{"id":35,"date":"2004-06-02T10:03:28","date_gmt":"2004-06-02T08:03:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2004\/06\/orangenmarmelade.htm"},"modified":"2026-01-18T15:19:51","modified_gmt":"2026-01-18T14:19:51","slug":"orangenmarmelade","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2004\/06\/orangenmarmelade.htm","title":{"rendered":"Orangenmarmelade 2004 (Das Rezept)"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2004\/06\/orangenmarmelade.htm#comments'>58 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Man nehme:<\/p>\n<p>2 lb Seville oranges (900g Pomeranzen\/Bitterorangen)<br \/>\n4 pints water (2 1\/4 Liter Wasser)<br \/>\n1 lemon<br \/>\n4 lb granulated sugar, <span style=\"text-decoration: line-through;\">warmed<\/span> (1,8 kg Zucker)<\/p>\n<p><em>Nachtrag: 900g Orangen geben je nach Gr\u00f6\u00dfe etwa 10 Gl\u00e4ser.<\/em><\/p>\n<p>Pomeranzen sehen aus wie nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig sch\u00f6ne Orangen. Sie sind tats\u00e4chlich ziemlich bitter, und es gibt sie bei uns auf M\u00e4rkten und in wenigen gro\u00dfen Kaufh\u00e4usern im Januar und Februar.<\/p>\n<p>Orangenmarmelade ist sehr englisch und sehr lecker. Zur Not kann man die Marmelade sicher auch mit normalen Orangen machen: Aber die Bitterkeit der Pomeranzen passt besser zum vielen Zucker in der Marmelade.<\/p>\n<p>Zuerst \u00fcberlegt man sich, ob man das Rezept nicht mit der halben Menge an Orangen ausprobieren m\u00f6chte. F\u00fcr den Anfang vielleicht nicht schlecht. Dann f\u00fcllt man einen gro\u00dfen Topf, gr\u00f6\u00dfer als man denkt, mit dem Wasser. Die Pomeranzen werden halbiert und ausgepresst, die Zitrone ebenso, der Saft kommt gleich zum Wasser. Alle Kerne und alle Schalenreste und allen Glibber aufheben!<\/p>\n<p>Die Pomeranzenschalen werden in feine oder ganz feine Streifen geschnitten, die kommen dann auch ins Wasser.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/marmalade\/orangen1.jpg\" alt=\"orangen1.jpg\" width=\"461\" height=\"287\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Wieder gilt: Alle Kerne, und besonders das wei\u00dfe Zeug unter der Schale aufheben. Dieses Zeug enth\u00e4lt besonders viel Pektin, und Pektin ist es, was die Masse sp\u00e4ter zum Gelieren bringt. (Gelierzucker ist normaler Zucker, der mit zus\u00e4tzlichem Pektin versetzt ist. Das ist ein bisschen gemogelt.)<br \/>\nNun packt man allen \u00fcbrigen Glibber in ein Mullnetz (oder Mulltuch, das man oben zubindet). Das Mulltuch h\u00e4ngt man dann in das Wasser mit den Schalenstreifen, und kocht das ganze zwei Stunden lang weich. Kein Deckel, und nur sanft k\u00f6cheln lassen. Da braucht man nicht unbedingt zuschauen, da geht nichts schief.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4392\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/marmalade\/orangen2.jpg\" alt=\"orangen2\" width=\"408\" height=\"306\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/marmalade\/orangen2.jpg 408w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/marmalade\/orangen2-150x112.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 408px) 100vw, 408px\" \/><\/p>\n<p>Nach zwei Stunden, wenn die Schalenst\u00fcckchen weich sind, nimmt man das Mulltuch aus dem Topf und legt es beiseite, damit der Inhalt abk\u00fchlt. Jetzt wird&#8217;s ein bisschen kniffliger. In den Topf kommt langsam der ganze Zucker, dann umr\u00fchren, bis sich alle Zuckerkristalle aufgel\u00f6st haben. Das ist wichtig! Dann dreht man die Temperatur sch\u00f6n hoch und quetscht den Inhalt des Mulltuchs in den Topf. Oder, wenn man vorsichtiger ist, quetscht man den Inhalt des Mulltuchs erst einmal auf einen Teller. Da ist n\u00e4mlich ganz, ganz viel Glibber drin. Und der macht die H\u00e4nde ganz glibberig. Und au! au! au! hei\u00df ist das ganze Zeug auch noch. Wer&#8217;s mag, kann das Mulltuch ja auch zwischen zwei Tellern auspressen, bei mir hat&#8217;s nicht geklappt.