{"id":6037,"date":"2014-03-30T12:08:34","date_gmt":"2014-03-30T10:08:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=6037"},"modified":"2014-03-30T12:08:34","modified_gmt":"2014-03-30T10:08:34","slug":"berlinfahrt-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2014\/03\/berlinfahrt-2014.htm","title":{"rendered":"Berlinfahrt 2014"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2014\/03\/berlinfahrt-2014.htm#comments'>14 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Letzte Woche war ich in Berlin, politische Bildungsfahrt mit einer 10. Klasse. Mit der Fahrt an sich hatte ich wenig zu tun, es fehlte lediglich eine m\u00e4nnliche Begleitperson, und so fuhr ich mit, auch weil die Klasse eine nette Klasse ist. (Dass ich der Meinung bin, dass insgesamt zu viel weggefahren wird, ist ein anderes Thema.) An sich fahre ich nicht sehr gerne weg. Eine Woche st\u00e4ndig unter Menschen, das ist ein bisschen viel f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Aber die Klasse hat sich sehr gut verhalten, und die Kollegin hat die Fahrt sehr gut vorbereitet und durchgef\u00fchrt. Hier ein \u00dcberblick \u00fcber unser Programm.<\/p>\n<p><strong>Montag<\/strong><\/p>\n<p>Fahrt mit dem Zug nach Berlin. Ankunft im Hostel (Moabit, zehn Fu\u00dfminuten vom Bahnhof), dann gleich zum Brandenburger Tor und die Sch\u00fcler allein Unter den Linden entlang zum Alexanderplatz gehen lassen. Von dort zur <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/East_Side_Gallery\">East Side Gallery<\/a>, dann freie Abendgestaltung.<\/p>\n<p><strong>Dienstag<\/strong><\/p>\n<p>Gleich morgens zum Reichstag, dort eine <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/besuche\/fuehrungen\/index.jsp\">F\u00fchrung im Bundestag<\/a>. Sitzung war leider keine; w\u00e4hrend der der Sitzungsperiode gibt es alle zwei, drei Wochen eine Woche ohne Sitzungen, w\u00e4hrend der dann auch Reinigungs- und Wartungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden. Aber das wei\u00df man nicht, wenn man &#8211; lange vorher &#8211; den Termin f\u00fcr die Gruppenf\u00fchrung bucht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_bundestag.jpg\" alt=\"berlin_bundestag\" width=\"600\" height=\"450\" class=\"alignnone size-full wp-image-6040\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_bundestag.jpg 600w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_bundestag-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_bundestag-550x412.jpg 550w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Gelernt: Parlamentsferien sind immer dann, wenn irgendein Bundesland Schulferien hat. Es gibt 41 Stenographen, die &#8211; anders als etwa im Europaparlament &#8211; nicht mit Stenographiemaschinen schreiben, sondern per Hand, in 10-Minuten-Schichten. (Nicht gesagt wurde uns, dass das, was als Wortlaut der Rede ver\u00f6ffentlicht wird, vorher noch durchgesehen und verbessert wird, also nicht etwa dem echten Wortlaut entspricht.) Mitprotokolliert wird auch das Drumherum, es gibt 8 verschiedene Stufen von Applaus, bis hin zum \u00a8Tumult\u00a8.<br \/>\nJeder Besucher sagt: das sieht im Fernsehen gr\u00f6\u00dfer aus. Die fette Henne, zweieinhalb Tonnen schwer, h\u00e4ngt an nur zwei Seilen. Und die Bundestagsverwaltung sieht sich dezidiert als eigene Institution mit dem Auftrag, f\u00fcr einen reibungslosen Ablauf zu sorgen.