{"id":61858,"date":"2024-05-23T07:10:00","date_gmt":"2024-05-23T05:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=61858"},"modified":"2024-05-31T06:55:30","modified_gmt":"2024-05-31T04:55:30","slug":"lord-dunsany-es-ist-zu-lange-her-its-a-long-time-ago","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2024\/05\/lord-dunsany-es-ist-zu-lange-her-its-a-long-time-ago.htm","title":{"rendered":"Lord Dunsany, Es ist zu lange her (&#8222;It&#8217;s a long time ago&#8220;)"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2024\/05\/lord-dunsany-es-ist-zu-lange-her-its-a-long-time-ago.htm#comments'>5 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Nachholschulaufgaben &#8211; also: Klassenarbeiten, benotete Aufs\u00e4tze, die man f\u00fcr ein oder zwei Sch\u00fclerInnen erstellen muss &#8211; sind l\u00e4stig. Meist greift man auf irgendeine alte Pr\u00fcfung zur\u00fcck, die aus irgendeinem Grund nicht so gut geeignet war f\u00fcr die eigentliche Pr\u00fcfung, das reicht dann schon.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor einer Weile habe ich das begonnen anders zu sehen, eher so, wie wenn man ein Theaterst\u00fcck erst einmal vor kleinem Publikum probt, bevor es in die gro\u00dfe Stadt geht. Wenn Fred Astaire das Musical erst einmal in New Haven laufen l\u00e4sst, und auf dem Weg nach New York verbessert. Es gibt ein paar Texte, die mir als Pr\u00fcfungsaufgabe vielleicht nicht ganz geeignet erscheinen &#8211; Lovecrafts &#8222;Die Katzen von Ulthar&#8220;  habe ich nur mal als \u00dcbungstext verwendet, nie als Pr\u00fcfung -, die ich aber doch gerne mal ausprobieren w\u00fcrde. Zack, die Nachholschulaufgabe ist gesetzt. Wenn sie sich bew\u00e4hrt, kommt sie ins Repertoire.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen solchen Text habe ich neulich ausprobiert. Und zwar wurden in der Fernsehzeitschrift <em>H\u00f6rzu<\/em> vor vielen Jahren ab und zu Kurzgeschichten abgedruckt, wahrscheinlich ist das immer noch so; meist waren die Geschichten nicht interessant. Aber zwei, drei waren es eben doch, die habe ich herausgetrennt und aufgehoben und Jahrzehnte sp\u00e4ter gescannt, und so komme ich zu der Kurzgeschichte &#8222;Es ist zu lange her&#8220; von, man m\u00f6chte sagen: <em>einem gewissen<\/em> Lord Dunsany. Die gelblich eingescannten Seiten sind nicht datiert, aber es gibt noch vierstellige Postleitzahlen in den Anzeigen, als muss das sp\u00e4testen 1993 gewesen sein, vielleicht auch wenige Jahre zuvor.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"532\" height=\"368\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/dunsany_hoerzu_geschichte.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-62146\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/dunsany_hoerzu_geschichte.jpg 532w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/dunsany_hoerzu_geschichte-300x208.jpg 300w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/dunsany_hoerzu_geschichte-150x104.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 532px) 100vw, 532px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Lord Dunsany (1878-1957) ist ein ungew\u00f6hnlicher Autor f\u00fcr die <em>H\u00f6rzu.<\/em> (Obwohl: die angek\u00fcndigte n\u00e4chste Geschichte ist von Miguel de Unamuno, also was wei\u00df ich.) Normalerweise kennt man Dunsany n\u00e4mlich f\u00fcr Fantasy-Kurzgeschichten mit wundersch\u00f6nen, wirklich, Titeln wie diesen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Distressing Tale of Thangobrind The Jeweller<\/li>\n\n\n\n<li>Probable Adventures of Three Literary Men<\/li>\n\n\n\n<li>The Injudicious Prayers of Pombo The Idolater<\/li>\n\n\n\n<li>How Nuth Would Have Practised His Art On The Gnoles<\/li>\n\n\n\n<li>Why The Milkman Shudders When He Perceives The Dawn<\/li>\n\n\n\n<li>How One Came, As Foretold, to The City Of Never<\/li>\n\n\n\n<li>How The Office of Postman Fell Vacant in