{"id":3305,"date":"2013-01-16T09:01:59","date_gmt":"2013-01-16T08:01:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=3305"},"modified":"2023-06-16T08:19:36","modified_gmt":"2023-06-16T06:19:36","slug":"pretentious-moi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2013\/01\/pretentious-moi.htm","title":{"rendered":"Pretentious &#8211; moi?"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2013\/01\/pretentious-moi.htm#comments'>8 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>(Bildungscontent entf\u00e4llt heute leider.)<\/p>\n\n\n\n<p>In jungen Jahren habe ich mich ja im Fandom herumgetrieben (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/tag\/fandom\">Blogeintr\u00e4ge dazu<\/a>). Das fing an mit einem Perry-Rhodan- und Science-Fiction-Club, und richtig ernst wurde es dann mit einem Fantasy-Club. Der hatte mehr als drei\u00dfig Mitglieder, damals eine respektable Zahl. Wir schrieben uns Briefe, das waren bei mir schon so drei, vier pro Woche, mehrseitige, getippt. Und wir gaben Magazine heraus, kopiert oder &#8211; die \u00e4lteren &#8211; im Offsetdruck. Selbstgeschrieben und gezeichnet, gesetzt mit der Schreibmaschine oder an gr\u00fcnschwarzblinkenden Computern.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz nach meinem 15. Geburtstag war ich auf meinem ersten Con, einem Star-Wars-Con, obwohl ich eher Perry-Rhodan-Fan war und Star Wars nur am Rande mitnahm. Es war mein Zwillingsbruder, der an Star Wars interessiert war, aber gar nicht an Fandom und Briefen und Cons. Der Con: das waren f\u00fcnfzig oder sechzig Leute, drei oder vier Tage in geschlossenen R\u00e4umen. Es gab Trockeneis f\u00fcr &#8211; alkoholfreie &#8211; Drinks, <em>Blues Brothers<\/em> und <em>Blade Runner<\/em> auf VHS im Fernsehzimmer, beides h\u00f6chst illegal. Und Fantasy-Rollenspiele im Keller. Im Prinzip war das eine tolle Fortbildungsveranstaltung f\u00fcr einen F\u00fcnfzehnj\u00e4hrigen. Ein paar Tage gemeinsam ausgesuchte Videofilme ansehen und dar\u00fcber reden, gemeinsam spielen, fachsimpeln, diskutieren. So wie Zeltlager, nur mit nicht so viel Tageslicht. (Die Fenster waren zugeklebt.)<\/p>\n\n\n\n<p>Anscheinend habe ich f\u00fcr eines der Magazine damals auch einen Beitrag \u00fcber den Con geschrieben. Auf den bin ich neulich im Web gesto\u00dfen worden. Schlimm. Ich war f\u00fcnfzehn und muss manchmal anstrengend gewesen sein. Trotzdem, hier ist der Conbericht. (Habe ich damals tats\u00e4chlich &#8222;die&#8220; Con geschrieben? Das ist so \u00e4hnlich wie &#8222;der&#8220; Blog zu sagen; das kam erst ein paar Jahre sp\u00e4ter auf. Ich vermute redaktionelle Nachbearbeitung. Das Heft mit meinem Artikel habe ich noch, aber zu gut verstaut, als dass ich nachschauen k\u00f6nnte.)<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>G\u00f6ggingen, Jugendzentrum<br>Beginn: 29.10.1982<br>Ende: 01.11.1982<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin voreingenommen, wirklich. Mir hat es n\u00e4mlich gefallen. Ich habe denen gesagt, ich kann nicht, weil ich voreingenommen bin. Ich habe gesagt, die sollen den Conbericht jemanden schreiben lassen, dem es nicht gefallen hat. So wie den M\u00fcnchnern. Aber nein, ich mu\u00dfte es machen. Warum? Zeitmangel der anderen. Eigentlich sollte auf diese Doppelseite ein Bericht \u00fcber den Revenge of the Jedi Trailer. Der von Dirk Eickhoff sein sollte. Ob der nicht wollte, oder nicht durfte, wei\u00df ich nicht.