{"id":61166,"date":"2024-02-21T15:28:22","date_gmt":"2024-02-21T14:28:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=61166"},"modified":"2024-03-08T15:05:10","modified_gmt":"2024-03-08T14:05:10","slug":"film-in-der-schule-ii-mit-grundwissen-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2024\/02\/film-in-der-schule-ii-mit-grundwissen-ab.htm","title":{"rendered":"Film in der Schule II (mit Grundwissen-AB)"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2024\/02\/film-in-der-schule-ii-mit-grundwissen-ab.htm#comments'>5 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Den Blogeintrag &#8222;Filmanalyse in der Schule I&#8220; gibt es noch nicht, der liegt seit dem Herbst unfertig herum. Darin schreibe ich, was mir an Filmanalyse in der Schule gef\u00e4llt und was nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen haben aber die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der 9. Klasse Aufgaben zu erledigt, in Kleingruppen oder zu zweit, n\u00e4mlich entweder die Analyse der ersten 5 Minuten eines Films, oder das Drehen eines eigenenen Films, also zumindest den Anfang davon. Schwerpunkt: Informationsvermittlung. (Weiter unten in diesem Blogeintrag steht der Inhalt des Gehefts, das ich zu diesem Thema ausgeteilt habe. Und nat\u00fcrlich hatte ich das mit Beispielen unterf\u00fcttert.)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erkenntnisse aus den Analysen der Filmanf\u00e4nge:<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Vier Minuten Film reichen oft, obwohl es Filme gibt, \u00fcber deren erste Minuten einfach wenig zu sagen ist, weil wenig Information vermittelt wird. Das kann entweder sein, weil Kunst <em>(2001)<\/em>, oder weil einfach gestrickt (irgendein Thor-Superheldenfilm).<\/li>\n\n\n\n<li>Auf dem Wort &#8222;extradiegetisch&#8220; bestehen. Einmal erlebt, dass richtig erkannt wurde, dass eine zuerst als extragietisch gedeutete Erz\u00e4hlinstanz sich pl\u00f6tzlich als diegetisch herausstellte.<\/li>\n\n\n\n<li>Apropos: Sehr viele der vorgestellten Filme haben eine Erz\u00e4hlinstanz am Anfang. &#8222;Als die Armee der S\u00fcdstaaten&#8220;, ein Wegwerfsatz von Hanns Dieter H\u00fcsch zum Anfang von &#8222;Frieda und der Wilde Westen&#8220;, ist in diesem Haushalt sprichwortlich daf\u00fcr geworden. Gemeint ist damit der Lauftext am Anfang (&#8222;Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis&#8220;) oder der gesprochene Text zum Bild (&#8222;Between the time when the oceans drank Atlantis&#8230;&#8220;) &#8211; ein erz\u00e4hlerisches Element im Film, von dem ich eigentlich gedacht h\u00e4tte, dass es au\u00dfer Mode gekommen w\u00e4re. Tats\u00e4chlich enthielten die meisten vorgestellten Filme so etwas in der einen oder anderen Form. &#8211; Kommt das wieder in Mode, oder w\u00e4ren die Filme sonst noch l\u00e4nger, oder trifft das einfach den Geschmack der Mittelstufe?<\/li>\n\n\n\n<li>Wir leben in einer Welt voller geschriebenem Text, und den m\u00fcssen Filme abbilden. Fr\u00fcher ging das mit einer Nahaufnahme einer Visitenkarte <em>(Blues Brothers <\/em>zum Beispiel, auf den VHS-Kopiekopien meiner Jugend nicht mehr zu lesen), aber da war das noch wenig Text und nur gelegentlich &#8211; heute gibt es Computerbildschirme und Handys und Social Media, die kann man nicht einfach abfilmen. Also wird oft der diegetische Text auf extradiegetische Weise abgebildet, durch Sprechblasen oder Einblendungen, aufgefallen zum ersten Mal bei der Sherlock-Serie (ab 2010). Ist das dann \u00fcberhaupt extradiegetisch? Sicher schon gut untersucht.