{"id":2315,"date":"2009-03-31T20:10:48","date_gmt":"2009-03-31T18:10:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=2315"},"modified":"2009-04-01T07:26:19","modified_gmt":"2009-04-01T05:26:19","slug":"schulaufgaben-auf-dem-laptop","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2009\/03\/schulaufgaben-auf-dem-laptop.htm","title":{"rendered":"Schulaufgaben auf dem Laptop"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2009\/03\/schulaufgaben-auf-dem-laptop.htm#comments'>18 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Man soll keine Versprechungen machen, die man nicht halten kann. Insofern lief das ungl\u00fccklich: Zuerst waren es nur einige sehr wenige Sch\u00fcler im Deutsch-LK, die gerne mit dem Laptop ihre Klausur geschrieben h\u00e4tten. Verst\u00e4ndlich. Ich beherrsche zwar noch die Kunst, mit dem F\u00fcller zu schreiben, auch zusammenh\u00e4ngende Texte zu schreiben, aber nat\u00fcrlich schreibe ich den \u00fcberw\u00e4ltigenden Gro\u00dfteil meiner Texte am Computer. Wenn ich die Wahl h\u00e4tte, eine Klausur am Rechner oder auf dem Papier zu schreiben, was w\u00fcrde ich w\u00e4hlen?<\/p>\n<p>Die Frage stellt sich ja nicht. Ich schreibe zur Wiederverwendung (auch wenn handschriftliche Dokumente vielleicht tats\u00e4chlich l\u00e4nger halten als Dateien), ich schreibe nicht am St\u00fcck, sondern in St\u00fccken, ich schreibe an verschiedenen Tagen in verschiedenen Fassungen. <em>Nat\u00fcrlich<\/em> schreibe ich am Rechner.<br \/>\nWenn ich nur 155 Minuten Zeit h\u00e4tte f\u00fcr eine Gedichtinterpretation, die danach abgabefertig sein m\u00fcsste? Auch dann w\u00fcrde ich den Rechner w\u00e4hlen.<\/p>\n<p><small>Aber Spa\u00df w\u00fcrde es mir schon machen, mich mal mit einem unbekannten Gedicht und den Deutschkollegen aus der Schule in einen Raum zu setzen und zu sehen, wer nach dieser Zeit Tinte und Papier am produktivsten genutzt hat. Als Benefizprojekt f\u00fcr eine Aktion, die Aufs\u00e4tze werden danach versteigert&#8230; Allerdings m\u00fcsste man den Lehrern daf\u00fcr auch etwas bieten, zweieinhalb Stunden konzentrierte Arbeitszeit verschenkt man nicht einfach so.<\/small><\/p>\n<p>Aber ich schweife ab. Klausuren sind bekanntlich Schreibsituationen, wie es sie sonst nicht gibt, allenfalls bei der Zeitung, wenn ein Artikel zum Termin fertig sein muss. Aber selbst dann darf man digitale, analoge oder zweibeinige Nachschlagemedien benutzen.<\/p>\n<p>Jedenfalls wurden es dann einige mehr im LK, die auf dem Laptop schreiben wollten, und andere hatten Bef\u00fcrchtungen, das Getippe &#8211; oder die L\u00fcfter &#8211; w\u00fcrden sie st\u00f6ren. Und damit haben sie nicht so unrecht, deshalb und aus anderen, internen Gr\u00fcnden habe ich das ganze kurzfristig abgeblasen. Sehr zur Entt\u00e4uschung einiger Sch\u00fcler.<\/p>\n<p>Hier eine Liste der leichter und weniger leicht l\u00f6sbaren Probleme. Irgendeinen Weg gibt es nat\u00fcrlich immer, es gab auch schon Leute, die handverletzungsbedingt ihr Abitur auf dem vorher peinlich genau kontrollierten Rechner schrieben. <\/p>\n<ul>\n<li>Lautst\u00e4rkeproblem: Ungel\u00f6st. Au\u00dfer man schreibt in zwei R\u00e4umen &#8211; aber eine zus\u00e4tzliche Aufsicht \u00fcber drei Stunden will ich den Kollegen nicht antun.<\/li>\n<li>Benachteiligung der Leute, die keinen Laptop haben: L\u00f6sbar, wenn die Schule genug Laptops f\u00fcr alle hat, die man ausleihen kann. Haben wir.<\/li>\n<li>Bevorzugung der Leute, die Laptoperfahrung haben und dadurch dieses dem F\u00fcller \u00fcberlegene Werkzeug nutzen k\u00f6nnen: Schwierig. Das Schreiben hat ihnen alle die Grundschule beigebracht, das Tippen am Rechner allenfalls das bisschen Informatik. Ab wann darf die Schule die Sch\u00fcler bevorteilen, die mehr Zugang zu Laptops hatten?<\/li>\n<li>Rechtschreibkorrektur, Unterschleif durch unerlaubte Hilfsmittel auf der Festplatte: L\u00f6sbar. Mit Laptopwagen und entsprechender Software sowieso.<\/li>\n<li>Gerichtsfestigkeit: Umst\u00e4ndlich. Die Dateien gleich danach auf dem USB-St\u00e4bchen einsammeln, ausdrucken und unterschreiben lassen. Nur so kann ein Sch\u00fcler sicher sein, dass ich nicht bei ihm oder einem Mitsch\u00fcler in die eine oder andere Richtung manipuliert habe. Zentrales drahtloses Einsammeln ginge bei uns mit dem Laptopwagen.<\/li>\n<li>Vorbereitung aufs Abitur: Eben, da muss man ja auch mit F\u00fcller und Tinte.<\/li>\n<li>\u00dcbersch\u00e4tzung des Nutzens: Vielleicht bringt unge\u00fcbten Schreibern, und dazu rechne ich Sch\u00fcler, der Laptop weniger, als sie meinen, vielleicht ist er in jedem Fall der Tinte unterlegen. Man macht damit jedenfalls andere Fehler als bei handgeschriebenen Texten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Am einfachsten w\u00e4re: Alle schreiben im Computerraum am Rechner. Dann darf auch jeder die Rechtschreibkorrektur benutzen, oder von mir aus auch keiner. Aber das geht nicht, so lange nicht jeder Sch\u00fcler gleich vertraut mit Textverarbeitung oder auch nur der Tastatur ist. Das sehe ich auf absehbare Zeit noch \u00fcberhaupt nicht.<\/p>\n<p>Ich habe meinen Sch\u00fclern angeboten, einen n\u00e4chsten \u00dcbungsaufsatz in der Doppelstunde schreiben zu lassen, je nach Lust auf Laptop oder Papier. Zum Ausprobieren. Aber so viel Zug wie in einer echten Klausur ist dabei nat\u00fcrlich nicht dahinter. Mal sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(18 Kommentare.) Man soll keine Versprechungen machen, die man nicht halten kann. Insofern lief das ungl\u00fccklich: Zuerst waren es nur einige sehr wenige Sch\u00fcler im Deutsch-LK, die gerne mit dem Laptop ihre Klausur geschrieben h\u00e4tten. Verst\u00e4ndlich. 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