{"id":20615,"date":"2022-06-03T10:30:39","date_gmt":"2022-06-03T08:30:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=20615"},"modified":"2023-07-26T12:18:23","modified_gmt":"2023-07-26T10:18:23","slug":"aus-die-maus-eine-welt-ohne-aufsaetze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2022\/06\/aus-die-maus-eine-welt-ohne-aufsaetze.htm","title":{"rendered":"Aus die Maus: Eine Welt ohne Aufs\u00e4tze"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2022\/06\/aus-die-maus-eine-welt-ohne-aufsaetze.htm#comments'>4 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p>I<strong>nnovative Pr\u00fcfungskultur: <\/strong>Wie k\u00f6nnte man Pr\u00fcfungen neu gestalten, indem man neu denkt, oder neue Umst\u00e4nde hinzukommen (wie Distanzunterricht) oder neue technische M\u00f6glichkeiten (wie Videokonferenzen, oder Tablets)? Gestern war ich auf einer <strong>Fortbildung <\/strong>dazu f\u00fcr das Fach Deutsch. Dort wurde ein Konzept vorgestellt, das &#8211; neben vielen anderen &#8211; im Rahmen eines Schulversuchs erprobt wird. Bei solchen Schulversuchen kann man \u00fcber die Grenzen der GSO hinausgehen. (Und \u00fcber die Grenzen der KMS-Dienstvorschriften: Deutsch-Aufs\u00e4tze etwa sind f\u00fcrs Gymnasium regelm\u00e4\u00dfig peinlich genau in solchen geregelt, f\u00fcr die Realschule wohl gar nicht, da gelten nur Lehrplan und GSO. Ein Traum.)<\/p>\n\n\n\n<p>Im Prinzip ging es darum, die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen als Pr\u00fcfung erst einen Aufsatz schreiben zu lassen, den einzusammeln und eine Woche danach den urspr\u00fcnglichen Aufsatz + Feedback zur\u00fcckzugeben mit dem zweiten Teil der Pr\u00fcfung: das Feedback einzuarbeiten. Die Note errechnet sich dann aus der Qualit\u00e4t des urspr\u00fcnglichen Aufsatzes und der Art und Weise, wie das Feedback (und hier nur das) umgesetzt wurde. Das l\u00e4sst sich auch alles ohne Computer machen, aber digitale Werkzeuge machen das Austeilen, Einsammeln, Korrigieren, Verwalten sehr leichter, auch wenn die Aufs\u00e4tze weiterhin auf Papier geschrieben wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gewinn: Selbstvertrauen und Zuversicht der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Mittelfristig wohl kein Ziel dabei ist das Schreiben am Rechner.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne diese Feedbackkultur, die neben dem Produkt auch den Prozess bewertet, und die nat\u00fcrlich ge\u00fcbt werden muss, stellt es dieser Twitterbeitrag f\u00fcr das Fach Englisch vor:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"twitter-tweet\"><p lang=\"de\" dir=\"ltr\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/twlz?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#twlz<\/a> Klassenarbeiten m\u00fcssen nicht nur klassisch oder nur alternativ sein. Hier ein Vorschlag f\u00fcr eine hybride <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Klassenarbeit?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Klassenarbeit<\/a> in <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Englisch?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Englisch<\/a>. Teil 1 paper&amp;pencil, Teil 2 <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/OpenBook?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#OpenBook<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/digital?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#digital<\/a> gem\u00e4\u00df der <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/4K?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#4K<\/a>. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/pr%C3%BCfungskultur?