{"id":2952,"date":"2010-10-23T12:05:41","date_gmt":"2010-10-23T10:05:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=2952"},"modified":"2023-05-25T06:42:25","modified_gmt":"2023-05-25T04:42:25","slug":"die-noir-box-das-letzte-aus-den-sommerferien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2010\/10\/die-noir-box-das-letzte-aus-den-sommerferien.htm","title":{"rendered":"Die Noir-Box: das letzte aus den Sommerferien"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor einiger Zeit habe ich mir eine DVD-Box gekauft: <em>Film Noir Collection<\/em>, mit neun Filmen: <em>The Killers; Double Indemnity; The Big Steal; Crossfire; Out of the Past; The Blue Dahlia; The Glass Key; This Gun For Hire; Murder, My Sweet<\/em>. Ich mag seit fr\u00fcher Jugend <em>film noir<\/em>. Schwarzwei\u00dffilme waren ohnehin klasse, <em>screwball comedies<\/em>, Cary Grant, James Stewart, Katherine Hepburn, Humphrey Bogart.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"325\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/film_noir.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3025\" title=\"film_noir\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/film_noir.jpg 250w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/film_noir-115x150.jpg 115w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Noir, das war eine besondere Art Schwarzwei\u00dffilm. Ein Krimi, aber mit einem Privatdetektiv als Held, jedenfalls keinem Polizisten. Im Gegenteil, die Polizei war korrupt oder st\u00f6rend. Trenchcoats und H\u00fcte, Zigaretten, n\u00e4chtlicher Regen, Gro\u00dfstadt. Der Held l\u00f6ste den Fall, kriegte aber nicht unbedingt das M\u00e4dchen. Oft genug war sie die T\u00e4terin, eine <em>femme fatale<\/em> war jedenfalls meistens dabei. Der ideale Noir-Held blieb am Schluss des Films allein zur\u00fcck, moralisch integer, etwas angewidert vom Rest der Welt, aber bereit f\u00fcr den n\u00e4chsten Fall.<br>Erst danach, aber noch zur Schulzeit, habe ich die B\u00fccher gelesen: Chandler und Hammett.<\/p>\n\n\n\n<p>Noir gab&#8217;s nat\u00fcrlich auch moderner und in Farbe: <em>Chinatown<\/em> etwa oder <em>Blade Runner<\/em>, und dieser eine Film da, den ich vor f\u00fcnfundzwanzig mal im Fernsehen gesehen und von dem ich seitdem nie wieder geh\u00f6rt habe: junger Mann will Detektiv werden, hat wohl zu viele Filme gesehen; Vater ist Polizist und will es ihm ausreden; ein Fall taucht auf, der dann verzwickter wird; verf\u00fchrerische Frau; Sohn bew\u00e4hrt sich. Viel mehr wei\u00df ich nicht (au\u00dfer: der Sohn \u00fcbt, seine Zigarette so l\u00e4ssig an der unterlippe baumeln zu lassen wie Jean-Paul Belmondo), aber der Film hat mir gefallen und ich w\u00fcsste gerne, was das war.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Sommerferien bin ich endlich dazu gekommen, mir die ersten Filme aus der Box anzuschauen. Hier meine Gedanken dazu:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%A4cher_der_Unterwelt\">The Killers<\/a><\/strong><br>Regie: Robert Siodmak<br>Drehbuch: Anthony Veiller<br>Darsteller: Burt Lancaster, Ava Gardner<br>Musik: Mikl\u00f3s R\u00f3zsa<br>Jahr: 1946<\/p>\n\n\n\n<p>Guter Film, ein Klassiker, hatte ihn noch nie gesehen. Der Durchbruch f\u00fcr den jungen Burt Lancaster.<br>Motive: Treppen, Nacht, Hell-Dunkel-Kontraste, Verrat, femme fatale. Kein Regen.<br>Frauen: 3 &#8211; eine sympathische, brav-b\u00fcrgerliche; ein Zimmerm\u00e4dchen; eine femme fatale (aber immerhin ohne Romanze mit dem Detektiv).<br><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dykes_to_Watch_Out_For#Der_Bechdel-Test\">Bechdel-Test<\/a>: nicht bestanden.<br>Erz\u00e4hlperspektive: verschachtelt, in R\u00fcckblenden.