{"id":21366,"date":"2022-08-30T09:20:25","date_gmt":"2022-08-30T07:20:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=21366"},"modified":"2023-05-04T11:00:49","modified_gmt":"2023-05-04T09:00:49","slug":"james-michener-the-source","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2022\/08\/james-michener-the-source.htm","title":{"rendered":"James Michener, The Source"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2022\/08\/james-michener-the-source.htm#comments'>1 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Das Buch war so lang und ich habe so lange daran gelesen, jetzt muss ich auch etwas dar\u00fcber schreiben. James Michener kannte ich als Autor von dicken Bestseller-Schinken einer fr\u00fcheren Generation, einer davon als Grundlage f\u00fcr das Musical <em>South Pacific <\/em>(Pulitzer-Preis 1948), gerne im Regal von Onkeln und Tanten. Zu fr\u00fch, als dass man Flughafen-Literatur dazu sagen k\u00f6nnte, historische Romane zu j\u00fcngster Geschichte: Nichts, was ich sonst lese.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, ich mag keine historischen Romane, wei\u00df aber nicht genau, was ich darunter verstehe. Die zutiefst historischen Flashman-Romane mag ich, aber das sind zuerst Picaro- oder Abenteuerromane. \u00c4hnlich vielleicht, weil lange nicht gelesen, <em>Die drei Musketiere,<\/em> und ganz sicher mag ich <em>Der Name der Rose.<\/em> Ist das, weil diese Romane nicht nur historische Romane sind, sich nicht ernst nehmen, keinen Realismus-Anspruch haben? Der Gestus &#8222;nach einer wahren Begebenheit&#8220; fehlt, und das &#8222;so k\u00f6nnte es gewesen sein&#8220; auch? Am Ende mag ich historische Romane vielleicht doch und lese nur keine?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"263\" height=\"378\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/MichenerTheSourceNovel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21448\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/MichenerTheSourceNovel.jpg 263w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/MichenerTheSourceNovel-209x300.jpg 209w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/MichenerTheSourceNovel-104x150.jpg 104w\" sizes=\"auto, (max-width: 263px) 100vw, 263px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch <em>The Source <\/em>hat Ungew\u00f6hnliches an der Form, das mich reizt. Es gibt eine Rahmenhandlung: Die arch\u00e4ologische Untersuchung eines <em>Tell,<\/em> eines relativ gro\u00dfen, flachen H\u00fcgels, der durch lange andauernde Besiedelung entstanden ist, immer, eine Schicht auf der anderen. Der Tell Makor ist fiktiv, \u00f6stlich von Akkon (oder Akko, Ptolemais, Akers, Acre, Accho, Acco, Hacco und St. Jean d\u2019Acre) ein gutes St\u00fcck n\u00f6rdlich von Nazareth und westlich des Sees Genezareth, aber angelehnt an tats\u00e4chliche \u00e4hnliche Ausgrabungsst\u00e4tten. Im ersten Kapitel w\u00e4hlt das Arch\u00e4ologieteam zwei Stellen f\u00fcr Querschnittsgrabungen aus und st\u00f6\u00dft dabei tats\u00e4chlich auf Spuren vieler Besiedelungsschichten. Insbesondere finden sie der Reihe nach f\u00fcnfzehn Artefakte, den Schichten I (ganz oben) bis XV (unten) zugeordnet: Eine Gewehrkugel, eine Goldm\u00fcnze, eine Menorah, weitere M\u00fcnzen, einen Grabstein; weiter unten dann eine hellenistische Strigilis (das Ger\u00e4t zum Abschaben von \u00d6l und Schwei\u00df, aus dem