Otford-Under-The-Wold<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Aber er hat nat\u00fcrlich viel mehr geschrieben, auch Romane. Zu Lord Dunsany habe ich immer noch <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2018\/08\/lord-dunsanys-guertel.htm\">eine ungekl\u00e4rte Frage offen<\/a>, n\u00e4mlich welche Rolle sein G\u00fcrtel 1922 beim Begr\u00e4bnis von Michael Collins spielte. Und hier habe ich mal <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2020\/06\/dunsanian-interactive-fiction-und-etwas-pfingstferien.htm\">\u00fcber ein ungew\u00f6hnliches St\u00fcck Interactive Fiction geschrieben<\/a>, das eine Dunsany-Geschichte sehr sch\u00f6n umsetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls ist Dunsany eigentlich nichts f\u00fcr <em>H\u00f6rzu<\/em>. Die Geschichte enth\u00e4lt allerdings keinerlei fantastische Elemente. Es ist auch keine seiner makabren Krimigeschichten um Smethers, an die Roald Dahl sich angelehnt haben mag; es ist keine seiner <em>tall tales<\/em>, die er Jorkens im Club zum besten geben l\u00e4sst. Es ist eine kleine, nicht einmal sehr gute Kurzgeschichte im Stil von O. Henry vielleicht, die ich aus keiner einzigen englischsprachigen Anthologie kenne.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber sie ist in deutscher \u00dcbersetzung in der Anthologie <em>Liebesgeschichten aus Irland<\/em> (Z\u00fcrich 1969) bei Diogenes erschienen, herausgegeben und \u00fcbersetzt von Elisabeth Schnack. Zumindest ab 1979 gab es das Buch auch unter dem Titel <em>Die sch\u00f6nsten Liebesgeschichten aus Irland: Von G.B. Shaw bis Frank O&#8217;Connor<\/em> als Diogenes-Taschenbuch, es gibt noch weitere Ausgaben, aber nicht alle B\u00e4nde mit diesem Titel sind tats\u00e4chlich diese Schnack-Anthologie. Schnack war \u00dcbersetzerin und hat viel irische Literatur \u00fcbersetzt und herausgegeben, hat auch Dunsany \u00fcbersetzt &#8211; bei Wikipedia sind Jorkens und Smethers aufgef\u00fchrt, keine der Fantasy-Geschichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur: Ich fand die Geschichte nirgendwo im Werk Dunsanys. Und ich habe eine ganze Menge von ihm gelesen. Auch in der Dunsany-Bibliographie von S. T. Joshi und Darrell Schweitzer (zweite Ausgabe von 2014) habe ich keinen passenden Titel gefunden. Also habe ich mir doch die Diogenes-Anthologie besorgt und lese bei den sauber angegebenen Quellen: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Erz\u00e4hlung <em>Es ist zu lange her!<\/em> stammt unter dem Titel <em>It&#8217;s a long time ago!<\/em> aus einer Manuskriptsammlung. Copyright Messrs. Curtis Brown, London.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Jetzt wei\u00df ich also: Schnack hat eine unver\u00f6ffentlichte Kurzgeschichte von Dunsany \u00fcbersetzt und herausgegeben. Ich wei\u00df von keiner anderen Ver\u00f6ffentlichung dieser Geschichte, insbesondere auch nicht auf Englisch. Sie ist auch nicht in den Lost Tales Volume I bis IV oder VI (was in Volume V ist, wei\u00df ich nicht &#8211; das sind jeweils nur d\u00fcnne B\u00e4ndchen in Kleinstauflage, kosten gebraucht 500+ Dollar das St\u00fcck, weshalb ich keines davon habe). Die Geschichte kennen also nur ich und die zwei, die die nachgeholte Schulaufgeschrieben haben, sonst niemand! Na gut, und alle, die die Diogenes-Anthologie oder eine der Nachfolgeausgaben gelesen haben. Aber Joshi, Joshi kennt die Geschichte nicht! Sie ist, wie gesagt, auch nichts Besonderes, aber Dunsany, halt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(5 Kommentare.) Nachholschulaufgaben &#8211; also: Klassenarbeiten, benotete Aufs\u00e4tze, die man f\u00fcr ein oder zwei Sch\u00fclerInnen erstellen muss &#8211; sind l\u00e4stig. Meist greift man auf irgendeine alte Pr\u00fcfung zur\u00fcck, die aus irgendeinem Grund nicht so gut geeignet war f\u00fcr die eigentliche Pr\u00fcfung, das reicht dann schon. 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