<\/p>\n<p>Danach zum <a href=\"http:\/\/www.holocaust-mahnmal.de\/\">Holocaust-Mahnmal<\/a>. Gerade in einer Gruppe durchzugehen ist interessant: Au\u00dfen sind die Stelen nicht hoch, man sieht noch die K\u00f6pfe der anderen; je weiter man hineingeht, desto mehr verschwinden die anderen, bis man sp\u00e4ter nur ab und zu zehn Meter vor sich jemanden kurz auftauchen sieht, der in Querrichtung geht und nach zwei Schritten wieder verschwunden ist.<\/p>\n<p>Nach regnerischer Mittagspause ins <a href=\"http:\/\/mauer-museum.com\/\">Mauermuseum am Checkpoint Charlie<\/a>. F\u00fcr die F\u00fchrung hatten wir einen Zeitzeugen erwischt, der die Inhalte &#8211; Geschichte des Checkpoint Charlie und der Fluchtm\u00f6glichkeiten in den Westen &#8211; sehr anschaulich vermitteln konnte. (Selber Deserteur der Nationalen Volksarmee, dann Fluchthelfer im Westen. Zum Schluss hat er noch eine Kopie des Mordauftrags gegen ihn aus den Stasi-Unterlagen verteilt. &#8222;Die zur Liquidierung des Objekts beuaftragten GM [Geheime Mitarbeiter] sind \u00e4u\u00dferst zuverl\u00e4ssig und besitzen die politischen sowie fachlichen Voraussetzungen um den ihnen \u00fcbertragenen Auftrag durchzuf\u00fchren.&#8220;)<\/p>\n<p>Es folgte in kurzer Abstecher in das <a href=\"http:\/\/www.asisi.de\/index.php?id=7#asisi_index_id_71\">Asisi Panorama zum geteilten Berlin.<\/a> Ein riesiges fotorealistisches Panorama zeigt einen Blick auf die Grenze, den Todesstreifen, Ausschnitte aus Ost- und Westberlin, als st\u00fcnde man auf einem Bauger\u00fcst im Westen und blickte hin\u00fcber.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_panorama.jpg\" alt=\"berlin_panorama\" width=\"600\" height=\"450\" class=\"alignnone size-full wp-image-6039\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_panorama.jpg 600w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_panorama-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_panorama-550x412.jpg 550w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Im Eingangsbereich konnten Besucher aufschreiben, was f\u00fcr sie Freiheit bedeutet. Unsere Sch\u00fcler trugen gleich mal den Namen unserer Schule ein, aber ich wei\u00df nicht, ob sie das richtig verstanden haben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_panorama2.jpg\" alt=\"berlin_panorama2\" width=\"600\" height=\"450\" class=\"alignnone size-full wp-image-6041\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_panorama2.jpg 600w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_panorama2-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_panorama2-550x412.jpg 550w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Dann eine kleine Pause bis zum Abendprogramm: <a href=\"http:\/\/www.distel-berlin.de\/\">Kabarett in der Distel.<\/a> Ausgezeichnet! Kabarett, auch politisches Kabarett, ist f\u00fcr mich immer mit Gesang verbunden. Und gesungen wurde reichlich. Dabei war das ganze zug\u00e4nglich und auch die Sch\u00fcler mochten das Programm sehr.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_distel.jpg\" alt=\"berlin_distel\" width=\"367\" height=\"183\" class=\"alignnone size-full wp-image-6043\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_distel.jpg 367w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/berlin_distel-150x74.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 367px) 100vw, 367px\" \/><\/p>\n<p><strong>Mittwoch<\/strong><\/p>\n<p>So voll wie am Dienstag sollte das Programm nicht mehr werden. Morgens ging es in die Dauerausstellung &#8222;GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung&#8220; im Tr\u00e4nenpalast. Das ist die ehemalige Ausreisehalle am Bahnhof Friedrichstra\u00dfe, einer Grenz\u00fcbergangsstelle. Empfehlenswert. F\u00fcr Sch\u00fclergruppen gibt es eine Art Quiz in Form eines Notizheftchens mit Aufgaben.