etymologisch der Striegel entstanden ist, mit dem nicht nur Tiere gek\u00e4mmt werden, sondern auch ich als Kind), T\u00f6pfe, Tonfiguren, ganz unten eine 12000 Jahre alte Feuersteinsichel. Manche der Artefakte sind leicht einzuordnen, bei einigen ist weniger klar, wie sie in diese Schicht gekommen sein m\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Haupteil des Romans sind die Binnenerz\u00e4hlungen: Zu jedem Artefakt gibt es eine, in denen das Artefakt mehr oder weniger prominent erscheint. Erz\u00e4hlt werden sie in umgekehrter Reihenfolge der Ausgrabung, also zuerst Schicht XV, zuletzt Schicht I. Am Ende gibt es wieder ein langes Kapitel zur Rahmenhandlung, und auch zwischendrin gibt es immer wieder kleinere Rahmenhandlungs-Einsch\u00fcbe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Binnenerz\u00e4hlungen spielen alle ganz oder sp\u00e4ter auch nur zu kleinen Teilen an dem sp\u00e4teren Ort der Ausgrabung. Zeitliche Einordnung, der Erz\u00e4hlreihenfolge nach:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Jungsteinzeit: H\u00e4user statt H\u00f6hlen, Anbau von Getreide. Errichten eines Monolithen als Signal f\u00fcr geahnte personifizierte Naturgewalten.<\/li>\n\n\n\n<li>Erste Religion, Opfer und Riten; h\u00f6chster Gott &#8222;El&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>Bronzezeit: Ankunft fr\u00fcher halbnomadischer Hebr\u00e4er in Kanaan, sp\u00e4ter Eroberung Malkors durch sie. Kanaanitische Religion neben fr\u00fchem Judentum.<\/li>\n\n\n\n<li>Eisenzeit: Das J\u00fcdische K\u00f6nigreich zu seinem Ende hin, unter K\u00f6nig David. Ein Weg zum au\u00dferhalb von Makor gelegenn Brunnen wird durch den Felsen getrieben.<\/li>\n\n\n\n<li>Sieg der Babylonier \u00fcber die \u00c4gypter, im Anschluss Aufbruch der Juden in das Babylonische Exil. (Zerst\u00f6rung des ersten Tempels in Jerusalem.)<\/li>\n\n\n\n<li>Hellenismus: Unterdr\u00fcckung der j\u00fcdischen Religion. <\/li>\n\n\n\n<li>R\u00f6mische Herrschaft I: Aufstieg und Fall des von den R\u00f6mern eingesetzten Herodes.<\/li>\n\n\n\n<li>R\u00f6mische Herrschaft II: Caligula und Nero scheitern daran, die Juden dazu zu zwingen, auch andere G\u00f6tter neben dem ihren anzuerkennen. Vespasian (sp\u00e4ter selber Kaiser) k\u00e4mpft im (ersten) J\u00fcdisch-R\u00f6mischen Krieg unter anderem gegen Flavius Josephus. (Zerst\u00f6rung des zweiten Tempels in Jerusalem.)<\/li>\n\n\n\n<li>Sp\u00e4trom: Das Christentum kommt nach Galil\u00e4a, nachdem zuvor Kaiserin Helena Pal\u00e4stina besucht und historische Stellen identifiziert oder geraten hat. Niederschrift des Talmud als Torah-Kommentar und als kodifizierte Regeln zum Leben als Jude.<\/li>\n\n\n\n<li>Arabische Reiter erobern Makor und bringen den Islam dorthin. Ende der Byzantinischen Herrschaft dort.<\/li>\n\n\n\n<li>Beginn der Kreuzz\u00fcge Ende des 11. Jahrhunderts: Volkmar von Gretz (einer fiktiven Stadt im Rheinland) nimmt widerstrebend am ersten Kreuzzug Teil. Beim Aufbruch Judenpogrome in Gretz, auf dem Weg nach Pal\u00e4stina Pl\u00fcnderungen und K\u00e4mpfe in Bulgarien und Ungarn. Interne Machtk\u00e4mpfe, undifferenziertes T\u00f6ten von allen, die nicht westlich-christlich aussehen. Am Ende l\u00e4sst sich ein desillusionierter Volkmar im zur Burg ausgebauten Makor nieder.