{"id":2537,"date":"2009-09-20T09:50:20","date_gmt":"2009-09-20T07:50:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=2537"},"modified":"2015-01-30T07:16:02","modified_gmt":"2015-01-30T06:16:02","slug":"1-schulwoche-200910","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2009\/09\/1-schulwoche-200910.htm","title":{"rendered":"1. Schulwoche 2009\/10"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2009\/09\/1-schulwoche-200910.htm#comments'>10 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>\u00dcber ein Dutzend <strong>neuer Kollegen<\/strong> an der Schule. Zum ersten Mal ist jemand dabei, der mich als Autor dieses Blogs kennt (und andere Lehrerblogs nat\u00fcrlich auch). Und von einer Sch\u00fclermutter habe ich auch schon einen Gru\u00df ausgerichtet gekriegt &#8211; sie kennt mein Blog. Jetzt muss ich wohl langsam so werden, wie ich mich hier pr\u00e4sentiere.<\/p>\n<p>Dann habe ich <strong>Sitzpl\u00e4ne<\/strong> in der 6. Klasse gemacht. Drei Fotos geschossen, mit Hugin zu einem <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2008\/10\/panoramabilder-1.htm\">Panoramabild<\/a> verkn\u00fcpft und zusammen mit dem von Sch\u00fclern angefertigten Sitzplan in eine Textdatei geklebt, fertig.<br \/>\nDie Sitzpl\u00e4ne in der 7. Klasse im Computerraum waren noch einfacher: da sitze ich n\u00e4mlich an einem Rechner und blicke Richtung der Sch\u00fcler. Eine Tabelle angelegt mit f\u00fcnf Spalten und in die habe ich gleich die Namen der Sch\u00fcler getippt. Die Sch\u00fcler haben sich vorgestellt und konnten mitlesen. (Das geht im Klassenzimmer auch, allerdings steht der Rechner da in einer Ecke und nicht auf dem Lehrerpult.) Das geht schneller, als einen Sch\u00fcler einen Plan schreiben zu lassen, und man kann ihn schnell verbessern.<\/p>\n<p>\u00dcber die Ferien hat der Leiter der Lehrmittelbibliothek das Ausleihsystem auf <strong>Strichcode<\/strong> umgestellt: Jedes Schulbuch-Exemplar hat jetzt einen eigenen Strichcode-Aufkleber, Ausleihen geht per Klassen-\/Sch\u00fclerliste cund mit dem Leseger\u00e4t. Praktisch, auch weil jetzt jedes Buch eindeutig einem Sch\u00fcler zugeordnet bleibt.<\/p>\n<p>Am Anfang der Woche war ich noch sehr aufgeregt, jetzt legt sich das langsam. Meine Klassen: Bisher alle sehr nett. Nat\u00fcrlich strengt sich jeder am Anfang des Schuljahres an, aber ich glaube, wir haben hier auch ganz nette Sch\u00fcler &#8211; und auch Kollegen. Man wird etwas betriebsblind daf\u00fcr, aber Lehrer und Sch\u00fcler von au\u00dfen erz\u00e4hlen das auch.<\/p>\n<p>Am Freitag war <strike>Wandertag<\/strike> <strong>Personalausflug<\/strong>. Sehr sch\u00f6n, Murnauer Moos. Habe viel \u00fcber Moore gelernt. <\/p>\n<h3>Exkurs \u00fcber Moore<\/h3>\n<p>Wenn ein St\u00fcck Land h\u00e4ufig dauerhaft ziemlich nass ist, ist es sauerstoffarm; abgestorbene Pflanzenteile werden nicht mehr v\u00f6llig aufgel\u00f6st und von der n\u00e4chsten Generation wiederverwendet, sondern werden zu einer Humusschicht. Bei einem Niedermoor ist die bis zu zwei Metern tief; die Pflanzen, die dort leben, k\u00f6nnen in der darunter liegenden Bodenschicht wurzeln. Das Murnauer Moor ist mindestens seit der Bronzezeit Kulturlandschaft: Vieh wird in die Moorweiden getrieben, sp\u00e4ter wird dann auch gem\u00e4ht, heute k\u00fcmmern sich auch J\u00e4ger um die Hirsche, die dort leben. Das alles bewirkt, dass das das Moor erhalten bleibt: \u00dcberlie\u00dfe man es sich selber, w\u00fcrden vom Rand heran B\u00fcsche und B\u00e4ume hereinwandern, sich festsetzen und das Moor austrocknen.<br \/>\nDie Viehweide und die Mahd entziehen dem Boden N\u00e4hrstoffe, das Vieh f\u00fchrt zu einer Selektion in der Pflanzenwelt (stachlige, aromatische, giftige Pflanzen \u00fcberleben), die Mahd ebenso (niedrige und langsam wachsende Pflanzen \u00fcberleben). Wenn da mal ein B\u00e4umchen w\u00e4chst, wird es bald vom Sturm geknickt.