{"id":2780,"date":"2010-07-09T07:06:05","date_gmt":"2010-07-09T05:06:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=2780"},"modified":"2023-05-16T09:09:27","modified_gmt":"2023-05-16T07:09:27","slug":"james-branch-cabell-special-delivery","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2010\/07\/james-branch-cabell-special-delivery.htm","title":{"rendered":"James Branch Cabell, Special Delivery"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float:left; margin-right:10px;\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/cabell_special_delivery.jpg\" alt=\"\" title=\"cabell_special_delivery\" width=\"150\" height=\"237\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2872\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/cabell_special_delivery.jpg 150w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/cabell_special_delivery-94x150.jpg 94w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p>Mann, da war er aber schlecht gelaunt, der James Branch Cabell, als er dieses Buch geschrieben hat. (Man muss ihn nicht kennen, auch wenn er mal ein ber\u00fchmter Schriftsteller war und ein <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2005\/04\/storisende-1113.htm\">Steckenpferd von mir<\/a> ist.)<\/p>\n<p>Im Jahr 1933 war Cabell schon nicht mehr so sehr ber\u00fchmt und gesch\u00e4tzt wie in den 20er Jahren, aber Post bekam er immer noch viel. Und wenn man ihm glauben darf, dann waren das immer die gleichen Arten von Briefen.<\/p>\n<p>In <em>Special Delivery<\/em> pr\u00e4sentiert Cabell seine zehn kurzen, ablehnenden Standardantworten auf zehn Ansinnen, die man in Briefen an ihn wohl h\u00e4ufig richtet. Alle Antworten beginnen mit: &#8222;It was wholly a pleasure to receive your letter.&#8220; Die Briefeschreiber:<\/p>\n<ul>\n<li>bitten um Material f\u00fcr ein Schul- oder Universit\u00e4tsreferat, <\/li>\n<li>bitten um Ratschl\u00e4ge, wie man ein Schriftsteller wird, <\/li>\n<li>senden die Besprechung eines Buches von Cabell ein, <\/li>\n<li>senden ihr eigenes Werk ein mit der Bitte um Lekt\u00fcre und Besprechung, <\/li>\n<li>wollen B\u00fccher von Cabell signiert haben, <\/li>\n<li>bieten eine hei\u00dfe Liebesnacht an, <\/li>\n<li>oder wollen eine kryptische Stelle in seinem Werk erkl\u00e4rt haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf die kurze maschinengetippten Antwort folgen jeweils die eigentlichen Kapitel, n\u00e4mlich &#8211; vorgeblich &#8211; die Briefe, die er eigentlich lieber als Antwort geschrieben h\u00e4tte. In denen erkl\u00e4rt er, manchmal nachsichtig, manchmal auch unfreundlich, warum es gar nicht in Frage kommt, dass er der Bitte entspricht. Da wirkt Cabell manchmal schon etwas misslaunig. Aber sch\u00f6n zu lesen ist es trotzdem. (Wenn man Cabell mag.)<\/p>\n<p>Vielleicht auch mal eine Textform f\u00fcr die Schule. Meine Ausgabe oben ist \u00fcbrigens ein moderner Nachdruck in Form eines Faksimiles der alten Bleisatzausgabe. Keine Ahnung, wie das technisch funktioniert. Es gibt einige Verlage, die sich auf so etwas spezialisieren. Diese B\u00fccher sind in Ordnung, aber ich lasse nach schlechten Erfahrungen die Finger von Print-on-demand-Ausgaben, die manchmal nur den Gutenberg-Text der Quelle nehmen und ohne R\u00fccksicht auf Typographie durch den Drucker jagen. Dann lese ich es lieber gleich am Computer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mann, da war er aber schlecht gelaunt, der James Branch Cabell, als er dieses Buch geschrieben hat. (Man muss ihn nicht kennen, auch wenn er mal ein ber\u00fchmter Schriftsteller war und ein Steckenpferd von mir ist.) 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