{"id":3910,"date":"2012-09-04T11:07:05","date_gmt":"2012-09-04T09:07:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=3910"},"modified":"2023-06-16T12:53:00","modified_gmt":"2023-06-16T10:53:00","slug":"zwischen-den-zeilen-schreiben-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/09\/zwischen-den-zeilen-schreiben-2.htm","title":{"rendered":"Zwischen den Zeilen schreiben (2)"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/09\/zwischen-den-zeilen-schreiben-2.htm#comments'>6 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>(<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/09\/zwischen-den-zeilen-schreiben-1.htm\">Fortsetzung von hier.<\/a> Es geht immer noch darum, welche Geschichten man zu anderen Geschichten erz\u00e4hlen kann.)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">6. Begriffskl\u00e4rungen<\/h2>\n\n\n\n<p><b>Fortsetzungen<\/b> von eigener und fremder Hand gibt es schon seit langer Zeit. (Rechercheauftrag f\u00fcr sp\u00e4ter: Mal zusammenstellen.) Eine Fortsetzung nimmt die Geschichte oder das Personal des ersten Teils wieder auf und erz\u00e4hlt, wie es mit ihnen weitergeht. Fortsetzungen k\u00f6nnen bald nach dem Ausgangstext erscheinen oder viel sp\u00e4ter. Fortsetzungen zu <em>Pride and Prejudice<\/em> gibt es <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/List_of_literary_adaptations_of_Pride_and_Prejudice\">in H\u00fclle und F\u00fclle<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><b>Prequels<\/b> sind ebenfalls Texte, die nach einem gegebenen Text geschrieben werden, aber zeitlich davor spielen. Sie k\u00f6nnen dazu dienen, ein neues Licht auf den urspr\u00fcnglichen Text zu werfen, etwa wenn Jean Rhys in <em>Wide Sargasso Sea<\/em> <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Wide_Sargasso_Sea\">die Vorgeschichte zu <em>Jane Eyre<\/em> erz\u00e4hlt<\/a> und dadurch Rochesters Frau, der <em>madwoman in the attic<\/em>, ein Gesicht verleiht. Sequels und Prequels sind die erz\u00e4hlerische Form der fiktiven Biographie aus dem ersten Teil dieses Blogeintrags.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur aus Prequels besteht eine Fernsehserie wie <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Abenteuer_des_jungen_Indiana_Jones\"><em>Die Abenteuer des jungen Indiana Jones<\/em><\/a>: Darin geht es um Geschichten, die zur Jugendzeit Indys spielen, also lange vor <em>J\u00e4ger des verlorenen Schatzes<\/em>. Der Reiz dabei ist weniger die Beziehung zum Urfilm, sondern der der Einbettung in historische Fakten. \u00c4hnlich wie Flashman trifft der junge Indiana auf viele Personen der Weltgeschichte und ist bei vielen bedeutenden Ereignissen anwesend oder sogar ihr Ausl\u00f6ser.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist die vielleicht fr\u00fcher entstandene <em>Ilias<\/em> ein <em>Prequel<\/em> zur Odyssee? Das w\u00fcrde ich nicht sagen, ebenso wenig wie ich die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Telegonie\">Telegonie<\/a> eine Fortsetzung davon nennen w\u00fcrde &#8211; die <em>Telegonie<\/em> ist ein verschollenes Epos um Kirkes und Odysseus&#8216; Sohn Telegonos. (Bringt seinen Vater um, heiratet seine Mutter; Telemach heiratet Kirke.) Prequel wie f\u00fcr Sequel beziehen sich auf einen konkreten Urtext als Vorlage, und bei Geschichten aus m\u00fcndlicher Tradition, wozu ich <em>Odyssee<\/em> und <em>Ilias<\/em> rechne, gibt es den Gedanken eines originalen, korrekten Urtexts noch nicht, sondern nur gleichberechtigte Varianten gemeinsamen Erz\u00e4hlguts.