{"id":62978,"date":"2024-08-27T15:52:48","date_gmt":"2024-08-27T13:52:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=62978"},"modified":"2024-08-29T12:06:28","modified_gmt":"2024-08-29T10:06:28","slug":"charles-e-averill-the-corsair-king-or-the-blue-water-rovers-a-romance-of-the-piratical-empire-1847","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2024\/08\/charles-e-averill-the-corsair-king-or-the-blue-water-rovers-a-romance-of-the-piratical-empire-1847.htm","title":{"rendered":"Charles E. Averill, The Corsair King, Or, The Blue Water Rovers. A Romance of the Piratical Empire (1847)"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2024\/08\/charles-e-averill-the-corsair-king-or-the-blue-water-rovers-a-romance-of-the-piratical-empire-1847.htm#comments'>8 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was und warum<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber Trivialliteratur in Gro\u00dfbritannien wusste ich bereits ein bisschen (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2010\/08\/turner-boys-will-be-boys.htm\">Blogeintrag<\/a>), \u00fcber die USA, wie sich herausgestellt hat, nichts. In der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts gab es die <em>Story Papers,<\/em> Zeitschriften mit sensationellen Fortsetzungsromanen. Das erfolgreichste davon war <em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_New_York_Ledger\">The New York Ledger.<\/a><\/em> Geschrieben daf\u00fcr haben Autoren und Autorinnen wie <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Emerson_Bennett\">Emerson Bennett<\/a>, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Mary_Andrews_Denison\">Mary Andrews Denison<\/a> oder <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/E._D._E._N._Southworth\">E. D. E. N. Southworth<\/a>, und wenn man sich deren Titel anschaut, dann klingt das sehr nach einer melodramatischen Kreuzung aus epigonaler englischer Schauerromantik und <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2015\/10\/ignaz-ferdinand-arnold-der-schwarze-jonas.htm\">deutschen trivialromantischen R\u00e4uberromanen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachfolger der Story Papers waren in den USA die <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Dime_novel\">Dime Novels<\/a>, federf\u00fchrend hier Erastus Flavel Beadle <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Erastus_Flavel_Beadle\">(Wikipedia)<\/a>. Hier stellt eine sch\u00f6ne alte Webseite Material dazu vor: <a href=\"https:\/\/ulib.niu.edu\/badndp\/bibindex.html\">The House of Beadle &amp; Adams and its Dime and Nickel Novels: The Story of a Vanished Literature by Albert Johannsen.&#8220;<\/a> Unter anderem wird die Pr\u00e4-Beadle-Literatur geschm\u00e4ht, also die Story Papers, <a href=\"https:\/\/ulib.niu.edu\/badndp\/part4_appen_pre.html\">hier etwa.<\/a> Eines der geschm\u00e4hten B\u00fccher lese ich gerade: <em>The Corsair King, Or, The Blue Water Rovers. A Romance of the Piratical Empire<\/em> (1847) von Charles E. Averill.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigentlich suchte ich nach einem Buch, das in <em>By the Shores of Silver Lake<\/em> erw\u00e4hnt wird. <a href=\"https:\/\/literature.stackexchange.com\/questions\/27671\/laura-ingalls-wilder-by-the-shores-of-silver-lake-whats-the-wonderful-story\">Auf Stackexchange<\/a> schlug jemand <em>The Corsair King<\/em> vor. Ich wei\u00df so gut wie nichts \u00fcber den Autor, nichts \u00fcber die Ver\u00f6ffentlichungsgeschichte. Aber ich habe das Buch heruntergeladen, es hat nur gut 100 Seiten, wenn auch jeweils zweispaltig, und ich wollte wissen, wie es weitergeht. Und weil ich nichts dazu im Internet gefunden habe, schreibe ich das hierher. <em>Little did I know.