<\/li>\n\n\n\n<li>Von Anfang an klar machen, dass Streamingdienste in der Schule nicht gehen. In der Klasse kann wohl kaum jemand DVDs rippen (sofernManDamitKeinenKopierschutzUmgeht) oder mit VLC Szenen abfilmen, oder Youtube-Videos herunterladen (wasGegenDieNutzungsbedingungenIst), also als erstes sicher stellen, dass man verwendbares Filmmaterial hat. Das war tats\u00e4chlich ein geringeres Problem als gedacht.<\/li>\n\n\n\n<li>Wei\u00dfe Schrift auf schwarzem Hintergrund, die mit mit unterschiedlicher Tippgeschwindigkeit und Tippger\u00e4uschen nach und nach eingeblendet wird und einen amtlichen Tonfall hat: extradiegetisch oder nicht? (Das Beispiel stammt tats\u00e4chlich nicht aus der Analyse, sondern aus einem Film der Sch\u00fclerinnen.)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erkenntnisse aus den selbst gedrehten Filmen:<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Kamera der iPads ist nicht gut genug f\u00fcrs Filmen, man nimmt stattdessen besser ein Handy.<\/li>\n\n\n\n<li>Hinweise darauf, dass Querformat \u00fcblicher ist als Hochformat und damit empfohlen.<\/li>\n\n\n\n<li>Bei Licht und Ton muss man hinnehmen, dass das nicht so gut ist; aber auf die Wichtigkeit von gutem Tom hinweisen!<\/li>\n\n\n\n<li>Schneiden kann man am iPad, aber besser geht es an gr\u00f6\u00dferen Ger\u00e4ten.<\/li>\n\n\n\n<li>Keine Zooms, also Brennweitenver\u00e4nderungen! Das hatte ich vorher gesagt, und fast alle haben sich daran gehalten.<\/li>\n\n\n\n<li>Ein Trick, mit dem jeder selbstgemachte Film noch einmal so gut wirkt: professionelle Filmmusik unterlegen. Soll man das erlauben? Eher ja.<\/li>\n\n\n\n<li>Auch eine gute Idee: Sich an vorhandenen Filmen oder Filmserien orientieren und deren Stil imitieren. Einer Gruppe gelang das mit einem Eberhoferkrimi <em>(Dampfnudelblues<\/em> und so weiter) sehr gut.<\/li>\n\n\n\n<li>Sch\u00f6ner Fehler: Ein Telefongespr\u00e4ch zweier Personen, jeweils Nahaufnahme vom Kopf und Oberk\u00f6rper; beide schauen in die gleiche Richtung, Hintergrund ist ebenfalls \u00e4hnlich &#8211; so kommt nicht die Illusion auf, dass die an verschiedenen Orten sind.<\/li>\n\n\n\n<li>Sch\u00f6ner Schnitt: Ein Auto f\u00e4hrt heran, Schnitt, Sch\u00fcler steigt aus Fahrersitz. Bei R\u00fcckfahrt \u00e4hnlich: Sch\u00fcler steigt ein, Schnitt, Auto f\u00e4hrt davon. Das ist nat\u00fcrlich besonders pikant, weil die alle keinen F\u00fchrerschein haben. Sonst w\u00e4re die Szene vielleicht \u00fcberfl\u00fcssig, so ist die meta-witzig. Die Schnitte waren auch sch\u00f6n unauff\u00e4llig gemacht, w\u00fcrden einem sonst gar nicht gro\u00df auffallen.<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcberhaupt: Sch\u00f6ne Schnitte, insgesamt. Das k\u00f6nnen sie alle recht gut, sowohl unauff\u00e4llige Schnitte als auch, nicht zu oft, auff\u00e4llige.<\/li>\n\n\n\n<li>Woran ich vorher aber nicht gedacht hatte: auf Arten von Schnitten hinzuweisen. Es gab zwar kein Star-Wars-Wischen, aber statt eines harten Schnittes gab es oft recht weiche Schnitte, also sehr kurze \u00dcberblendungen. Und die sehen unnat\u00fcrlich aus, und wenn gar eine Verfolgungsjagd dargestellt wird, verlangsamen sie das Tempo enorm.