{"id":494,"date":"2006-02-06T17:52:01","date_gmt":"2006-02-06T16:52:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/02\/bibliothek-eines-geistig-interessierten-deutschen.htm"},"modified":"2006-02-06T17:59:03","modified_gmt":"2006-02-06T16:59:03","slug":"bibliothek-eines-geistig-interessierten-deutschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/02\/bibliothek-eines-geistig-interessierten-deutschen.htm","title":{"rendered":"Bibliothek eines geistig interessierten Deutschen"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/02\/bibliothek-eines-geistig-interessierten-deutschen.htm#comments'>16 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p><img decoding=\"async\" id=\"image493\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/bibliothek_weltausstellung.jpg\" alt=\"bibliothek_weltausstellung.jpg\" \/><\/p>\n<p>Mal f\u00fcr eine Mark gebraucht gekauft: Herausgegeben vom B\u00f6rsenverein des Deutschen Buchhandels, erschienen zur Weltausstellung in Br\u00fcssel 1958 (Auflage 50.000). Da gab es im Deutschen Pavillon eine Bibliothek, und dies ist der Katalog dazu. 158 Seiten.<\/p>\n<p>Die Bibliothek ist unterteilt in Kapitel: <em>Welt und Mensch unserer Zeit; Kultur; Religion und Kirchen; Philosophie; Staat und Gesellschaft; Weltgeschichte; Deutsche Geschichte; Weltliteratur; Deutsche Literatur; Kunst; Musik; Theater; Naturwissenschaften; Deutschland, seine Nachbarn und die Welt; Nachschlagewerke.<\/em><\/p>\n<p>Das Vorwort betont, dass es im Titel um den &#8222;geistig interessierten&#8220; Deutschen geht und nicht um den &#8222;gebildeten&#8220;, wie auch der alte Bildungsbegriff als nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df und vielleicht auch nicht verwirklichbar abgelehnt wird. <\/p>\n<p>Hier die erste Seite:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image495\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/bibliothek_weltausstellung2.gif\" alt=\"bibliothek_weltausstellung2.gif\" \/><\/p>\n<p>Man sollte vielleicht mal eine Bibliothek des geistig interessierten Sch\u00fclers zusammenstellen, vielleicht begrenzt auf 50 B\u00e4nde. Nat\u00fcrlich m\u00fcssten geistig interessierte Lehrer die dann ebenso lesen.<\/p>\n<p>Ich fang mal an:<\/p>\n<ul>\n<li>Richard P. Feynman, <em>&#8222;Sie belieben wohl zu scherzen, Mr Feynman!&#8220; Abenteuer eines neugierigen Physikers<\/em><\/li>\n<li>Bert Brecht, <em>Kalendergeschichten<\/em><\/li>\n<li>Gotthold Ephraim Lessing, &#8222;Die Erziehung des Menschengeschlechts&#8220;<\/li>\n<li>Wolf Schneider, <em>Deutsch f\u00fcr Kenner<\/em><\/li>\n<li>&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Andererseits gibt es so etwas \u00c4hnliches schon: Im aktuell auslaufenden Lehrplan steht f\u00fcr den Leistungskurs Deutsch im Lehrplan eine Liste mit weiterf\u00fchrenden Lekt\u00fcreempfehlungen. Vielleicht sollte man damit arbeiten, diese Liste etwas k\u00fcrzen und vor allem den Sch\u00fclern bekannt machen. Au\u00dferdem fehlen die Naturwissenschaften in dieser Liste ohnehin; sie gilt nur f\u00fcr Deutsch.<br \/>\nMan merkt schon, ich h\u00e4tte doch gerne wieder einen Kanon.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Aus dem Lehrplan f\u00fcr den Leistungskurs Deutsch: Lekt\u00fcreempfehlungen<\/h2>\n<p><b>Grundlagentexte zur Literaturtheorie und Sprache<\/b><\/p>\n<p>Aufkl\u00e4rung und Sturm und Drang:<\/p>\n<ul>\n<li>Aristoteles: Poetik (Trag\u00f6die)<\/li>\n<li>Johann Christoph Gottsched: Versuch einer critischen Dichtkunst vor die Deutschen<\/li>\n<li>Gotthold Ephraim Lessing: Briefe, die neueste Literatur betreffend (17. Brief)<\/li>\n<li>Gotthold Ephraim Lessing: Hamburgische Dramaturgie (75. St\u00fcck u.a.)