{"id":6196,"date":"2014-09-07T06:59:55","date_gmt":"2014-09-07T04:59:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=6196"},"modified":"2023-06-13T10:38:34","modified_gmt":"2023-06-13T08:38:34","slug":"meine-buecherregale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2014\/09\/meine-buecherregale.htm","title":{"rendered":"Meine B\u00fccherregale"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2014\/09\/meine-buecherregale.htm#comments'>5 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Im Moment kursiert gerade eine Blogparade zum Thema &#8222;Meine B\u00fccherregale&#8220;, etwa bei <a href=\"http:\/\/hauptschulblues.blogspot.com\/2014\/09\/blogparade-meine-bucherregale.html\">Hauptschulblues<\/a> und <a href=\"http:\/\/fontanefan.blogspot.com\/2014\/09\/mein-beitrag-zur-blogparade-mein.html\">Fontanefan<\/a>. Mein Beitrag ist dieses schon ein paar Jahre altes Foto einiger Regale (Couch und Sessel stehen inzwischen anderswo):<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"125\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/meine_buecherregale.jpg\" alt=\"meine_buecherregale\" class=\"wp-image-6202\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/meine_buecherregale.jpg 600w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/meine_buecherregale-150x31.jpg 150w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/meine_buecherregale-550x114.jpg 550w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das sind die Regale mit Belletristik, nach Herkunftsprachen des Originals sortiert &#8211; englischsprachig, deutschsprachig, spanischsprachig, sonstige Sprachen. Nur die Reclamhefte haben einen eigenen Bereich gekriegt. Anderswo gibt es noch Regalw\u00e4nde f\u00fcr Comics, f\u00fcr Taschenbuchserien phantastischer Literatur, und &#8211; lose nach Gruppen eingeteilt &#8211; f\u00fcr Anthologien und Sachb\u00fccher aller Art. F\u00fcr die Schule habe ich gar nicht mehr so viel, drei Meter und fallend. Als Referendar f\u00e4ngt man ja erst mal mit Unmengen von B\u00fcchern an. Allerdings liegen bei mir auch am Nachttisch, Arbeitstisch und auf dem Fensterregal erstaunlich dauerhafte Nester von B\u00fcchern, mit denen ich gerade &#8211; oder jedenfalls bald &#8211; irgendwas arbeite.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Meine B\u00fccherregale&#8220; sind gar nicht meine, sondern unsere. Nach wenigen Jahren doppelter B\u00fccherf\u00fchrung haben Frau Rau und ich unsere B\u00fccher zusammengelegt und Dopplungen entfernt. Seit einigen Jahren achten wir darauf, dass wir nicht viel mehr B\u00fccher haben, als in die Regale passen, neue Regale kommen nicht mehr hinzu; zu diesem Zweck wird regelm\u00e4\u00dfig aussortiert. Ihr wisst doch, diese eine Farm, auf die in amerikanischen Fernsehserien immer die geliebten Haustiere der Familienkinder gebracht werden, um dort in Ruhe ihren Lebensabend zu fristen, so erz\u00e4hlt man es den Kindern jedenfalls&#8230; stellt sich heraus, auf dieser Farm wird auch viel gelesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Rau ist sehr viel forscher als ich beim Aussortieren; ich vermute da Psychologisches, allerdings hat sie auch einen E-Reader. Ich lese Texte selber auch gerne digital. In den letzten zwei Wochen habe ich viel Vampir-Kurzprosa gelesen, alles am Rechner. (&#8222;Carmilla&#8220;; das erste Kapitel von <em>Varney, der Vampir<\/em>; Polidoris &#8222;Der Vampyr&#8220; und Byrons Fragment; E.T.A Hoffmann; dessen Vorlage aus <em>Tausendundeiner Nacht.<\/em>) Allerdings waren das zum Gro\u00dfteil deutsche \u00dcbersetzung, die ich auf Papier zum Teil gar nicht besitze, und au\u00dferdem habe ich sie alle korrekturgelesen, an neue Rechtschreibung angepasst und korrekte Anf\u00fchrungszeichen und Gedankenstriche gesetzt, damit ich sie an Sch\u00fcler weitergeben kann. (N\u00e4chstes Jahr: W-Seminar zu Horror in Literatur, Film und Spiel.)