{"id":4135,"date":"2013-04-05T15:37:34","date_gmt":"2013-04-05T13:37:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=4135"},"modified":"2013-05-05T21:14:17","modified_gmt":"2013-05-05T19:14:17","slug":"links","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2013\/04\/links.htm","title":{"rendered":"Links"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2013\/04\/links.htm#comments'>20 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p><strong>1. Warum ich nie in die GEW eintreten kann.<\/strong><\/p>\n<p>Weil die solche Pressemitteilungen macht: <a href=\"http:\/\/bildungsklick.de\/pm\/87335\/bayern-isoliert-sich-schulpolitisch-immer-mehr\/\">&#8222;Bayern isoliert sich schulpolitisch immer mehr!&#8220;<\/a> Was sich nach einer k\u00fchnen Aktion Bayerns anh\u00f6rt, ist lediglich Folgendes: Baden-W\u00fcrttember ist empfohlen worden, nicht mehr f\u00fcr Grundschule\/Realschule\/Gymnasium auszubilden, sondern f\u00fcr Klasse 1-4, Klasse 5-10 und Klasse 11-12\/13, unabh\u00e4ngig von Schularten. Selten so unseri\u00f6se Argumentation gelesen wie dort.<\/p>\n<p>Zum selben Thema kommentiert Johann Osel in der S\u00fcddeutschen, dass die <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bildung\/plaene-fuer-weiterfuehrende-gesamtschule-furcht-vor-dem-ende-des-gymnasiums-1.1639511\">Furcht vor dem Ende des Gymnasiums<\/a> unbegr\u00fcndet ist. Und zwar deshalb, weil es das Gymnasium, so wie man es sich fr\u00fcher vorgestellt hat, eh nicht mehr gibt &#8211; das mit der <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2011\/11\/alles-ueber-gymnasialschueler-in-bayern.htm\">gymnasialen Eignung<\/a> ist aufgeweicht, das mit der Bildung auch (&#8222;Gymnasien sind heute aber Effizienzanstalten, sie sollen mehr oder weniger auf den Beruf vorbereiten&#8220;), und au\u00dferdem werden in Zukunft die Sch\u00fclerzahlen sinken, so dass sich kleinere Orte keine verschiedenen Schularten mehr leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich bin mir nicht sicher, wie ernst Osel das meint. Ein Kommentar zum Kommentar fasst das zusammen als: &#8222;das Gymnasium stirbt nicht &#8211; weil es sowieso schon l\u00e4ngst tot ist&#8220;. Die von Osel genannten Tendenzen sehe ich auch (und es ist sch\u00f6n, sie einmal so deutlich formuliert zu h\u00f6ren), wenn wir auch noch lange nicht so weit sind, dass man das Gymnasium gleich f\u00fcr tot erkl\u00e4ren muss. Aber man muss sich \u00fcberlegen, was man mit dieser Schulart eigentlich m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Die Kommission &#8211; die sich an Vorschl\u00e4gen f\u00fcr andere L\u00e4nder, etwa Berlin oder NRW, orientiert &#8211; schl\u00e4gt also vor, Lehrer f\u00fcr alle Schularten gleich auszubilden, als &#8222;Einheitslehrer auf Gymnasialniveau&#8220;. (Mit einer Bezahlung unter diesem Niveau, sage ich mal, aber das ist volkswirtschaftlich vielleicht vertretbar.) Und dieses Gymnasialniveau f\u00fcr alle, das ist eigentlich eine gute Idee &#8211; schon mal deshalb, weil man dann ein vertieftes Fachstudium hat, mit dem man auf dem Arbeitsmarkt eine bessere Chance hat als mit einem nicht vertieften Studium. F\u00fcr den nicht unwahrscheinlichen Fall, dass man nach dem Referendariat eben doch nicht genommen wird.<\/p>\n<p>Das mit dem Gymnasialniveau kann ich mir nur nicht so richtig vorstellen. Geht es um die Studiendauer oder das fachwissenschaftliche Niveau? Kann eigentlich nur letzteres sein. Wer also jetzt Mathelehrer werden will, soll auf Gymnasialniveau Mathematik studieren, um dann in Haupt- oder Realschule oder Gymnasium eingesetzt werden zu k\u00f6nnen? Lobenswert. Ich sehe das nur nicht kommen. <\/p>\n<p>(Macht das in der Schule etwas aus, wenn pl\u00f6tzlich alle Lehrkr\u00e4fte fachlich vertieft studieren? Macht das etwas aus, wenn pl\u00f6tzlich alle die Lehrkr\u00e4fte fachlich nicht wirklich vertieft studieren? Werden dann andere Leute Lehrer als jetzt, und ist das gut oder schlecht?)<\/p>\n<p><strong>2. Netzneutralit\u00e4t.<\/strong><\/p>\n<p>Internet funktioniert so, am Beispiel WWW: Man formuliert im Broser eine Anfrage, dass man n\u00e4mlich eine bestimmte Seite sehen m\u00f6chte. Diese Anfrage ist in einem bestimmten Format\/Protokoll (n\u00e4mlich: http) und enth\u00e4lt bestimmte Informationen, allen voran: welche Seite man haben m\u00f6chte. Mit dem Formulieren dieser Anfrage ist die Arbeit des Browsers erst mal erledigt.<br \/>\nDann stellt der Sende-Rechner meistens eine Verbindung zum Empf\u00e4nger her. Diese Verbindung benutzt ein Format\/Protokoll namens TCP, und um die Nutzdaten von oben werden dann Zusatzinformationen geschn\u00fcrt, die daraus ein TCP-Paket machen, das auf dieser TCP-Verbindung zum Empf\u00e4nger geschickt wird. (Und zwar egal, was f\u00fcr Nutzdaten das sind.) Haben Sender und Empf\u00e4nger sich nichts mehr zu sagen, wird die Verbindung getrennt.