<br \/>\nOhne solche Ma\u00dfnahmen g\u00e4be es weniger Moore und Wiesen und mehr Wald. M\u00f6glicherweise hat es allerdings auch vor dem Menschen nie viel mehr Wald in Mitteleuropa gegeben: Laut der allerdings umstrittenenen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Megaherbivoren\">Megaherbivorentheorie<\/a> haben die gro\u00dfen, teilweise ausgestorbenen Pflanzenfresser durch Waldverbiss daf\u00fcr gesorgt (Waldelefant, Riesenhirsch, Wisent, Auerorchse, Elch).<br \/>\nSo oder so m\u00f6chte Naturschutz nicht unbedingt zu einem urspr\u00fcnglichen Zustand zur\u00fcck. (Wie weit sollte man zur\u00fcck?) Es geht auch nicht darum, die Natur sich selbst zu \u00fcberlassen, sondern um Artenschutz, Artenvielfalt und landschaftliche Sch\u00f6nheit. <\/p>\n<p>Wird die Humusschicht dicker als zwei Meter, hat man ein Hochmoor. Das ist sehr n\u00e4hrstoffarm und sieht so aus:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/moor3.jpg\" alt=\"moor3\" title=\"moor3\" \/><\/p>\n<p>Hier sieht man mindestens drei\u00dfigj\u00e4hrige Birken. Man erkennt, dass nicht viele N\u00e4hrstoffe im Boden sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/moor4.jpg\" alt=\"moor4\" title=\"moor4\" \/><\/p>\n<p>So f\u00fchrt der Weg durchs Moor: <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/moor5.jpg\" alt=\"moor5\" title=\"moor5\" \/><\/p>\n<p>Der Mensch hat die Moore nat\u00fcrlich nicht unangetastet gelassen. Zur Landgewinnung wurden Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben gezogen, Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben braucht man auch zum Torfstechen. Hier ist ein solches Loch, aus dem Torf gestochen wurde &#8211; inzwischen wieder voll Wasser. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/moor2.jpg\" alt=\"moor2\" title=\"moor2\" \/><\/p>\n<p>Moore dienen auch zum Hochwasserschutz. Ein St\u00fcck Moorboden kann das zwanzigfache seines Gewichts an Wasser aufnehmen. Ich habe leider kein Foto davon, wie unser F\u00fchrer ein St\u00fcck Boden in die Hand genommen und ausgepresst hat &#8211; das Wasser kam heraus wie aus einem nassen Tafelschwamm.<\/p>\n<p>Und so sieht ein Hochmoor aus, wenn es keines mehr ist:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/moor1.jpg\" alt=\"moor1\" title=\"moor1\" \/><\/p>\n<p>Nach den Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben wurden Fichten angepflanzt. Die hatten urspr\u00fcnglich keine Luftwurzeln, wie man sie von Mangrovenw\u00e4ldern kennt. Die ausgewachsenen Fichten fingen den Regen ab und trockneten das Moor aus, der Boden sank um einen Meter und legte die Wurzeln frei. <\/p>\n<p>(Ende des Exkurses. Wenn ich mir das nicht aufschreibe, merke ich es mir n\u00e4mlich nicht.)<\/p>\n<p>&#8212; Sehr viele Lehrer waren mit dabei, auch die neuen; die beiden anderen Personalr\u00e4te haben alles wunderbar organisiert &#8211; ich hatte diesmal gar nichts zu tun. Wohl, weil ich faul bin, au\u00dferdem hatte ich Geburtstag. Viele haben mir gratuliert, das hat mich gefreut. Ich sollte auch bei anderen mehr daran denken. \u00dcbrigens h\u00f6re ich jedes Jahr wieder gern, dass ich aber noch deutlich j\u00fcnger aussehe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(10 Kommentare.) \u00dcber ein Dutzend neuer Kollegen an der Schule. Zum ersten Mal ist jemand dabei, der mich als Autor dieses Blogs kennt (und andere Lehrerblogs nat\u00fcrlich auch). Und von einer Sch\u00fclermutter habe ich auch schon einen Gru\u00df ausgerichtet gekriegt &#8211; sie kennt mein Blog. 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