{"id":283,"date":"2012-09-03T07:21:23","date_gmt":"2012-09-03T05:21:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2005\/05\/mythography.htm"},"modified":"2023-09-01T10:37:46","modified_gmt":"2023-09-01T08:37:46","slug":"zwischen-den-zeilen-schreiben-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/09\/zwischen-den-zeilen-schreiben-1.htm","title":{"rendered":"Zwischen den Zeilen schreiben (1)"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/09\/zwischen-den-zeilen-schreiben-1.htm#comments'>13 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammenfassung: Keine Geschichte erz\u00e4hlt alles. Der Leser muss immer L\u00fccken f\u00fcllen, sei es bei dem \u00c4u\u00dferen einer Person oder bei einem Vorgang. Diese Leerstellen entstehen absichtlich, unabsichtlich, durch Fehler des Autors, durch fehlerhafte \u00dcberlieferung, und sind unvermeidbar. Man kann sie f\u00fcllen, indem man sich ihnen spielerisch-wissenschaftlich n\u00e4hert oder dadurch, dass man sie literarisch mit anderen Geschichten f\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zwischen den Zeilen schreiben<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-not-stacked-on-mobile is-layout-flex wp-container-corecolumns-is-layout-f56f613f wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:20px\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-left has-small-font-size wp-block-paragraph\">Nachdem ich mich mehrere Monate lang mit diesen Elementen besch\u00e4ftigt hatte, kam ich zu der Schlussfolgerung, dass die <em>Reise um die Erde in 80 Tagen<\/em> zwei Geschichten umfasste. Eine war die \u00e4u\u00dfere, die offensichtliche, von Verne als interessante, aber keineswegs harte Abenteuergeschichte erz\u00e4hlt. Die andere war esoterisch, im Verborgenen angesiedelt und voller gef\u00e4hrlicher Implikationen f\u00fcr die Menschheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph\">Philip Jos\u00e9 Farmer, <em>Das echte Log des Phileas Fogg<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Von Shakespeare und Jules Verne<\/h2>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck A: The Macbeth Murder Mystery<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3904\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\" title=\"myth_thurber\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_thurber.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"149\">Wenn ich Shakespeare in der Schule mache, und selbst wenn nicht, ist &#8222;The Macbeth Murder Mystery&#8220; von James Thurber ein Baustein, den ich immer wieder verwende. Die kurze Geschichte von 1943 besteht fast nur aus dem Dialog eines namenlosen Erz\u00e4hlers mit einer amerikanischen Touristin. Beide sind in England im Urlaub, und die Touristin hat als Reiselekt\u00fcre statt eines ihrer geliebten Kriminalromane versehentlich eine Penguin-Ausgabe von Shakespeares <em>Macbeth<\/em> erwischt. &#8222;It was a stupid mistake&#8220;, so beginnt die Geschichte, aber da die Frau nichts anderes zu lesen hatte, las sie eben <em>Macbeth<\/em>, und zwar wie einen Krimi. Der hat ihr dann nicht gefallen, weil er sich nicht an die entsprechenden Regeln h\u00e4lt &#8211; klar ist f\u00fcr sie, dass es nicht Macbeth gewesen sein kann, der den K\u00f6nig umgebracht hat. Ihre Krimierfahrung sagt ihr, dass der offensichtlich Schuldige unschuldig sein muss. Stattdessen vermutet sie w\u00e4hrend des Lesens zuerst Banquo, der dann aber die zweite Leiche des St\u00fccks ist. Auch eine gute Krimitradition, dass der erste Verd\u00e4chtige das zweite Opfer wird. Das verd\u00e4chtige Verhalten von Macbeth und Lady Macbeth wird dadurch erkl\u00e4rt, dass beide jeweils den anderen f\u00fcr den T\u00e4ter halten und versuchen, die Aufmerksamkeit von ihm abzulenken. Auch das R\u00e4tsel des dritten M\u00f6rders wird einbezogen &#8211; in Akt III, Szene 1 werden zwei M\u00f6rder gedungen, die Banquo t\u00f6ten sollen, in Szene 3 sind es pl\u00f6tzlich drei, die die Tat ausf\u00fchren. Wer ist dieser dritte, der explizit und verwundert begr\u00fc\u00dft wird mit &#8222;But who did bid thee join with us?&#8220; Thurbers Leserin wei\u00df die Antwort: Es ist Macduff, der in Wirklichkeit hinter der Sache steckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Geschichte habe ich w\u00e4hrend meiner Thurber-Phase im Studium wiederentdeckt, ich kannte sie aber bereits aus einem alten Schulbuch. Auch zu Schulzeiten habe ich die n\u00e4chste Geschichte gelesen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck B: Das echte Log des Phileas Fogg<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3905\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\" title=\"myth_fogg\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_fogg.