<br \/>\nZwischen Sender und Empf\u00e4nger liegen aber meist viele andere Zwischenstationen, von denen die ersteren gar nichts mitkriegen. Deshalb kommen zu dem TCP-Paket noch weitere Informationen dazu, die daraus ein IP-Paket machen. Diese IP-Pakete gehen jeweils von einer Zwischenstation zur anderen. <\/p>\n<p>Netzneutralit\u00e4t bedeutet, dass ein Kommunikationsabieter alle Pakete mehr oder weniger gleichberechtigt behandelt. Dass insbesondere nicht bestimmte Anbieter (Webseiten, Videokan\u00e4le, Musiksender) langsamer bef\u00f6rdert werden als andere, oder gar nicht. Wenn es diese Netzneutralit\u00e4t nicht gibt, und gesetzlich gesichert ist sie keinesfalls, kann ein Telekommunikationsabieter verschiedene Tarife anbieten: Einmal Internet g\u00fcnstig (f\u00fcr wenig Geld; ohne Youtube), oder einmal Internet Plus (f\u00fcr mehr Geld; mit Youtube). Die einen sagen, dass das der Markt dann schon regeln wird; die anderen sehen gute Gr\u00fcnde f\u00fcr eine vorgeschriebene Netzneutralit\u00e4t. Technisch l\u00e4sst sich jedenfalls jetzt schon sehr leicht nachschauen, was denn eigentlich in diesen Internet-Paketen drin ist und ob man das wirklich weiterleiten m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Die Deutsche Telekom will das jetzt auch bei Festnetz-DSL-Internetanschl\u00fcssen haben: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2013\/drosselung-und-diskriminierung-die-deutsche-telekom-schafft-die-netzneutralitat-auch-beim-festnetz-internet-ab\/\">&#8222;Die Deutsche Telekom schafft die Netzneutralit\u00e4t auch beim Festnetz-Internet ab&#8220;<\/a>. Gedacht ist das so, dass man eben keine Flatrate mehr hat, sondern ab einer bestimmten Grenze nachzahlen muss &#8211; ausgenommen das Telekom-eigene Videoangebot, das dann eben doch noch und bevorzugt transportiert wird. <\/p>\n<p>In den Kommentaren zum verlinkten Eintrag bin ich auch <a href=\"http:\/\/zmhenkel.blogspot.de\/2013\/03\/isp-advertisement-injection-cma.html\">auf diesen Blogeintrag gesto\u00dfen<\/a>. Wenn es stimmt, was dort steht, dann schaut der dort genannte (amerikanische) Internetanbieter nicht nur ganz tief in die \u00fcbermittelten Pakete hinein, etwa den Inhalt einer angebotenen Webseite, sondern er ver\u00e4ndert sie auch, indem er der Webseite ein Werbebanner hinzuf\u00fcgt: Man fordert eine Seite an, der Server dort schickt sie los,  der IP-Anbieter baut etwas HTML-Code dazu, und liefert die Seite erst dann an den eigenen Browser aus.<\/p>\n<p>Das hat mich an eine Kurzgeschichte oder eher Glosse des japanischen Science-Fiction-Autors Shinichi Hoshi erinnert, &#8222;Das geb\u00fchrenfreie Telephon&#8220;, 1978 erschienen, 1982 ins Deutsche \u00fcbersetzt: Ein Kunde verwendet ein neues Telefon, das ihm kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Einziger Nachteil: Das Gespr\u00e4ch wird alle paar S\u00e4tze unterbrochen durch eine Werbebotschaft, deren Inhalt durch bestimmte Schl\u00fcsselw\u00f6rter im Gespr\u00e4ch der Telefonierenden mehr oder weniger passend ausgew\u00e4hlt wird. Das war damals noch Satire.<\/p>\n<p><em>Nachtrag: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/ct\/artikel\/Editorial-1833636.html\">c&#8217;t-Editorial zu Telekom und Netzneutralit\u00e4t.<\/a><\/em><\/p>\n<p><strong>3. Wie man gute Evaluationen von Studenten (und wohl auch: Sch\u00fclern) kriegt.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/mtprof.msun.edu\/Fall1997\/HOWTORAI.html\">How to Improve Your Teaching Evaluation Scores Without Improving Your Teaching!<\/a><br \/>\nWarum Schulen doch nicht als Dienstleister und Eltern und Sch\u00fcler nicht als deren Kunden betrachtet werden k\u00f6nnen: &#8222;The customer is always right.&#8220;<\/p>\n<p>(Via <a href=\"http:\/\/www2.pms.ifi.lmu.de\/erlebt\/?p=8734\">erlebt.<\/a>)<\/p>\n<p><em>Nachtrag: Ich glaube, ich halte trotzdem viel davon, von Sch\u00fclern Feedback einzuholen &#8211; f\u00fcr sich selber, etwa <a href=\"http:\/\/riecken.de\/index.php\/2013\/03\/mein-fragenset-fur-die-evaluation-von-unterricht\/\">wie Maik Riecken mit diesen Fragen.<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(20 Kommentare.) 1. Warum ich nie in die GEW eintreten kann. Weil die solche Pressemitteilungen macht: &#8222;Bayern isoliert sich schulpolitisch immer mehr!&#8220; Was sich nach einer k\u00fchnen Aktion Bayerns anh\u00f6rt, ist lediglich Folgendes: Baden-W\u00fcrttember ist empfohlen worden, nicht mehr f\u00fcr Grundschule\/Realschule\/Gymnasium auszubilden, sondern f\u00fcr Klasse 1-4, Klasse 5-10 und Klasse 11-12\/13, unabh\u00e4ngig von Schularten. 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