<\/p>\n<p><em>Nachtrag 1, aus Kommentar unten: Viel einfacher ist es, den Inhalt in ein Metallsieb zu geben und den Glibber durchzudr\u00fccken.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Nachtrag 2: Ich stelle den Glibberbeutel inzwischen kurz auf den Balkon; wenn er dann einigerma\u00dfen heruntergek\u00fchlt ist, quetsche ich ihn in Ruhe aus.<\/em><\/p>\n<p>Die Hauptsache ist, dass soviel wie m\u00f6glich von dem Glibber in den Topf mit dem aufgel\u00f6sten Zucker kommt, dass dann gut umger\u00fchrt wird, und die Masse richtig sch\u00f6n hei\u00df k\u00f6chelt. Das geht mindestens <span style=\"text-decoration: line-through;\">15<\/span> <span style=\"text-decoration: line-through;\">25<\/span> 30 Minuten so, und w\u00e4hrend der Zeit sollte man schon ein Auge darauf haben: Besonders zum Schluss hin kann es schnell geschehen, dass die Schalenst\u00fcckchen mit dem Zucker am Boden anbrennen und karamelisieren. Das gibt eine viel dunklere Farbe, und schmeckt ein bisschen knusprig, ist aber auch keine Katastrophe.<\/p>\n<p>Mit etwas Gl\u00fcck ist die Marmelade jetzt schon fertig. Um sicher zu sein, dass das Pektin die Masse schon geliert hat, l\u00e4sst man ein bisschen davon auf eine Untertasse aus dem Eisfach fallen: Das k\u00fchlt dann schnell ab und man sieht, ob die Masse schon Marmeladenkonsistenz hat. Falls nicht, einfach nochmal zehn Minuten k\u00f6cheln, und notfalls dann immer noch zehn. Ich war mir nie sicher, ob die Masse fest genug war; sie war es immer. (Nachtrag: Felicity Cloake <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/lifeandstyle\/2018\/feb\/12\/marmalade-recipe-seville-oranges-felicity-cloake\">schreibt in ihrem Rezept,<\/a> die Fl\u00fcssigkeit soll 105\u00b0 C haben.)<\/p>\n<p>Dann nimmt man den Topf von der Herdplatte und l\u00e4sst ihn 20 Minuten abk\u00fchlen. W\u00e4hrenddessen bereitet man die Gl\u00e4ser vor (aussp\u00fclen, trocknen, im Ofen erhitzen). Einf\u00fcllen, zumachen, fertig. Sehr lecker.<\/p>\n<p><em>Nachtrag: Klassisch europ\u00e4isch werden die Gl\u00e4ser 10 Minuten bei 120 \u00b0C im Ofen sterilisiert. Allerdings gibt es bei dieser Methode Bedenken &#8211; siehe <a href=\"https:\/\/www.healthycanning.com\/why-old-british-method-of-bottling-is-unsafe\">open kettle v. watherbathing<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2020\/10\/weiteres-strohsinglekochen.htm\">Kommentare hier<\/a>.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4393\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/marmalade\/orangen3.jpg\" alt=\"orangen3\" width=\"408\" height=\"306\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/marmalade\/orangen3.jpg 408w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/marmalade\/orangen3-150x112.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 408px) 100vw, 408px\" \/><\/p>\n<p>Links fein geschnitten, rechts grober und etwas angebrannt.<\/p>\n<p>Das Rezept habe ich aus <a href=\"https:\/\/www.amazon.co.uk\/exec\/obidos\/ASIN\/0563362863\/qid=1086029644\/sr=1-3\/ref=sr_1_10_3\/202-3023618-1831812\"><i>Delia Smith&#8217;s Complete Cookery Guide<\/i><\/a>. Das ist die Generation vor Jamie Oliver. Ich habe schon viel daraus gemacht und kann das Buch nur empfehlen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/b689a664fe8a416a81945e6c15c5ce7e\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(58 Kommentare.) Man nehme: 2 lb Seville oranges (900g Pomeranzen\/Bitterorangen) 4 pints water (2 1\/4 Liter Wasser) 1 lemon 4 lb granulated sugar, warmed (1,8 kg Zucker) Nachtrag: 900g Orangen geben je nach Gr\u00f6\u00dfe etwa 10 Gl\u00e4ser. Pomeranzen sehen aus wie nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig sch\u00f6ne Orangen. 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