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#pr\u00fcfungskultur<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/RwgfbcCKhn\">pic.twitter.com\/RwgfbcCKhn<\/a><\/p>&mdash; Schulentwickler (@schulentwicklr) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/schulentwicklr\/status\/1530475685898338305?ref_src=twsrc%5Etfw\">May 28, 2022<\/a><\/blockquote> <script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script> \n\n\n\n<p>Gemeinsam ist beiden Ans\u00e4tzen die Mehrteiligkeit der Pr\u00fcfung: Es wird nicht alles auf einmal geschrieben. Das gef\u00e4llt mir alles sehr gut. Und ich hoffe, dass sich die Rahmenbedingungen f\u00fcr mein Fach einmal \u00e4ndern werden, so dass ich das auch machen kann, weil ich glaube, dass dabei viel gelernt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber spielt unter den gegenw\u00e4rtigen Umst\u00e4nden keine Rolle f\u00fcr mich. Das hei\u00dft bei den Aufs\u00e4tzen ja, jeden Aufsatz zweimal zu korrigieren. (Und die \u00dcbungsaufs\u00e4tze wohl auch.) Wer so etwas Sinnvolles m\u00f6chte, muss mich daf\u00fcr entlasten: Schon jetzt nehmen die traditionellen Aufs\u00e4tze eine unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfe Rolle im Deutschunterricht am bayerischen Gymnasium ein, weil mehr oder weniger nur sie als Deutsch-Schulaufgaben m\u00f6glich sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Ist-Zustand<\/h2>\n\n\n\n<p>Schulaufgaben: So hei\u00dfen in Bayern gro\u00dfe angek\u00fcndigte Pr\u00fcfungen. Man schreibt im Fach Deutsch, wenn es vierst\u00fcndig ist, 4 St\u00fcck im Jahr, und traditionell sind das immer ganze Aufs\u00e4tze, so zwischen knapp zwei Seiten am Anfang und zehn sp\u00e4ter. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>M\u00fcssen Schulaufgaben immer Aufs\u00e4tze sein?<\/strong> Die Gymnasiale Schulordnung GSO sagt: &#8222;Im Fach Deutsch sind Diktate oder grammatische \u00dcbungen als Schulaufgaben nicht zul\u00e4ssig.&#8220; Das hei\u00dft dann wohl <em>ex negativo,<\/em> aber eben nicht explizit, dass das nur solche Aufs\u00e4tze sein k\u00f6nnen. Denn was g\u00e4be es sonst au\u00dfer Aufs\u00e4tzen, Diktaten und grammatischen \u00dcbungen? (Nat\u00fcrlich gibt es da viel; ich will lediglich darauf hinweisen, dass bei der GSO-Erstellung sicher nicht viel Phantasie im Spiel war.)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bayerische Schulordnung BaySchO deutet das in einem Modus-Anhang mit drei zus\u00e4tzlichen Optionen an: &#8222;Debatte ersetzt je eine Schulaufgabe (Aufsatz)&#8220; oder &#8222;Pr\u00e4sentation ersetzt eine Aufsatzschulaufgabe&#8220; oder &#8222;Test aus formalsprachlichen und Sprachverst\u00e4ndnisanteilen in Deutsch ersetzt eine Aufsatzschulaufgabe&#8220;. Diese Aufz\u00e4hlung scheint mir als abgeschlossen gedacht, Aufsatzschulaufgabe als regul\u00e4r gesetzt. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist zwar au\u00dferdem in keiner Schulordnung definiert, was eine &#8222;schriftliche Schulaufgabe&#8220; ist, egal in welchem Fach, dennoch gilt laut GSO: &#8222;Pro Fach kann <strong>h\u00f6chstens eine Schulaufgabe durch andere gleichwertige Leistungsnachweise ersetzt<\/strong> werden.&#8220; K\u00e4me ich damit durch zu sagen, dass meine eigene Pr\u00fcfungskonstruktion einfach nur eine <em>andere Form<\/em> der Schulaufgabe ist, und es damit ja auch gar nicht um den <em>Ersatz <\/em>einer Schulaufgabe durch etwas anderes geht?