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"155\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_fogg.png 100w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_fogg-96x150.png 96w\" sizes=\"auto, (max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/>F\u00fcr diesen Science-Fiction-Roman hat Philip Jos\u00e9 Farmer seine <em>Reise um die Erde in 80 Tagen<\/em> von Jules Verne sehr gr\u00fcndlich gelesen. Zur Erinnerung: Darin geht der exzentrische Brite Phileas Fogg die Wette ein, in 80 Tagen einmal um die Welt zu reisen &#8211; auch mit den modernen Bef\u00f6rderungsmitteln von 1872 keine Kleinigkeit. Begleitet wird er von seinem Diener Passepartout, verfolgt und behindert von einem Detektiv, der ihn f\u00fcr einen fl\u00fcchtenden Bankr\u00e4uber h\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Farmer sind beim Lesen einige Merkw\u00fcrdigkeiten und unbeantwortete Fragen aufgefallen. Wo hat Phileas Fogg seine umfassenden geographischen Kenntnisse her, woher seinen Reichtum? Das fragen sich selbst die Klubkollegen Foggs bei Verne. Warum ist P\u00fcnktlichkeit f\u00fcr Fogg so wichtig? Ist es nicht ungew\u00f6hnlich, dass er seinen bisherigen Diener entl\u00e4sst, weil das Wasser f\u00fcr die morgendliche Rasur nur 28 statt den \u00fcblichen und gew\u00fcnschten 30 Grad hei\u00df ist? (Meine Verne-\u00dcbersetzung, zu der sp\u00e4ter noch etwas zu sagen ist, fragt explizit: &#8222;Was mochte sich James Forster gedacht haben, als er es schon bei [zu niedriger Temperatur] vom Feuer nahm?&#8220;) Der neue Diener erscheint um halb elf desselben Tages, trotzdem will Fogg bereits Empfehlungen erhalten und gute Ausk\u00fcnfte \u00fcber ihn bekommen haben? Und warum, fragt sich Farmer als gr\u00fcndlicher Leser, schlagen alle Uhren Londons um 8 Uhr 50 abends, als Fogg zum Ende des 34. Kapitels ankommt, die Wette scheinbar verloren? W\u00f6rtlich hei\u00dft es bei Projekt Gutenberg (\u00dcbersetzer nicht angegeben): &#8222;[A]ls der Gentleman auf dem Bahnhof ankam, schlug es acht Uhr f\u00fcnfzig Minuten auf allen Uhren Londons.&#8220; Im Original: &#8222;[Q]uand le gentleman arriva \u00e0 la gare, neuf heures moins dix sonnaient \u00e0 toutes les horloges de Londres.&#8220; Seit wann schlagen Uhren denn um eine so krumme Zeit?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><small>Fu\u00dfnote zur Ausgabe des Verne-Romans im Hause Rau, in der \u00dcbersetzung von Eugen Stotz: Das ist eine von diesen \u00dcbersetzungen, die das Original verbessern und erg\u00e4nzen. Nicht nur korrigiert sie das im ersten Absatz genannte Todesjahr von Richard Brinsley Sheridan vom urspr\u00fcnglichen (und falschen) 1814 auf das historisch korrekte 1816, sie \u00fcbersetzt just jene Ankunft in London auch mit: &#8222;Als Mr. Fogg in London ankam, war es 8,50 Uhr.&#8220; Ohne schlagende Uhren. Es mag ja nett gemeint sein, echte oder vermeintliche Fehler des Originals auszubessern oder zu \u00fcbergehen. Aber es macht einen gro\u00dfen Unterschied, wie Dorothy Sayers in &#8222;Aristotle on Detective Fiction&#8220; schreibt, ob auktorial die Zeit angegeben wird in der Form &#8222;Jones came home at 10 o&#8217;clock&#8220;, worauf sich der Krimileser dann verlassen kann, oder ob neutral erz\u00e4hlt wird mit den Worten: &#8222;The grandfather clock was striking ten when Jones reached home&#8220; &#8211; dann sagt das noch lange nichts \u00fcber die tats\u00e4chliche Uhrzeit aus. In diesem Fall ist das Schlagen der Uhren zumindest so wichtig, dass Farmer einen ganzen Roman daran aufh\u00e4ngt.<\/small><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Farmer nimmt sich diese und andere merkw\u00fcrdige Stellen in Vernes Roman vor und kommt zu der Erkenntnis, dass Verne nicht die wahre Geschichte von Phileas Fogg erz\u00e4hlt hat. 1947 wird bei Bauarbeiten das echte, in einer unbekannten Schrift verfasste und schlecht erhaltene Reisetagebuch Foggs gefunden. 1962 wird es von Sir Beowulf William Clayton entschl\u00fcsselt, zu dessen Familie Farmer bereits aufgrund biographischer Nachforschungen Kontakt hatte, auf die sp\u00e4ter noch ausf\u00fchrlicher eingegangen werden wird. Jedenfalls gelingt es Farmer, die echten Geschehnisse zu rekonstruieren, und eben die pr\u00e4sentiert er in <em>Das echte Log des Phileas Fogg<\/em>. Und ja, auch das R\u00e4tsel der um 8.50 Uhr schlagenden Uhren wird darin gel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8212; Bei der Thurber-Geschichte geht es darum, die Fakten des Originaltexts m\u00f6glichst unangetastet zu lassen (dritter M\u00f6rder, verd\u00e4chtiges Verhalten von Macbeth, Todesf\u00e4lle) und eine andere Geschichte drumherum zu schreiben, diese Fakten anders zu interpretieren. Bei Farmer geht es um genau das gleiche: L\u00fccken zu finden und in diese L\u00fccken etwas anderes, Unterhaltsames hineinzuschreiben. Der grundlegende Unterschied zwischen beiden Texten ist der, dass der eine ein literarisches Spiel mit einem fiktionalen Text &#8211; n\u00e4mlich <em>Macbeth<\/em> &#8211; ist, w\u00e4hrend der andere davon ausgeht, dass der Ausgangstext &#8211; also die <em>Reise um die Erde in 80 Tagen<\/em> &#8211; reale Ergebnisse beschreibt, wenn auch unvollst\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiter geht es deshalb mit Gedanken zu den oben angesprochenen L\u00fccken in Texten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. \u00dcber L\u00fccken in Texten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle Texte enthalten solche L\u00fccken, und es gibt verschiedene Ursachen f\u00fcr sie. Zum einen l\u00e4sst ein Autor manchmal <strong>bewusst Fragen offen<\/strong>. Das kann sein, weil die Antwort darauf unwichtig ist oder eine Sache schlichtweg geheimnisvoll bleiben soll, wie die Frage nach Phileas Foggs Vergangenheit und seinem Reichtum bei Verne. Oder das kann sein, weil der Autor davon ausgeht, dass ein sorgf\u00e4ltiger Leser auch dann auf die Antwort kommt, wenn der Autor sie nicht explizit in den Text geschrieben hat. Das