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine <b>Serie<\/b> unterscheidet sich von der Fortsetzung mindestens dadurch, dass sie auf eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von Geschichten ausgelegt ist. Es gibt Serien mit fortlaufender Handlung (typisch: <em>Lindenstra\u00dfe<\/em>) und Serien mit abgeschlossenen Episoden (typisch: <em>Simpsons<\/em>). Bei den ersten ist Continuity noch wichtiger als bei den zweiten. Interessant an Serien finde ich, dass es dabei m\u00f6glich ist, auf R\u00fcckmeldungen der Rezipienten einzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein <strong>Crossover<\/strong> liegt vor, wenn Figuren aus einer gegebenen Geschichte in einer neuen Geschichte auftauchen. Zum Beispiel gibt es eine Episode der Fernsehserie <em>Mord ist ihr Hobby<\/em> mit der Detektivin Jessica Fletcher, in der auch Magnum aus der gleichnamigen Detektivserie auftaucht. Crossovers gibt es in H\u00fclle und F\u00fclle, zwischen <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2007\/12\/lovecraft-und-wodehouse.htm\">Lovecraft und Wodehouse<\/a>, zwischen Lovecraft und Sherlock Holmes (etwa in <em>Shadows over Baker Street<\/em>, herausgegeben von Michael Reaves und John Pelan, einer ganzen Anthologie zum Thema), zwischen Sherlock Holmes und Flashman (<em>Flashman and the Tiger<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>Mischformen gibt es sicher auch. Ist <em>Joseph Andrews<\/em> von Henry Fielding eine Fortsetzung von Samuel Richardsons <em>Pamela<\/em>, oder ein Crossover? Andrews ist der Bruder von Pamela, aber die Romane haben kaum etwas miteinander zu tun. M\u00f6glicherweise ist das nur ein Fall einer geteilten Welt.<\/p>\n\n\n\n<p><b>Geteilte Welten:<\/b> Manchmal sind es nur Andeutungen, dass eine Geschichte in derselben Welt spielt wie eine andere. &#8222;Castle Rock&#8220; hei\u00dft ein Ort, der in vielen Geschichten von Stephen King auftaucht, ohne dass diese Geschichten sonst viel miteinander zu tun h\u00e4tten. Eine Vorstufe dazu ist &#8222;Beachings Over&#8220;, ein Ortsname, der in mehreren Romanen von James Hilton auftaucht, aber immer f\u00fcr verschiedene Orte steht. (\u00dcbrigens wird auch Hiltons Mr Chips in seinem Roman <em>Time and Time Again<\/em> kurz erw\u00e4hnt.) Das fiktive Ruritanien aus <em>The Prisoner of Zenda<\/em> von Anthony Hope taucht ebenfalls in vielen Geschichten anderer Autoren auf, nicht zuletzt in Nicholas Meyers <em>The Seven-Per-Cent Solution<\/em>, von dem wir schon sprachen. Und in vielen Filmen von John Landis taucht ein Kinoplakat auf, das f\u00fcr einen Film &#8222;See You Next Wednesday&#8220; wirbt &#8211; unter anderem in <em>Kentucky Fried Movie, Blues Brothers<\/em> und dem Video zu Michael Jacksons &#8222;Thriller&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Geteilte Welten sind in Superhelden-Comics heute gang und g\u00e4be. Dabei war das keinesfalls selbstverst\u00e4ndlich, und im Kino leben auch heute noch, von den letzten Marvel-Filmen mit <em>The Avengers<\/em> als H\u00f6hepunkt abgesehen, die Helden jeweils in ihrer eigenen Welt.<\/p>\n\n\n\n<p><b>Retcon:<\/b> Jetzt geht es ans Eingemachte. Continuity ist ein Begriff aus der Filmsprache. Wenn in der einen Einstellung eine Taschenlampe in der linken Hand h\u00e4lt und in der folgenden Einstellung &#8211; die aber zur gleichen Szene geh\u00f6rt und unmittelbar anschlie\u00dft &#8211; die Taschenlampe in der rechten Hand, dann ist das ein Continuity-Fehler. (In <em>Graf Dracula auf Schreckenstein<\/em> wurde mir das anhand von Zigaretten erkl\u00e4rt, so gegen Ende der 1970er Jahre.) Solche Fehler gibt es im Film oft, weil die Reihenfolge der Aufnahme von Einstellungen eines Film oft wenig mit der Reihenfolge zu tun hat, in der sie sp\u00e4ter der Zuschauer sieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch bei Serien geht es um Continuity. Wenn eine Person in der einen Episode &#8222;Peter Parker&#8220; hei\u00dft und in der n\u00e4chsten Episode &#8222;Peter Palmer&#8220;, dann ist das ein Fehler. Je l\u00e4nger eine Serie l\u00e4uft, desto leichter ist es, solche Fehler zu machen, und wir habe viele Serien mit vierzig und mehr Jahren Geschichte auf dem Buckel.