<\/li>\n<li>Johann Georg Sulzer: Vorrede zur ersten Ausgabe der Allgemeinen Theorie der Sch\u00f6nen K\u00fcnste<\/li>\n<li>Johann Wolfgang Goethe: Zum Sch\u00e4kespears Tag, 14.10.1771<\/li>\n<li>Friedrich Schiller: Die Schaub\u00fchne als eine moralische Anstalt betrachtet<\/li>\n<\/ul>\n<p>Klassik:<\/p>\n<ul>\n<li>Johann Gottfried Herder: Briefe zur Bef\u00f6rderung der Humanit\u00e4t; 27. und 28. Brief<\/li>\n<li>Friedrich Schiller: \u00dcber die \u00e4sthetische Erziehung des Menschen<\/li>\n<li>Friedrich Schiller: Ank\u00fcndigung der Monatsschrift &#8222;Die Horen&#8220;<\/li>\n<li>Johann Wolfgang Goethe: Italienische Reise (Ausz\u00fcge)<\/li>\n<li>Heinrich von Kleist: \u00dcber das Marionettentheater<\/li>\n<\/ul>\n<p>Romantik:<\/p>\n<ul>\n<li>Wilhelm Heinrich Wackenroder: Von zwei wunderbaren Sprachen und deren geheimnisvoller Kraft (aus: Herzensergie\u00dfungen eines kunstliebenden Klosterbruders)<\/li>\n<li>Friedrich Schlegel: Charakteristiken und Kritiken<\/li>\n<li>Friedrich Schlegel: Athen\u00e4um-Fragment 116<\/li>\n<li>Novalis: Fragmente aus Bl\u00fctenstaub; Athen\u00e4um 1798<\/li>\n<li>Heinrich Heine: Die romantische Schule<\/li>\n<\/ul>\n<p>Realistische Str\u00f6mungen im 19. Jahrhundert:<\/p>\n<ul>\n<li>Georg B\u00fcchner: Briefe; &#8222;Kunstgespr\u00e4ch&#8220; aus &#8222;Lenz&#8220;<\/li>\n<li>Friedrich Hebbel: Mein Wort \u00fcber das Drama<\/li>\n<li>Adalbert Stifter: Vorrede zu &#8222;Bunte Steine&#8220;<\/li>\n<li>Theodor Fontane: Unsere lyrische und epische Poesie seit 1848<\/li>\n<li>Arno Holz: Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jahrhundertwende und Expressionismus:<\/p>\n<ul>\n<li>Friedrich Nietzsche: Die Geburt der Trag\u00f6die aus dem Geiste der Musik<\/li>\n<li>Hermann Bahr: Die \u00dcberwindung des Naturalismus<\/li>\n<li>Hugo von Hofmannsthal: Die Briefe des Zur\u00fcckgekehrten, Der Vierte (26. Mai 1901)<\/li>\n<li>Kasimir Edschmid: \u00dcber den Expressionismus in der Literatur und die neue Dichtung (z.B. \u00fcber den expressionistischen Dichter)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weimarer Republik:<\/p>\n<ul>\n<li>Bertolt Brecht: Anmerkungen zur Oper &#8222;Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny&#8220;<\/li>\n<li>Walter Benjamin: Was ist das Epische Theater?<\/li>\n<li>Oskar Loerke: Das alte Wagnis des Gedichts<\/li>\n<li>Joseph Roth: Schlu\u00df mit der &#8222;Neuen Sachlichkeit&#8220;<\/li>\n<li>Heinrich Mann: Dichtkunst und Politik<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zwischen 1933 und 1945:<\/p>\n<ul>\n<li>Thomas Mann: Brief an den Dekan der Philosophischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Bonn (Neujahr 1937)<\/li>\n<li>Erich K\u00e4stner: \u00dcber das Verbrennen von B\u00fcchern<\/li>\n<li>Bertolt Brecht: Arbeitsjournal (Ausz\u00fcge)<\/li>\n<li>Thomas Mann, Frank Thie\u00df, Walter von Molo: Ein Streitgespr\u00e4ch \u00fcber die \u00e4u\u00dfere und innere Emigration<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nachkriegszeit und Gegenwart:<\/p>\n<ul>\n<li>Jean Paul Sartre: Was ist Literatur?<\/li>\n<li>Heinrich B\u00f6ll: Bekenntnis zur Tr\u00fcmmerliteratur<\/li>\n<li>Friedrich D\u00fcrrenmatt: Theaterprobleme<\/li>\n<li>Friedrich D\u00fcrrenmatt: Das Theater als moralische Anstalt heute<\/li>\n<li>Max Frisch: B\u00fcchner-Preis-Rede 1958<\/li>\n<li>Ingeborg Bachmann: Literatur als Utopie (5. Frankfurter Poetik-Vorlesung)<\/li>\n<li>Peter Handke: Ist der Begriff &#8222;Engagement&#8220; auf die Literatur anwendbar?<\/li>\n<li>Franz F\u00fchmann: Der Sturz des Engels<\/li>\n<li>Christa Wolf: Projektionsraum Romantik. Ein Gespr\u00e4ch<\/li>\n<li>Theodor W. Adorno: Zur Dialektik des Engagements<\/li>\n<li>Gottfried Benn: Probleme der Lyrik. Vortrag in der Universit\u00e4t Marburg<\/li>\n<li>Hilde Domin: Wozu Lyrik heute?