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Inhalt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 1: Conrad ist der Herrscher \u00fcber viele Piraten, so dass er der Piratenk\u00f6nig genannt wird. Im ersten Kapitel wird er uns vorgestellt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">His commanding figure was arrayed in a tunic of the most brilliant scarlet cloth, in fashion not unlike the Roman toga costume, which, spanned around the waist by a flowing golden-colored sash, thence descending to his knees, contrasting finely with the deep blue of his pantaloons; the whole splendig and gorgeous dress veiling a person of the most gracious symmetry, combined with the most gracious strength. His long and way hair of raven blackness, in hue the counterpart of his noble dark eye, was partly hidden beneath a velvet cap, fashioned into a happy resemblance to a crown, whose bright golden color served to render more dazzlingly fair, the pure olive of his classic countenance, beautiful as a woman\u2019s, but spirited and manly a a hero\u2019s. The swordhand grasped proudly the jewelled hilt of an upraised massive Turkish sabre, while its fellow sustained a banner with a device of a crowned monarch of the seas inscribed upon a field of ocean azure.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"601\" height=\"756\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/averill_corsair_king.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-62982\" style=\"width:700px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/averill_corsair_king.jpg 601w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/averill_corsair_king-238x300.jpg 238w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/averill_corsair_king-119x150.jpg 119w\" sizes=\"auto, (max-width: 601px) 100vw, 601px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleich darauf st\u00f6\u00dft er auf ein anderes Piratenschiff, dessen Mannschaft ein drittes Schiff \u00fcberfallen hat und die \u00dcberlebenden dessen Besatzung jeweils einzeln an einen Leichnam gefesselt haben. Emp\u00f6rt \u00fcber solch grausames Verhalten l\u00e4sst Conrad den Anf\u00fchrer dieser Piraten an Armen und Beinen in ein Boot nageln, das den Wellen \u00fcbergeben wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 2: Dieses dritte, \u00fcberfallene Schiff und dessen Besatzung sollen zuerst unversehrt weiterreisen d\u00fcrfen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;And who, strange man are you? who with a wave of your hand and a word from your lip, thus cause a pirate band to leave their prey,&#8220; was the astonished interrogatory.<br>&#8222;Conrad, the Corsair King.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8230;allerdings entdeckt Conrad versteckt eine Gefangene (Florence, jung, sch\u00f6n, bleich) auf dem Schiff, die daraufhin vor Freude gleich in Ohnmacht und in Conrads Arme f\u00e4llt. Also wird das Schiff doch gepl\u00fcndert, die Besatzung bleibt verschont.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Tag erscheint ein Boot in der N\u00e4he des Piraten, an Bord ein Mann (Rafael), der Conrad sprechen will, weil er sich um eine Stelle als Leutnant bewirbt &#8211; in Handschuhen, mit merkw\u00fcrdig empfindlichen H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen und einer schwarzen Maske, die er nicht abnehmen will&#8230;  Wir sind erst auf Seite 7 des Textes. Minuten sp\u00e4ter, immer noch auf Seite 7, wird ein weiteres Schiff gemeldet, ein Handelsschiff ohne Vorr\u00e4te und nur noch notd\u00fcrftig man\u00f6vrierf\u00e4hig, unter einem Kapit\u00e4n Williams. Nat\u00fcrlich wird mit Wasser und Essen ausgeholfen, au\u00dferdem nimmt Conrad &#8211; dessen Schiff nicht als Piratenschiff erkennbar ist &#8211; nach kurzem Z\u00f6gern vier Passagiere auf, die dieses Schiff verlassen: ein \u00e4lteres Paar und dessen Nichte und Neffe (Isabel und Bernard). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 3: Noch am Abend desselben Tages begegnen sie einem Sklavenschiff, dem sie ohnehin auf der Spur sind. (Von den versklavten Menschen an Bord erf\u00e4hrt man allerdings nichts.) Es kommt zu einem kurzen Gefecht, dann verschwindet das andere Schiff im pl\u00f6tzlich aufkommenden Nebel, und man h\u00f6rt nur noch eine rufende Stimme: &#8222;The Witch of the Mist seeks protection in her enchanted element!&#8220; Unheimlich, gell? Au\u00dferdem h\u00f6rt man von dem Frau eine Frau um Hilfe rufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 4: Dann fallen Isabel und Florence \u00fcber Bord; Conrad rettet Isabel, Bernard rettet Florence. In einem Sturm begegnen die Piraten noch einmal dem Sklavenschiff. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 5: Der Kapit\u00e4n des Sklavenschiffs ist ein rechter Schurke, er h\u00e4lt eine junge Frau und deren Bruder gefangen, den er foltert. Sie rettet dem ihr wohl wollenden zweiten Offizier, unfreiwillig an Bord, das Leben, indem sie das Seil, an dem er geh\u00e4ngt wird, mit einem Pistolenschuss durchtrennt. Der Offizier entkommt ins Meer; wir werden ihn sicher wiedersehen. &#8211; Die Piraten entern das Sklavenschiff und sind dabei, dessen Mannschaft im Handgemenge zu besiegen, da z\u00fcndet der Kapit\u00e4n das Pulvermagazin an und es kommt zu einer Explosion!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 6: Jetzt kommen vier unverbundene Szenen. Zuerst ein Fr\u00fchst\u00fccksgespr\u00e4ch unter Million\u00e4rs, die im Gespr\u00e4ch miteinander in unrealistischen S\u00e4tzen das Lesepublikum dar\u00fcber informieren, dass ihre Adoptivtochter auf See verschollen ist: \u201cIt is hard for parent to lose a child,\u201d sobbed the distressed mother, \u201chard even though a child by adoption.\u201d &#8211; Dann sind wir kurz bei der Marine, wo ein Schiff die Spur von Conrad aufnehmen soll. &#8211; Dann sind wir in einem geheimen unterirdischen Spielcasino in Boston (wo alle Spieler in rote Kutten gewandet sind), wo ein junger Mann, Peyton, der das Verm\u00f6gen einer Erbin ohne deren Wissen a) verwaltet und b) unterschl\u00e4gt, c) die Erbin und ihr Verm\u00f6gen an einen Schurken (Allison) im Gl\u00fccksspiel verliert: Die Frau soll ihn heiraten oder sterben, ihr Verm\u00f6gen f\u00e4llt so oder so an den Schurken. Aber Peyton plant, seinen Partner betr\u00fcgen. &#8211; Und zuletzt sind wir, eine Woche zuvor, in London, wo ein Duke of Richmond die Entf\u00fchrung einer Frau von einer Yacht befiehlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 7: Wieder an Bord. Stellt sich heraus: Die Mannschaft ist gerade noch rechtzeitig vor der Explosion \u00fcber Bord gesprungen. Die Gefangene ist gerettet, ihr &#8211; angeketteter &#8211; Bruder aber mit dem Schiff untergegangen; auch sonst gibt es keine \u00dcberlebenden, weder die Versklavten noch die Besatzung. Und Conrad hat jetzt schon drei rettungsbed\u00fcrftige Frauen auf seinem Schiff. Bernard und Florence gestehen sich ihre Liebe und Florence erz\u00e4hlt ihm ihre Geschichte: auf den Orkneys als Gefangene einer Schmugglerband aufgewachsen, bewacht lediglich von einem Wolfshund; sie entkommt, es verschl\u00e4gt sie nach Frankreich, dort wird sie von einem adligen Paar adoptiert, auf einem Yachtausflug nach London in einen Palast entf\u00fchrt. &#8211; \u201cMine is an eventful history,\u201d in der Tat. Der Entf\u00fchrer ist der Duke of Richmond des letzten Kapitels, der Florence merkw\u00fcrdig vertraut vorkommt; die Schmuggler arbeiteten mit ihm zusammen und Florence war absichtlich bei ihnen untergebracht worden. Hei\u00dft also: aristokratische Abstammung, Erbin. Sie wird vom Duke ins amerikanische Exil geschickt, auf einem Schiff, wo sie