<br>Der Con. Erst mal ganz allgemein: Meiner Sch\u00e4tzung nach haben in 13 % richtig voll genossen. 37 % fanden ihn mittelm\u00e4\u00dfig, und der Rest &#8230;. na ja.<br>Am Freitag fing alles an. Gleich nach der Schule war ich mit diversen Freunden losgefahren und erreichte den Ort des Geschehens zu einem der vielen Zeitpunkte, wo keiner da war. Nachdem wir uns umgesehen hatten, kamen so nach und nach die n\u00e4chsten G\u00e4ste. Denen wir beim Gep\u00e4cktragen halfen, versteht sich.<br>Der Nachmittag verging eigentlich nur mit Bestaunen \u00fcber die reichlichen Ravioli Vorr\u00e4te und des ersten herumschn\u00fcffelns, ob man nicht hier oder dort irgendwas &#8211; oder irgendwen &#8211; interessantes findet. Das Essen kann man mit dem Essen in einem Skilager vergleichen &#8211; m\u00e4\u00dfig also. Ich mag Skilager. Nun, die Getr\u00e4nke hatten den Nachteil, da\u00df man sie bezahlen mu\u00dfte. Nat\u00fcrlich fehlte das Kleingeld. Ein Getr\u00e4nk war zum Beispiel der Cantina-Flip (der sp\u00e4ter in Cantina-Flop umbenannt wurde), der aus Waldmeister, Cola, Apfel- und Orangensaft bestand. Manchmal gab es ihn auch mit Trockeneis: \u00fcber -30 Grad Celsius wird es gasf\u00f6rmig und dampft und brodelt wie in einer Disco &#8211; das war wohl der Knalleffekt der Con. Zu jener Zeit liefen die ersten Filme im Videoraum, und von da an lief der Apparat hei\u00df. Das Programm ging von Star Wars, The Empire Strikes Back, Galaxina, Flesh Gordon, Exterminator, Rollerball, Sador, Conan, Blade Runner, Blues Brothers &#8211; ach, ich wei\u00df gar nicht mehr alle. Die Conbesucher verteilten sich an einigen Stellen, die sie besonders interessant fanden.<br>Und da liegt auch der Hund bei der Con begraben: nicht alle Leute fanden solche Orte. Das waren eben jene 87 %, im Gegensatz zu mir. Andere am\u00fcsierten sich nicht auf der Con. Man mu\u00df eben, wie man so sch\u00f6n sagt, das Beste aus etwas machen. Das k\u00f6nnen nicht alle. Doch um wieder zum Thema zur\u00fcckzukommen: es gab bald keine geregelten Zeiten mehr. Vor allem zu der Zeit, die ander Leute damals Nacht genannt h\u00e4tten. Manche schliefen um 10 Uhr ein, um Stunden sp\u00e4ter Videos anzusehen. Nachts war ja wahrscheinlich am meisten los. Aber es war ja praktisch immer Nacht, denn s\u00e4mtliche Fenster waren verklebt mit Alufolie. Ich hatte meist keine Ahnung, welche Uhrzeit wir hatten, weil ich meine Uhr nicht dabei hatte. Aber trotzdem vers\u00e4umte ich oft das Beste. Ich schlief immer so schnell ein. Und eine Nacht verbrachte ich im eigenen Bett &#8211; zuhause. Meine Eltern! Na ja. Der Kampf um den Schlafplatz und vor allem um die sp\u00e4rlichen Kissen war gro\u00df. Er l\u00e4sst sich eigentlich nur mit meinem allmorgendlichen Gerangel um einen Sitzplatz in der Stra\u00dfenbahn vergleichen. Unter dem Kapitel &#8222;Nahrung&#8220; wurde uns noch mehr Ravioli mit Reis und Erbsen vorgesetzt. Dank den K\u00f6chinnen. Und Nudelsalat. Der befand sich in einem mit Alufolie ausgelegten W\u00e4schekorb. Es war entsprechend viel. Jeden Morgen verdr\u00fcckte ich ein paar Semmeln, die ich jedenfalls dort im \u00dcberfluss vorfand. Alle Tage vergingen eigentlich mehr oder weniger gleich &#8211; gleich gut f\u00fcr mich. Es war