{"id":2457,"date":"2009-07-07T21:31:21","date_gmt":"2009-07-07T19:31:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=2457"},"modified":"2009-07-08T07:00:04","modified_gmt":"2009-07-08T05:00:04","slug":"wenn-lehrer-briefe-von-eltern-kriegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2009\/07\/wenn-lehrer-briefe-von-eltern-kriegen.htm","title":{"rendered":"Wenn Lehrer Briefe von Eltern kriegen"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2009\/07\/wenn-lehrer-briefe-von-eltern-kriegen.htm#comments'>11 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Ich habe in meinem Schulleben insgesamt drei halbwegs b\u00f6se Briefe gekriegt, ansonsten nur freundliche K\u00e4rtchen und Gr\u00fc\u00dfe. Aber diese Briefe kennen wohl viele Lehrer. Meinen ersten habe ich im Referendariat erhalten, eine Klage \u00fcber meinen &#8222;sehr individuell gestalteten Notenschl\u00fcssel&#8220; in der Englisch-Schulaufgabe. Und dass das sicher an meiner Referendarsunerfahrenheit liegt. Ich habe damals auf den Brief geantwortet, in eher selbstbewusstem Tonfall, wie ich damals dachte, aber es kann sein, dass etwas von der Pampigheit des urspr\u00fcnglichen Briefes auf mich abgef\u00e4rbt hat. Darauf kam dann noch ein erbosteres Schreiben, laut dem die Sch\u00fclermutter in Zukunft nicht mehr zum Schmiedl, sondern gleich zum Schmied gehen w\u00fcrde. Nu, das war&#8217;s dann auch.<\/p>\n<p>Dann gab es noch, ein paar Jahre sp\u00e4ter, einen wohl etwas freundlicheren Brief, in dem es um den Preis der Deutsch-Schullekt\u00fcre ging. Dieses Schreiben ist nicht mehr erhalten, aber meine Antwort darauf schon &#8211; besonnen und sehr brav, wie ich finde. <\/p>\n<p>Eine Variante ist die Beilage zur Schulaufgabe (f\u00fcr Nichtbayern: schriftliche Pr\u00fcfung), in der man erkl\u00e4rt, warum man die Schulaufgabe f\u00fcr ungeschickt h\u00e4lt. Diese Form kommt auch mit Verbesserungsvorschl\u00e4gen und Ratschl\u00e4gen f\u00fcrs n\u00e4chste Mal. Ich habe so etwas zwar noch nie gekriegt, kenne das aber von Kollegen: es kommt schon mal vor, dass die sich das an die T\u00fcr des eigenen Faches im Lehrerzimmer kleben. Das ist nat\u00fcrlich respektlos. Ts, ts. Aber manchmal verst\u00e4ndlich. H\u00e4ngt halt davon ab. Einige meiner Kollegen geben selber gerne R\u00fcckmeldungen an die Lehrer ihrer Kinder, und genauso wie die es verdient haben werden, werden auch manche meiner Kollegen solche Schreiben verdienen.<\/p>\n<p>Wenn die Kommunikation nur einfacher w\u00e4re. Manche Lehrer sind oft nur in Sprechstunden erreichbar, da sind dann Briefe naheliegend. Und manche Eltern meinen, sich gegen den &#8222;OStR&#8220; mit eigenen Titeln und Berufsbezeichnungen wappnen zu m\u00fcssen. Wenn die Kommunikation nur einfacher w\u00e4re. Patentrezept gibt&#8217;s nicht.<\/p>\n<p>&#8212; Ausl\u00f6ser dieses Blogeintrags war folgende sch\u00f6ne R\u00fcckmeldung, die ich einem Kollegen entwendet habe. M\u00fcnchen, irischer Pub, Kugelschreiber auf Papierserviette: Kommentar zur m\u00fcndlichen Englisch-Schulaufgabe mit Bitte, sich die Note noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Diesmal nicht von den Eltern, sondern wohl von der jungen, muttersprachlichen Nachhilfelehrerin: <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/serviette.jpg\" alt=\"serviette\" title=\"serviette\" width=\"550\" height=\"531\" class=\"alignnone size-full wp-image-2458\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/serviette.jpg 550w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/serviette-150x144.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/p>\n<p>Den Text darf ich nat\u00fcrlich nicht abdrucken, und der Kollege hat das auch nicht gro\u00df herumgezeigt, aber ich habe halt ein neugierig wanderndes Auge und flinke Finger. Ich wei\u00df nicht genau, wie ernst das gemeint war, oder mit wieviel Hoffnung auf Erfolg. Der Tonfall war jedenfalls durchaus freundlich.<\/p>\n<p><small>(Gespeichert ist das Bild unter dem Namen serviette.jpg &#8211; und das war keine einfache Entscheidung. <em>Serviette vs napkin<\/em> sagt nicht nur etwas \u00fcber regional unterschiedlichen Gebrauch aus, sondern ist vor allem eines der bekanntesten Merkmale, mit dem urspr\u00fcnglich zwischen <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/U_and_non-U_English\">gehobenen Englisch und verachtetem Middle-class-Englisch<\/a> unterschieden wurde. &#8222;Serviette&#8220; ist fast so schlimm wie &#8222;toilet&#8220;. Generell kann man sagen, dass alles, was feiner klingt, eben das nicht ist. Lange Geschichte.)<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(11 Kommentare.) Ich habe in meinem Schulleben insgesamt drei halbwegs b\u00f6se Briefe gekriegt, ansonsten nur freundliche K\u00e4rtchen und Gr\u00fc\u00dfe. Aber diese Briefe kennen wohl viele Lehrer. 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