<\/p>\n<p>Danach die <a href=\"http:\/\/stiftung-hsh.de\/\">Gedenkst\u00e4tte Berlin-Hohensch\u00f6nhausen<\/a>. Das ist ein Bau, sp\u00e4t im zweiten Weltkrieg errichtet, das danach den Russen als Untersuchungsgef\u00e4ngnis diente, einige Jahre sp\u00e4ter an die DDR \u00fcbergeben und sp\u00e4ter wiederum erweitert wurde. Dort waren vor allem politische Gefangene untergebracht. <\/p>\n<p>Mittagspause, dann <a href=\"http:\/\/www.jmberlin.de\/\">J\u00fcdisches Museum Berlin.<\/a> Unsere Gruppe wurde geteilt, es gab jeweils eine F\u00fchrung. <\/p>\n<p>Zum Abschluss des Tagesprogramms optional eine <a href=\"http:\/\/www.konnopke-imbiss.de\/Home.html\">Currywurst bei Konnopke<\/a> am Prenzlauer Berg. Gepriesen als beste Currywurst Berlins. Hm, ja. F\u00fcr eine Currywurst war das Gericht dann auch tats\u00e4chlich gut, aber es war halt immer noch eine Currywurst, und damit eher nicht mein Geschmack. Die Wurst ist immer so langweilig.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag<\/strong><\/p>\n<p>Gleich am Anfang zur <a href=\"http:\/\/www.gedaechtniskirche-berlin.de\/KWG\/index.php\">Kaiser-Wilhelm-Ged\u00e4chtniskirche,<\/a> dann den Kuf\u00fcrstendamm entlang spazieren bis zum Museum <a href=\"http:\/\/www.story-of-berlin.de\/\">Story of Berlin<\/a>: \u00dcberblick \u00fcber Geschichte Berlins. F\u00fcr die Sch\u00fcler interessant auch die 1950er und 1960er Jahre. Komische Telefone, eine Jukebox, unverst\u00e4ndliche Slogans. (&#8222;Wer zweimal mit derselben pennt, geh\u00f6rt schon zum Establishment.&#8220;)<br \/>\nOptional Kaufhaus des Westens, dann eine lange Mittagspause. Ich war <a href=\"http:\/\/ming-dynastie.de\/?page_id=9\">beim Chinesen<\/a> (kalte Rinderinnereien in Scheiben in scharfer Sauce, danach eine kleine Portion ged\u00e4mpfte Auberginen mit Hackfleisch). Danach einfach nur in der Sonne gesessen und Pause gemacht.<\/p>\n<p>Nachmittags dann eine F\u00fchrung der <a href=\"http:\/\/berliner-unterwelten.de\/\">Berliner Unterwelten<\/a>. Das ist ein Verein, der sich mit der Unterwelt Berlins besch\u00e4ftigt und dazu verschiedene F\u00fchrungen anbietet, etwa Tour M: Mauerdurchbr\u00fcche. Unteriridische Fluchtm\u00f6glichkeiten waren: a) eigene Tunnels, b) das Tunnelsystem der U-Bahn, da die West-U-Bahnen durch Ostberlin fuhren, wo nat\u00fcrlich alle Zug\u00e4nge, soweit m\u00f6glich, unbenutzbar gemacht wurden und c) das gemeinsame Kanalisationssystem. Wir liefen zuerst durch die alte U-Bahn-Station, umgebaut zum Luftschutzbunker. Die Leuchtfarbe an der Wand stammt noch aus dem Zweiten Weltkrieg. Als der F\u00fchrer das Licht ausknipste und sagte: &#8222;Wer von euch eine Taschenlampe dabei hat, der kann ja mal&#8230;&#8220; konnte er kaum ahnen, dass wir zwei ausgewiesene Taschenlampentr\u00e4ger mit uns f\u00fchrten. (&#8222;Ist doch praktisch. Kann man immer mal brauchen.&#8220;)<\/p>\n<p>Noch kurz zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauerpark\">Mauerpark<\/a>, dann war wieder freie Abendgestaltung. Alle wieder fr\u00fch und m\u00fcde im Hostel.<\/p>\n<p><strong>Freitag<\/strong><\/p>\n<p>Heimfahrt.<\/p>\n<p>&#8212; Das Programm insgesamt war sehr auf Sozialkunde\/DDR zugeschnitten. Kein Pergamonmuseum, kein Naturhistorisches Museum, nichts \u00fcber Leben in Ostdeutschland heute. Aber es waren nur gut drei Tage, und die waren ohnehin voll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(14 Kommentare.) Letzte Woche war ich in Berlin, politische Bildungsfahrt mit einer 10. Klasse. 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