target=\"_blank\">CC BY-SA 3.0<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Hei\u00dft: Die Kette h\u00e4ngt fest an der Decke, entweder unmittelbar an ihr oder an dem oberen Rollenkasten, wobei <em>der <\/em>dann fest an der Decke montiert ist. So oder so sehe ich nicht, wie die ganze Kette nach unten sausen kann. Und jetzt stehe ich da und wei\u00df nicht weiter. Im Moment habe ich das so, dass der bewegliche <em>block<\/em> nach unten saust und die Kette halt oben abrei\u00dft, irgendwie. Sie k\u00f6nnte auch h\u00e4ngen bleiben, um eventuell eine alternative M\u00f6glichkeit zu schaffen, nach unten zu gelangen&#8230; Programmier- und vor allem Denkarbeit, dabei soll das ja nur ein Prototyp sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"wie-es-weitergehen-konnte\">Wie es weitergehen k\u00f6nnte<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich habe auch den Rest des Buchs nat\u00fcrlich immer mit einem Auge darauf gelesen, wie man es als <em>interactive fiction<\/em> umsetzen k\u00f6nnte. Gut machbar. Einige feste Orte, zwischen denen man hin- und herfahren kann (die Oase, das Hotel, die Tankstelle, die Mine &#8211; sogar mit Labyrinth), ein paar gescriptete Szenen mit relativ wenig anderen Figuren. Die Interaktion mit Personen ist in einem Spiel immer etwas unrealistisch, das Sprunghaft-Unerkl\u00e4rte, Zustandslos-Wiederholte passt aber gut zur Handlung. Auch f\u00fcr einen Wechsel von Protagonisten oder f\u00fcr Zeitspr\u00fcnge sind moderne IF-Autorensysteme gut ausgelegt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"warum-sich-interactive-fiction-besonders-eignet\">Warum sich Interactive Fiction besonders eignet<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Hauptfigur, Carl, ist desorientiert. Auch andere Figuren sind verwirrt. Das geht bis zu gest\u00f6rter Wahrnehmung, daher auch die vielen Verh\u00f6rer oder Verschreiber oder Wortverwechslungen. Hei\u00dft es: &#8222;Du Arsch, wenn er die Schiene funkentst\u00f6rt!&#8220; Oder vielleicht lautet er auch: &#8222;Wenn die Lawine eskaliert?&#8220; Oder: &#8222;Wenn er den D\u00fcnenhund entf\u00fchrt?\u201c Oder: &#8222;Wenn er die Mine jetzt zerst\u00f6rt?&#8220; Es geht wohl um eine Mine. Oder Miene? Einmal steht &#8222;Termiene&#8220; auf einem Werbeschreiben &#8211; Druckfehler, Verleser, geheimes Signal? . Trinkt Lundgren Minztee, Munztee oder Malztee? Er wei\u00df selbst nicht mehr, was das richtige Wort ist. &#8222;Die Wuste brennt&#8220; steht da, oder doch &#8222;W\u00fcste&#8220;?<\/p>\n\n\n\n<p>In <em>Interactive Fiction,<\/em> mit potentiell dynamischem, sich potentiell ver\u00e4nderndem Text, kann man das nachbauen: Man liest eine Zeitung, da steht &#8222;Termiene&#8220;, man liest ein zweites dieselbe Zeitung, dann steht &#8222;Termine&#8220; da. Eine Raumbeschreibung kann sich \u00e4ndern, obwohl sich nichts offensichtlich in der Welt ge\u00e4ndert hat. Das wird in mindestens zwei Spielen genutzt. In einem, <em>Shade<\/em> von Andrew Plotkin, bricht nach und nach die vertraute Welt um den Avatar zusammen (zur Verwirrung des Spielenden), bis er sich am Ende verdurstend in der W\u00fcste findet statt in seinem eigenen kleinen Zimmer, wo das Spiel begonnen hat und das er eigentlich nie verl\u00e4sst. In einem anderen Spiel werden ab einem bestimmten Zeitpunkt nach und nach die Objekte der Spielwelt durch ihren Computercode ersetzt, oder jedenfalls wie etwas, das nach interner Programmiersprache aussieht. Das Fantasy-Dungeon wird als Kulisse entlarvt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"mehr-zu-sand\">Mehr zu Sand<\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2022\/02\/wolfgang-herrndorf-sand-2-notizen.htm\">Siehe weiteren Blogeintrag mit mehr Details,<\/a> Ende der Woche oder so. Es ist ein sehr gutes Buch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(1 Kommentare.) Doch ein loses Ende in Sand, ein wortw\u00f6rtliches gar? Die Sequenz im Buch In Kapitel 16 erwacht einer ohne Ged\u00e4chtnis und mit einer Kopfverletzung in unvertrauter Umgebung &#8211; einem Dachboden, oben in einer Scheune. Im Boden eine gro\u00dfe \u00d6ffnung, dar\u00fcber ist ein Flaschenzug befestigt. 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