<\/p>\n\n\n\n<p>Retroactive continuity, kurz <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Retroactive_continuity\">retcon<\/a>, nennt man es, wenn man in einer neuen Geschichte r\u00fcckwirkend eine andere Geschichte umdeutet (aber nicht neu schreibt), so dass die Ereignisse dort eine andere Bedeutung gewinnen als in der urspr\u00fcnglichen Lesart. Professor X ist in Heft 42 gestorben? Ein paar Hefte stellt sich heraus: nein, das war in Wirklichkeit ein Doppelg\u00e4nger gewesen, der seinen Platz eingenommen hat, und <em>der<\/em> ist gestorben. Gerade in der Welt der Superheldencomics sind <em>retcons<\/em> weit verbreitet &#8211; in den ersten paar Jahrzehnten waren sie noch originell, aber inzwischen sind sie sehr l\u00e4stig. Gute <em>retcons<\/em> k\u00f6nnen dagegen alte Geschichten in ganz neuem Licht erscheinen lassen. Als Peter Parker 1973 seinen b\u00f6sen Klon besiegte und tot liegen lie\u00df, ahnte keiner, dass sich 1993 herausstellen w\u00fcrde, dass der Klon a) gar nicht tot war, b) gar nicht so b\u00f6se war, sondern nur verwirrt, und c) damals der Klon gewonnen hatte und wir seitdem dessen Abenteuer verfolgt hatten. Der echte Peter Parker hatte verletzt \u00fcberlebt und sich seitdem anderswo herumgetrieben. Aufregend! Nur dass das mit dem Verwechselspiel so oft hin und her ging, bis die Leser es gr\u00fcndlich satt hatten. Der leere Platz zwischen den einzelnen Panels, den Bildchen, im Comic hei\u00dft <em>gutter<\/em>, und dort ist jedenfalls Platz f\u00fcr viele Geschichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Miniform des <em>retcon<\/em> ist der fr\u00fcher von Marvel an aufmerksame Leser verteilte <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/No-Prize\">No-Prize<\/a>. Um einen solchen Preis zu bekommen, musste man einen (\u00fcblicherweise: Continuity-)Fehler im Heft entdecken, und mit einer auch noch so haneb\u00fcchenen Geschichte wegerkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein virtuelles <em>retcon<\/em> gibt es in <em>The Magicians<\/em> von Lev Grossman (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2011\/08\/lev-grossmann-the-magicians-und-etwas-zu-spoilern.htm\">Blogeintrag<\/a>). In diesem Buch gibt es eine Reihe von Romanen um die M\u00e4rchenwelt Fillory, die f\u00fcr die realen Narnia-B\u00fccher von C. S. Lewis stehen. In Band 2 der Fillory-Serie, <em>The Girl Who Told Time<\/em> k\u00e4mpfen die Kinder Martin und Fiona gegen Watcherwoman, und in einem sp\u00e4teren Band stellt sich heraus, dass ihnen Rupert dabei geholfen hat, ohne dass sie &#8211; oder die Leser des zweiten Bandes &#8211; das gemerkt h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der antike Geschichtsschreiber Herodot zitiert in seinem 2. Buch (Abschnitt 113-116) \u00e4gyptische Gelehrte, nach denen Helena tats\u00e4chlich nie in Troja war, sondern die Zeit des Trojanischen Krieges in \u00c4gypten verbracht hat. Herodot findet Anzeichen in der <em>Ilias<\/em>, dass auch Homer von dieser Version geh\u00f6rt hat. Geschichtsklitterung, Geschichtsschreibung oder <em>retcon<\/em>? (Memo: Sp\u00e4ter mal einen Blogeintrag schreiben zu Hesiods <em>Theogonie<\/em> als fr\u00fchem Beispiel f\u00fcr <em>retcon<\/em>, und Hesiod selber mit Roy Thomas vergleichen, der auch verschiedene Einzelgeschichten zu einem gemeinsamen Erz\u00e4hlstrang verband.) Das St\u00fcck <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Helen_%28play%29\"><em>Helena<\/em> von Euripides<\/a> greift diese Version auf, laut ihm war die Helena, die in Troja war, nur ein von den G\u00f6ttern erzeugtes Abbild. Um&#8230; wie war das mit den Klonen nochmal?<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den meisten <em>retcons<\/em> spielt die neue Geschichte sp\u00e4ter und nur bestimmte Elemente der Vergangenheit werden umgedeutet. Manchmal spielen aber die ganze neue Geschichte oder wesentliche Teile davon in der Vergangenheit. Das ist dann keine Vorgeschichte, da es nicht vor dem Ausgangstext spielt. Es ist auch keine Fortsetzung, da es nicht danach spielt. Es spielt w\u00e4hrenddessen. Ich nenne so etwas mal &#8222;Einsetzung&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">7. Einsetzungen<\/h2>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3916\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\" title=\"myth_stoppard\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_stoppard.