sind die ber\u00fchmten offenen Enden in der Kurzgeschichte, oder die Ehebruchszene in <em>Effi Briest<\/em>, die allenfalls ganz fein angedeutet wird. Oder Pablo in <em>Tortilla Flat<\/em> von John Steinbeck, der in das Haus von Mrs. Torelli geht, um Brennholz f\u00fcr sich und seine Freunde zu besorgen. Was er im Haus mit Mrs. Torelli getan hat, um sich das Holz zu verdienen, wird nicht explizit gesagt, aber doch deutlich gemacht. Forschungsfrage f\u00fcr sp\u00e4tere Recherche: Ab wann gibt es diese Art L\u00fccken? L\u00fccken aus Diskretion gibt es jedenfalls mindestens seit Cervantes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann gibt es noch die Fragen, die deshalb nicht im Text beantwortet sind, weil sie <strong>so nicht im Text gestellt<\/strong> werden. &#8222;Scheitert Werther an sich oder an seiner Umwelt? Er\u00f6rtern Sie!&#8220;, wie wir im Er\u00f6rterungsbusiness gerne mal von Sch\u00fclern wissen wollen. In <em>Pride and Prejudice and Zombies<\/em> von Jane Austen und Seth Grahame-Smith gibt es im Anhang <a href=\"http:\/\/www.oprah.com\/omagazine\/Pride-and-Prejudice-and-Zombies-by-Seth-Grahame-Smith-Reading-Guide\/1\">eine Sammlung solcher Fragen<\/a>, darunter etwa:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Vomit plays an important role in Pride and Prejudice and Zombies. Mrs. Bennet frequently vomits when she&#8217;s nervous, coachmen vomit in disgust when they witness zombies feasting on corpses, even the steady Elizabeth can&#8217;t help but vomit at the sight of Charlotte lapping up her own bloody pus. Do the authors mean for this regurgitation to symbolize something greater, or is it a cheap device to get laughs?<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Text mit vielen solcher Leerstellen, Stellen zum Einhaken, regt dazu an, diese Leerstellen zu f\u00fcllen &#8211; anders als bei unseren Beispielen oben geschieht diese F\u00fcllung in der Schule aber nicht beliebig, sondern eng am Text festgemacht. Nein, Effi Briest ist nicht von Au\u00dferirdischen manipuliert worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Charles G. Finney ist in <em>The Circus of Dr Lao<\/em> so nett, in einem Anhang &#8222;The Questions and Contradictions and Obscurities&#8220; aufzulisten &#8211; offene Fragen des Buchs, etwa: &#8222;9. If the circus didn&#8217;t come to Abalone on the railroad and didn&#8217;t come on trucks, how did it get there?&#8220;)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andere Leerstellen entstehen durch <strong>L\u00fccken in der \u00dcberlieferung.<\/strong> Hat Sigurd\/Siegfried Br\u00fcnhild schon bei einem fr\u00fcheren Abenteuer getroffen und sich mit ihr verlobt, oder war der Trick mit dem Feuer, als er sich f\u00fcr Gunnar\/Gunther ausgegeben hat, doch die erste Begegnung?<br>\nDie Lieder-Edda, einer der beiden wichtigen Quellen zur germanischen Mythologie, ist in vor allem einer Handschrift \u00fcberliefert, dem Codex Regius (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Codex_Regius_%28Edda%29\">Wikipedia<\/a>). Ein Text darin wird als das k\u00fcrzere Sigurdslied bezeichnet (das mit 71 Strophen recht lang ist), allerdings fehlt ein entsprechendes l\u00e4ngeres Sigurdslied. War das etwa in der L\u00fccke mitten in der Handschrift, wo ein ganzer Bogen mit gesch\u00e4tzt acht Bl\u00e4ttern entfernt wurde? Tolkien hat das vermutet. Jedenfalls hat er zwei lange Lieder zu diesem Stoff selbst gedichtet, auf Englisch, aber in germanischer Strophenform, die 2009 als <em>The Legend of Sigurd &amp; Gudr\u00fan<\/em> ver\u00f6ffentlicht wurden. Das erste Gedicht darin nennt Tolkien auch (allerdings auf Altnordisch) &#8222;das l\u00e4ngste Sigurdslied&#8220;. In den Liedern versucht Tolkien auch, \u00fcberlieferte Widerspr\u00fcche im Verh\u00e4ltnis zwischen Br\u00fcnhild und Sigurd aufzul\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere L\u00fccken sind &#8211; etwas vereinfachend gesagt &#8211; auf <strong>Fehler des Autors<\/strong> zur\u00fcckzuf\u00fchren. Sheridan starb tats\u00e4chlich 1816, auch wenn Verne etwas anderes behauptet. Die Frau von Sancho Panza wechselt im <em>Don Quijote<\/em> von Cervantes ihre Namen zwischen Juana Guti\u00e9rrez, Mari Guti\u00e9rrez, Teresa Panza und Teresa Cascajo. (Weitere Fehler im 1. Band werden in Kapitel 3. des 2. Bandes thematisiert, als man Don Quijote von der Existenz des <em>Don Quijote<\/em> erz\u00e4hlt.) Und die Augen von <em>Madame Bovary<\/em> \u00e4ndern ihre Farbe von braun zu schwarz zu blau.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst der gro\u00dfe Homer schl\u00e4ft manchmal, sagt Horaz, etwa wenn Menelaos in der <em>Ilias<\/em> Pylaimenes im Kampf t\u00f6tet, derselbe aber sp\u00e4ter wieder lebt. Sp\u00e4ter werden wir jemandem begegnen, der viele solcher anregender Fl\u00fcchtigkeitsfehler beging und uns dadurch gro\u00dfe Freude macht. Diese Fehler hei\u00dfen auch <em>continuity errors<\/em>, und auf <em>continuity<\/em>, ein Begriff urspr\u00fcnglich aus der Filmsprache, werden wir noch zu sprechen kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><small>Kurzer Einschub 1: Auch L\u00fccken in der Geschichtsschreibung regen an, sie zu f\u00fcllen. Wer war <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mann_mit_der_eisernen_Maske\">der Mann mit der eisernen Maske<\/a>? Alexandre Dumas gibt in einem Roman die Antwort. Wer war Jack the Ripper wirklich? <a href=\"http:\/\/tvtropes.org\/pmwiki\/pmwiki.php\/Main\/JackTheRipper\">Viele, viele Geschichten<\/a> haben sich dieser Frage angenommen. Dann gibt es noch die Abenteuer um Flashman (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2004\/07\/george-macdonald-fraser-flashman.htm\">Blogeintrag<\/a>), der sich durch die Geschichte des 19. Jahrhunderts windet, oder beil\u00e4ufige Erkl\u00e4rungen wie die von Achim von Arnim: &#8222;Das Warten auf diese Nachrichten [von der Titelheldin der Novelle &#8222;Isabella von \u00c4gypten, Kaiser Karl des F\u00fcnften erste Jugendliebe&#8220;] war die Ursache seines unbegreiflichen Z\u00f6gerns, ehe er aus den Niederlanden nach Spanien ging.