<\/li>\n\n\n\n<li>Fall der Kreuzfahrerstaaten zum Ende des 13. Jahrhunderts: Makor wird unter Herrschaft der \u00e4gyptischen Mamelucken erobert und dem Erdboden gleich gemacht. Ende des Besiedelungsgeschichte dort. (Drohende Gefahr im Hintergrund: die Mongolen.)<\/li>\n\n\n\n<li>Drei Rabbis fl\u00fcchten aus Europa: vor der Spanischen Inquisition, vor Pogromen in Deutschland, vor drohenden Pogromen in Italien. Sephardische, aschkenasische und kabbalistische Tradition treffen in Safed aufeinander.<\/li>\n\n\n\n<li>Unter osmanischer Herrschaft, Ende des 19. Jahrhunderts: Russische Juden kaufen Land in Israel, um sich wieder dort niederzulassen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Zeit um 1948: Das Vereinigte K\u00f6nigreich gibt die Verantwortung f\u00fcr das Mandat Pal\u00e4stina an die Vereinten Nationen zur\u00fcck, der Staat Israel entsteht im Kampf.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Das Lesen war m\u00fchsam. Die Binnenerz\u00e4hlungen sind mir zu lang und nicht immer interessant genug. Die Personen dort sind allerdings detailliert und glaubw\u00fcrdig erz\u00e4hlt. Anders die Figuren in der Rahmenhandlung: die bleiben zweidimensional. Ein Mann wedelt st\u00e4ndig mit seiner Pfeife herum, &#8222;as if he were a college professor.&#8220; Das Hinweisen auf das Klischee macht es nicht besser. Es gibt eine kaum motivierte Liebesgeschichte, wenn nicht sogar zwei davon. Das ist aber alles gar nicht so schlimm, ich habe ohnehin den Eindruck, dass die Sequenzen der Rahmenhandlung weitgehend zur Exposition von Gedanken und Positionen dienen, vielleicht mit didaktischen Hintergedanken. Die verschiedenen Figuren (alle irgendwie Mitglieder des Ausgrabungsteams) vertreten verschiedene Sichtweisen auf Israel: Ein katholisch-irischer Christ; ein arabischer Israeli; ein akademischer Israeli; ein Kibbuznik; eine kampferprobte, aber m\u00fcde Veteranin; ein amerikanischer Jude als Geldgeber. Ein Dialog am Ende, in dramatischer Form notiert, findet zwischen AMERICAN und ISRAELI statt, die Namen der beiden Figuren sind bekannt, werden aber nicht verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Fragen, die in dieser oder auch weniger auff\u00e4lligen Formen angerissen werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Verh\u00e4ltnis Staat-Religion im k\u00fcnftigen Israel.<\/li>\n\n\n\n<li>Umgang mit den gefl\u00fcchteten Arabern\/Pal\u00e4stinensern und ihren Nachkommen.<\/li>\n\n\n\n<li>Was Israel gerne h\u00e4tte, wie die Juden in Amerika w\u00e4ren, und umgekehrt.<\/li>\n\n\n\n<li>Was die christliche USA gerne h\u00e4tte, wie Israel w\u00e4re: Ganz k\u00f6stlich ist der Collegeprofessor, der seit Jahrzehnten erfolgreiche Diashows zur biblischen Geschichte macht, und der sehr entt\u00e4uscht ist, dass Israel nicht mehr so aussieht, wie er es gewohnt ist: Moderne Brunnen statt Frauen mit Kr\u00fcgen auf dem Kopf, Einkaufst\u00fcten, richtige H\u00e4user, Urbanisierung, moderne Kleidung. Es sieht einfach alles nicht mehr so biblisch aus, und er macht seine Fotos in Zukunft auf der arabischen Seite: &#8222;When they took their shoes off they looked just like prophets from the Old Testament.\u201d (Muss wohl bald wieder mal Mark Twain lesen, <em>The Innocents Abroad.)