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"156\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_stoppard.png 100w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_stoppard-96x150.png 96w\" sizes=\"auto, (max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/>Beweisst\u00fcck L: Rosencrantz und G\u00fcldenstern sind tot<\/h4>\n\n\n\n<p>Das Tom-Stoppard-St\u00fcck nimmt zwei Nebenfiguren aus <em>Hamlet<\/em>, gibt ihnen eine Hintergrundgeschichte und eigene Pl\u00e4ne und zeigt, was sie unternehmen, w\u00e4hrend sie im Originalst\u00fcck offstage sind. Die Originalgeschichte wird dabei belassen, so wie es auch bei der Thurber-Macbeth-Geschichte war, mit der alles begonnen hat. Auch <em>Das echte Log des Phileas Fogg<\/em>, unser zweiter Ausgangspunkt, geh\u00f6rt hierher.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><img decoding=\"async\" style=\"float: right; margin-left: 10px; width: 100px;\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/updike_gertrude_and_claudius.jpg\">Beweisst\u00fcck M: Gertrude und Claudius<\/h4>\n\n\n\n<p>Zugegeben, das ist tats\u00e4chlich mehr eine Vorgeschichte als eine Einsetzung, da der Roman von John Updike mit dem Beginn von <em>Hamlet<\/em> endet. Es deutet allerdings noch radikaler das Geschehen der Shakespeare-Handlung um. (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2010\/12\/john-updike-gertrude-and-claudius.htm\">Blogeintrag dazu.<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck N: Zur\u00fcck in die Zukunft<\/h4>\n\n\n\n<p>Auch das geh\u00f6rt eher zu <em>retcon<\/em> als hierher. Aber hier habe ich nun mal die sch\u00f6nen Beispiele versammelt. In <em>Back to the Future<\/em> spielt Marty McFly auf der B\u00fchne &#8222;Johnny B. Goode&#8220;, w\u00e4hrend der Schurke des Films ihn sucht. In der Fortsetzung <em>Back to the Future II<\/em> reist Marty McFly wieder in die Vergangenheit und klettert, w\u00e4hrend sein j\u00fcngeres Ich auf der B\u00fchne steht, im Hintergrund herum und pr\u00fcgelt sich mit dem Schurken, der ihn mit der anderen Version seiner selbst verwechselt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3917\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\" title=\"myth_traxl\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_traxl.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"155\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_traxl.png 100w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_traxl-96x150.png 96w\" sizes=\"auto, (max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/>Beweisst\u00fcck O: Die Wahrheit \u00fcber H\u00e4nsel und Gretel<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Fakten von H\u00e4nsel und Gretel, wie wir sie kennen, bleiben bestehen &#8211; am Schluss hat man zwei lachende Kinder und eine tote alte Frau. Hans Traxler deckt auf, was damals wirklich geschah.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck P: Trials and Tribble-Ations<\/h4>\n\n\n\n<p>Das ist eine der interessantesten Folgen der Serie <em>Deep Space 9<\/em>. Der Hintergrund: Es gibt eine Episode von <em>Star Trek<\/em> (der alten Serie), in der sich die Crew der Enterprise auf einer Raumstation befindet, die von s\u00fc\u00dfen kleinen pelzigen Wesen \u00fcberrannt zu werden droht. &#8222;The Trouble with Tribbles&#8220; hei\u00dft die Episode, ein Klassiker, ein wenig albern. Auf der Raumstation gibt es einen H\u00e4ndler, der die s\u00fc\u00dfen kleinen pelzigen Wesen als Spielzeug verkauft; man trifft sich auf neutralem Gebiet (der Bar) mit b\u00f6sen Klingonen; es geht um eine Ladung Weizen, die in Gefahr ist, von den sich rasant vermehrenden Tribbles aufgefressen zu werden. In der neuen Episode, Jahrzehnte danach gedreht, reist eine Abordnung der Deep Space 9 zur\u00fcck in der Zeit auf diese alte Raumstation und <em>sieht<\/em> Captain Kirk und die Klingonen und die Handlung von damals, bleibt nat\u00fcrlich immer im Hintergrund, um den urspr\u00fcnglichen Lauf der Geschichte nicht zu ver\u00e4ndern. Szenen aus der alten Fernsehserie sind in die neue hineingeschnitten, Figuren hineinkopiert. Eine erweiterte Form des Marty-McFly-Modells von oben, sch\u00f6n gemacht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3914\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\" title=\"myth_dracula\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_dracula.