&#8220;<\/small><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><small>Kurzer Einschub 2: Der Gedanke, dass ein vorliegender Text \u00fcberhaupt Fehler enthalten kann und dass man versuchen kann, ihn zu verbessern, ist alt. Die textkritische Methode (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Textkritik\">Wikipedia<\/a>) versucht, aus dem Vergleich verschiedener Fassungen einen <em>Urtext<\/em> zu rekonstruieren, also den Text, auf dem die erhaltene Fassung basiert. M\u00f6glicherweise ist bei manchen Textsorten aber bereits der Gedanke, es g\u00e4be einen Urtext, irref\u00fchrend.<br>\nDie historisch-kritische Methode der christlichen Kirchen geht \u00fcber die reine Textkritik hinaus und versucht, einen Text in einem historischen Zusammenhang zu deuten und zu verstehen. Christliche Fundamentalisten lehnen das ab, lassen aber die Textkritik zu &#8211; siehe die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chicago-Erkl%C3%A4rung\">Chicago-Erkl\u00e4rung des Internationalen Rats f\u00fcr biblische Irrtumslosigkeit<\/a>.<\/small><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer macht denn eigentlich diese Fehler? Ist das ein Fehler in der \u00dcberlieferung, hat der Drucker einfach schlampig gearbeitet? Ist es der Autor, etwa Cervantes, der sich die Namen seiner Nebenpersonen nicht merken kann? Oder ist es der Erz\u00e4hler selbst, dem der Fehler unterl\u00e4uft (und der demnach vom Autor bewusst eingesetzt wird)? Im <em>Don Quijote<\/em> stammen nur die ersten acht Kapitel vom ersten Erz\u00e4hler selber, alles andere hat ein gewisser Cide Hamete Benengeli auf Arabisch aufgeschrieben, und der Erz\u00e4hler-Herausgeber hat sich das wiederum von einem \u00dcbersetzer vermitteln lassen. Vielleicht hat einer von denen Probleme mit Namen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gedanke, dass der Autor gar nicht selber die Geschichte geschrieben oder gar erfunden hat, sondern lediglich der Herausgeber eines Dokuments ist, das jemand anderes ihm zugespielt hat, ist weit verbreitet. Deshalb kommt jetzt ein Kapitel zur Herausgeberfiktion (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herausgeberfiktion\">Wikipedia<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. &#8222;Nat\u00fcrlich, eine alte Handschrift&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Motto ist vorangestellt unserem:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck C, stellvertretend f\u00fcr viele: Der Name der Rose<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"100\" height=\"155\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_eco.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3906\" title=\"myth_eco\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_eco.png 100w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_eco-96x150.png 96w\" sizes=\"auto, (max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die einf\u00fchrenden ersten Seiten des Romans erkl\u00e4ren, wie es \u00fcberhaupt dazu gekommen ist, dass ihn der Leser in H\u00e4nden h\u00e4lt. Der unbenannte Herausgeber &#8211; nennen wir ihn der Einfachheit halber auch Umberto Eco, denn er behautet von sich, das Buch <em>Apokalyptiker und Integrierte<\/em> verfasst zu haben, und das ist von Eco &#8211; st\u00f6\u00dft 1968 zum Ende des Prager Fr\u00fchlings auf ein Buch eines Abb\u00e9 Vallet, 1842 erschienen. Es handelt sich um die franz\u00f6sische \u00dcbersetzung eines lateinischen Buchs von Dom Jean Mabillon (17. Jahrhundert), das eine Handschrift aus dem 14. Jahrhundert wiedergibt (von Adson von Melk). Eco fertigt, aus Prag vor sowjetischen Truppen fliehend, eine Roh\u00fcbersetzung des Vallet-Buchs an, bis ihm das Buch vor Salzburg abhanden kommt. Sp\u00e4tere Recherchen nach dem Buch bleiben weitgehend erfolglos, ja, es finden sich keine Spuren eines Abb\u00e9 Vallet. Aber dann st\u00f6\u00dft Eco in Buenos Aires doch auf Adsons Spuren, die spanische \u00dcbersetzung eines vergriffenen georgischen Originals von Milo Temesvar, in dem als Quelle f\u00fcr Stellen aus dem Adson-Manuskript Athanasius Kircher genannt wird. Also beschlie\u00dft Eco, auf Basis seines Materials die Geschichte von Adson in dessen Worten zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese ganze Vorrede ist ein Gemisch aus Erfundenem und Belegtem. Einen Abb\u00e9 Vallet hat es nie gegeben, eine Dom Mabillon schon; der Prager Fr\u00fchling ist historisch, das Buch nicht. Apokalyptiker und Integrierte gibt es, Milo Temesvar nicht, <s>auch wenn der nicht von Eco erfunden wurde, sondern von einem H\u00e4ndler auf der Frankfurter Buchmesse Anfang der 1960er Jahre<\/s> der wurde von Eco und Mitverschworenen anl\u00e4sslich der Buchmesse in Frankfurt Anfang der 1960er Jahre erfunden. Adson von Melk ist erfunden, Athanasius Kircher nicht. (Ach, noch einmal den <em>Name der Rose<\/em> mit Sch\u00fclern lesen k\u00f6nnen!)