<br>Plot: Zwei Killer kommen in ein abgelegenes St\u00e4dtchen und erschie\u00dfen einen der Einwohner, den &#8222;Schweden&#8220;, der ihr Kommen unt\u00e4tig erwartet. (Soweit, wenn ich mich recht erinnere, die Hemingway-Kurzgeschichte, auf der der Film basiert.) Ein Versicherungsdetektiv untersucht den Fall und rollt in einer Reihe von Interviews mit verschiedenen Personen aus der Vergangenheit des Opfers dessen Geschichte auf; der Film ist weitgehend in R\u00fcckblenden erz\u00e4hlt &#8211; ich glaube den Einfluss von <em>Citizen Kane<\/em> zu erkennen. Es gibt zwei Helden, den Toten und den Detektiv, der schlie\u00dflich auch den Fall aufkl\u00e4rt.<br>Die Musik vom gesch\u00e4tzten Mikl\u00f3s R\u00f3zsa ist nat\u00fcrlich erstklassig, das Killers-Motiv ist die Vorform des Dragnet-Themas und wurde daf\u00fcr nur etwas erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p>Erz\u00e4hlerischer Sch\u00f6nheitsfehler: eine Person aus seiner Vergangenheit entdeckt den Schweden in dem St\u00e4dtchen, in das er sich zur\u00fcckgezogen hat. Das erfahren wir durch den Bericht des Tankwarts in Form einer R\u00fcckblende, wir sehen diese Person und erkennen sie aus anderen R\u00fcckblenden wieder &#8211; und wissen damit mehr als der Ermittler, obwohl wir auch keine anderen Zeugenaussagen geh\u00f6rt haben als er. Das ist das Problem mit visuell wiedergegeben Binnenerz\u00e4hlungen: es gilt die Regel, das derselbe Schauspieler stets dieselbe Person verk\u00f6rpert und umgekehrt, so dass eine eindeutige Identifizierung m\u00f6glich ist. Keine Verwechslung oder Hochstapelei ist m\u00f6glich. Gespielt wird damit allenfalls in manchen <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2005\/05\/rashomon-episoden.htm\">Rashomon-Episoden<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>2. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frau_ohne_Gewissen\">Double Indemnity<\/a><\/strong><br>Regie: Billy Wilder<br>Drehbuch: Billy Wilder und Raymond Chandler<br>Darsteller: Fred MacMurray, Barbara Stanwyck, Edward G. Robinson<br>Jahr: 1944<br>Romanvorlage: James M. Cain<\/p>\n\n\n\n<p>Motive: Verrat, Misstrauen, femme fatale. Korrupte Autorit\u00e4ten (MacMurray selber). Mit Streichh\u00f6lzern Feuer geben. Kein Ermittler. Nur wenig Regen.<br>Frauen: eigentlich nur eine, diejenige des deutschen Titels: &#8222;Frau ohne Gewissen&#8220;<br>Bechdel-Test: nicht bestanden.<br>Erz\u00e4hlperspektive: Rahmenhandlung, der Hauptteil als R\u00fcckblende.<br>Plot: Fred MacMurray, Versicherungsverk\u00e4ufer, schwankt verletzt in sein B\u00fcro und diktiert dort in ein Aufnahmeger\u00e4t die wahre Geschichte eines Mordes und Versicherungsbetrugs. MacMurray selber ist es, der mit der Frau des Versicherten den Mord ver\u00fcbt hat. Die Versicherungsgesellschaft sch\u00f6pft Verdacht und will erst einmal nicht zahlen, um die Witwe zu einem Gerichtsverfahren zu zwingen und so Zeit zu haben herauszufinden, wer ihr Mitt\u00e4ter ist.<br>Ein Klassiker, ber\u00fchmt und so, aber trotzdem keiner meiner Favoriten. MacMurrays Besessenheit von Barbara Stanwyck kommt mir zu pl\u00f6tzlich, und auch wenn sie am Schluss als gewissenlose Manipulatorin hingestellt wird, so geht die Tat tats\u00e4chlich doch eher von MacMurray aus. Die besten Teile des Filmes (neben den Szenen mit Edward G. Robinson) sind die Szenen nach dem Mord, als MacMurray und Stanwyck m\u00fcrbe gemacht werden. Aber das ist in der Buchvorlage sch\u00f6ner &#8211; Kunstst\u00fcck, da ist auch mehr Zeit daf\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>3. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Im_Kreuzfeuer\">Crossfire<\/a><\/strong><br>Regie: Edward Dmytryk<br>Drehbuch: John Paxton<br>Darsteller: Robert Young, Robert Mitchum, Robert Ryan, Gloria Grahame<br>Jahr: 1947<\/p>\n\n\n\n<p>Motive: keine noir-typischen. Treppen vielleicht, und Hell-Dunkel-Kontraste.<br>Frauen: zwei. Brave Ehefrau und ruppige Animierdame mit Herz. Beides Nebenrollen.