{"id":3992,"date":"2012-11-28T11:49:39","date_gmt":"2012-11-28T10:49:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=3992"},"modified":"2023-06-16T11:37:56","modified_gmt":"2023-06-16T09:37:56","slug":"auf-einen-tweet-von-lammatini","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/11\/auf-einen-tweet-von-lammatini.htm","title":{"rendered":"Auf einen Tweet von @lammatini"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/11\/auf-einen-tweet-von-lammatini.htm#comments'>10 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Ich tausche mich mit Kollegen aus, im Lehrerzimmer \u00fcber einer Tasse Kaffee oder im Internet. Im Internet geschieht das auch \u00fcber Twitter. Viele Leute verstehen nicht, was Twitter bringen soll; wenn mich jemand fragt, was Twitter ist, erkl\u00e4re ich das so:<br>Twitter ist so etwas wie Facebook, ja, aber ohne Spiele, Umfragen, Werbung, Freunde, eingebaute Bilder und Videoclips, also eigentlich doch gar nicht so wie Facebook. Bei Twitter ist jede Nachricht (&#8222;Tweet&#8220;) auf 140 Zeichen beschr\u00e4nkt, Leer- und Satzzeichen eingeschlossen. Das hat seinen eigenen Reiz. Man muss sich kurz fassen, den urspr\u00fcnglich getippten Text mit, sagen wir, 160 Zeichen dann halt bearbeiten, bis er passt. M\u00f6glich ist es nat\u00fcrlich, Abk\u00fcrzungen zu verwenden; ich halte das selber aber f\u00fcr unsportlich, ebenso wie das Verteilen einer Nachricht auf zwei Tweets. Das muss manchmal sein, aber ich achte die Twitterer mehr, bei denen das nicht nur Gewohnheit wird.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wer braucht denn so etwas wie Twitter \u00fcberhaupt? Da schreiben die Leute doch nur, dass sie sich einen Kaffee holen gehen; das interessiert mich nicht.&#8220; Es gibt viele M\u00f6glichkeiten, Twitter zu nutzen. Meine erkl\u00e4re ich so: In einem typischen Gro\u00dfraumb\u00fcro arbeiten mehrere Kollegen. Man kriegt mit, wer kommt und wer geht, wer gerade mit welchem Kunden telefoniert, was die anderen gerade so besprechen, wer etwas Neues entdeckt hat oder krank ist (hust, hust), alles vom kleinen Alltagsklatsch bis zu geplanten Projekten. Man kriegt nat\u00fcrlich nicht alles mit, weil man manchmal zu konzentriert oder gar nicht im B\u00fcro ist.<br>Als Lehrer hat man weniger von diesem Hintergrundrauschen, als man meint. In der Pause trinkt man Kaffee, im Unterricht ist man allein, Sitzungen gilt es zu vermeiden. Zu Hause &#8211; notgedrungen dem zentralen Arbeitsort der Lehrer &#8211; ist man auch allein. Bei mir ist es aber so, dass ich viele Kollegen auf Twitter habe, wenn auch nicht von meiner Schule. Wenn einer von denen etwas twittert, erscheint rechts unten auf meinem Bildschirm eine kleine Notiz dar\u00fcber (meist auch schon mit dem Inhalt des Tweets), und aus dem Augenwinkel kriege ich das mit. Manchmal lese ich das, manchmal nicht; manchmal sitze ich gar nicht vor dem Rechner oder er ist aus. Trotzdem kriege ich mit, \u00fcber was man so redet, wer gearde an was arbeitet oder was die Leute besch\u00e4ftigt. Und wie bei Kollegen im physischen B\u00fcro ist es auch nicht uninteressant, wer welchen Kaffee mag oder wer hustet oder wer sich gerade \u00fcber irgendetwas freut.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich kommt man bestens ohne Twitter aus, und das soll hier keine Werbung daf\u00fcr sein. Andere Leute nutzen Twitter auch ganz anders. Frau Rau etwa hat viel weniger virtuelle Kollegen als ich, liest daf\u00fcr all deren Tweets. Und sie hat sie sich danach ausgesucht, wer kluge, witzige, interessante, geistreiche Tweets verfasst. Das ist dann eher ein <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Algonquin_Round_Table\">Algonquin Round Table<\/a> als ein Gro\u00dfraumb\u00fcro. Jeder wie er mag.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Wochenende las ich diesen Tweet, ohne den Zusammenhang genauer zu kennen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Auf eine SuS-Generation, deren Kommunikation auf komplexer Vernetzung beruht, muss lehrerzentrierter Frontalunterricht wie ein Knebel wirken<\/p>\n\n\n\n<p>\u2014 lammatini (@lammatini) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/lammatini\/status\/272073890325467137\" data-datetime=\"2012-11-23T20:27:25+00:00\">November 23, 2012<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Hm, dachte ich, und wollte darauf reagieren, aber es gelang mir nicht, alles, was ich mir dachte, in 140 Zeichen zu packen. Manchmal geht es halt nicht, und dann wird ein Blogeintrag daraus. Dabei wollte ich gleich mal den Sch\u00fclern in meiner Klasse Twitter zeigen. Ihre Aufgabe: sie sollten auf den Tweet reagieren, in h\u00f6chstens 140 Zeichen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Finde ich nicht, da die M\u00f6glichkeiten, mitzureden und die eigene Ansicht darzulegen, immer noch besteht.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Da Sch\u00fcler aus ihrer Freizeit moderne Medien gewohnt sind, bietet der zentrale Vortrag des Lehrers eine andere Perspektive des Aufnehmens.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Die Sch\u00fcler sind eben diesen Kommunikations-Standard gew\u00f6hnt. Somit kann f\u00fcr Abwechslung im Alltag gesorgt werden.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Ohne diesen Knebel w\u00e4re ein komplex-vernetzter Unterricht nicht m\u00f6glich, da eine Informationsbasis fehlt, auf der man diskutieren kann.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Nein tut er nicht,da man stets kommunizieren kann und dadurch die Sache aufgelockert wird. Zudem sind nicht nur Sch\u00fcler vernetzt, viele Lehr&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;stimmt nicht&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Ich bin anderer Meinung, da es viele Lehrer schaffen die SuS-Generation ohne so eine Art von Unterricht gut zu unterrichten.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Ich gebe ihnen Recht. Wir sollten das Unterrichtssystem zur vernetzteren Kommunikation zwischen u. unter SuS entwickeln. Bringt nur Vorteile.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Meiner Meinung nach hat die private Kommunikation wenig mit der Schule zu tun. Generell f\u00fchle ich mich im Unterricht nicht &#8218;geknebelt&#8216;.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Was sagt uns das? Nicht viel, muss es ja auch nicht. Erst mal ging es in dem Ursprungstweet wohl (nur?) um eine iPad-Klasse und meine Sch\u00fcler sind vielleicht gar nicht gemeint. Zweitens wissen meine Sch\u00fcler am Ende gar nicht, dass sie geknebelt sind (und ich bin der Unterdr\u00fccker, der stolz pr\u00e4sentiert, wie gut es ihnen doch geht), drittens sind sie vielleicht gern geknebelt (was alleine weder f\u00fcr noch gegen die Knebelung als Methode spricht).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(10 Kommentare.) Ich tausche mich mit Kollegen aus, im Lehrerzimmer \u00fcber einer Tasse Kaffee oder im Internet. Im Internet geschieht das auch \u00fcber Twitter. 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