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein wichtiger Topos ist hier eingebaut: Der Autor, der sich als Herausgeber tarnt. Dabei wird das Erz\u00e4hlte au\u00dferdem als tats\u00e4chlich Geschehenes vorgestellt, auch wenn der Herausgeber nat\u00fcrlich keine Garantie f\u00fcr den Wahrheitsgehalt \u00fcbernehmen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hatten wir oben schon bei Cervantes. Das gibt es schon bei den Ritterromanzen, \u00fcber die sich Cervantes lustig macht. Das gibt es bei Goethes Werther, der mit einer ganz kurzen, aber ebenso falschen Vorrede beginnt wie bei Eco: &#8222;Was ich von der Geschichte des armen Werther nur habe auffinden k\u00f6nnen, habe ich mit Flei\u00df gesammelt und lege es euch hier vor, und wei\u00df, dass ihr mir&#8217;s danken werdet.&#8220; Das geht von Edgar Allan Poes &#8222;MS. Found in a Bottle&#8220; (&#8222;MS.&#8220; steht f\u00fcr Manuskript, Handschrift) bis zu Cyril M. Kornbluths &#8222;MS Found in a Chinese Fortune Cookie&#8220;. Auch bei <em>Lolita<\/em> von Nabokov erkl\u00e4rt ein Vorwort des behandelnden Arztes das Zustandekommen des anschlie\u00dfenden Dokuments. Und nicht zuletzt stellt sich auch Philip Jos\u00e9 Farmer nur als Herausgeber von <em>Das echte Log des Phileas Fogg<\/em> dar, mit detaillierten Angaben zur Herkunft des Manuskripts, auf dem sein Text beruht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Fiktion geh\u00f6rt auch, dass der Herausgeber das macht, was ein anst\u00e4ndiger Herausgeber so tut: Er bearbeitet und annotiert. Ernst Penzoldt fungiert in <em>Die Powenzbande<\/em> als Museumskustos und schreibt Vorworte zu den verschiedenen Ausgaben und einen erfundenen bibliographischen Anhang zum Thema. Im <em>Werther<\/em> gibt es Fu\u00dfnoten unter anderem zu den Briefen vom 26. Mai, vom 16. Junius und vom 17. Februar, in denen zum Beispiel als Gr\u00fcnde f\u00fcr Streichungen angegeben werden, &#8222;niemand Gelegenheit zu einer Beschwerde zu geben&#8220; oder dass &#8222;man nicht glaubte, eine solche K\u00fchnheit durch den w\u00e4rmsten Dank des Publikums entschuldigen zu k\u00f6nnen.&#8220; Nach dem 6. Dezember kommt eine direkte Ansprache: &#8222;Der Herausgeber an den Leser.&#8220; Und die Manuel-Biographie meines gesch\u00e4tzten James Branch Cabell ist voller gelehrter Zitate, erfundenen und anderen, Kommentaren zur Entstehungsgeschichte, bis hin zu einer ausf\u00fchrlichen Genealogie der Nachfahren von Manuel &#8211; einschlie\u00dflich Alessandro de Medici, William Shakespeare, Robert Herrick, William Wycherley, Alexander Pope und Richard Brinsley Sheridan, eben jener vom ersten Absatz bei Jules Verne oben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><small>Neben dem Spiel mit dem Herausgeber gibt es auch die bewusste T\u00e4uschung, etwa bei James Macphersons <em>Ossian<\/em>, den auch Goethe und Werther f\u00fcr die \u00dcbersetzung authentischer fr\u00fchmittelalterlicher Dichtung halten.<\/small><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Herausgeberfiktion wird h\u00e4ufig von weiteren Anstrengungen begleitet, die die Fiktion aufrecht erhalten, es handelte sich bei dem Erz\u00e4hlten um tats\u00e4chlich Geschehenes: Man mischt m\u00f6glichst viel tats\u00e4chliche Ereignisse ein. Bei Werther gibt es das nicht, aber bei Eco stimmen viele der Daten und Angaben in seiner Vorrede. Deshalb auch die vielen Fu\u00dfnoten bei den Flashman-Romanen von George Macdonald Fraser, in denen der Herausgeber seinen Erz\u00e4hler Flashman schon mal korrigiert, wenn dessen Erinnerungen nicht zur geschichtlich anerkannte \u00dcberlieferung passen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kriminalgeschichten, Herausgeberfiktion und L\u00fccken im Text werden im n\u00e4chsten Kapitel in einer erfolgreichen Kombination auftauchen: bei Sherlock Holmes.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. Anwendungsbeispiel: Sherlock Holmes und <em>The Game<\/em><\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck D: Sherlock Holmes<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><img decoding=\"async\" style=\"float: right; margin-left: 10px; width: 100px;\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/holmes_bakerstreetjournal.jpg\" alt=\"\">Kaum eine Figur der Literatur hat so zur kreativen Auseinander- und Fortsetzung angeregt wie Sherlock Holmes. Warum ausgerechnet er? Sp\u00e4ter kann ich vielleicht einen neuen Gedanken zur Erkl\u00e4rung beitragen, vorerst will ich nur die Art der Auseinandersetzung beschreiben, die als <em>The Game<\/em> bezeichnet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon bald wurde Holmes von manchen Leuten f\u00fcr eine echte Person gehalten; die ersten an Holmes gerichteten Briefe in der Sammlung <em>Letters to Sherlock Holmes<\/em> (ed. Richard Lancelyn Green, Penguin 1985) stammen von 1904, und sicher gibt es fr\u00fchere. Nur wenig sp\u00e4ter begannen andere Leute, so zu tun, als sei Holmes eine echte Person. Die Spielregeln f\u00fcr <em>the game<\/em>: Holmes und Watson sind bzw. waren reale Personen; Watson hat die Abenteuer von Holmes geschrieben; Conan Doyle war der literarische Agent Watsons &#8211; eine Doyle aufgen\u00f6tigte Version der Herausgeberfiktion also. (<a href=\"http:\/\/tvtropes.org\/pmwiki\/pmwiki.php\/Main\/LiteraryAgentHypothesis\">Literary Agent Hypothesis bei TV Tropes.