{"id":2389,"date":"2009-05-25T18:08:47","date_gmt":"2009-05-25T16:08:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=2389"},"modified":"2023-06-25T07:24:11","modified_gmt":"2023-06-25T05:24:11","slug":"lehrerblogumfrage-beim-lehrerfreund-und-diverses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2009\/05\/lehrerblogumfrage-beim-lehrerfreund-und-diverses.htm","title":{"rendered":"Lehrerblogumfrage beim Lehrerfreund, und B\u00fccher (Weyand, Carr)"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2009\/05\/lehrerblogumfrage-beim-lehrerfreund-und-diverses.htm#comments'>11 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Ich lese gerade, dass ich bei der Umfrage zum Lehrerblog 2009 auf dem 1. Platz <a href=\"http:\/\/www.lehrerfreund.de\/in\/schule\/1s\/lehrerblog-2009-lehrerzimmer\/3514\">gelandet bin<\/a>, gefolgt von den sehr gesch\u00e4tzten Kollegen <a href=\"http:\/\/teacher.twoday.net\/\">Teacher<\/a> und <a href=\"http:\/\/jochenenglish.de\/\">Jochen L\u00fcders<\/a>. Das freut mich nat\u00fcrlich. Vielen Dank denen, die mir ihre Stimme gegeben haben; ich will mich auch weiter bem\u00fchen. (Im Moment ist aber nicht viel los.)<\/p>\n<p>Sofort habe ich aber auch ein schlechtes Gewissen, weil sehr viele der anderen Lehrerblogs dem meinen in manchen Aspekten weit \u00fcberlegen sind. Vielleicht braucht es beim n\u00e4chsten Mal tats\u00e4chlich Teildisziplinen. So oder so war die Aktion vom Lehrerfreund Berthold Metz eine gute Idee, weil sie viele Blogs bekannt gemacht hat. Unter Lehrersleuten bekannt jedenfalls: Wenn ich mir die wirklich halbwegs bekannten Blogs in Deutschland anschaue, dann ist da kein Lehrerblog dabei. Entweder, es interessiert sich keiner so recht f\u00fcr das Thema, oder &#8211; gut m\u00f6glich &#8211; es fehlt noch der richtige Schreiber, der genauso viele Leute f\u00fcr ein Thema interessieren kann wie etwa das <a href=\"http:\/\/bestatterweblog.de\/\">Bestatterblog<\/a>. Ich bin dieser Schreiber jedenfalls auch nicht.<\/p>\n<p>Ansonsten: Heute nachmittag war <strong>Colloquiumspr\u00fcfung,<\/strong> ich als Protokollant und Beisitzer. Im sehr warmen Klassenzimmer; die versprochene K\u00fchlung des Schulhauses funktioniert noch nicht.<\/p>\n<p>Gelesen: zwei Romane zum Lehrersein:<\/p>\n<p><strong>Kai Weyand, <em>Schiefer er\u00f6ffnet spanisch<\/em><\/strong>, deutsch, 2008. Eine Lehrergroteske mit bitter-sentimentalen Z\u00fcgen. Ein Ex-Lehrer nimmt einen Referendar als Untermieter auf, sieht ihn als Experiment an und beobachtet methodisch (Notizbuch und so weiter), wie er mehr und mehr verf\u00e4llt, krank wird, verzweifelt wird, desillusioniert wird. Schlie\u00dflich beschlie\u00dfen sie eine Rettungsaktion, eine Verweigerung des Systems, die zwar auch nicht so recht klappt, aber wenigstens geht es dem zuk\u00fcnftigen Ex-Referendar besser dabei. Lieblingsszene: Nachdem es der Referendar gelassen zur Eskalation kommen l\u00e4sst, sind die Sch\u00fcler der Klasse ruhig. Einige sitzen merkw\u00fcrdig auf dem Stuhl. Als wieder einer zu pl\u00e4rren beginnt, stehen sechs andere ge\u00fcbt auf und fesseln ihn rasch und geschickt, \u00e4hnlich wie die anderen St\u00f6rer, mit Klebeband an den Stuhl. Eine Utopie nat\u00fcrlich, aber man wird doch tr\u00e4umen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem: <strong><em>The Harpole Report<\/em> von J. L. Carr,<\/strong> englisch, 1972. Lustig. Ein Schulleiter macht Urlaub und wird von einem anderen Lehrer f\u00fcr einige Monate vertreten. Am Schluss dieser Zeit ist wohl irgendetwas vorgefallen. Der Roman selber besteht aus einer Sammlung von privaten Tagebuch- und dienstlichen Klassenbucheintr\u00e4gen, offiziellen und privaten Briefen, Notizen, Protokollen und Dienstanweisungen &#8211; der Kommunikation zwischen Eltern, Sch\u00fclern, Lehrern, Sozialarbeitern, dem Ministerium, dem Schulleiter, dem Hausmeister und anderen Gestalten. Zentrale Figur ist der Aushilfs-Schulleiter. Kommentiert wird diese Sammlung vom fiktiven Herausgeber, dem die Aufgabe zugefallen ist, einen Bericht \u00fcber die Vorkommnisse zu geben. Das ganze ist insofern satirisch \u00fcberzeichnet, als die Personen das absurde Geschehen mit mehr Fassung \u00fcber sich ergehen lassen als in der Wirklichkeit. Besonders sch\u00f6n an diesem Buch ist, dass alle Personen fehlerhaft sind und doch irgendwo liebenswert und am Schluss gar nicht so schlimm, wie man eigentlich gedacht hat. Man merkt das erst, als die Kommission der Schulaufsicht einen Bericht verfasst, der eher positiv ist &#8211; was die Lehrer ebenso \u00fcberrascht wie den Leser. Aber so ist es heute vielleicht auch noch.<\/p>\n<p>(F\u00fcr die Pfingstferien: Wenn es im ZUM-Wiki noch keine Bibliographie zu Lehrer-Romanen gibt, eine anlegen. Sonst beisteuern.)<\/p>\n<p><em>Nachgetragene Fu\u00dfnote: Gerade <\/em>The Battle of Pollocks Crossing<em> von J. L. Carr wiedergelesen, das ist vor zwanzig Jahren mal in mein B\u00fccherregal gewandert. Spielt 1929\/30. Ein junger britischer Lehrer verbringt ein Jahr in einer kleinen Stadt in South Dakota; erz\u00e4hlt wird wieder r\u00fcckblickend, wieder wei\u00df man von Anfang an, dass zum Schluss etwas Dramatisches geschehen wird, eben jene Schlacht des Titels und Grund daf\u00fcr, dass man f\u00fcnfzig Jahre danach noch jemanden nach England schickt, um diesen Lehrer zu interviewen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(11 Kommentare.) Ich lese gerade, dass ich bei der Umfrage zum Lehrerblog 2009 auf dem 1. Platz gelandet bin, gefolgt von den sehr gesch\u00e4tzten Kollegen Teacher und Jochen L\u00fcders. Das freut mich nat\u00fcrlich. Vielen Dank denen, die mir ihre Stimme gegeben haben; ich will mich auch weiter bem\u00fchen. (Im Moment ist aber nicht viel los.) 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