{"id":2095,"date":"2008-11-07T09:18:54","date_gmt":"2008-11-07T08:18:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=2095"},"modified":"2023-05-16T08:23:27","modified_gmt":"2023-05-16T06:23:27","slug":"grammatik-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2008\/11\/grammatik-2.htm","title":{"rendered":"Grammatik 2"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2008\/11\/grammatik-2.htm#comments'>5 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessante Grammatik-Arten sind die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Generative_Grammatik\">generative (Transformations-)Grammatik<\/a> (vor allem f\u00fcr Informatiker interessant) und die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dependenzgrammatik\">Valenzgrammatik<\/a>. Mit letzterer habe ich Anfang des Schuljahres in der 9. Klasse Grammatik wiederholt. Das ist inzwischen zus\u00e4tzlich interessant, da die Sch\u00fcler dann den Begriff der Valenz schon aus der Chemie kennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle meine Ausf\u00fchrungen dazu sind \u00fcbrigens laienhaft. Ich bin auch schon mehr als ein dutzend Jahre aus der Uni raus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zentral f\u00fcr den Satz ist das Pr\u00e4dikat. Das darin benutzte Verb hat eine bestimmte Valenz &#8211; streckt quasi eine bestimmte Anzahl von H\u00e4ndchen nach bestimmten anderen Satzgliedern aus, die es gerne h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Schule hatte ich einen Haufen vorbereite Bl\u00e4tter mitgebracht, die ich mit Magneten an die Tafel klebte:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/satz_geben_1.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zentrum das dreiwertige Pr\u00e4dikat <em>geben<\/em>. Die drei fehlenden Satzglieder sind farbig markiert: rot f\u00fcr ein Subjekt), blau f\u00fcr ein Objekt im Akkusativ, bleistiftgrau f\u00fcr ein Objekt im Dativ. Die Farben erkennt man hier leider nicht sehr gut.<br>Die Reihenfolge der Satzglieder ist dabei variabel, es muss keinesfalls das Subjekt als erstes Satzglied kommen. Nur das Pr\u00e4dikat hat eine feste Position im Deutschen: im Aussagesatz (als Hauptsatz) und bei Erg\u00e4nzungsfragen steht es an zweiter Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beispiele, die zu den Bl\u00e4ttern passen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Ich gebe dir ein Buch.<br>2. Die Frau mit den violetten Augen gibt dem Mann, den sie im Abteil getroffen hat, einen Kuss.<br>3. Das Buch hat mir meine Schwester gegeben.<br>4. Meine Schwester gibt mit eine Kopfnuss.<br>5. ?Dieses Problem gibt mir zu denken.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen einfachen Fall zeigt 1; bei 2 sind die Satzglieder durch verschiedene Attribute l\u00e4nger geworden, was an der Struktur des Satzes aber nichts \u00e4ndert. Bei 3 ist das Akkusativ-Objekt an erster Stelle, das Subjekt folgt an vierter und letzter Stelle. Au\u00dferdem besteht das Pr\u00e4dikat aus einem finiten (flektierten) Teil an zweiter Stelle, wie es sich geh\u00f6rt, und einem infiniten (unflektierten) Anh\u00e4ngsel weiter hinten. So ist das nun mal im Deutschen.<br>Geh\u00f6rt 5 hierher? Das h\u00e4ngt wohl davon ab, wie man seine Grammatik schreibt. Eher nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So viele Satzglieder gibt es in der Schulgrammatik gar nicht: Pr\u00e4dikat, Subjekt, Objekt (Akkusativ-, Dativ-, Pr\u00e4positional-, selten Genitiv-Objekt), Pr\u00e4dikativ und Adverbiale. F\u00fcnf St\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/satz_geben_2.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Adverbiale<\/strong>, so die Schulgrammatik, sind Satzglieder, die nicht zwingend vorgeschrieben sind, die man weglassen kann. Sie sind in der Valenz des Verbs nicht ber\u00fccksichtigt. Inhaltlich geht es in ihnen um die n\u00e4heren Umst\u00e4nde: wo, warum, wie, wann.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Meine Schwester gibt mir in der Schule immer eine Kopfnuss.<br>2. In der Schule gibt mir meine Schwester immer eine Kopfnuss.<br>3. Immer gibt mir meine Schwester eine Kopfnuss in der Schule.<br>4. ?Mir gibt eine Kopfnuss immer meine Schwester in der Schule.<br>5. Meine Schwester gibt mir immer eine Kopfnuss, wenn sie mich sieht.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In 1-4 sind die zwei Adverbialien &#8222;immer&#8220; und &#8222;in der Schule&#8220; dazugekommen. Die Stellung der Satzglieder variiert jeweils, nur das Pr\u00e4dikat bleibt immer an zweiter Stelle. Ist 4 korrekt? Man wird wohl sagen m\u00fcssen: ja. Aber nicht alles, was syntaktisch m\u00f6glich ist, ist sprachlich \u00fcblich oder elegant. Je nach Zusammenhang markiere ich das als stilistischen Fehler.<br>In 5 steht ein Nebensatz als Adverbiale.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/satz_sein.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das <strong>Pr\u00e4dikativ<\/strong>, das vergessene Satzglied. In den G8-Deutschb\u00fcchern steht es teilweise gar nicht mehr drin, dabei taucht es sehr h\u00e4ufig auf, auch wenn es auf eine kleine Zahl von Verben beschr\u00e4nkt ist.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Ich bin gl\u00fccklich.<br>2. Ich werde Lokomotivf\u00fchrer.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigentlich sollte man Nominativobjekt dazu sagen, finde ich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Mehr morgen.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(5 Kommentare.) Interessante Grammatik-Arten sind die generative (Transformations-)Grammatik (vor allem f\u00fcr Informatiker interessant) und die Valenzgrammatik. Mit letzterer habe ich Anfang des Schuljahres in der 9. Klasse Grammatik wiederholt. Das ist inzwischen zus\u00e4tzlich interessant, da die Sch\u00fcler dann den Begriff der Valenz schon aus der Chemie kennen. 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