<\/em><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>James Michener war kein Jude. Er ist bekannt f\u00fcr seine gr\u00fcndlichen Recherchen, aber sicher sind Ungenauigkeiten und Fehler in seiner Darstellung. Dazu kommt nat\u00fcrlich, dass Geschichtsschreibung immer im Wandel ist. Und so habe ich das Buch auch nicht als historisch exakt gelesen (was es insofern auch nicht sein will, als fast alle Personen und Orte erfunden sind), sondern als Beispiel f\u00fcr <em>eine <\/em>Geschichtserz\u00e4hlung zu einem bestimmten Zeitpunkt von einer bestimmten Person. Veraltete oder unvollst\u00e4ndige Naturwissenschaft lese ich auch gerne (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2009\/02\/charles-darwin-zum-geburtstag.htm\">Darwin<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/04\/jens-soentgen-selbstdenken-und-euler.htm\">Euler<\/a>), und selbst schlechte B\u00fccher kann ich mit Vergn\u00fcgen lesen (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/tag\/karl-may\">Karl May<\/a>). Frau Rau hat das mal &#8222;gleichzeitig reflektiert und naiv lesen&#8220; genannt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Exkurs: REH und Gewalt<\/h2>\n\n\n\n<p>Warum ich das Buch \u00fcberhaupt gelesen habe: Letztlich wegen der Kreuzfahrerreiche. Bis vor kurzem wusste ich wenig \u00fcber die Kreuzz\u00fcge, und gar nichts dar\u00fcber, dass es bis zu zweihundert Jahre lang Kreuzfahrerstaaten in der Levante gegeben hat: das K\u00f6nigreich Jerusalem, das F\u00fcrstentum Antiochia, die Grafschaft Edessa, die Grafschaft Tripolis.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"657\" height=\"899\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/The_Crusader_States_in_1135.svg_.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-21456\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/The_Crusader_States_in_1135.svg_.png 657w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/The_Crusader_States_in_1135.svg_-219x300.png 219w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/The_Crusader_States_in_1135.svg_-110x150.png 110w\" sizes=\"auto, (max-width: 657px) 100vw, 657px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Amitchell125\" target=\"_blank\">Amitchell125<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:The_Crusader_States_in_1135.svg\" target=\"_blank\">The Crusader States in 1135<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/legalcode\" target=\"_blank\">CC BY-SA 4.0<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dazwischen noch die ganzen Kreuzritterorden. Besonders erfolgreich oder europ\u00e4isch darf man sich diese Reiche nicht vorstellen, eine kleine, fr\u00e4nkische Oberschicht mit wenig Kontakt zur Umgebung. Ende des 12. Jahrhunderts erobert Saladin Jerusalem zur\u00fcck, das wenige Jahrzehnte danach, weil unwichtig geworden und ohne sch\u00fctzende Mauern, wieder in europ\u00e4ische H\u00e4nde geriet, bis es 1244 von angreifenden Persern\/Turkv\u00f6lkern (mit Unters\u00fctzung von Saladins Nachfolgern) \u00fcberrannt wird, die wiederum zur\u00fcckgeschlagen werden, bis die \u00e4gyptischen Mamelucken die Herrschaft \u00fcbernehmen. Weitere K\u00e4mpfe mit Kreuzfahrern und Mongolen. Ende des 13. Jahrhunderts ziehen sich die Kreuzfahrer endg\u00fcltig aus der Levante zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Kennengelernt habe ich diese Welt durch zwei Geschichten von Robert E. Howard. Das ist der, der Conan erfunden hat. Eigentlich und zuerst schrieb er n\u00e4mlich am liebsten historische Abenteuergeschichten, von r\u00f6mischer Zeit \u00fcber das irische Reich im 11. Jahrhundert bis zu englischen Haudegen des 17. oder dem Afghanistan des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts. Um sich neue M\u00e4rkte (wie <em>Weird Tales<\/em>) zu erschlie\u00dfen, baute er zauberische Elemente mit ein und erfand schlie\u00dflich die moderne Sword-and-Sorcery-Fantasy: erst Kull, dann Conan.