{"id":3897,"date":"2012-08-31T07:59:23","date_gmt":"2012-08-31T05:59:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=3897"},"modified":"2023-05-31T14:05:54","modified_gmt":"2023-05-31T12:05:54","slug":"jack-london-the-road","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/08\/jack-london-the-road.htm","title":{"rendered":"Jack London, The Road"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/08\/jack-london-the-road.htm#comments'>1 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Nur ganz kurz als Lesetipp diese 1907 erschienenen Erinnerungen von Jack London \u00fcber seine Zeit als Landstreicher, englisch <em>hobo<\/em>, in der ersten H\u00e4lfte der 1890er Jahre. Darauf gekommen war ich bei <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2011\/10\/big-rock-candy-mountain-zweites-oeffentliches-ueben-und-hemingway.htm\">diesem Blogeintrag \u00fcber Hoboes<\/a>, und es dauert dann oft mal bis zu den n\u00e4chsten Sommerferien, bis ich dazu komme, ein vorgenommenes Buch zu lesen.<\/p>\n<p>Mein r\u00e4umliches Vorstellungsverm\u00f6gen ist nicht sehr gut. Und ich wei\u00df nicht, wie die Teile vom Zug hei\u00dfen. Trotzdem gelingt es London in einem Kapitel, mir sehr anschaulich zu erz\u00e4hlen, wie man als Hobo so reist. Einfach ist es, wenn man einen G\u00fcterwaggon mit offener T\u00fcr findet, dann klettert man einfach hinein. Manchmal muss man sich auch unterhalb des Waggons und oberhalb der R\u00e4der in die Radaufh\u00e4ngung (oder wie auch immer das hei\u00dft) einklemmen. Das ist am schwierigsten. Man kann auch vorne auf dem Schienenr\u00e4umer oder Kuhf\u00e4nger sitzen. Komfortabel ist das Fahren in einem <em>blind baggage<\/em>. An den Enden eines Waggons waren \u00fcblicherweise T\u00fcren mit einer kleinen Plattform davor und einem Dach dar\u00fcber, kennt man aus Filmen. <em>Blinds<\/em> sind Waggons &#8211; f\u00fcr G\u00fcter oder Post &#8211; ohne solche T\u00fcren oder mit verschlossenen T\u00fcren. Vor so einer verschlossenen T\u00fcr l\u00e4sst sich relativ bequem reisen.<\/p>\n<p>Wenn man nicht herausgeschmissen wird. Es gibt die Eisenbahnpolizei (&#8222;bulls&#8220;), oder das regul\u00e4re Personal &#8211; Heizer und <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Brakeman\">Brakemen<\/a>. (Die fuhren in der <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Caboose\">caboose<\/a>, einem an Frachtz\u00fcgen hinten angeh\u00e4ngten Dienstwagen. Sie k\u00fcmmerten sich um Kupplungen und Weichen und urspr\u00fcnglich, wenn der Zug bremsen musste, bedienten sie die Bremsen einzelner Waggons, um das Bremsen zu beschleunigen.)<\/p>\n<p>Im zweiten Kapitel beschreibt London, wie so ein Katz- und Mausspiel zwischen &#8222;shacks&#8220; (den Brakemen) und Hobo aussehen konnte. Hobo schleicht sich auf einen der drei <em>blinds<\/em> vorne am Zug und wird dabei gesehen. Am n\u00e4chsten Halt geht ein Brakeman dorthin, um ihn hinauszuwerfen. Also springt der Hobo vorher heraus, rennt nach vorne und wartet, bis der Zug wieder an- und an ihm vorbeif\u00e4hrt, um dann wieder aufzuspringen. Beim n\u00e4chsten Halt das gleiche. Genervt bleibt ein Brakeman auf einem <em>blind<\/em> statt in seinem Waggon. Hobo sucht sich anderen <em>blind<\/em> aus. Das Spiel geht weiter, bis alle Brakemen involviert sind, mit verdunkelten Laternen, Herumklettern auf dem Dach. Spannend und anschaulich.<\/p>\n<p>Interessant auch Kapitel 5: London wird wegen Landstreicherei festgenommen und ohne mehr als eine Spur Gerichtsverfahren f\u00fcr 30 Tage ins Gef\u00e4ngnis gesteckt. Die Korruption und Verh\u00e4ltnisse innerhalb dieses Gef\u00e4ngnisses schildert er eindr\u00fccklich &#8211; und das ist lange genug her, dass ich das lesen kann. \u00dcber heutige Gef\u00e4ngnisse in den USA denke ich am liebsten nicht nach.<\/p>\n<p>Kapitel 7: Da geht es um jugendliche Hoboes. London war selber um die achtzehn, aber auf der Stra\u00dfe traf man oft Dreizehn- oder Vierzehnj\u00e4hrige. Im Ged\u00e4chtnis ist mir die Schilderung, wie sich zwei Kinderbanden um einen Betrunkenen raufen, den sie auspl\u00fcndern wollen. Nicht sehr romantisch.<\/p>\n<p>Und vieles mehr. \u00dcber eine <a href=\"https:\/\/www.google.de\/search?num=10&amp;hl=de&amp;authuser=0&amp;site=imghp&amp;tbm=isch&amp;source=hp&amp;biw=1918&amp;bih=832&amp;q=hobo+train&amp;oq=hobo+train\">Google-Bildersuche<\/a> kann man sich Bilder zeigen lassen, auch wenn die meisten aus der Depressionszeit der 1930er Jahre stammen und nicht aus der Zeit, von der London schreibt. (Hier eine <a href=\"http:\/\/hobosofthegd.yolasite.com\/\">Seite mit weiteren Bildern.<\/a>)<\/p>\n<hr \/>\n<p>Das Buch gibt es in verschiedenen Formaten (epub, Kindle) <a href=\"http:\/\/www.gutenberg.org\/ebooks\/14658\">bei Project Gutenberg<\/a>, und mit Illustrationen als HTML <a href=\"http:\/\/london.sonoma.edu\/Writings\/TheRoad\/\">bei der Jack London Online Collection<\/a> der Sonoma State University.<\/p>\n<p>Die erste deutsche \u00dcbersetzung ist laut Wikipedia die von Erwin Magnus von 1924. Er floh vor Hitler aus Deutschland und starb bald danach. Dann wird noch eine \u00dcbersetzung von 1937 von Max Barthel genannt (&#8222;Einzig berechtigte deutsche \u00dcbersetzung&#8220;). Die ist zwar noch nicht gemeinfrei, aber schon <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/6180\/1\">online beim deutschen Projekt Gutenberg.<\/a> Barthel war mit Magnus zusammen \u00dcbersetzer und Herausgeber einer zw\u00f6lfb\u00e4ndigen London-Ausgabe, und bei zvab.de finde ich auch Angaben \u00fcber Barthel als \u00dcbersetzer einer Ausgabe von 1926, aber das ist vielleicht ein Fehler. Au\u00dferdem gibt es mindestens noch eine \u00dcbersetzung von Rudolf Lampert und eine von Lore Strassl. Wie viel \u00dcbersetzungen braucht man denn? Ist das immer noch billiger als eine Lizenz, oder sind die fr\u00fcheren \u00dcbersetzungen nicht zufriedenstellend?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(1 Kommentare.) Nur ganz kurz als Lesetipp diese 1907 erschienenen Erinnerungen von Jack London \u00fcber seine Zeit als Landstreicher, englisch hobo, in der ersten H\u00e4lfte der 1890er Jahre. 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