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"149\">Beweisst\u00fcck Q: Dracula in London<\/h4>\n\n\n\n<p>In Kapitel 16 von Bram Stokers <em>Dracula<\/em> verbringt die Titelfigur eine Woche in London. Was hat sie w\u00e4hrend dieser Woche noch alles getrieben, w\u00e4hrend Van Helsing hinter ihr her war? Diese Antholgie versammelt Kurzgeschichten, die genau darauf Antwort geben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck R: Suspects<\/h4>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3915\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\" title=\"myth_thomson\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_thomson.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"149\">Eine komische Geschichte, das. Ich zitiere mal aus einem alten Blogeintrag von mir:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>[Suspects]<\/em> besteht aus \u00fcber 80 kurzen (2-3 Seiten langen) biographischen Eintr\u00e4gen, etwa zu Ilsa Lund (Ingrid Bergman in <em>Casablanca<\/em>), zu Casper Gutman (Sydney Greenstreet in <em>The Maltese Falcon<\/em>), Gilda Farrell (Rita Hayworth in <em>Gilda<\/em>). Harry Lime, Norman Bates, Susan Alexander Kane, und vielen anderen mehr.<br>Man erf\u00e4hrt Dinge aus der Vergangenheit dieser Filmcharaktere, erf\u00e4hrt, wie es mit ihnen nach Ende des Films weiter gegangen ist. Manchmal sind die Filme nur Episoden aus einem weit abenteurlicheren Leben. F\u00fcr Rick Blaine (Humphrey Bogart in <em>Casablanca<\/em>) war das Caf\u00e9 Americain nur eine Station von vielen.<br>Manchmal erf\u00e4hrt man Einzelheiten, die einen den Film in ganz anderem, teilweise d\u00fcstereren Licht sehen lassen. Die Interpretationen aus Suspects (denn das sind sie letztlich) kann ich nicht mehr ignorieren, wenn ich <em>Gilda<\/em> oder <em>Touch of Evil<\/em> sehe.<br>Nach und nach stellt sich in Suspects heraus, dass viele der Charaktere sich kannten oder miteinander verwandt sind. Noah Cross (John Huston in <em>Chinatown<\/em>) und Norma Desmond (Gloria Swanson in <em>Sunset Boulevard<\/em>) kannten sich in den 20er Jahren, waren befreundet mit den Sternwoods aus <em>The Big Sleep<\/em>.<br>Was zuerst wie eine literarische Spielerei erscheint, bekommt Funktion: Irgendwann merkt man beim Lesen, dass diese Biographien von einem Erz\u00e4hler verfasst werden, einer Person, die viele der Charaktere kannte, und die einen Grund hat, diese Geschichten zu erz\u00e4hlen. D\u00fcsterer, als ich es mir gew\u00fcnscht h\u00e4tte, aber trotzdem ein sch\u00f6nes, interessantes Buch \u2013 vielleicht sogar ein Roman.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Einen Stammbaum, ganz wie bei den Biographien von Philip Jos\u00e9 Farmer, gibt es nat\u00fcrlich auch.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Einen unvollst\u00e4ndigen \u00dcberblick \u00fcber Fortsetzungen, Vorgeschichten, Einsetzungen, Retcons geben die Seiten zu <a href=\"http:\/\/tvtropes.org\/pmwiki\/pmwiki.php\/Main\/ExternalRetcon\">External Retcons bei TV Tropes<\/a> und <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Parallel_novel\">Parallel Novels bei Wikipedia<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">8. Finale: Zur\u00fcck zum Krimi<\/h2>\n\n\n\n<p>Dieser Aufsatz \u00fcber das F\u00fcllen von L\u00fccken begann mit einem Krimi. Und immer wieder tauchten Krimis auf, <em>Hamlet<\/em> und <em>H\u00e4nsel und Gretel<\/em> eingeschlossen. Warum geh\u00f6ren so viele meiner Beispiele zu dieser Gattung? Das mag einfaches <em>selection bias<\/em> sein, weil ich m\u00f6glicherweise \u00fcberproportional viele Krimis kenne. Vielleicht gibt es aber auch einen weiteren Grund, den ich jetzt erl\u00e4utern