<\/p>\n\n\n\n<p>Band 42 der Reihe Terra Fantasy, <em><strong>Die Bestie von Bal-Sagoth<\/strong><\/em>, enth\u00e4lt deutsche \u00dcbersetzungen von &#8222;The Lion of Tiberias&#8220; und &#8222;The Sowers of the Thunder&#8220;, zwei Geschichten, die in <em>Outremer<\/em> (den Kreuzfahrerstaaten; franz\u00f6sisch aussprechen) spielen, eine zeitlich an deren Anfang, eine am Ende. In mancherlei Hinsicht sind das triviale Geschichten. Andererseits sind sie historisch akkurater, als man vielleicht meint. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>The Lion of Tiberias:<\/strong> Der Freufahrer Sir Miles du Courcey wird mit seiner Frau, die er f\u00fcr tot gehalten hat, wieder vereint; allerdings unter der Gegnerschaft von Prinz Zenghi &#8211; eine historische Gestalt, eineinhalb Generationen vor Saladin. Die Helden werden gerettet, weil eine Rahmenfigur Zenghi t\u00f6tet, und zwar passend zum historischen Tod Zenghis 1146 w\u00e4hrend einer Belagerung. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>The Sowers of the Thunder:<\/strong> Der versto\u00dfene irische Adlige Cahal Ruadh O&#8217;Donnell zecht mit dem unerkannten Mameluckenanf\u00fchrer Baibars, sp\u00e4ter Sultan von \u00c4gypten. Ein H\u00f6hepunkt ist sp\u00e4ter die Eroberung Jerusalems 1244 durch choresmische S\u00f6ldner. Mit maskiertem Ritter mit Schweigegel\u00fcbde, der sich am Ende als Frau aus Cahals Vergangenheit herausstellt, die ihm hinterhergereist ist. Am Ende gro\u00dfe Schlacht, fast alle sterben. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Schlachtszenen bei Michener und Howard unterscheiden sich gar nicht so sehr. Beide haben Einzelpersonen als Fokus, aber anders als Howard geht Michener auch mal mit der Kamera zur\u00fcck und beschreibt aus weiterer Perspektive. Bei Howard geht es \u00f6fter mal noch halbwegs gut aus, Michener ist wesentlich brutaler. (Auch bei den Foltern der Spanischen Inquisition \u00fcbrigens.)<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Shadow of the Vulture&#8220; ist noch eine gute Geschichte von REH. Der abgehalfterte Ritter Gottfried von Kalmbach verteidigt mit der Roten Sonya von Rogatino, einer ukrainischen S\u00f6ldnerin (aus der dann in den Comics Red Sonja wurde), im 16,. Jahrhundert Wien gegen ottomanische Belagerung. Auch diese Geschichte eigentlich voller Gewalt und sadistischer S\u00f6ldner. Eigentlich: Denn die Realit\u00e4t hat das schon l\u00e4ngst \u00fcberholt. Hat das schon immer. <\/p>\n\n\n\n<p>Schreibt Howard dann doch die historischen Romane, die ich eigentlich nicht mag? Aber auch hier fehlt der Realismusanspruch, unabh\u00e4ngig von den vielen historisch korrekten Daten. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(1 Kommentare.) Das Buch war so lang und ich habe so lange daran gelesen, jetzt muss ich auch etwas dar\u00fcber schreiben. James Michener kannte ich als Autor von dicken Bestseller-Schinken einer fr\u00fcheren Generation, einer davon als Grundlage f\u00fcr das Musical South Pacific (Pulitzer-Preis 1948), gerne im Regal von Onkeln und Tanten. 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