<\/li>\n\n\n\n<li>Oft wird in Privatwohnungen gefilmt und mit privater Kleidung und privaten Accessoires. Das ist dann ein bisschen schwierig, wenn ich als Lehrkraft an der Ausstattung herumdeuten m\u00f6chte; da steckt ja auch jede Menge Information drin &#8211; nur ist das halt manchmal gar nicht als Charakterisierung der Figuren beabsichtigt, sondern das, was man als junger Mensch halt f\u00fcr ganz normal und nicht-bedeutsam h\u00e4lt. Sagen wir, fiktives Beispiel, welches Poster an der Wand h\u00e4ngt. Darauf m\u00fcsste man wohl vorher hinweisen, oder sich beim Deuten sehr zur\u00fcckhalten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-pale-cyan-blue-background-color has-background\">Das Folgende und der Rest des Blogeintrags sind der Inhalt von vier A4-Seiten Geheft mit Grundwissen zu Film, das ich ausgeteilt habe. Den Inhalt des .odt-Dokuments habe ich einfach nach Wordpress kopiert, das nimmt alle Formatierungen mit, nur bei den Bildern musste ich nachbessern oder ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grundwissen Film<\/h2>\n\n\n\n<p>Februar 2024, Version 1.3<\/p>\n\n\n\n<p>Schwerpunkt: Erz\u00e4hlender Film (statt: Sachfilm, obwohl es da auch erz\u00e4hlende Elemente gibt), und au\u00dferdem: Hollywoodfilm (statt Arthouse\/Kunstfilm, andere L\u00e4nder).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Das Drehbuch<\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>SZ: Monsieur Besson, Sie schreiben, inszenieren und produzieren seit Jahrzehnten Hits. Mit &#8222;L\u00e9on &#8211; Der Profi&#8220;, &#8222;Das f\u00fcnfte Element&#8220; und &#8222;Lucy&#8220; machen Sie wie kaum ein anderer Europ\u00e4er Hollywood Konkurrenz. Was bereitet Ihnen am meisten Spa\u00df beim Filmemachen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Luc Besson: Das Verfassen des Drehbuchs nat\u00fcrlich! Ich setze mich an den Computer und schreibe: 2000 Raumschiffe tauchen am Himmel auf. Dann \u00fcberlege ich kurz und denke mir, Luc, das kannst du doch noch besser. Also l\u00f6sche ich den Satz wieder und schreibe: 5000 Raumschiffe tauchen am Himmel&nbsp;auf.<\/p>\n<cite><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/leben\/luc-besson-im-interview-filme-zu-drehen-ist-wie-babys-machen-1.3583792\"><em>Interview von David Steinitz mit Luc Besson, S\u00fcddeutsche Zeitung, 15. Juli 2017<\/em> <\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im <em>Roman<\/em> kann man einfach schreiben: \u201e5000 Raumschiffe tauchten am Himmel auf.\u201c Wenn die Erz\u00e4hlinstanz das im Roman sagt, dann ist das so; den Rest muss unsere Phantasie beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im <em>Drama<\/em> geht das nicht. Wenn da 5000 Raumschiffe, oder 5000 Soldaten, eine Rolle spielen sollen, kriegt man die konventionell nicht auf die B\u00fchne. Schon in der Antike haben sich Techniken entwickelt, um das Problem zu l\u00f6sen, etwa die <em>Mauerschau. <\/em>Dabei steht zum Beispiel eine Ausschau haltende Wache auf der Mauer und erz\u00e4hlt (einer anderen Wache oder einem Vorgesetzten, tats\u00e4chlich aber dem Publikum), was sie sieht, n\u00e4mlich die 5000 Soldaten. Eine andere Technik ist die <em>Botenrede.<\/em> Dabei berichtet ein Bote einem Empf\u00e4nger der Botschaft, und zwar zum Beispiel von einer stattfindenden Schlacht, einer Schlacht mit eben jenen 5000 Soldaten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <em>Drehbuch <\/em>ist ein Zwischending. Da kann man auch einfach schreiben, dass 5000 Raumschiffe auftauchen. Im fertigen Film muss das allerdings umgesetzt werden \u2013 aber das ist nicht mehr die Aufgabe oder das Problem der Drehbuchautorin oder des Drehbuchautors.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Billy Wilder, ein in \u00d6sterreich-Ungarn geborener Reisseur, vor den Nazis in die USA geflohen und dort ber\u00fchmt geworden, sagte: \u201eTo make a great film you need three things \u2013 the script, the script and the script.