{"id":2680,"date":"2010-01-26T09:15:28","date_gmt":"2010-01-26T08:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=2680"},"modified":"2023-05-08T07:22:36","modified_gmt":"2023-05-08T05:22:36","slug":"bildbeschreibung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2010\/01\/bildbeschreibung.htm","title":{"rendered":"Bildbeschreibung"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2010\/01\/bildbeschreibung.htm#comments'>26 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Neulich beim Respizieren habe ich das folgende Thema gesehen. Bildbeschreibung, 45 Minuten, 7. Klasse, Bayern, Gymnasium. Einen sehr guten Beispielaufsatz schreibe ich darunter.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"550\" height=\"430\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/Jean-Baptiste_Simeon_Chardin_The.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2683\" title=\"Jean-Baptiste_Simeon_Chardin_The\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/Jean-Baptiste_Simeon_Chardin_The.jpg 550w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/Jean-Baptiste_Simeon_Chardin_The-150x117.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><br><small>Jean-Baptiste Sim\u00e9on Chardin, &#8222;Dame beim Tee&#8220;<\/small><\/p>\n\n\n\n<p><em>Beschreibe das Gem\u00e4lde &#8222;Dame beim Tee&#8220; von Jean-Baptiste Sim\u00e9on Chardin aus dem Jahre 1735 nach den im Unterricht besprochenen Regeln und Vorgaben. Achte auf eine saubere \u00e4u\u00dfere Form und sprachliche Korrektheit!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Aufsatz, in g\u00e4nzlich unverbesserter Form:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<div style=\"text-align: justify;\">Das 1735 entstandene Gem\u00e4lde &#8222;Dame beim Tee&#8220; von Jean-Baptiste Sim\u00e9on Chardin zeigt eine Frau, die in entspannter und ruhiger Haltung sitzend ihren Tee genie\u00dft.<br>Das Bild ist insgesamt mit matten und abgeschw\u00e4chten Farben gestaltet, rechts im Vordergrund herrschhen eheer helle Mattgelb- und Rott\u00f6ne vor, links im Hintergrund dunkle Schwarz- und Graut\u00f6ne.<br>Das Licht f\u00e4llt vielleicht durch ein Fenster, das oben links im Bild sein m\u00fcsste, auf die Dame, auf die R\u00fcckenlehne von dem Stuhl und auf den Tisch. Links im Hintergrund ist die dunkelste Ecke des Bildes.<br>Die etwas rundliche Frau im Zentrum von der man die Beine nicht sieht hat sich mit leicht gekr\u00fcmmtem R\u00fccken auf einen Stuhl niedergelassen.<br>Die Dame streckt den Kopf leicht vor, es wirkt, wie wenn sie genussvoll den Duft des Tees einatmet. Ihr linker Arm ist auf dem Tisch rechts im Bild abgelegt, mit der rechten Hand h\u00e4lt sie zierlich den Teel\u00f6ffel und r\u00fchrt um. Beide Ellenbogen sind abgewinkelt.<br>Das gelockte kurze Haar der Dame ist schon grau, daraus l\u00e4sst sich schlie\u00dfen, dass sie etwas \u00e4lter ist. Sie hat eine spitze Nase und ein Doppelkinn, die Augen sind geschlossen, die Augenbrauen hochgezogen. Fast sieht sie aus, als ob sie meditiert.<br>Die Dame ist bekleidet mit einem schwarz-wei\u00df gestreiften Kleid aus dickem, schweren Stoff, das ihre Rundlichkeit noch unterstreicht. Um die Schultern gelegt und um die H\u00fcfte gebunden hat sie sich einen schwarzen Umhang mit blauer [durch Kopierfehler unlesbar] oder ein Tuch, das sich links kaum vom dunklen Hintergrund abhebt. An den Handgelenken sieht man R\u00fcschen hervorschauen. Auf dem Kopf ist die Frau bedeckt mit einer wei\u00df-blaufarbenen Haube, die aber ihren Hinterkopf freil\u00e4sst. Das alles l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass die Dame eine Person aus gehobener Schicht, vielleicht sogar eine Adelige ist.<br>Rechts im Hintergrund befindet sich der wuchtige, gro\u00dfe rote Tisch. Eine Schublade ist leicht ge\u00f6ffnet. Auf ihm sind die dunkelrote, fast schwarze Kanne Tee und die mit Malereien verzierte Tasse samt Untertasse abgestellt. Da es aus der Tasse Tee noch herausdampft, l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass die Adelige noch nicht lange hier sitzt.<br>Von dem Stuhl links im Vordergrund sieht man nur die R\u00fcckenlehne. Diese sieht aber dennoch elegant aus, da sie mit drei Holzb\u00f6gen unterteilt ist. Den Hintergrund kann man nicht richtig erkennen.<br>Der Gesamteindruck des Gem\u00e4ldes vermittelt eine ruhige und offene Stimmung; wer m\u00f6chte nicht gerne mit der Dame tauschen und sich von einem anstrengenden Tag erholen?<\/div>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>(c) J.J. All rights reserved.<\/p>\n\n\n\n<p><small>(Dieser Text steht <em>nicht<\/em> unter der \u00fcblichen CC-Lizenz hier, Weiterverwendung nur mit Erlaubnis der Autorin, \u00fcber mich zu erreichen.)