<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann gibt es &#8211; nur f\u00fcr das Gymnasium &#8211; noch die <strong>KMS, die \u00fcber Schulordnung und Lehrplan hinaus weiter einschr\u00e4nken und festzurren, was eine Schulaufgabe im Fach Deutsch ist:<\/strong> N\u00e4mlich tats\u00e4chlich und nur so ein Aufsatz, so wie wir ihn alle aus der Schulzeit kennen. Z\u00e4hneknirschend wird zur Kenntnis genommen, was im Modus-Anhang als Optionen steht, aber lieber w\u00e4re es dem Ministerium, davon keinen Gebrauch zu machen, sondern bei den Aufs\u00e4tzen zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und solange wir bei den Aufs\u00e4tzen bleiben, sehe ich keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr ernsthaft innovative Pr\u00fcfungsformen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnde:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Aufs\u00e4tze machen zu viel Arbeit. Ich kann es mit meiner dienstlichen Verpflichtung, mir meine Gesundheit und Arbeitsf\u00e4higkeit zu bewahren, nicht vereinen, \u00fcber diese elendiglichen Aufs\u00e4tze und ihre Vorbereitung hinaus mehr Pr\u00fcfungen zu schreiben als n\u00f6tig. Ohne Pr\u00fcfungen aber keine Pr\u00fcfungskultur. Innovativ mache ich dann lieber ohne Pr\u00fcfung.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Aufs\u00e4tze haben ein zu hohes Gewicht. Sie z\u00e4hlen so oder so zwei Drittel der Note, egal was ich sonst Innovatives an Notengebung mache. Und weil sie so viel Gewicht haben und so oft geschrieben werden, dominieren sie den Unterricht.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Das Kultusministerium erinnert in seinem letzten KMS  zwar daran, dass &#8222;die Erhebung weiterer kleiner Leistungsnachweise im Verlauf des Schuljahres dazu beitragen, im Rahmen der Jahrgangsstufentests erzielte Leistungen ggf. zu relativieren bzw. auszugleichen,&#8220; scheint also eine Vielzahl an Pr\u00fcfungen gutzuhei\u00dfen, aber wieso soll ich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit noch mehr Leistungsnachweisen triezen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine kleine Einschr\u00e4nkung: Was doch geht<\/h2>\n\n\n\n<p>Ja, man kann auch mit den Schulaufgaben innovativ sein, oder innovativlich. Schulaufgabe mit Gruppenarbeitsphase (wobei die Note letztlich doch nur auf dem einzeln geschriebenen Aufsatzergebnis beruhen darf, weil ansonsten Einzelleistungen nicht bewertbar sind); habe ich schon gemacht. Schulaufgabe, bei dem der Themenbereich vorher schon bekannt ist, f\u00fcr den einzeln oder gemeinsam Material gesammelt wurde. Auch schon gemacht, aber benotet wird nur der Aufsatz, und dann kann man doch das Material aus dem Buch nehmen statt selber sammeln zu lassen. Das Recherchieren ist dann ja sch\u00f6n und gut, eine separate F\u00e4higkeit, \u00e4ndert aber nur wenig an dem, was die Note dann ausmacht, dem Aufsatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte Aufs\u00e4tze zu Hause schreiben lassen, so als ganz kleine Facharbeit, am heimischen Rechner oder dem in der Bibliothek, mit aller M\u00f6glichkeit des \u00dcberarbeitens und Zeiteinteilens! Moment, nein, k\u00f6nnte man nicht; das gab&#8217;s fr\u00fcher und ist dann gestrichen worden, wahrscheinlich aus juristischen Gr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Und man kann eben 1 Schulaufgabe durch etwas anderes ersetzen, das tats\u00e4chlich innovativ ist, sofern man es als Debatte oder Pr\u00e4sentation verkaufen kann. Auch schon gemacht, also die Pr\u00e4sentation. Ein Vorschlag: Statt Referaten \u00fcbers Jahr verteilt Pr\u00e4sentationsschulaufgabe. Klartext: 1 Schulaufgabe weniger, und das Referat z\u00e4hlt mehr, das man vielleicht ohnehin gemacht h\u00e4tte. Des Kollegen Erg\u00e4nzung: Diese Pr\u00e4sentationsschulaufgabe ausf\u00fchrlich vorbereiten lassen und dann per Video zuhause nur f\u00fcr die Lehrkraft (und eventuell weitere Interessierte?). Bedenkenswert.