m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Philip Jos\u00e9 Farmer spricht in seinem Vorrede zum <em>Echten Log des Phileas Fogg<\/em>, die ich diesem Aufsatz als Motto vorangestellt habe, davon, dass es in ein und demselben Roman nicht nur &#8222;die \u00e4u\u00dfere, die offensichtliche&#8220; Geschichte gibt, sondern eine weitere, die &#8222;esoterisch, im Verborgenen angesiedelt&#8220; ist. Ich behaupte, dass das f\u00fcr traditionelle Krimis geradezu typisch ist. Es gibt in ihnen die \u00e4u\u00dfere, exoterische Geschichte, die dem Leser anhand von Fakten verkauft wird: Als die Uhr zehn schl\u00e4gt, ert\u00f6nt die erregte Stimme von Oberst von Gatow aus einem verschlossenen Zimmer; eine Reihe von Zeugen bricht die verschlossene T\u00fcr auf und finden darin seine erstochene Leiche; es gibt keine Ausg\u00e4nge aus dem Zimmer. Am Schluss des Krimis deckt der Ermittler die esoterische, verborgene, innere Geschichte auf: Es war gar nicht zehn (die Uhr war verstellt), Oberst von Gatow war schon tot (die Stimme kam von einer Schallplatte), die T\u00fcr wurde vom ersten der Zeugen &#8211; der die Tat begangen hatte &#8211; erst verschlossen, bevor sie aufgebrochen wurde, und \u00fcberhaupt war Oberst von Gatow gar nicht Oberst von Gatow, sondern ein Doppelg\u00e4nger. Ganz schlimm treibt das A. A. Milne in <em>The Red House Mystery<\/em> (<a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Red_House_Mystery\">Wikipedia<\/a>), das Raymond Chandler in &#8222;The Simple Art of Murder&#8220; auseinandernimmt, mit Zwillingsbr\u00fcdern, die heimlich die Rollen tauschen &#8211; Superheldencomics k\u00f6nnen kaum abstruser sein. Krimis dieser Art bestehen gerade aus ihrem eigenen Retcon. Daf\u00fcr habe ich hier einige sch\u00f6ne Beispiele.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck S: Der Detection Club<\/h4>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3911\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\" title=\"myth_detection\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_detection.png\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"165\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_detection.png 200w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_detection-150x123.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Der Detection Club (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Detection_Club\">Wikipedia<\/a>) ist eine seit 1930 existierende Vereinigung von meist englischen Krimiautoren, zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern geh\u00f6ren Agatha Christie und Dorothy L. Sayers. Bald nach der Gr\u00fcndung erschienen zwei literarische Experimente dieser Gruppe.<\/p>\n\n\n\n<p>In <em>Ask a Policeman<\/em> (1933) gibt ein Spieler, John Rhode, auf knapp siebzig Seiten eine Situation vor: Tatort, gezeichnete Karte dazu, Mord, Verd\u00e4chtige, Hinweise, und das nat\u00fcrlich ordentlich r\u00e4tselhaft. Vier weitere Spieler (darunter Dorothy L. Sayers) schreiben unabh\u00e4ngig voneinander eine L\u00f6sung des Falles, die zu den gegebenen Fakten passt. Nat\u00fcrlich spinnen sie dazu die Geschichte weiter beziehungsweise decken Elemente der verborgenen Handlung auf. Zum Schluss gibt es eine f\u00fcnfte L\u00f6sung, deren Autor im Gegensatz zu den anderen alle Texte kennt, und in der versucht wird, alle vier konkurrierenden Varianten zu vereinigen und eine f\u00fcnfte L\u00f6sung (die der Polizei) zu pr\u00e4sentieren. Notgedrungen werden dabei nicht alle Widerspr\u00fcche zwischen den vorherigen Einzell\u00f6sungen aufgel\u00f6st. Insgesamt ist das Buch als Experiment interessant, als Roman \u00e4u\u00dferst unrund und die minutengenauen Aufz\u00e4hlungen, wer wann wo gewesen sein muss, sind ein Grund daf\u00fcr, warum diese Art Krimis nervt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>The Floating Admiral<\/em> (1931) geht etwas anders vor, f\u00fcr uns hier nicht ganz so interessant. Wieder gibt es ein erstes Kapitel, das einen Fall pr\u00e4sentiert. Ein zweiter Autor schreibt die Geschichte weiter, pr\u00e4sentiert