<\/a>) Der Sherlock-Holmes-Kanon besteht aus 4 Romanen und 56 Erz\u00e4hlungen, die gewisse Widerspr\u00fcche und logische Fehler enthalten. In der ersten Kurzgeschichte taucht ein K\u00f6nig von B\u00f6hmen auf; es gibt aber keinen solchen &#8211; wie erkl\u00e4rt man das? (Antwort: Watson verschleiert die tats\u00e4chliche Identit\u00e4t des adligen Klienten, \u00fcber den die spielerische Forschung Spekulationen angestellt hat.) Im ersten Roman wird Watsons Kriegsverletzung an der Schulter platziert, im zweiten am Bein &#8211; also wo jetzt? Im zweiten Roman, der Ereignisse aus dem Jahr 1888 wiedergibt, ist Watson mit Mary Morstan verheiratet, 1894 ist er wieder allein (nach einem &#8222;schmerzlichen Verlust&#8220;), 1903 hat er Holmes gegen eine Ehefrau eingetauscht. Wieviele gab es denn? Es gibt Theorien mit einer, zwei und drei Ehefrauen, neben obskureren Varianten wie der von zwei Watsons mit je einer Ehefrau.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der textkritischen und historisch-kritischen Methode versucht also die spielerische Holmes-Forschung, L\u00fccken im Text zu erkl\u00e4ren, und davon hat Doyle viele hinterlassen. F\u00fcr die vielleicht zentrale Geschichte, &#8222;The Final Problem&#8220;, in dem sich Holmes mit seinem Erzfeind Moriarty die Reichenbachf\u00e4lle hinabst\u00fcrzt und zumindest scheinbar ums Leben kommt, z\u00e4hlen Albert Silverstein und Myrna Silverstein in &#8222;Concerning the Extraordinary Events at the Reichenbach Falls&#8220; f\u00fcnfzehn Ungereimtheiten auf, die erkl\u00e4rt werden wollen. Diese Ungereimtheiten k\u00f6nnen auch in der literarischen Auseinandersetzung mit Doyle erkl\u00e4rt werden:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck E: The Seven-Per-Cent-Solution<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><img decoding=\"async\" style=\"float: right; margin-left: 10px; width: 100px;\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/holmes_meyer.jpg\" alt=\"\">Ausgangspunkt f\u00fcr dieses Roman ist das oben erw\u00e4hnte &#8222;The Final Problem&#8220; und die Methode ist &#8211; nicht zuf\u00e4llig &#8211; die gleiche, wie sie Philip Jos\u00e9 Farmer in <em>Das echte Log des Phileas Fogg<\/em> anwendet: L\u00fccken im Text entdecken und mit einer eigenen Geschichte f\u00fcllen.<br>\nWieso haben wir vorher noch nie von Moriarty geh\u00f6rt? Was soll er angeblich Aufregendes \u00fcber den altbekannten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Binomischer_Lehrsatz\">Binomischen Lehrsatz<\/a> ver\u00f6ffentlicht haben? Was m\u00fcsste man sich eigentlich denken, wenn der Kokain nehmende beste Freund einem eine solche R\u00e4uberpistole auftischt, die Rolll\u00e4den herunterl\u00e4sst und Angst vor Luftgewehren hat? Meyers Antwort &#8211; auf einer alten Handschrift beruhend, nat\u00fcrlich, mit genauer Herkunftsangabe &#8211; lautet: Die ver\u00f6ffentlichte Geschichte von Watson ist nicht die wahre, sondern eine ver\u00e4nderte Fassung der tats\u00e4chlichen Ereignisse. Holmes ist unter anderem durch den im Kanon belegten Kokainmissbrauch paranoid geworden, Moriarty weitgehend harmlos. (\u00c4hnlich geschieht das auch in der letzten bisher gedrehten Episode von <em>Sherlock<\/em>, in der Moriarty die Welt von einem \u00e4hnlichen Szenario \u00fcberzeugt.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben der Herausgeberfiktion verleihen der Geschichte die eingebauten Fakten und Personen aus der realen Welt (Holmes und Watson reisen zu Freud nach Wien) und die verarbeiteten Elemente des Originaltexts zus\u00e4tzliche Authentizit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck F: H. W. Starr, &#8222;A Submersible Subterfuge or Proof Impositive&#8220;<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Aufsatz von 1959 deckt Widerspr\u00fcche zwischen den beiden Jules-Verne-Romanen <em>20\u2009000 Meilen unter den Meeren<\/em> und <em>Die geheimnisvolle Insel<\/em> auf. Im ersten Roman wird die Nautilus des Kapit\u00e4n Nemo 1866 zum ersten Mal gesichtet, 1968 geht sie ihm Malstrom unter. Nemo wird auf 35-50 Jahre gesch\u00e4tzt. Es f\u00e4llt kein Wort \u00fcber irgend etwas Exotisches in der Mannschaft. Im zweiten Roman tauchen Nemo und die Nautilus wieder auf &#8211; nur ist Nemo jetzt sehr alt und silberhaarig, ein indischer Prinz, &#8222;Dakkar&#8220;, im Exil, und die Handlung spielt 1865. Starr verwirft den zweiten Roman als reine Erfindung Jules Vernes, w\u00e4hrend der erste auf ein Manuskript von Professor Aronnax zur\u00fcckgeht. (Nat\u00fcrlich, m\u00f6chte man sagen.) Dann widmet er sich der Frage nach der Identit\u00e4t Nemos und argumentiert, dass Nemo niemand anderes als Moriarty ist! Philip Jos\u00e9 Farmer teilt manche dieser Ansichten, deshalb enth\u00e4lt <em>Das echte Log<\/em> auch den Starr-Aufsatz im Anhang. Auch bei Farmer sind Nemo und Moriarty dieselbe Person.