<\/li>\n<li>Reiner Kunze: Konsequenzen des \u00c4sthetischen. M\u00fcnchner Poetik-Vorlesungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sprache:<\/p>\n<ul>\n<li>Platon: Kratylos<\/li>\n<li>Martin Luther: Sendbrief vom Dolmetschen<\/li>\n<li>Johann Gottfried Herder: Abhandlung \u00fcber den Ursprung der Sprache<\/li>\n<li>Heinrich von Kleist: \u00dcber die allm\u00e4hliche Verfertigung der Gedanken beim Reden<\/li>\n<li>Wilhelm von Humboldt: \u00dcber die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus und ihren Einflu\u00df auf die geistige Entwicklung des Menschengeschlechts (in: \u00dcber die Kawi-Sprache auf der Insel Java)<\/li>\n<li>Hugo von Hofmannsthal: Ein Brief (&#8222;Chandos-Brief&#8220;)<\/li>\n<li>Harald Weinrich: K\u00f6nnen W\u00f6rter l\u00fcgen? (aus: Linguistik der L\u00fcge)<\/li>\n<li>Heinrich B\u00f6ll: Die Sprache als Hort der Freiheit<\/li>\n<li>Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen<\/li>\n<li>Benjamin Lee Whorf: Sprache, Denken, Wirklichkeit<\/li>\n<li>Dieter E. Zimmer: So kommt der Mensch zur Sprache<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Grundlagentexte zur Philosophie<\/b><\/p>\n<p>&#8222;Im Deutschunterricht auf der Oberstufe soll den Sch\u00fclern der innere Zusammenhang von Philosophie, Kultur und Literatur sowie die Relevanz des zeitgen\u00f6ssischen Denkens f\u00fcr die Literatur, aber auch f\u00fcr ihr eigenes Denken und Schreiben bewu\u00dft werden. Zur Vertiefung inhaltlicher Aspekte einzelner Themenbereiche des Literaturunterrichts sowie im Zusammenhang mit der Er\u00f6rterung anspruchsvollerer Themen wird daher die Lekt\u00fcre von Ausz\u00fcgen u.a. aus folgenden Werken empfohlen:&#8220;<\/p>\n<ul>\n<li>Platon: Phaidon<\/li>\n<li>Aristoteles: Nikomachische Ethik<\/li>\n<li>Seneca: Briefe an Lucilius<\/li>\n<li>Marc Aurel: Selbstbetrachtungen<\/li>\n<li>Ren\u00e9 Descartes: Meditationen \u00fcber die Grundlagen der Philosophie<\/li>\n<li>Baruch Spinoza: \u00dcber die Verbesserung des Verstandes<\/li>\n<li>Gottfried Wilhelm Leibniz: Monadologie<\/li>\n<li>Jean Jacques Rousseau: Abhandlung \u00fcber Ursprung und Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen<\/li>\n<li>Georg Christoph Lichtenberg: Sudelb\u00fccher<\/li>\n<li>Imanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft<\/li>\n<li>Imanuel Kant: Kritik der Urteilskraft<\/li>\n<li>Johann Gottfried Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit<\/li>\n<li>Friedrich Wilhelm Joseph Schelling: Ideen zu einer Philosophie der Natur<\/li>\n<li>Johann Gottlieb Fichte: Die Grundz\u00fcge des gegenw\u00e4rtigen Zeitalters<\/li>\n<li>Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung<\/li>\n<li>Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Ph\u00e4nomenologie des Geistes<\/li>\n<li>Leopold von Ranke: \u00dcber die Epochen der neueren Geschichte<\/li>\n<li>Ludwig B\u00fcchner: Kraft und Stoff<\/li>\n<li>Jakob Burckhardt: Weltgeschichtliche Betrachtungen<\/li>\n<li>Friedrich Nietzsche: Die fr\u00f6hliche Wissenschaft<\/li>\n<li>Wilhelm Dilthey: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften<\/li>\n<li>Karl Mannheim: Ideologie und Utopie<\/li>\n<li>Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur<\/li>\n<li>Jos\u00e9 Ortega y Gasset: Der Aufstand der Massen<\/li>\n<li>Gottfried Benn: Kunst und Macht<\/li>\n<li>Herbert Marcuse: \u00dcber den affirmativen Charakter der Kultur<\/li>\n<li>Jos\u00e9 Ortega y Gasset: Betrachtungen \u00fcber die Technik<\/li>\n<li>Albert Camus: Der Mythos von Sisyphos. Ein Versuch \u00fcber das Absurde<\/li>\n<li>Karl R. Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde<\/li>\n<li>Karl Jaspers: Von der Wahrheit<\/li>\n<li>Max Horkheimer\/Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufkl\u00e4rung<\/li>\n<li>Jean Paul Sartre: Bewu\u00dftsein und Selbsterkenntnis<\/li>\n<li>Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung<\/li>\n<li>Carl Friedrich von Weizs\u00e4cker: Zum Weltbild der Physik<\/li>\n<li>H.-G. Gadamer: Vom Zirkel des Verstehens<\/li>\n<li>J\u00fcrgen Habermas: Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit<\/li>\n<li>Helmut Schelsky: Auf der Suche nach der Wirklichkeit<\/li>\n<li>Helmut Plessner: Conditio humana<\/li>\n<li>Werner Heisenberg: \u00dcber die Verantwortung des Forschers<\/li>\n<li>Erich Fromm: Haben oder Sein<\/li>\n<li>Hans Jonas: Das Prinzip Verantwortung<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(16 Kommentare.) 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