&#8220; Drehb\u00fccher k\u00f6nnen unterschiedlich detailliert sein; auf Grundlage des Drehbuchs wird ein <em>shooting script <\/em>erstellt, nach dem dann der Film gedreht wird. Das Drehbuch enth\u00e4lt Dialog und mehr oder weniger ausf\u00fchrliche Szenenbeschreibungen. Zur Beschreibung des Drehbuchs kann man \u00e4hnliche Sprache verwenden wie im Drama oder beim Roman:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>linear oder nichtlinear erz\u00e4hlt (zeitliche Spr\u00fcngen in verschiedene Richtungen oder nicht)<\/li>\n\n\n\n<li>Figurenkonstellation (zentrale Figuren, Gegensatzpaare, Symmetrien)<\/li>\n\n\n\n<li>Charakterisierung<\/li>\n\n\n\n<li>Plot points, Exposition, erregendes Moment, retardierende Momente, H\u00f6hepunkt, Wendepunkt, Showdown<\/li>\n\n\n\n<li>Realistisches oder nichtrealistisches Erz\u00e4hlen<\/li>\n\n\n\n<li>Showing v. telling, Heldenreise, <em>save the cat <\/em>(wird sp\u00e4ter mal erkl\u00e4rt)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Bausteine: Topos, pl. Topoi (englisch: trope, tropes)<\/h3>\n\n\n\n<p>Das <em>Thema <\/em>eines Films (oder Romans) ist das, um was es geht: Liebe, Freundschaft, Schuld und Vergebung, Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein <em>Stoff <\/em>f\u00fcr einen Film (oder Roman) ist immer mit ganz bestimmten Figuren, Handlungen und Orten verbunden. Der Stoff \u201eDr. Jekyll und Mr. Hyde\u201c ist mehrfach verfilmt worden, das Thema k\u00f6nnte dabei jeweils sein: die Natur des Menschen, oder seine Verf\u00fchrbarkeit, oder Warnung vor wissenschaftlichem Erkenntnisdrang.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Motive <\/em>sind Bausteine der Handlung. Liebende, die nicht zueinander kommen d\u00fcrfen; Dreiecksverh\u00e4ltnis; Doppelg\u00e4nger; feindliche Br\u00fcder; verf\u00fchrte Unschuld; Zaubererduell; Vampire; Zaubererschule.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Topoi <\/em>(Singular: <em>Topos)<\/em> sind Elemente, die meist kleiner sind als Motive, sie k\u00f6nnen auch nur ganz kurz sein. In Superheldenfilmen gibt es das <em>three-point landing<\/em>, in melodramatischen Szenen gibt es <em>das gro\u00dfe Nein <\/em>\u2013 wenn eine Figur voller Emotion in einer hochdramatischen Szene ein langgezogenes \u201eNeeeeeiiiiiinnnnn\u201c br\u00fcllt. Schlimm wird das, wenn es noch durch <em>milking the giant cow <\/em>unterst\u00fctzt wird; so nennt man die Geste, wenn jemand die H\u00e4nde voller Verzweiflung oder Entsetzen hoch zum Himmel reckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ein Topos oder Motiv zu oft benutzt wird, erstarrt er zum <em>Klischee<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Informationvermittlung durch Ton, Musik und Sprache<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei Geschichten geht es immer auch darum, Information zu vermitteln. Vor allem am Anfang wird dem Publikum mitgeteilt, um welche Art Geschichte es sich handelt, wer die Hauptpersonen sind, welche Konflikte es gibt, um was es gehen wird. Diese Phase hei\u00dft im Drama und Film Exposition.