<br>Und doch: Ich m\u00f6chte B\u00fccher lieber auf Papier lesen und &#8211; gegebenenfalls &#8211; auf Papier behalten. Viele B\u00fccher, die ich auf dem E-Reader gelesen habe, haben mich nicht genug interessiert, so dass ich Papierausgaben gar nicht behalten h\u00e4tte. Da ist mir das mit dem Reader schon recht. Mindestens zwei allerdings haben mir sehr gut gefallen. Aber sie stehen nicht im Regal, der Reader (ein alter Kindle touch) ist zu fummelig, man kann die beiden B\u00fccher schlecht mit anderen teilen. Sie geh\u00f6ren ja auch Frau Rau und nicht mir, beziehungsweise: Sie geh\u00f6ren Amazon, aber Frau Rau darf sie auf ihrem Reader haben. Also: Neue B\u00fccher m\u00f6chte ich auf Papier, wenn sie mir gefallen, und digital, wenn nicht. Bei alten B\u00fcchern reicht mir oft eine digitale Ausgabe, sofern es sich um ein offenes, zukunftsf\u00e4higes Format handelt. Wenn ich schnell eine bestimmte Novelle von E.T.A. Hoffmann lesen m\u00f6chte, dann nat\u00fcrlich digital; ich brauche auch keine Gesamtausgabe von E.T.A. Hoffmann zu Hause im Regal &#8211; das allerdings nur aus Platzgr\u00fcnden; ich w\u00fcrde gerne in einer riesigen Bibliothek leben.<br>Also: So viele B\u00fccher im Regal wie m\u00f6glich, aber wenn nicht mehr gehen, dann halt nicht. Mit ein paar tausend B\u00fccher kann man auskommen, so quasi als Mitbewohner, den Rest muss man halt ab und zu besuchen gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr kennt doch alle dieses mnemotechnische Hilfsmittel, mit dem man sich ganz viel Sachen merken kann, indem man die Sachen in einem bekannten Raum verteilt, den man sich vorstellt? Ich merke mir, welche B\u00fccher ich gelesen habe und was in ihnen steht, indem ich sie in einem bekannten Raum verteile, den ich mir nicht nur vorstelle.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Reisen ins Aus- oder Inland bringe ich eigentlich nie etwas zur\u00fcck, keine Glaskugeln, keine Postkarten, keinen jemenitischen Dolch und keinen Schrumpfkopf. (Affe, nicht Mensch. Warum ich trotzdem gerade einen solchen Schrumpfkopf und einen jemenitischen Dolch auf dem Schreibtisch habe, ist vielleicht etwas f\u00fcr sp\u00e4ter.) Aber bei Reisen in die Gedankenwelt eines Autors freue ich mich \u00fcber ein kleines Erinnerungs-Mitbringsel: Wie praktisch, dass B\u00fccher ihre eigenen Reisesouvenirs sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Gedicht zum Thema:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>My days among the Dead are passed;<br>Around me I behold,<br>Where&#8217;er these casual eyes are cast,<br>The mighty minds of old:<br>My never-failing friends are they,<br>With whom I converse day by day.<\/p>\n\n\n\n<p>With them I take delight in weal<br>And seek relief in woe;<br>And while I understand and feel<br>How much to them I owe,<br>My cheeks have often been bedew&#8217;d<br>With tears of thoughtful gratitude.<\/p>\n\n\n\n<p>My thoughts are with the dead; with them<br>I live in long-past years,<br>Their virtues love, their faults condemn,<br>Partake their hopes and fears,<br>And from their lessons seek and find<br>Instruction with an humble mind.<\/p>\n\n\n\n<p>My hopes are with the dead: anon<br>My place with them will be,<br>And I with them shall travel on<br>Through all Futurity;<br>Yet leaving here a name, I trust,<br>That will not perish in the dust.<\/p>\n\n\n\n<p>Robert Southey<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Online habe ich das Gedicht unter dem Titel &#8222;The Scholar&#8220; gefunden; urspr\u00fcnglich tr\u00e4gt es wohl keinen Titel und so habe ich es auch kennen gelernt, deshalb bleibt das so. Nicht alle Interpreten haben \u00fcbrigens erkannt, dass es dabei um B\u00fccher geht. &#8212; Selber werde ich keinen Platz unter diesen Toten einnehmen, und ich bin auch skeptisch, was &#8222;all Futurity&#8220; betrifft. Viele meiner Autoren sind sehr, sehr wenig bekannt, und der erste Vampirroman der Weltgeschichte &#8211; Ignaz Ferdinand Arnold, <em>Der Vampir<\/em>, 3 B\u00e4nde, Schneeberg 1801, falls den einer von euch mal auf dem Dachboden findet &#8211; hat schon mal nicht \u00fcberlebt. Southey war zum Zeitpunkt dessen Erscheinens 27 Jahre alt, aber gut, zeitgen\u00f6ssische Autoren, und gar Romaneschreiber, wird er nicht im Sinn gehabt haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(5 Kommentare.) Im Moment kursiert gerade eine Blogparade zum Thema &#8222;Meine B\u00fccherregale&#8220;, etwa bei Hauptschulblues und Fontanefan. 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