{"id":3988,"date":"2012-11-22T10:56:38","date_gmt":"2012-11-22T09:56:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=3988"},"modified":"2023-06-16T11:37:37","modified_gmt":"2023-06-16T09:37:37","slug":"fortbildung-zu-mobbing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/11\/fortbildung-zu-mobbing.htm","title":{"rendered":"Fortbildung zu Mobbing"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/11\/fortbildung-zu-mobbing.htm#comments'>21 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Gestern war Fortbildung zu Mobbing. So mittel, aber einiges habe ich gelernt, darunter auch wichtiges. Vor allem war mir neu, dass Bullying und Mobbing synonym verwendet werden. Ich habe mich gelegentlich dar\u00fcber beklagt, dass das Wort &#8222;Mobbing&#8220; inflation\u00e4r gebraucht wird; das muss ich in Zukunft einschr\u00e4nken, weil die Definition des Worts nun mal sehr umfassend ist. <\/p>\n<p>(Inflation\u00e4r ist es allerdings, wenn ich in einem Elternforum lese: &#8222;Rechtschreibfehler bewerten in einem anderen Fach als Deutsch, das ist Mobbing!&#8220; Auch sonst f\u00e4llt das Wort Mobbing manchmal schnell, ohne dass mehr als ein Konflikt dahinter steht.)<\/p>\n<p>Uneinigkeit gab es bei der Frage, inwiefern Mobbingopfer schuld am Mobbing sein k\u00f6nnen. Ich glaube, die Uneinigkeit kam von der Mehrdeutigkeit des Wortes &#8222;schuld&#8220;. Meine Ansicht: Mobbingopfer sind nicht schuldig, sind nicht moralisch schuldig, d\u00fcrfen sich nicht die Schuld geben, darf man nicht zum Schuldigen machen. Aber kausal beteiligt k\u00f6nnen sie schon sein, und das meint man landl\u00e4ufig ja auch, wenn man von &#8222;schuld&#8220; redet.<\/p>\n<p>Mobbing kann jeden treffen. Aber bestimmte Merkmale gibt es h\u00e4ufiger als andere. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mobbing_in_der_Schule\">Laut Wikipedia<\/a> sind &#8211; einer Auffassung nach &#8211; vor allem Kinder gef\u00e4hrdet:<\/p>\n<ul>\n<li>die kleiner oder schw\u00e4cher sind als der Durchschnitt.<\/li>\n<li>die \u00fcbergewichtig sind.<\/li>\n<li>die \u00e4ngstlich oder sch\u00fcchtern sind.<\/li>\n<li>die sozial nicht akzeptierte Merkmale haben (keine Markenkleidung, \u00e4rmliches Aussehen etc.)<\/li>\n<li>die sich selbst aggressiv verhalten.<\/li>\n<li>die einem Elternhaus mit \u00fcberbeh\u00fctendem Erziehungsstil entstammen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das hat die Referentin zwar nicht alles so gesagt oder vielleicht gesehen, aber dazu hat man ja ein iPad, das man w\u00e4hrend eines Vortrags gleich ein paar Sachen nachpr\u00fcfen kann. Und schimpft mir nicht auf die Wikipedia, die gibt immerhin Quellen an, wenn man etwas genauer wissen will, etwa: Hans J\u00fcrgen Gro\u00df: <em>Bullying (Gewalt in der Schule) Begriff, Ausmass, Folgen: unter besonderer Ber\u00fccksichtigung des Opfermerkmals &#8222;\u00fcberbeh\u00fctetes Kind&#8220;<\/em> Saarbr\u00fccken: Trainerverlag. 2012<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr T\u00e4ter gibt es Merkmale, die h\u00e4ufiger zutreffen als andere. Wer zu Hause Machtmissbrauch zwischen sich und den Eltern erlebt, oder zwischen den Elternteilen, wendet diesen Machtmissbrauch dann eher selber an. Aber nat\u00fcrlich gibt es auch Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale, die nichts mit den Eltern zu tun haben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Am Anfang gab es einen etwas rei\u00dferischen Videoclip &#8222;jeder 6. Sch\u00fcler wird gemobbt&#8220;, eine Zahl, die sich in der herumgereichten Fachliteratur nicht best\u00e4tigt fand. Ich traue auch nicht jedem Filmemacher zu, einen Unterschied zu machen dazwischen, ob ein Sechstel aller Sch\u00fcler gemobbt werden oder ein Sechstel aller Sch\u00fcler irgendwann mal gemobbt wurden. &#8212; Am Gymnasium gibt es weniger Mobbing als an anderen Schularten; gemobbt wird in der Sekundarstufe vor allem in der 6. bis 8. Jahrgangsstufe; mehr bei Jungs als bei M\u00e4dchen &#8211; au\u00dfer beim Cybermobbing, das betrifft eher M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>Cybermobbing (wer hat dieses Wort verbrochen!) ist besonders infam, weil es anonym geschehen kann und man davon auch im eigentlich sicheren heimischen Bereich getroffen wird. <\/p>\n<p>Mobbing gibt es an Schulen, und die Schulen m\u00fcssen sich darum k\u00fcmmern. Wie erkennt man Mobbing? Es gibt Warnzeichen, die aber auch andere Ursachen haben k\u00f6nnen. Manche Kollegen st\u00f6rten sich daran; dass keine genauere M\u00f6glichkeit genannt wurde, Mobbing von anderen Problemen zu unterscheiden &#8211; ich fand das weniger schlimm. Wenn man als Lehrer Warnzeichen f\u00fcr Mobbing erh\u00e4lt, muss man nachfragen, und dann kriegt man das schon heraus.<\/p>\n<p>Schwieriger ist die Frage, was man dann tut. Das muss sich eine Schule \u00fcberlegen. (Immer wenn ich von einer Methode h\u00f6re, die &#8222;in europ\u00e4ischen und au\u00dfereurop\u00e4ischen L\u00e4ndern gro\u00dfe Erfolge&#8220; hat, muss ich an die Blues Brothers denken, wie sie &#8222;nach ihrer exklusiven Drei-Jahres-Tournee durch Europa, Skandinavien und die Subkontinente&#8220; wieder in Calumet City ein Konzert geben.) Auf jeden Fall offen legen, war ein Rat, aber nicht gegen den Willen des Opfers. Daneben wurden Methoden kurz vorgestellt, die aber eine weitere Fortbildung erfordern w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Am wichtigsten die Frage, wie man Mobbing in der Schule vermeidet. Das Schulklima spielt eine gro\u00dfe Rolle, und klare Regeln im Klassenzimmer wurden als zentral genannt. Leuchtet mir ein. Daneben gab es empfohlene Lekt\u00fcren f\u00fcr den Deutschunterrichts, der ja alles richten kann; von deren Wirksamkeit bin ich weniger \u00fcberzeugt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(21 Kommentare.) Gestern war Fortbildung zu Mobbing. So mittel, aber einiges habe ich gelernt, darunter auch wichtiges. Vor allem war mir neu, dass Bullying und Mobbing synonym verwendet werden. 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