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr diese Informationsvermittlung gibt es viele M\u00f6glichkeiten: Hier ein paar, die Ton, Musik und Sprache betreffen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>extradiegetische Musik<\/td><td>Musik, die au\u00dferhalb der Filmhandlung gespielt wird \u2013 Filmmusik, oft orchestral; oft haben musikalische Motive einen Zusammenhang mit der Handlung, etwa das Jaws-Thema<\/td><\/tr><tr><td>diegetische Musik<\/td><td>Musik, die innerhalb der gezeigten Filmhandlung gespielt wird \u2013 live von einer Musikkapelle, aus einem Radio, von einem Abspielger\u00e4t<\/td><\/tr><tr><td>diegetische Ger\u00e4usche<\/td><td>Ger\u00e4usche innerhalb der Filmhandlung, etwa das Tropfen eines Wasserhahns, das Klingeln eines Telefons<\/td><\/tr><tr><td>extradiegetische Sprache, zu h\u00f6ren oder zu lesen<\/td><td>Erz\u00e4hlender Text au\u00dferhalb der gezeigten Filmhandlung, zum Beispiel als Lauftext (\u201eA long time ago in a galaxy far, far away&#8230;\u201c <em>Star Wars <\/em>1977) oder von einer Stimme gesprochen (\u201eA way out west there was this fella, fella I want to tell you about, fella by the name of Jeff Lebowski.\u201c <em>The Big Lebowski <\/em>1988; \u201eWith the coming of the Second World War, many eyes in imprisoned Europe turned hopefully, or desperately, toward the freedom of the Americas. Lisbon became the great embarkation point.\u201c <em>Casablanca<\/em> 1942) Eingeblendete Text, h\u00e4ufig etwa bei Ortsangaben Zwischentitel (Stummfilm), Untertitel (manchmal)<\/td><\/tr><tr><td>diegetische Sprache, zu lesen<\/td><td>Zeitungsschlagzeilen; Buchtitel und -seiten; Kalenderbl\u00e4tter, Ziffernbl\u00e4tter; Stra\u00dfenschilder, Ortsschilder, Schilder \u00fcber Geb\u00e4uden; Briefe, Unterschriften; Sonderfall: grafische Wiedergabe von Textnachrichten; Untertitel (manchmal)<\/td><\/tr><tr><td>diegetische Sprache, zu h\u00f6ren<\/td><td>Radio- oder Fernsehbeitrag Geschichtenerz\u00e4hler (\u201eL\u00e4ngst vergangen sind die Zeiten, da Allah sich gn\u00e4dig zeigte seinen Dienern, bis jener kam, der K\u00f6nig war unter den K\u00f6nigen und der Gebieter unermesslicher Heerscharen&#8230;\u201c <em>Der Dieb von Bagdad <\/em>1940) Monolog: Eine Figur spricht vor sich hin, Sonderfall: die h\u00f6rbaren Gedanken der Figur Dialog: Figuren reden miteinander<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Was diese Punkte betrifft, wird \u2013 je nach Film nat\u00fcrlich \u2013 ein Gro\u00dfteil der Information \u00fcber den Dialog vermittelt werden. Das kann geschickt oder ungeschickt geschehen: <em>\u201e<\/em><em>Wie geht es dir?\u201c \u201eDu wei\u00dft ja, dass letzte Nacht mein Bruder gestorben ist. Wie soll es mir da gehen?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Weggelassen ist die Titelsequenz \u2013 Schriftart, Animation, und so weiter. Aber darin steckt nat\u00fcrlich auch schon Information.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>4<\/strong><strong>. Informationvermittlung <\/strong><strong>durch das, <\/strong><em><strong>was <\/strong><\/em><strong>gezeigt wird: <\/strong><strong>Mise-en-sc<\/strong><strong>\u00e8<\/strong><strong>ne<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Licht und Farbe<\/td><td>Kontrastreich oder nicht? Hell oder dunkel, Schatten oder Licht? Klassischer Hollywoodfilm leuchtet alles gleichm\u00e4\u00dfig aus, <em>film noir<\/em> oder Expressionismus verwendet viele Helldunkelkontraste<\/td><\/tr><tr><td>Staging<\/td><td>Welche Objekte sind wo platziert, bewegen sich wie?Mittelsymmetrisch? Schwerpunkt auf einer Seite?<\/td><\/tr><tr><td>Vordergrund, Hintergrund<\/td><td>Was ist wo zu sehen?<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5. Kamera und Kamerabewegung<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Kameraeinstellungen<\/td><td>Totale, Halbtotale, Halbnah, Nah, Gro\u00df.