<br>Bechdel-Test: nicht bestanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Plot: Ein Mann wird in seiner Wohung zu Tode gepr\u00fcgelt. Die Polizei untersucht den Fall; der Ermittler ist angenehm zur\u00fcckhaltend und sachlich. Hat aber best\u00e4ndig eine Pfeife im Mund, damit man auch sieht, dass er ein intellektueller Ermittler ist. Da war mir schon klar, dass das kein <em>film noir<\/em> werden w\u00fcrde. Pfeifen sind nicht noir, auch wenn Marlowe in den Romanen Pfeife raucht.<br>Hauptpersonen des Films sind aber eine Gruppe von Soldaten zum Ende ihres Milit\u00e4rdiensts, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Einer von ihnen ist der Tatverd\u00e4chtige, ein anderer ermittelt selbst ein wenig herum, auch der tats\u00e4chliche T\u00e4ter ist unter ihnen. Das wei\u00df man schon recht fr\u00fch im Film, ebenso wie das letztliche Motiv: Antisemitismus. (In der Romanvorlage, sagt man mir, istes Homophobie.) Gelegentlich neigt der recht kompliziert aufgebaute Film zum Didaktischen.<br>Erz\u00e4hlperspektive: Holla, auch hier wird mit R\u00fcckblenden gearbeitet, hier sogar dieselbe Szene aus verschiedener Perspektive, wenn auch noch ganz ohne Rashomon-Unsch\u00e4rferelation.<br>Der Film hat die typische Noir-Ausleuchtung (angeblich auch, weil die so leicht aufzubauen war; Drehzeit f\u00fcr den ganzen Film waren nur 20 Tage), aber noir ist er eigentlich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als bei den vorhergehenden zwei Filmen fehlt diesem das Unausweichliche. Burt Lancaster sieht seinen Tod kommen, auch das Schicksal von Fred MacMurray kommt absehbar und unerbittlich auf ihn zu.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>4. <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Big_Steal\">The Big Steal<\/a><\/strong><br>Regie: Don Siegel<br>Drehbuch: Geoffrey Homes und Gerald Drayson Adams<br>Darsteller: Robert Mitchum, Jane Greer, William Bendix<br>Jahr: 1949<\/p>\n\n\n\n<p>Motive: Keine typischen noir-Elemente. Kein Regen, keine Treppen, keine typische Ausleuchtung (ich habe den Film koloriert gesehen); er spielt tags\u00fcber, es ist hell. Er spielt zu einem gro\u00dfen Teil auf dem Land, \u00dcberlandfahrt in Mexiko.<br>Frauen: Eine. Als selbstst\u00e4ndig und selbstbewusst charakterisiert, au\u00dfer wenn es um Schusswaffen geht. Jane Greer ist \u00fcbrigens ganz entz\u00fcckend, warum hat mir das noch keiner gesagt?<br>Bechdel-Test: nicht bestanden.<br>Erz\u00e4hlperspektive: linear, wenn auch mitten in der Handlung beginnend und z\u00fcgig erz\u00e4hlt.<br>Plot: William Bendix verfolgt Robert Mitchum, wir wissen noch nicht, worum es geht. Schon da kann das kein <em>film noir<\/em> sein &#8211; wer 180 Radioepisoden von <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Life_of_Riley\">&#8222;The Life of Riley&#8220;<\/a> mit Bendix und seiner unverkennbaren Stimme in der Hauptrolle geh\u00f6rt hat, der sieht ihn nicht mehr als bedrohliche Figur. Wikipedia nennt den Film dann auch &#8222;film noir\/comedy&#8220;.<br>Mitchum verfolgt seinerseits Patric Knowles, der sich mit gestohlenem Geld davonmacht. Er schuldet auch Jane Greer Geld, sie und Mitchum raufen sich zusammen und jagen Knowles hinterher. Eine Kom\u00f6die ist der Film sicher nicht, aber es gibt viele witzige Szenen. Der charmant-gem\u00fctliche mexikanische Polizeichef gibt sich etwas einf\u00e4ltig, hat die Situation aber weitgehend unter Kontrolle. Nur das Finale ist echter Krimi, mit dubiosem Antiquit\u00e4ten sammelnden Hehler und ein bisschen Verrat, aber das auch nur sehr kurz. Danach Happyend. Als Film durchaus in Ordnung.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>5. <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Murder,_My_Sweetl\">Murder, My Sweet<\/a><\/strong><br>Regie: Edward Dmytryk (sein Erstling)<br>Drehbuch: John Paxton<br>Romanvorlage: Raymond Chandler<br>Darsteller: Dick Powell<br>Musik: Roy Webb<br>Jahr: 1944<\/p>\n\n\n\n<p>Motive: So ziemlich alle. Au\u00dfer Regen. Immer noch kein Regen.