{"id":3287,"date":"2011-07-07T20:45:10","date_gmt":"2011-07-07T18:45:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=3287"},"modified":"2023-06-18T15:12:22","modified_gmt":"2023-06-18T13:12:22","slug":"heute-fortbildung-und-krimi-lektuere-und-schullektuere-und-ueberhaupt-kam-dann-noch-alles-moegliche-dazu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2011\/07\/heute-fortbildung-und-krimi-lektuere-und-schullektuere-und-ueberhaupt-kam-dann-noch-alles-moegliche-dazu.htm","title":{"rendered":"Heute Fortbildung, und Krimi-Lekt\u00fcre, und Schullekt\u00fcre, und \u00fcberhaupt kam dann noch alles m\u00f6gliche dazu"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2011\/07\/heute-fortbildung-und-krimi-lektuere-und-schullektuere-und-ueberhaupt-kam-dann-noch-alles-moegliche-dazu.htm#comments'>2 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Erstens.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute in der 7. Klasse, Deutsch, weiter die <strong>Lekt\u00fcre<\/strong> besprochen. Die Klasse hat schon ein Buch gelesen, wollte aber ein weiteres gemeinsam lesen. Also entschieden wir uns f\u00fcr&#8230; ich wei\u00df auch nicht, wie das genau geschah, es war mitten im Doppelabitur, ich war sehr im Stress&#8230; f\u00fcr ein Buch, das mir dann nicht so gut gefallen hat. Mehr ein Jugendbuch, das tats\u00e4chlich nur f\u00fcr die Jugend ist. Es gibt ja genug Jugendb\u00fccher, die auch Erwachsene noch lesen k\u00f6nnen. Und das Buch war vielleicht mehr f\u00fcr die ohnehin dominanten M\u00e4dchen als f\u00fcr die Jungs. Also gut: die Sch\u00fcler wollten einen Arena Thriller lesen, <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/specials\/buchmesse2010\/index.jsp?rubrik=56631&amp;key=standard_rezension_39075843\"><em>Sommernachtsschrei<\/em> von Manuela Martini<\/a>.<br>Dann wollte ich aber doch, dass die Jungs die Wahl haben sollten, etwas anderes zu lesen. Und sie wollten Edgar Wallace. Der Hexer. Okay. Kein Jugendbuch, sondern f\u00fcr Erwachsene geschrieben. Vor 85 Jahren. Hat sich nicht so gut gehalten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"370\" height=\"301\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimis.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3288\" title=\"krimis\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimis.png 370w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/krimis-150x122.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 370px) 100vw, 370px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dann habe ich mich aber doch mit den B\u00fcchern vers\u00f6hnen k\u00f6nnen, weil die Sch\u00fcler etwas damit anfangen konnten. (Es war auch keiner \u00fcberfordert von der Lekt\u00fcre.) Zum einen: Figurenkonstellation und Inhaltsangabe, und zwar so, dass die andere H\u00e4lfte der Klasse bei dem Buch mitreden kann, das sie nicht gelesen hat. Und die Inhaltsangabe eben nicht chronologisch und unter sofortigem Verraten aller Geheimnisse &#8211; die ja bei Krimis, und beides sind tats\u00e4chlich weitgehend Krimis, ja besonders wichtig sind. Au\u00dferdem gab es schon vor dem Austeilen der Lekt\u00fcre einen Arbeitsauftrag, n\u00e4mlich die nur leicht veralteten <a href=\"http:\/\/gaslight.mtroyal.ca\/vandine.htm\">&#8222;Twenty Rules for writing detective stories&#8220;<\/a> von S. S. van Dine (1928), auf Deutsch nat\u00fcrlich. Regel 1 etwa:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>The reader must have equal opportunity with the detective for solving the mystery. All clues must be plainly stated and described.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Und Regel 16 beginnt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>A detective novel should contain no long descriptive passages, no literary dallying with side-issues, no subtly worked-out character analyses, no &#8222;atmospheric&#8220; preoccupations.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Nach der Lekt\u00fcre wurde dann diskutiert, welches Buch sich an welche Regeln h\u00e4lt und damit Kriminalroman oder Detektivgeschichte genannt werden kann. Beide eher ja, der <em>Sommernachtsschrei<\/em> sogar noch eher. Aber diese Regeln bieten auf jeden Fall eine sch\u00f6ne M\u00f6glichkeit, B\u00fccher zu analysieren, statt eben nur den Inhalt wiederzugeben.<br>Beim Vergleich der B\u00fccher stellte sich auch heraus, dass der <em>Hexer<\/em> eher nach wie ein Thriller nach vorw\u00e4rts gewandt erz\u00e4hlt wird, w\u00e4hrend der <em>Sommernachtsschrei<\/em> analytisch aufgebaut ist: da geht es darum, typisch f\u00fcr den Detektivroman, herauszufinden, was eigentlich alles <em>vor<\/em> dem eigentlichen Einsetzen der Handlung geschehen ist. Das ist ein Muster, das die Sch\u00fcler sp\u00e4ter vielleicht bei <em>K\u00f6nig \u00d6dipus<\/em> und <em>Nathan<\/em> wiederfinden. Und ja, W\u00f6rter wie &#8222;analytisch&#8220; nimmt eine 7. Klasse gerne bereits an.