<\/td><\/tr><tr><td>Kamerabewegung<\/td><td>vor allem: horizontaler Schwenk, Fahrt, Kran, Drohne<\/td><\/tr><tr><td>Fokus, Tiefensch\u00e4rfe, Brennweite<\/td><td>Ist alles scharf oder nur ein bestimmter Teil? \u00c4ndert sich die Brennweite (=Zoom)?<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Manchmal \u00e4ndert sich das, was man sieht (mise-en-sc\u00e8ne) durch die Bewegung der Kamera. Andersherum kann sich durch die Bewegung der Objekte im Bildausschnitt auch die Kameraeinstellung automatisch \u00e4ndern, etwa von Totale auf Halbnah.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"444\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/film_einstellungen-700x444.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-61182\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/film_einstellungen-700x444.jpg 700w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/film_einstellungen-300x190.jpg 300w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/film_einstellungen-150x95.jpg 150w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/film_einstellungen.jpg 1172w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Frank Johnen, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Eg_Nah.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Eg Nah<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/legalcode\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CC BY-SA 3.0<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>6<\/strong><strong>. Informationvermittlung <\/strong><strong>durch <\/strong><strong>den Schnitt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Dauer der Einstellung<\/td><td>Schnelle Schnitte hintereinander (sehr kurze Einstellungen) oder langsame Schnitte (bis hin zum <em>long take <\/em>von 15 oder 30 Minuten).<\/td><\/tr><tr><td>Art des Schnitts<\/td><td>Harter Schnitt oder weicher oder gar \u00dcberblendung<\/td><\/tr><tr><td>Auff\u00e4lligkeit des Schnitts<\/td><td>Unauff\u00e4llige Schnitte (sollen wirken, aber nicht mitgekriegt werden; lange das Ideal) und auff\u00e4llige Schnitte. Auff\u00e4llig: wenn mitten in einer Bewegung heraus geschnitten wird, extremfom: Jump Cut. Match Cut, wenn auf ein gleichartig aussehendes Objekt geschnitten wird.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Schnitt (engl. und frz. auch <em>editing <\/em>oder <em>montage) <\/em>legt immer nahe, dass die beiden verbundenen Szenen etwas miteinander zu tun haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Scott McCloud beschreibt in <em>Understanding Comics <\/em>verschiedene Arten von \u00dcberg\u00e4ngen innerhalb eines Comics, aber das l\u00e4sst sich auch auf Schnitte im Film anwenden, zum Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Schnitte von einer Handlung zu einer anderen Handlung, aber beim gleichen Objekt, oft einfach chronologisch nacheinander (Action-to-action)<\/li>\n\n\n\n<li>Schnitte von einem Objekts zu einem anderen Objekt, aber innerhalb der gleichen Szene (Subject-to-subject)<\/li>\n\n\n\n<li>Schnitte von einer Szene zu einer anderen Szene, bei der der Zusammenhang erschlossen werden muss (Scene-to-scene)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(5 Kommentare.) Den Blogeintrag &#8222;Filmanalyse in der Schule I&#8220; gibt es noch nicht, der liegt seit dem Herbst unfertig herum. Darin schreibe ich, was mir an Filmanalyse in der Schule gef\u00e4llt und was nicht. Inzwischen haben aber die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der 9. 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