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8212; Eine weitere Art Leerstellen m\u00f6chte ich eigens erw\u00e4hnen. Wenn man einmal das Herausgeberfiktionsspiel spielt und die erz\u00e4hlten Geschehnisse f\u00fcr real nimmt, dann h\u00e4lt man nat\u00fcrlich auch die Personen f\u00fcr real. Und dann kann man sich fragen, was die Personen vor und nach der Handlung des Ausgangstextes getrieben haben. Und schon hat man:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fccke G-J: Fiktionale Biographien<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"550\" height=\"214\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_biographien.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3907\" title=\"myth_biographien\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_biographien.jpg 550w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_biographien-150x58.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>William S. Baring-Gould, <em>Sherlock Holmes of Baker Street<\/em><\/li>\n\n\n\n<li>William S. Baring-Gould, <em>Nero Wolfe of West Thirty-fifth Street<\/em><\/li>\n\n\n\n<li>Philip Jos\u00e9 Farmer, <em>Tarzan Alive<\/em><\/li>\n\n\n\n<li>Philip Jos\u00e9 Farmer, <em>Doc Savage: His Apocalyptic Life<\/em><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist nur eine Auswahl, hier gibt es <a href=\"http:\/\/woldnewton.pjfarmer.com\/Pulp2.htm#Bios\">weitere fiktionale Biographien<\/a>, etwa von Horatio Hornblower, Leopold Bloom und Jeeves. Der Archteyp ist die Holmes-Biographie von 1962. Mit textkritischer, historisch-kritischer Methode und vielleicht etwas Phantasie rekonstruiert Baring-Gould das Leben von Sherlock Holmes, Herkunft, Geburt, Nachkommen. Ja, es gibt Anzeichen daf\u00fcr, dass Holmes Kinder hinterlassen hat. Eines davon ist Nero Wolfe, Thema der zweiten Biographie von Baring-Gould (1969, postum erschienen).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1972 erschien <em><a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tarzan_Alive:_A_Definitive_Biography_of_Lord_Greystoke\">Tarzan Alive<\/a><\/em> von Philip Jos\u00e9 Farmer, eine Biographie Tarzans. Eben bei den Recherchen daf\u00fcr war Farmer auf die Familie von Sir Beowulf William Clayton gesto\u00dfen, zu dessen Vorfahren sogar tats\u00e4chlich auch Phileas Fogg geh\u00f6rt, wie sich herausstellt. Auch sonst ist die Verwandtschaft illuster: John Clayton ist &#8211; schon bei Edgar Rice Burroughs &#8211; der echte Name Tarzans. (Der Titel der Familie ist allerdings nicht &#8222;Greystoke&#8220;, ein Blick in den englischen Adel zeigt, dass es diese Familie nicht gibt. Burroughs hat aus Gr\u00fcnden der Diskretion den tats\u00e4chlichen Familiennamen verschleiert, und Farmer folgt dieser Tradition.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei den Recherchen zum Stammbaum Tarzans st\u00f6\u00dft Farmer auf \u00fcberraschend viele bekannte Namen, darunter Elizabeth Bennet und Fitzwilliam Darcy, aber auch Sir Percy Blakeney, besser bekannt als the Scarlet Pimpernel). Mit einer weiteren Biographie, n\u00e4mlich der von Doc Savage, baut Farmer das System aus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5. Anwendungsbeispiel: Wold Newtonry<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck J: Doc Savage: His Apocalyptic Life<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3908\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\" title=\"myth_doc\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_doc.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"161\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_doc.png 100w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_doc-93x150.png 93w\" sizes=\"auto, (max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/>Doc Savage ist der Held von 181 Abenteuergeschichten, 1933-1949 erschienen (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2004\/07\/doc-savage-der-mann-aus-bronze.htm\">Blogeintrag dazu<\/a>, schon von 2004, aber tats\u00e4chlich noch im letzten Jahrtausend entstanden).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Doc Savage. His Apocalyptic Life<\/em> erz\u00e4hlt seine Geschichte, indem Farmer, wie wir es schon kennen, das Material der kanonischen Texte analysiert, L\u00fccken verschiedener Art findet und auf verschiedene Art schlie\u00dft. Er verankert die Ereignisse in der Realit\u00e4t, indem er historische Fakten in die Biographie einbaut. Das, und Elemente aus anderen Geschichten &#8211; aus vielen anderen Geschichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir erfahren, wie Monk Mayfair, ein recht auff\u00e4lliges Mitglied aus Savages Team, im Ersten Weltkrieg einen amerikanischen Krankenwagenfahrer traf, der Monks Beschreibung an Ernest Hemingway weitergab, der sie sp\u00e4ter f\u00fcr Harry Morgan in <em>To Have and Have Not<\/em> verwendete (p. 121). William Harper Littlejohn, ein anderes Mitglied, unterrichtete laut Farmer an der Miscatonic University in Arkham und war m\u00f6glicherweise der Anf\u00fchrer der Miscatonic-Expedition in die Antarktis von 1929, \u00fcber die Howard Philips Lovecraft Details erfahren haben muss, die er f\u00fcr <em>At the Mountains of Madness<\/em> verwendete (p. 148). Laut einem Savage-Roman soll es in S\u00fcdamerika Menschenaffen geben, was der zoologischen Forschung allgemein noch nicht bekannt ist. Allerdings hat auch Professor Challenger bei einer Amazonas-Expedition Menschenaffen entdeckt. (Challenger kennt man von <em>The Lost World<\/em> von Conan Doyle.) Als Savage als Kind einmal davon lief, wurde Sam Spades Vater beauftragt, ihn zu suchen (p. 37); unterrichtet wurde Savage in seiner