dort, immer wenn ich wach war, einiges los. Die Schwerpunkte der Leute, die sich am\u00fcsierten, waren wohl die Bar mit diversen Barkeepern, die, sofern sie mal da waren, dem Klischee eines echten Barkeepers voll entsprachen. An der Bar trafen sich die Leute, die Quatsch machten. Und die lustig waren. Dann gab es den Materialraum. Wie ich aus dem Conbericht des EMPIRE MUNICH entnahm, hat auf der Con eine anscheinend furchtbar langweilige Diashow stattgefunden. Ich wei\u00df es nicht. Ich war nicht. Ich war nicht dabei. Ich habe mich n\u00e4mlich unterhalten. Im Materialraum war das Treffen der &#8222;Wissenschaftler&#8220; und &#8222;Politiker&#8220;. Wir spielten dort mit zwei Followern (jedem Fantasy Fan ein Begriff) ein Fantasy Spiel, da\u00df aber bald nur in Erz\u00e4hlungen der ge\u00fcbten Spieler ausartete. Es war k\u00f6stlich, lehrreich und interessant. Dann kam noch in Physikstudent dazu. Wu\u00dftet ihr schon, da\u00df, wenn man alle Chinesen der Welt (wir nehmen die, weil wir eine gro\u00dfe Anzahl brauchen) mit Lichtgeschwindigkeit durch eine Wand jagt, wahrscheinlich einer dabei ist, der auf der anderen Seite wieder heil herauskommt? Ohne kaputte Wand? Physikalisch sehr gut m\u00f6glich. Oder da\u00df rotes Licht ein anderes Gewicht hat, als z.B. blaues Licht? Ich hatte es bis vor der Con auch nicht gewu\u00dft. Ganz allgemein l\u00e4sst sich die Con mit dem Film &#8222;Der Partyschreck&#8220; mit Peter Sellers vergleichen. Totales Chaos, gro\u00dfe Unorganisiertheit, wenig Neues, aber f\u00fcr jeden, der etwas daraus gemacht hat, der etwas daraus machen konnte (das war potentiell jeder) ein wundervolles Ereignis. Bis vielleicht auf Dirk. Er mu\u00dfte sich einige \u00e4tzende Bemerkungen anh\u00f6ren.<br>Noch etwas zum Conbericht der M\u00fcnchner. Er war wie die Con. Ich habe mich k\u00f6niglich am\u00fcsiert. Es gab weder Klingelkn\u00f6pfe, noch gro\u00dfe Stimmungsmache der M\u00fcnchner. Da l\u00e4\u00dft sich nur das Wort von Anastasius Gr\u00fcn (1806-1876) gebrauchen: &#8222;Manch Urteil ist ja l\u00e4ngst beschlossen, eh des Beklagten Wort&#8220; &#8211; Con &#8211; &#8222;geflossen.&#8220;<br>Thomas Rau<\/p>\n\n\n\n<p>(<a href=\"http:\/\/new.trewacon.de\/index.php\/history\/50-1-star-wars-con\">Fundort<\/a>)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Was in dem Conbericht &#8222;der M\u00fcnchner&#8220; drin stand, wei\u00df ich nicht mehr. Ich glaube, die M\u00fcnchner waren ein konkurrierender Verein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"403\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/con_1982.jpg\" alt=\"con_1982\" class=\"wp-image-4030\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/con_1982.jpg 400w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/con_1982-148x150.jpg 148w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>A portrait of the artist as a young man. Das Sweatshirt mit dem Con-Aufdruck habe ich heute noch. Danach gab es dann jedes Jahr einen Con, sp\u00e4ter zwei oder drei, bis ich mich dann mit dreiundzwanzig, vierundzwanzig aus der Szene verabschiedete.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(8 Kommentare.) (Bildungscontent entf\u00e4llt heute leider.) In jungen Jahren habe ich mich ja im Fandom herumgetrieben (Blogeintr\u00e4ge dazu). 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