{"id":2772,"date":"2010-06-10T07:16:06","date_gmt":"2010-06-10T05:16:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=2772"},"modified":"2010-06-10T07:16:06","modified_gmt":"2010-06-10T05:16:06","slug":"librivox","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2010\/06\/librivox.htm","title":{"rendered":"LibriVox"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2010\/06\/librivox.htm#comments'>2 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Ich wei\u00df leider nicht mehr, wo ich vor ein paar Monaten in einem Kommentar geschrieben habe, dass LibriVox f\u00fcr mich als Quelle nur m\u00e4\u00dfig brauchbar ist. Diese Meinung habe ich n\u00e4mlich ge\u00e4ndert &#8211; kennengelernt und ausprobiert hatte ich LibriVox vor ein paar Jahren, noch einmal ausprobiert vor ein paar Wochen, und mit der Qualit\u00e4t bin ich jetzt sehr zufrieden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/librivox.org\">LibriVox.org<\/a>: das ist so etwas wie Projekt Gutenberg f\u00fcr H\u00f6rb\u00fccher. Freiwillige lesen dort B\u00fccher vor und die Aufnahmen sind durchweg in der <em>public domain<\/em>, so dass man sie verwenden kann, wie man will. Links zu den Texten, nat\u00fcrlich ebenfalls <em>public domain<\/em>, gibt es auch gleich.<\/p>\n<p>(Allerdings: nicht bei jedem Werk, das in den USA in der <em>public domain<\/em> ist, sind auch in Deutschland Urheber- beziehungsweise Verwertungsrecht abgelaufen. Insbesondere sind zum Beispiel die meisten B\u00fccher in den USA gemeinfrei, die dort vor 1923 zum ersten Mal ver\u00f6ffentlicht wurden, auch wenn der Autor noch keine 70 Jahre tot ist. F\u00fcr Europa gilt aber, mehr oder weniger, nur letztere Regel. <a href=\"http:\/\/www.copyright.cornell.edu\/resources\/publicdomain.cfm\">Details zu USA-Regeln.<\/a>)<\/p>\n<p>Manche der Aufnahmen sind nicht besonders gut, und das waren fr\u00fcher eben die ersten, auf die ich gesto\u00dfen bin. Meine letzten Stichproben waren aber lauter erfreuliche Erfahrungen. Der Tipp: wenn man einen Leser gefunden hat, der gut vorlesen kann, dann sollte man einfach schauen, welche anderen Werke es vom gleichen Vorleser noch gibt. Und schon hat man viele sch\u00f6ne Aufnahmen.<\/p>\n<ul>\n<li>Ganz toll etwa ist die <a href=\"http:\/\/librivox.org\/stalky-and-co-by-rudyard-kipling\/\">Aufnahme von Rudyard Kiplings <em>Stalky &#038; Co.<\/em><\/a>, gelesen von Tim Bulkeley. Klasse. Wie es bei Charles Dickens hei\u00dft (<em>Our Mutual Friend<\/em>): &#8222;He do the Police in different voices.&#8220; Das ist nicht fehlerfrei, alle drei\u00dfig Minuten ist mal ein winziges Stolpern oder Z\u00f6gern dabei, das bei einer bezahlten Aufnahme nicht akzeptiert werden w\u00fcrde. Aber die verschiedenen Dialekte und Tonf\u00e4lle einer vergangenen Zeit trifft Bulkeley wundersch\u00f6n anschaulich, ohne zu \u00fcbertreiben. Insgesamt knapp 6 1\/2 Stunden.<\/li>\n<li>Wenn man <a href=\"http:\/\/librivox.org\/newcatalog\/search_advanced.php?title=&#038;author=&#038;cat=&#038;genre=&#038;status=all&#038;type=&#038;language=&#038;date=&#038;reader=Tim+Bulkeley+&#038;reader_exact=on&#038;bc=&#038;mc=&#038;action=Search\">nach dem Vorleser Tim Bulkeley sucht,<\/a> st\u00f6\u00dft man auf Wilkie Collins, P.G. Wodehouse, mehr Kipling, und andere.