<\/p>\n\n\n\n<p>Und man kann innovativ sein, indem man die SuS die Schulaufgabe im Computerraum schreiben l\u00e4sst, also freiwillig jedenfalls, wobei man darauf achtet, dass diejenigen, die lieber handschriftlich schreiben, nicht durch das Klacken der Tastatur benachteiligt sind, und auch nicht dadurch, dass sie nicht so gut tippen k\u00f6nnen, etwa weil sie weniger Informatikunterricht haben und seltener am Rechner arbeiten. Ja, auch das habe ich schon gemacht. Scheint mir noch das Innovativste, und das finde ich traurig.<\/p>\n\n\n\n<p>Und man kann die SuS ihre Unterlagen verwenden lassen, <em>open book exam<\/em>. Alter Hut, sicher noch nicht genug verbreitet, aber auch nicht un\u00fcblich. So zeitgem\u00e4\u00df sind die Schulen mitunter schon.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Elefant im Zimmer: Das Abiturformat<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Die Lehrpl\u00e4ne sind innovativ genug,<\/strong> lassen jedenfalls Freiraum. Die Aufsatz-Vorschriften tun das nicht. Und das Abitur, auf das wir ja auch vorbereiten sollen (w\u00e4re ja sch\u00f6n, wenn die SuS nur etwas lernen sollten, aber man muss ja auch aufs Ende sehen), das ist es \u00fcberhaupt nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die m\u00f6gliche Zukunft<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Aufs\u00e4tze streichen. Ganz. Oder von mir aus: 1 Schulaufgabe im Jahr ist eine Aufsatzschulaufgabe, der Rest pr\u00fcft anderes.<\/strong> Oder \u00fcberhaupt nur 2 Schulaufgaben pro Jahr statt 4 &#8211; das reicht v\u00f6llig.<\/p>\n\n\n\n<p>Was man da Zeit sparen w\u00fcrde! Wie man die sinnvoll nutzen k\u00f6nnte! Zum Beispiel zum tats\u00e4chlichen Schreibenlernen. (Das lernt man bei Schulaufgaben ja nicht. Grammatik auch nicht.) <\/p>\n\n\n\n<p>Kommentator Peter Ringeisen hat diesen Zustand so beschrieben:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ich sehe dem Blogeintrag \u00fcber den Verzicht auf Aufsatz-Schulaufgaben mit Vergn\u00fcgen entgegen! Die Spannungsmaus fiept schon ganz \u00e4ngstlich unter dem Sofa hervor, und der pers\u00f6nliche Brief mit argumentierendem Abschluss vibriert auf der Schreibtischplatte, ja scheint kurz vor der Explosion zu stehen \u2026 oder vor der Exposition? Egal, es gilt ja noch Inhalte strukturiert wiederzugeben und dialektisch angelegte Er\u00f6rterungen in konjunktional verwebten Abfolgen von Behauptung, Begr\u00fcndung, Beispiel und R\u00fcckbezug zu schreiben, ohne die die Schreibk\u00fcnste ganzer Generationen degenerierte. Oder nicht? Bis zum Essay hinauf hangeln sich dann die Genies unter den Germanophilen, wo sie im Elysium der sprachlichen Bilder, pointierten Formulierungen und geschmeidig, aber rezipientenbezogen dargebrachten Statements brillieren.<br>Wie? Och ja, man k\u00f6nnte auch mehr lesen. Oder mehr Theater spielen. Oder mehr diskutieren. Oder mehr Zeit f\u00fcr gr\u00fcndliche Grammatikarbeit nutzen. Oder f\u00fcr die Erweiterung des Wortschatzes; inklusive der unregelm\u00e4\u00dfigen (oder auch starken) Verben.<br>Und dabei habe ich mich noch gar nicht zu den Abiturformaten ge\u00e4u\u00dfert. Dabei soll es auch bleiben.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Was man \u00fcber Peters Vorschl\u00e4ge hinaus Sinnvolles mit der Zeit anfangen k\u00f6nnte, auch jenseits der im KMS vorgeschlagenen zus\u00e4tzlichen Grammatikpr\u00fcfungen, dazu schreibe ich jetzt nichts. Da f\u00e4llt einem zu leicht etwas ein. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bleibt die Gretchenfrage:<\/strong> Kann man etwas Schulaufgaben-Wertiges schreiben ohne dass das eine Aufsatz-Schulaufgabe ist? Also, wenn man d\u00fcrfte und es bei vier Schulaufgabe bleiben m\u00fcsste? Denn wenn Deutsch Kernfach bleiben soll, woran mein Herz \u00fcbrigens nicht h\u00e4ngt, muss es ja weiterhin Schulaufgaben geben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sinnvolle Schulaufgabenformate, die nicht Aufs\u00e4tze sind<\/h2>\n\n\n\n<p>Jetzt m\u00fcsste ich eigentlich liefern. Tats\u00e4chlich ist mir inzwischen der Gedanke, einfach die Anzahl der Schulaufgaben-Aufs\u00e4tze zu halbieren, mindestens ebenso verlockend. Aber hier ist meine angefangene Liste, f\u00fcr die ich mich \u00fcber weitere Vorschl\u00e4ge freue und selber welche hinzuf\u00fcgen werde, wenn ich dazu komme:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Debatte. Schon jetzt als Modusma\u00dfnahme m\u00f6glich, aber nur einmal.<\/li>\n\n\n\n<li>Vortrag. Schon jetzt als Modusma\u00dfnahme m\u00f6glich, nur einmal; habe ich schon ausprobiert, funktioniert.<\/li>\n\n\n\n<li>Grammatikschulaufgabe. Sollte ein Selbstl\u00e4ufer sein.<\/li>\n\n\n\n<li>Analyse eines kurzen Texts auf Basis eines Kommunikationsmodells, Umfang 400 W\u00f6rter.<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcberhaupt, Umfang 400 W\u00f6rter: Da geht viel. Da l\u00e4sst sich \u00fcberpr\u00fcfen, ob jemand etwas kann. Ich glaube, Lehrkr\u00e4fte lassen gerne volle Aufs\u00e4tze schreiben, nicht nur, weil sie das m\u00fcssen, sondern weil sie Pr\u00fcfungen als Gelegenheit zum Lernen sehen. Das sollte aber nicht sein.<\/li>\n\n\n\n<li>Das Kl\u00fcgste, was dir zu einem gedicht einf\u00e4llt, in maximal 400 W\u00f6rtern. <\/li>\n\n\n\n<li>Stilmittelanalyse als Multiple Choice.<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcberhaupt, Sachen wissen, etwa in der Literaturgeschichte.<\/li>\n\n\n\n<li>C-Test wie in der Fremdsprache: Gibt den Leistungsstand wieder, taucht in Jahrgangsstufenarbeiten in der Fremdsprache st\u00e4ndig, in Deutsch nie auf. Das Problem: Man kann nicht so simpel darauf lernen wie das bei Aufs\u00e4tzen theoretisch m\u00f6glich w\u00e4re. Es misst nur die Leistung, und Aufgabe der Schule w\u00e4re es, diese Leistung zu erm\u00f6glichen &#8211; im Moment geschieht weder das eine noch das andere.<\/li>\n\n\n\n<li>H\u00f6rspiel schreiben und aufnehmen.<\/li>\n\n\n\n<li>Im Lehrplan gibt es je nach Jahrgangsstufe zum Beispiel vier Bereiche, wovon einer &#8222;Schreiben&#8220; ist, und nur der wird gepr\u00fcft. Die anderen, etwa &#8222;Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren&#8220; oder &#8222;Sprechen und Zuh\u00f6ren&#8220;, spielen f\u00fcr Schulaufgaben kaum keine Rolle. Ist da nichts Wichtiges dabei? Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler &#8222;erkennen und beurteilen sprachliche Klischees und diskriminierenden Sprachgebrauch&#8220; &#8211; sollen sie als Schulaufgabe einen gegebenen Text verbessern und \u00fcberarbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>(Mehr w\u00e4re sch\u00f6n, aber ich muss jetzt anderes machen.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(4 Kommentare.) Die Einleitung Innovative Pr\u00fcfungskultur: Wie k\u00f6nnte man Pr\u00fcfungen neu gestalten, indem man neu denkt, oder neue Umst\u00e4nde hinzukommen (wie Distanzunterricht) oder neue technische M\u00f6glichkeiten (wie Videokonferenzen, oder Tablets)? Gestern war ich auf einer Fortbildung dazu f\u00fcr das Fach Deutsch. 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