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberhaupt, an Krimis k\u00f6nnte man sehr viel Erz\u00e4hltheorie \u00fcben. Siehe auch den Vortrag\/Essay &#8222;Aristotle on Detective Fiction&#8220; von Dorothy L. Sayers, ich finde leider keine Quelle im Web, lesenswert, oder W.H. Auden, <a href=\"http:\/\/harpers.org\/archive\/1948\/05\/0033206\">&#8222;The Guilty Vicarage&#8220;<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Zweitens.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann mit der 7. Klasse in den <strong>Computerraum<\/strong>, zum Schluss des Schuljahres ein bisschen spielen &#8211; nach strukturiertem Vorgehen mit Kontrollstrukturen und Algorithmik bei Robot Karol sollen sie jetzt einfach mit <a href=\"http:\/\/scratch.mit.edu\/\">Scratch<\/a> herumspielen. Scratch ist eine objektorientierte grafische Programmierumgebung, die man schon in der Grundschule einsetzen k\u00f6nnte. Grafisch hei\u00dft: man schreibt keinen Programmcode, sondern schubst mit der Maus grafische Elemente herum. Tippfehler gibt es also keine. (Klassen kennt das Programm allerdings nicht, soweit ich wei\u00df.) Durch das Herumspielen mit demn Programm lernt man viel, wenn man will.<br>\u00dcberhaupt frage ich mich nach geeigneten Zug\u00e4ngen zur Informatik. Informatik ist viel mehr als Programmieren, und man k\u00f6nnte das Fach wohl auch ohne dieses unterrichten. Aber irgendwie ist das in der Praxis halt doch die Grundlage, ohne die es nicht geht. Ich habe nie viel programmiert, und hole das gerade nach. (Ich laufe gerade mit einer MVC-Brille durch die Welt und teile alles, was ich sehe, in Model, View oder Controller ein. Irgendwann wird ein Blogeintrag daraus.)<br>In der 10. Klasse sollen die Sch\u00fcler Programmieren lernen <em>und <\/em>Informatik lernen, parallel. Ja, ich versteh schon, ist schon sinnvoll. Aber ich frage mich, ob die Sch\u00fcler nicht zuerst programmieren lernen sollten und danach Informatik. Obwohl&#8230; streicht das. Das hatten wir doch schon. Ein halbes Jahr Pascal im Matheunterricht<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Drittens.<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos herumspielen: <strong>Google+<\/strong> gef\u00e4llt mir sehr gut, sollte Ende des Monats f\u00fcr alle starten. Wenn die Erwachsenen dann bitte alle von Facebook dorthin umziehen w\u00fcrden?<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Viertens.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der 9. Klasse lese ich gerade <strong>Shakespeare<\/strong>, <em>Romeo und Julia<\/em>, auf Deutsch. Und nicht <em>Andorra<\/em>. Weil wir da die Baz-Luhrmann-Verfilmung anschauen k\u00f6nnen, weil die Sch\u00fcler davor noch nicht mal wussten, was Akte sind, und vor allem: weil sie sich schon mal auf harmlose Weise an die Sprache des sp\u00e4teren 18. und fr\u00fchren 19. Jahrhunderts gew\u00f6hnen sollen. Damit der <em>Nathan<\/em> in der 10. und der <em>Faust<\/em> in der 11. dann nicht so schwer fallen, denn das tun sie. Grob klappt das mit dem Verstehen auch, aber wenn man nachhakt, wie viele der Informationen, die tats\u00e4chlich in zwei, drei, vier Versen gepackt sein k\u00f6nnen, tats\u00e4chlich ankommen &#8211; dann muss ich morgen wirklich mal eine Seite ganz gr\u00fcndlich gemeinsam Vers f\u00fcr Verse auseinandernehmen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>F\u00fcnftens.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute wieder <strong>Moodle-Fortbildung, schulintern<\/strong>. Lief gut. Zum Einstieg kam wieder <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2011\/01\/moodle-fortbildung-heute-und-die-hype-kurve.htm\">meine Folie mit dem Hype-Zyklus<\/a>, inzwischen auch <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/MoodleSchiLF.odp\">unter CC-BY-SA-Lizenz zum Herunterladen<\/a>. Au\u00dferdem ein Papier mit den wichtigsten Tipps und Informationen (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/MoodleSchiLFInfoblatt.odt\">Download<\/a>.)<\/p>\n\n\n\n<p>Und nat\u00fcrlich hat jeder Anwesende &#8211; darunter einige Referendare &#8211; eine Teilnahmebest\u00e4tigung gekriegt, liebevoll selbst gestaltet mit Schullogo und &#8222;2. Ausfertigung f\u00fcr die Lehrkraft&#8220; und allem. So wie Philip Marlowe zwei Arten von Visitenkarten hat, die mit der Pistole mit Eck und die ohne &#8211; je nach Art des zu beeindruckenden Klienten -, habe ich zwei Versionen gemacht: eine mit Kinder-Foto von mir in der Ecke und eines ohne. Ich habe dann doch nur die ohne Foto herausger\u00fcckt, weil ich das ja auch tats\u00e4chlich eine ernsthafte und sinvolle Fortbildung war. Aber ein kleines &#8222;etc.&#8220; habe ich mir bei der Unterschrift geg\u00f6nnt:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"227\" height=\"157\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/MoodleSchiLF.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3292\" title=\"MoodleSchiLF\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/MoodleSchiLF.jpg 227w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/MoodleSchiLF-150x103.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(2 Kommentare.) Erstens. Heute in der 7. Klasse, Deutsch, weiter die Lekt\u00fcre besprochen. Die Klasse hat schon ein Buch gelesen, wollte aber ein weiteres gemeinsam lesen. 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