aber noch keine L\u00f6sung, sondern macht die Geschichte nur etwas komplizierter. In einem verschlossenen Umschlag hinterl\u00e4sst er seine eigene L\u00f6sung. Der dritte Autor kriegt die beiden vorhergehenden Texte zu lesen und hinterl\u00e4sst wieder eine L\u00f6sung im verschlossenen Umschlag. Und das geht weiter bis zu einem zw\u00f6lften Kapitel. Anders als bei <em>Ask a Policeman<\/em> gibt es also eine fortlaufende Handlung, und im Anhang sind die elf vorl\u00e4ufigen L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge (die aus den verschlossenen Umschl\u00e4gen) der ersten elf Autoren abgedruckt. Auch wieder mit minutengenauen Aufz\u00e4hlungen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck T: Die Wahrheit \u00fcber den Fall D.<\/h4>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3918\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\" title=\"myth_fruttero\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_fruttero.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"154\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_fruttero.png 100w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_fruttero-97x150.png 97w\" sizes=\"auto, (max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/>Dieser Krimi von Fruttero &amp; Lucentini enth\u00e4lt den Text des letzten, unvollendeten Roman von Charles Dickens, <em>The Mystery of Edwin Drood<\/em>, m\u00f6glicherweise ein Krimi, da Drood unter mysteri\u00f6sen Umst\u00e4nden verschwindet. Nach Dickens hat es viele Erz\u00e4hlungen gegeben, die versuchen, das Geheimnis um Edwin Drood zu l\u00f6sen. In <em>Die Wahrheit \u00fcber den Fall D.<\/em> geht es um einen Kongress (mit den Teilnehmern: Sherlock Holmes, Hercule Poirot, Nero Wolfe, Maigret, Philip Marlowe und anderen), auf dem eben das versucht wird. Es stellt sich am Schluss heraus, dass der Roman tats\u00e4chlich ein Schl\u00fcsselroman ist, in dem Dickens Geheimnisse \u00fcber eine Person der Zeitgeschichte zu verraten im Begriff ist &#8211; und eben von genau dieser umgebracht wird. Der Fall D. ist also auch der Fall Dickens.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beweisst\u00fcck U: Ein Fall f\u00fcr drei Detektive<\/h4>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3913\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\" title=\"myth_bruce\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_bruce.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"154\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_bruce.png 100w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_bruce-97x150.png 97w\" sizes=\"auto, (max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/>Das ist vermutlich mein Hauptzeuge. Dieser Krimi von 1936 enth\u00e4lt die klassische Ausgangssituation vom Mord im verschlossenen Zimmer in einem englischen Landhaus. Der Landpolizist ermittelt, aber die Stars sind die drei privaten Ermittler, d\u00fcnn verschleierte Versionen von Lord Peter Wimsey, Hercule Poirot und Pater Brown. Anders als bei den Experimenten des Detection Club ist das hier aber ein Roman aus der Hand <em>eines<\/em> Autors und damit wesentlich angenehmer zu lesen; die Wege der Detektive \u00fcberkreuzen sich, es gibt keine separaten Kapitel. Zum Finale sind, wie es so \u00fcblich ist, alle Zeugen im Wohnzimmer versammelt und der erste Detektiv erkl\u00e4rt den Anwesenden, wie die scheinbar unm\u00f6gliche Ausgangssituation aufzul\u00f6sen ist. Nur dass danach der zweite aufsteht und seine eigene, abweichende Version pr\u00e4sentiert. Danach der dritte. Und alle Versionen passen zu den Fakten, zu der exoterischen (\u00e4u\u00dferen) Geschichte! Am Schluss war es dann \u00fcbrigens die <em>vierte<\/em> Version, die des schlichten, methodisch arbeitenden Dorfpolizisten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">9. Nachspiel<\/h2>\n\n\n\n<p>Exoterische und esoterische, \u00e4u\u00dfere und innere Geschichten gibt es nat\u00fcrlich nicht nur im Krimi. Rashomon-Geschichten (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2005\/05\/rashomon-episoden.htm\">Blogeintrag<\/a>) bestehen aus konkurrierenden Versionen zu gegebenen Fakten; bei <a href=\"http:\/\/tvtropes.org\/pmwiki\/pmwiki.php\/Main\/RashomonStyle\">TV Tropes gibt es eine umfangreiche Sammlung davon<\/a>. Typischerweise ist dort aber keine Version als die tats\u00e4chliche festgelegt; der Rezipient muss damit leben, dass es keine Instanz gibt, die eine Version als die wahre bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8212; So, das war&#8217;s. Tippfehler werden nach und nach verbessert. Ab jetzt gibt es erst mal wieder nur Blogeintr\u00e4ge zur Schule. Bald f\u00e4ngt sie ja auch in Bayern wieder an.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Notizzettel f\u00fcr Nachtr\u00e4ge zum sp\u00e4teren Einbau: Glosse (Gedichtform, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Glosse_%28Gedichtform%29\">Wikipedia<\/a>); Faltbilder im Mad-Magazin<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nachtrag 2018: Robert Graves, <em>Homer&#8217;s Daughter<\/em> m\u00f6chte ich auch noch hier einreihen. (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2019\/01\/robert-graves-homers-daughter-1955.htm\">Blogeintrag zum Buch.<\/a>) Graves erz\u00e4hlt in diesem Roman, wie es zur Entstehung der Odyssee kam. Homer dichtete in dieser Welt allenfalls eine kurze &#8222;R\u00fcckkehr des Odysseus&#8220;, mit einer untreuen Penelope, keinen zauberischen Abenteuern und wenig Details aus Ithaka. In Wirklichkeit stammt die uns bekannte <em>Odyssee<\/em> n\u00e4mlich von Nausikaa, einer sizilianischen Prinzessin anderthalb Jahrhunderte nach Homer, die in ihrer (also unserer) <em>Odyssee<\/em> eigene Erlebnisse verarbeitet. Graves erkl\u00e4rt durch die Umst\u00e4nde der Entstehung auch einige Fehler Homers, etwa warum Polyphem sich Sohn des Poseidons nennt (\u00fcblicherweise sind alle Kyklopen Kinder des Uranos).<\/p>\n\n\n\n<p>Nachtrag 2020: <em>Ben Hur<\/em> als Bibel-Fan-Fiction? \u00dcberhaupt, Bibelfilme, in denen Jesus nur am Rand vorkommt, etwa <em>Das Leben des Brian<\/em>. Oder gibt es da gar nicht so viel, und Monty Python hat sich an Ben Hur orientiert?<\/p>\n\n\n\n<p>Nachtrag 2022: Jan Needle, <em>Wild Wood<\/em> erz\u00e4hlt die Geschichte von <em>The Wind in the Willows<\/em> neu, aus Perspektive der Frettchen und Wiesel.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachtrag 2022: Der Podcast <a href=\"https:\/\/podcastaddict.com\/podcast\/a-different-point-of-view\/3633107\">&#8222;A Different Point of View&#8220;<\/a> erz\u00e4hlt die Geschichte des Imperiums aus Star Wars aus Sicht eines Storm Troopers.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(6 Kommentare.) (Fortsetzung von hier. Es geht immer noch darum, welche Geschichten man zu anderen Geschichten erz\u00e4hlen kann.) 6. Begriffskl\u00e4rungen Fortsetzungen von eigener und fremder Hand gibt es schon seit langer Zeit. (Rechercheauftrag f\u00fcr sp\u00e4ter: Mal zusammenstellen.) Eine Fortsetzung nimmt die Geschichte oder das Personal des ersten Teils wieder auf und erz\u00e4hlt, wie es mit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3911,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[314,7],"tags":[270,64],"class_list":["post-3910","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-analysen","category-buecher","tag-literarische-motive","tag-literaturtheorie"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/myth_detection.png","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3910","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3910"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3910\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57176,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3910\/revisions\/57176"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3911"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3910"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3910"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3910"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}