<\/li>\n<li>\u00dcber einige Geschichten von H. P. Lovecraft bin ich auf <a href=\"http:\/\/librivox.org\/newcatalog\/people_public.php?peopleid=453\">Glen Hallstrom a.k.a. SmokestackJones<\/a> gesto\u00dfen. Auch ein guter Vorleser; liest vor allem Kurzgeschichten.<\/li>\n<li>Sch\u00f6n einfach: <a href=\"http:\/\/librivox.org\/the-iliad-for-boys-and-girls-by-alfred-j-church\/\">The Iliad for Boys and Girls<\/a>. Leider trotzdem noch zu schwer f\u00fcr meine Sechstkl\u00e4ssler. Aber ich will mal ausprobieren, ob es Sch\u00fclern etwas bringt, einen Text &#8211; nachdem sie ihn mehrfach gelesen und angeh\u00f6rt haben &#8211; gleichzeitig vorgelesen zu bekommen und dabei laut mitzulesen und sich selber dabei aufzunehmen. <\/li>\n<li>Im Moment h\u00f6re ich gerade <a href=\"http:\/\/librivox.org\/the-wrong-box-by-robert-louis-stevenson-and-lloyd-osbourne\/\"><em>The Wrong Box<\/em> von Robert Louis Stevenson und Lloyd Osborne<\/a>. Ich habe das vor Jahren zwei- oder dreimal mit Genuss und Befremdung gelesen. Die Geschichte: zwei Br\u00fcder, hochbetagt, sind die letzten \u00dcberlebenden einer Runde von Herren, die im Kindesalter Teilnehmer einer leicht abgewandelten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tontine\">Tontine<\/a> waren. Dabei wird f\u00fcr jeden Teilnehmer ein Betrag eingezahlt und der letzte \u00dcberlebende kriegt dann, viele, viele Jahre sp\u00e4ter, die Summe ausgezahlt. Nicht dass der dann noch viel davon hat.<br \/>\nEiner der beiden Br\u00fcder wird von einem etwas leichtfertigen Neffen geh\u00fctet, ist aber schon lange nicht mehr gesehen worden. Lebt er \u00fcberhaupt noch? Der andere Bruder, durchaus noch r\u00fcstig, ist wirtschaftlich abh\u00e4ngig von einem anderen, etwas verbisseneneren Neffen, dem er seine m\u00f6glichen Tontinenanspruch \u00fcbereignet hat. Er darf kaum mehr aus dem Haus, damit seine Gesundheit auch ja nicht leidet, schlie\u00dflich ist er eine Investition. Durch eine Verwechslung bei einem Zugungl\u00fcck wird er f\u00fcr tot gehalten und entkommt, oberlehrerhaft durch die Gegend ziehend (lange Geschichte). Der finstere Neffe gaukelt nun seinerseits der Welt vor, dass der Onkel noch lebt, und versucht die verwechselte Leiche zu verbergen. (<em>&#8222;It&#8217;s illegal, ain&#8217;t it?&#8220; said John. &#8222;A man must have <\/em>some<em> moral courage,&#8220; replied Morris with dignity.<\/em>) Die Leiche geht allerdings mehrfach verloren. Hilarity ensues. Wie gesagt, schr\u00e4ges Buch, beeinflusst von der Geschichte des Buckligen aus Tausendundeiner Nacht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8212; Fast alle Aufnahmen sind auf Englisch. F\u00fcr die Sommerferien habe ich mir eine deutsche Tieck-Novelle vorgenommen und vielleicht eine Chaucer-Novelle, auf mittelenglisch. Das ist ein sch\u00f6nes, \u00fcberschaubares Vorhaben, mit dem ich der Community etwas zur\u00fcckgeben kann. Kult des Amateurs? Ich liebe Amateure. Gerade bei Kunst und Entertainment sollten Amateure eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen. Das hei\u00dft nicht, dass man im Fernsehen Superstars sucht, also Leute, die genau diesem Amateurstatus entfliehen wollen. Sondern dass mehr Leute B\u00fccher vorlesen. Selber.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(2 Kommentare.) Ich wei\u00df leider nicht mehr, wo ich vor ein paar Monaten in einem Kommentar geschrieben habe, dass LibriVox f\u00fcr mich als Quelle nur m\u00e4\u00dfig brauchbar ist. 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