{"id":3024,"date":"2012-02-21T16:51:15","date_gmt":"2012-02-21T15:51:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=3024"},"modified":"2023-05-25T06:42:21","modified_gmt":"2023-05-25T04:42:21","slug":"noir-box-der-rest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/02\/noir-box-der-rest.htm","title":{"rendered":"Noir-Box, der Rest"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor zwei Jahren oder mehr habe ich mir eine Box mit neun Klassikern des <em>film noir<\/em> gekauft. Einige ganz wichtige Filme fehlen darin zwar &#8211; <em>The Maltese Falcon<\/em>, <em>The Big Sleep<\/em>, vielleicht sogar <em>Kiss Me Deadly<\/em> &#8211; aber die hatte ich ohnehin schon. Vor einigen Sommerferien hatte ich die <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2010\/10\/die-noir-box-das-letzte-aus-den-sommerferien.htm\">erste H\u00e4lfte dieser Filme gesehen und verbloggt<\/a>, hier der Rest.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil gerade Winterferien sind, im tats\u00e4chlichen Sprachgebrauch besser bekannt als Faschingsferien.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"325\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/film_noir.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3025\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/film_noir.jpg 250w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/film_noir-115x150.jpg 115w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>6. <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Glass_Key_(1942_film)\">The Glass Key<\/a><\/strong><br>Regie: Stuart Heisler<br>Drehbuch: Jonathan Latimer<br>Darsteller: Alan Ladd, Veronica Lake, Brian Donleavy<br>Jahr: 1942<br>Romanvorlage: Dashiell Hammett<\/p>\n\n\n\n<p>Motive: Treue, Loyalit\u00e4t, femme fatale (ein bisschen). Korrupte Politiker und Presse. Nach, Regen, Treppen.<br>Frauen: Mehrere, aber Bechdel-Test: nicht bestanden.<br>Erz\u00e4hlperspektive: \u00c4u\u00dferst linear, der linearste Film in der Box bisher.<br>Plot: Ein m\u00e4\u00dfig korrupter politischer Strippenzieher will ein bisschen ehrlicher werden, weil er sich in die Tochter eines Kandidaten verguckt hat. Sein Freund und Assistent hilft ihm, als er des Mordes an ihrem Bruder verd\u00e4chtigt wird, obwohl er selber das M\u00e4dchen will. Die Handlung ist so wenig komplex wie kein anderer film noir, den ich kenne, und dabei ist das ein Klassiker. Ich war dann auch nur m\u00e4\u00dfig beeindruckt. Aber Alan Ladd als treuer Freund ist hervorragend, ebenso der Gangsterboss Joseph Calleia und sein Unterling William Bendix.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>7. <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/This_Gun_for_Hire\">This Gun For Hire<\/a><\/strong><br>Regie: Frank Tuttle<br>Drehbuch: Albert Maltz &amp; W.R: Burnett<br>Darsteller: Veronica Lake, Alan Ladd<br>Jahr: 1942<br>Romanvorlage: Graham Greene<\/p>\n\n\n\n<p>Motive: Treppen, ein bisschen Korruption, aber keine besonders typischen Noir-ELemente, vom Trenchcoat Alan Ladds abgesehen<br>Frauen: nur eine, kein femme fatale, Bechdel-Test nicht bestanden<br>Erz\u00e4hlperspektive: vollkommen linear; es geht nicht mal darum, herauszufinden, was passiert ist, sondern nur darum, was passieren wird<br>Plot: Auftragskiller wird von Auftraggeber betrogen und will sich r\u00e4chen. Der Auftraggeber ist Leiter eines Chemiekonzerns, der Giftgasformel an den Kriegsfeind Japan verkaufen will. Veronica Lake ist eine Variet\u00e9-K\u00fcnstlerin mit zwei Musiknummern im Film: einmal singt sie und f\u00fchrt gleichzeitig Zaubertricks vor, das andere mal singt sie in schwarzem Lackleder und mit hohen Fischerstiefeln vom M\u00e4nnerfangen. Beide Nummern eher unerwartet in so einem Film. Ihr Freund ist Polizist, sie selber soll verdeckt ermitteln gegen den Chemiekonzern. Der Schurke wurde als Kind geschlagen und w\u00fcrde gerne eine Therapie machen. Nahc einer halbwegs spannenden Nacht auf der Flucht vor der Polizei gelingt Ladd, sich in die Chemiefabrik zu schleichen &#8211; weil da gerade ein Gasmasken\u00fcbung stattfindet. Der Oberb\u00f6se versucht am Schluss noch, mit einem Schie\u00df-F\u00fcller Alan Ladd zu t\u00f6ten, der stirbt dann aber doch im Kugelhagel der Polzei. Bei der Verfilmung des Romans musste wohl zu viel gestrafft werden. Herausgekommen ist ein Thriller, bei dem es ein bisschen um das Seelenheil des Killers geht, aber kein besonders typischer <em>film noir<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>8. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Goldenes_Gift\">Out of the Past<\/a><\/strong><br>Regie: Jacques Tourneur<br>Drehbuch: Daniel Mainwaring<br>Darsteller: Robert Mitchum, Jane Greer, Kirk Douglas<br>Jahr: 1947<br>Romanvorlage: Daniel Mainwaring<\/p>\n\n\n\n<p>Motive: Liebe, Gefahr, Gangster, Verrat, Treue, Vergangenheit.<br>Frauen: zwei noir-typische <em>femmes fatales<\/em>, und eine brave Frau; Bechdel-Test nicht bestanden<br>Erz\u00e4hlperspektive: verschachtelt. Ein Teil der Handlung ist R\u00fcckblende.<br>Plot: Robert Mitchum, Tankstellenbesitzer in einer Kleinstadt, wird von der Vergangenheit eingeholt. Ehemaliger Privatdetektiv, hat sich zur\u00fcckgezogen vor einem alten Auftraggeber (dessen Auftrag er nicht ausf\u00fchrte), einer alten Flamme (die der Auftrag betraf) und seinem ehemaligen Partner (weil der dabei ums Leben kam). Der urspr\u00fcngliche Auftraggeber Kirk Douglas hat sich die Frau zur\u00fcckgeholt und will nun Robert Mitchum, den er als S\u00fcndenbock f\u00fcr einen Mord brauchen kann, b\u00fc\u00dfen lassen.<br>Toller Film. Kein Regen, keine Gro\u00dfstadt, daf\u00fcr sonniges Mexiko, viel Natur und eine Tankstelle auf dem Dorf &#8211; trotzdem ein astreiner <em>film noir<\/em>. Wegen der Vergangenheit, die den Helden einholt, vielen Nachtszenen, der moralischen Ambivalenz, dem Verrat, dem Ausgang eben nicht als klassisches Liebespaar. Und wegen des Sprechers auf dem Off &#8211; ein Topos des klassischen Kriminalromans dieser Form. Und der kommt eben genau von dessen verschachtelter Erz\u00e4hlweise: Gerne wird die Geschichte aus dem R\u00fcckblick erz\u00e4hlt (der Polizei, wie in <em>D.O.A.<\/em> oder <em>Murder, My Sweet<\/em>, oder einer Frau, wie in <em>Out of the Past<\/em>), und an diese Erz\u00e4hlsituation erinnert der gelegentlich Off-Sprecher den Zuschauer.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>9. <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Blue_Dahlia\">The Blue Dahlia<\/a><\/strong><br>Regie: George Marshall<br>Drehbuch: Raymond Chandler<br>Darsteller: Alan Ladd, Veronica Lake, William Bendix, Howard Da Silva<br>Jahr: 1946<\/p>\n\n\n\n<p>Motive: Unschuldig verd\u00e4chtigt. Nachtclubs. Unterwelt.<br>Frauen: zwei, Bechdel-Test nicht bestanden; keine der Frauen besonders <em>fatale<\/em><br>Erz\u00e4hlperspektive: linear<br>Plot: Alan Ladd kommt mit zwei Freunden aus dem Krieg zur\u00fcck; seine Frau betr\u00fcgt ihn und ist auch nicht mehr an ihm interessiert. Als sie ermordet gefunden wird, ger\u00e4t Ladd unter Verdacht. Held und Heldin sind beide verheiratet (wenn auch nicht miteinander); Held hat zwei Freunde, die zu ihm halten. Nicht sehr typisch, aber in Ordnung. Die Handlung hat ein paar Twists, Howard da Silva als Schurke ist interessant, William Bendix sehe ich immer gern. Sehr viel mehr f\u00e4llt mir leider nicht ein. Die Alan-Ladd-Filme sind irgendwie nicht das meine.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8212; Fazit: Ich mag noir immer noch. Die besten dabei sind <em>The Maltese Falcon, The Big Sleep, Out of the Past, Touch of Evil, Gilda<\/em>. Vielleicht noch <em>The Killers<\/em>. Und von den zweitbesten sind immer noch viele sehr gut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor zwei Jahren oder mehr habe ich mir eine Box mit neun Klassikern des film noir gekauft. Einige ganz wichtige Filme fehlen darin zwar &#8211; The Maltese Falcon, The Big Sleep, vielleicht sogar Kiss Me Deadly &#8211; aber die hatte ich ohnehin schon. 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