<\/small><\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich jetzt wieder wei\u00df, was Sch\u00fcler in 45 Minuten zustande bringen k\u00f6nnen, will ich mich nie wieder mit schlampigen Texten im Informatikunterricht abspeisen lassen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Exkurs 1: Das Rechtliche<\/h3>\n\n\n\n<p>Bisher bin ich sehr schlampig mit dem Urheberrecht umgegangen, was Sch\u00fclerproduktionen betrifft. Ich habe zwar die Sch\u00fcler um Erlaubnis gefragt, sie in Unter- und Mittelstufe gebeten, auch den Eltern Bescheid zu sagen, aber das war es.<br>Seit meiner letzten Sequenz zum Urheberrecht sehe ich das etwas strenger. Also habe ich bei der Sch\u00fclerin das so gemacht, wie ich das auch in Zukunft halten will:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Sch\u00fclerin m\u00fcndlich um Erlaubnis fragen<\/li>\n\n\n\n<li>der Sch\u00fclerin und den Eltern ein Schreiben mitgeben, in dem ich um Erlaubnis bitte und auf Gefahren und Grenzen hinweise:\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>die Verwertungsrechte bleiben bei den Inhabern, ich will den Text nur auf meiner Webseite ver\u00f6ffentlichen und werde kein Buch daraus machen<\/li>\n\n\n\n<li>niemand anderes darf den Text verwenden<\/li>\n\n\n\n<li>aber wenn der Text erst einmal ver\u00f6ffentlich und digital ist, dann kann er auch viel leichter gestohlen werden<\/li>\n\n\n\n<li>und au\u00dferdem k\u00f6nnte jemand kommentieren, dass er den Text ganz schlecht findet; das m\u00fcssen Autoren aushalten<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n\n\n\n<li>die Sch\u00fclerin fragen, in welcher Form sie ihren Namen unter dem Text sehen m\u00f6chte: gar nicht, Initialen, vollst\u00e4ndiger Name<\/li>\n\n\n\n<li>Sch\u00fclerin und Eltern darauf hinweisen, dass ich gerne einen symbolischen Betrag f\u00fcr die Erlaubnis bezahle<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Und das habe ich dann auch gemacht, einen Euro, auch wenn ich die Sch\u00fclerin dazu \u00fcberreden musste. So viel ist mir ein sch\u00f6ner Text inmeinem Blog sicher wert, und Sch\u00fcler sollten auch sehen, dass ihre Produkte etwas wert sein k\u00f6nnen. Dass <em>Intellectual Property<\/em> wertvoll sein kann. (Mir gef\u00e4llt das englische Wort besser, da bei <em>property<\/em> f\u00fcr mich mehr der Gedanke der Ver\u00e4u\u00dferlichkeit mitschwingt als bei <em>Eigentum<\/em>.)<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Gelegenheit mache ich mal ein Formblatt aus meinem ersten Schreiben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Exkurs 2: Die Bildbeschreibung<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Standardthema bei der Bildbeschreibung in der Unterstufe ist ansonsten ja Spitzweg. Funktioniert auch gut, aber man liest sich ein bisschen satt an den Aufs\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"546\" height=\"494\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/spitzweg.poet_.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2682\" title=\"spitzweg.poet\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/spitzweg.poet_.jpg 546w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/spitzweg.poet_-150x135.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 546px) 100vw, 546px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><br><small>Carl Spitzweg, &#8222;Der arme Poet&#8220;<\/small><\/p>\n\n\n\n<p>Das folgende Bild habe ich noch nie gemacht&#8230; aber sch\u00f6n w\u00e4r&#8217;s schon, so ein Bild, das gleich eine Geschichte erz\u00e4hlt. Vielleicht nicht in der Unterstufe.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"550\" height=\"517\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/wiertz.wahnsinn.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2681\" title=\"wiertz.wahnsinn\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/wiertz.wahnsinn.jpg 550w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/wiertz.wahnsinn-150x141.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><br><small>Antoine Wiertz, &#8222;Hunger, Wahnsinn, Verbrechen&#8220;<\/small><\/p>\n\n\n\n<p>Hm. Vielleicht sollte man beim Aufsatzschreiben in der Oberstufe statt Gedichten graphische diskontinuierliche Texte (vulgo: Bilder) interpretieren lassen. Da lernt man ebenso das Hinschauen und muss seine F\u00e4higkeiten nur an <em>einem<\/em> Text beweisen, dem eigenen, statt mit zweien zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(26 Kommentare.) Neulich beim Respizieren habe ich das folgende Thema gesehen. Bildbeschreibung, 45 Minuten, 7. Klasse, Bayern, Gymnasium. Einen sehr guten Beispielaufsatz schreibe ich darunter. Jean-Baptiste Sim\u00e9on Chardin, &#8222;Dame beim Tee&#8220; Beschreibe das Gem\u00e4lde &#8222;Dame beim Tee&#8220; von Jean-Baptiste Sim\u00e9on Chardin aus dem Jahre 1735 nach den im Unterricht besprochenen Regeln und Vorgaben. 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