<br>Frauen: Zwei, einschlie\u00dflich femme fatale.<br>Bechdel-Test: nicht bestanden.<br>Erz\u00e4hlperspektive: R\u00fcckblickende Rahmenhandlung.<br>Plot: Philip Marlowe, einen Verband um die Augen, sitzt bei der Polizei und erkl\u00e4rt den Polizisten die n\u00e4heren Umst\u00e4nde eines Mordes. In einem gro\u00dfen R\u00fcckblick wird die Geschichte erz\u00e4hlt. Moose Malloy, nach acht Jahren wieder aufgetaucht (aus dem Gef\u00e4ngnis?) will, dass Marlowe seine Freundin Velma findet. Bis er sie findet, gibt es Tote. Ich k\u00f6nnte mehr erz\u00e4hlen, aber das ist bei Chandler nicht sehr wichtig, und der Film folgt recht genau der Romanvorlage, Chandlers <em>Murder My Sweet<\/em>. Wichtiger ist die Atmosph\u00e4re: Los Angeles bei Nacht, Stra\u00dfenschluchten, Bars. Die Kameraperspektiven sind mitunter schr\u00e4g (Will Eisners <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/09\/der-spirit-als-film.htm\">Spirit-Comics<\/a> nicht un\u00e4hnlich), es beginnt gleich mit einer Vogelperspektive. Spiegel, Treppenfluchten, Tiefensch\u00e4rfe, optisch interessant, vor allem auch eine Traumsequenz, als Marlowe unter Drogen in einem Sanatorium festgehalten wird.<br>Dick Powell macht sich als Detektiv gut, bis zu diesem Film war er S\u00e4nger und Musical-Star, wollte aber ins ernsthaftere Schauspiellager. Den smarten Sch\u00f6nling kann er nicht ganz ablegen, aber das passt dann doch gut zu Marlowe. Chandler selbst w\u00fcnschte sich in einem Interview Cary Grant als Verk\u00f6rperung f\u00fcr seinen Helden.<br>Gest\u00f6rt hat mich in der zweiten H\u00e4lfte des Films die Charakterisierung der Methoden. Der \u00fcbliche Vorwurf der sch\u00f6nen Frau an den schmutzigen Detektiv, er w\u00fcrde f\u00fcr Geld ja wohl alles machen, kam sehr unmotiviert, \u00e4hnlich wie andere Versatzst\u00fccke. Trotzdem insgesamt ein sehr sch\u00f6ner Film und feiner <em>noir<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Irgendwann komme ich hoffentlich dazu, die letzten vier Filme aus der Box anzuschauen. Eine erste kleine Zusammenfassung: <em>Crossfire<\/em> ist der einzige Film, der unmittelbar mit einem Mord beginnt. Alle anderen lassen sich Zeit. Noch interessanter: sehr viele der Filme erz\u00e4hlen nicht rein linear, eine r\u00fcckblickende Rahmenhandlung gibt es fast immer, meist auch noch R\u00fcckblenden, bei <em>Crossfire<\/em> und <em>The Killers<\/em> als ganz wesentliches Element. (Beim ganz ausgezeichneten <em>Out of the Past<\/em> wird mir das wieder begegnen.) Liegt das an der Entstehungszeit oder doch eben am Genre? Die M\u00e4nner und Frauen dort haben jedenfalls alle eine Vergangenheit; das Unausweichliche wird im R\u00fcckblick deutlicher; die Aufkl\u00e4rung eines Kriminalfalls ist ohnehin immer analytisch nach hinten gewandt.<br>Typisch auch der Antagonismus gegen\u00fcber den Beh\u00f6rden. Frauen sind gef\u00e4hrlich, Treppen omin\u00f6s. Und es regnet nicht viel; die Idee des Regens habe ich wohl tats\u00e4chlich nur aus den Spirit-Comics von Will Eisner, in deren Noir-Atmosph\u00e4re es so best\u00e4ndig und heftig regnet, dass daf\u00fcr der Begriff &#8222;Eisnershpritz&#8220; gepr\u00e4gt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Nachtrag: <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/02\/noir-box-der-rest.htm\">hier die restlichen Filme<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit habe ich mir eine DVD-Box gekauft: Film Noir Collection, mit neun Filmen: The Killers; Double Indemnity; The Big Steal; Crossfire; Out of the Past; The Blue Dahlia; The Glass Key; This Gun For Hire; Murder, My Sweet. Ich mag seit fr\u00fcher Jugend film noir. 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