Jugend &#8211; aus Gr\u00fcnden, die in der Biographie genau erkl\u00e4rt werden &#8211; von den gr\u00f6\u00dften Geistern seiner Zeit, darunter auch Sherlock Holmes, einem entfernten Verwandten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kernst\u00fcck von Farmers Werk ist die Sache mit Wold Newton. Wold Newton ist ein kleiner Weiler in Yorkshire. Am 13. Dezember 1795 schlug ein paar Meilen au\u00dferhalb ein Meteorit ein. Das ist historisch gesichert. Weniger bekannt ist, dass sich zum Zeitpunkt des Einschlags und ganz in der N\u00e4he des Einschlagorts zwei gro\u00dfe Kutschen mit insgesamt 14 Passagieren und vier Bediensteten befanden, die von einer bisher noch nicht identifizierten Strahlung des Meteoriten getroffen wurden. Diese Strahlung ver\u00e4nderte die DNA der Reisenden nachhaltig, so dass unter ihren Nachkommen ungew\u00f6hnlich viele \u00fcberm\u00e4chtige Personen sind, die zu gro\u00dfen Helden oder Schurken der Weltgeschichte wurden: Tarzan, Doc Savage, Sherlock Holmes, James Moriarty, Leopold Bloom, Sam Spade, Philip Marlowe, James Bond, Wolf Larsen (der Seewolf), Allan Quatermain, Fu Manchu, Lord Peter Wimsey und viele, viele andere. Zu den Passagieren der Kutsche geh\u00f6rten auch Fitzwilliam Darcy und Elizabeth Bennet (aus <em>Pride and Prejudice<\/em>); zu den Vorfahren (nat\u00fcrlich nicht vom Meteor beeinflusst) geh\u00f6ren Manuel von Poictesme (James Branch Cabell) und Solomon Kane (Robert E. Howard).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Details und eingescannte Stammb\u00e4ume gibt es auf dieser <a href=\"http:\/\/pjfarmer.com\/woldnewton\/WNUfamilytree.htm\">Seite zu Farmer und den Wold-Newton-Abk\u00f6mmlingen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck K: The Secret History of the World<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3909\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\" title=\"myth_crossovers1\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_crossovers1.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"146\">So wie das <em>Game<\/em> der spielerische Umgang mit Sherlock Holmes ist, ist Creative Mythology (Farmers Begriff) oder <em>Wold Newtonry<\/em> der spielerische Umgang mit dem Szenario, das Farmer entworfen hat. Die Liste von Werken, die man untersuchen und diskutieren kann, ist dabei enorm gewachsen &#8211; und st\u00e4ndig kommen neue hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn die Grenzen des Wold-Newton-Universums sind noch nicht abgesteckt. Wenn &#8211; laut Farmer &#8211; Doc Savage im selben Universum spielt wie Sherlock Holmes und Sherlock Holmes im selben Universum wie Billy Bunter (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2009\/10\/der-englische-schulroman-neue-abenteuer-im-papierweb.htm\">Blogeintrag<\/a>), dann geh\u00f6rt Billy Bunter auch ins Doc-Savage-Universum &#8211; wie jeder andere aus einem Holmes-Crossover, und davon gibt es viele.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Win Scott Eckert ist so etwas wie der Kustos des <a href=\"http:\/\/pjfarmer.com\/woldnewton\/WNUfamilytree.htm\">Wold-Newton-Universums<\/a>. Autor von Romanen, Herausgeber von Aufsatzsammlungen und Sammler und Herausgeber von <em>Crossovers: A Secret Chronology of the World<\/em>. Band 1 habe ich schon gelesen und Band 2 darf ich erst anfangen, habe ich mir vorgenommen, wenn ich diesen Blogeintrag zu Ende geschrieben habe, dessen Anf\u00e4nge im letzten Jahrtausend liegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Crossover-Universum geh\u00f6ren alle Angeh\u00f6rigen des Wold-Newton-Kreises bei Farmer, und die Geschichten \u00fcber sie. Nachdem diese Figuren in verschiedenen Crossover-Erz\u00e4hlungen weitere literarische Figuren getroffen haben, geh\u00f6ren auch diese Figuren ins Crossover-Universum. Und so weiter, mit gewissen Einschr\u00e4nkungen, weil sonst bald jede Figur der popul\u00e4ren Literatur dazu geh\u00f6rt, die zu kreativer Auseinandersetzung einl\u00e4dt &#8211; was es immer schwieriger macht, die Widerspr\u00fcche zwischen den einzelnen Texten aufzul\u00f6sen und zu erkl\u00e4ren. <em>Crossovers<\/em> bringt das Geschehen all dieser Texte in eine chronologische Ordnung. Band 1 beginnt vor 6 Millionen Jahren, zusammenh\u00e4ngender werden die Ereignisse ab 20.000 BCE (die Kull-Geschichten von Robert E. Howard), und richtig dicht wird die Chronologie ab dem 16. Jahrhundert mit Kit Walker, dem ersten Phantom; mit Solomon Kane; mit Don Quijote und dem ersten Zorro. Ab dann geht es Schlag auf Schlag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>&#8211; So, das war jetzt Teil 1, eigentlich nur eine Zusammenfassung von Material. <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/09\/zwischen-den-zeilen-schreiben-2.htm\">Teil 2, zu dem ich hoffentlich bald komme,<\/a> enth\u00e4lt dar\u00fcber hinaus ein paar eigene Gedanken, mit denen ich den Bogen zu meinem Ausgangspunkt schlagen m\u00f6chte.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(13 Kommentare.) Zusammenfassung: Keine Geschichte erz\u00e4hlt alles. Der Leser muss immer L\u00fccken f\u00fcllen, sei es bei dem \u00c4u\u00dferen einer Person oder bei einem Vorgang. Diese Leerstellen entstehen absichtlich, unabsichtlich, durch Fehler des Autors, durch fehlerhafte \u00dcberlieferung, und sind unvermeidbar. 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