erst von einem \u00fcberfallenden Piratenkapit\u00e4n gefunden wird (der sich als der Schmuggleranf\u00fchrer ihrer Kindheit entpuppt), und dann gleich darauf von einem zweiten Kapit\u00e4n auf die gleiche Weise gefunden wird, und das ist der Piratenk\u00f6nig Conrad und das 2. Kapitel und der Schmuggleranf\u00fchrer ist der, der ins Boot genagelt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 8: Das Schiff brennt! Heldenhaft kann Conrad das Feuer unter Deck l\u00f6schen. Sofort danach wird ein Schiffbr\u00fcchiger aufgenommen, just jener Offizier des Sklavenschiffs, der sich vor der Explosion f\u00fcr die Frau mit dem Bruder eingesetzt hatte und deswegen im Meer gelandet war, Winship mit Namen. (Er war auf das brennende Schiff zugeschwommen. An Bord des Piratenschiffs erkl\u00e4rt er ein paar der unheimlichen Tricks der Sklavenh\u00e4ndlerbande. Und beim ersten Mal hei\u00dft er versehentlich &#8222;Winthorpe&#8220;.) Dann geht die Sonne auf und enth\u00fcllt ein Schiff in der N\u00e4he und zwei am Horizont. Das Schiff in der N\u00e4he ist das, das in Kapitel 6 auf die Jagd nach Conrad geschickt wurde; der Kapit\u00e4n ist Kapit\u00e4n Williams aus Kapitel 2, der Isabel und Bernard und dessen Onkel und Tante transportiert hatte. Die will er zur\u00fcck haben, weil er sie als Gefangene w\u00e4hnt; sie wollen aber bei Conrad bleiben, also will Williams k\u00e4mpfen. Conrad sagt, er kann nicht gegen ein amerikanisches Schiff k\u00e4mpfen und &#8211; flieht!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 9: Rafael, der Mann mit der schwarzen Maske, versucht Conrad zu ermorden, der Versuch scheitert aber an der beherzten Blanche (die ehemalige Gefangene des Sklavenschiffs). Rafael wird aus der Piratenbruderschaft augesto\u00dfen und erh\u00e4lt Gelegenheit, zur n\u00e4chsten Insel zu schwimmen. (Wir sind irgendwo in den Bahamas.) Blanche und Conrad gestehen einander ihre Liebe und wir erfahren, dass Conrad eine mysteri\u00f6se Herkunft hat, \u00fcber die er selbst nicht viel wei\u00df; dass er gar kein Verbrecher ist und nur Piratenkapit\u00e4n wurde, um die Piraten zu besseren Menschen zu machen, was ihm auch gelungen ist. Bernard hat Rafael erkannt. Zwei ungenannte Gestalten verlassen nacht das Schiff. Hinweis: Es sind Bernard und Conrad. (Von der Vorgeschichte von Blanche wissen wir noch gar nichts, und ihr Bruder ist seit der Explosion nicht mehr erw\u00e4hnt worden.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 10: In den H\u00f6hlen der Insel tagt die Versammlung der Piraten unter ihrem Vizek\u00f6nig. Gericht wird gesprochen \u00fcber einen Piraten, der bei einem Schiffsungl\u00fcck hundert Passagiere im Stich gelassen hat. Er wird verurteilt und zum <em>Death Chasm<\/em> geschickt, wo er zu Tode gest\u00fcrzt wird; zumindest h\u00f6rt man seinen Todesschrei. Danach gibt sich der heimliche Zuschauer Conrad zu erkennen, und der andere heimliche Zuschauer Bernard wird entdeckt und f\u00fcr einen Spion gehalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 11: Bernard muss Mitglied der Piraten werden, um nicht als Spion get\u00f6tet zu werden. Daf\u00fcr wird er von Conrad als einer von drei m\u00f6glichen Nachfolgern festgelegt, aus denen die anderen Piraten nach seinem Tod w\u00e4hlen d\u00fcrfen. Au\u00dferdem hat Conrad den zum Tode Verurteilten aus dem letzten Kapitel erkannt &#8211; es ist der Kapit\u00e4n des Schiffes, das Florence an Bord hatte, das in Kapitel 2 \u00fcberfallen worden ist. Aber der Leichnam dieses Gestalt ist verschwunden; unbemerkt schleicht sich ein mysteri\u00f6ser zwergenw\u00fcchsiger Buckliger von der Stelle, ein unheimliches Lachen ert\u00f6nt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 12: Weiterhin auf der Pirateninsel: Conrad betritt seinen Harem. Er sagt sich von der K\u00f6nigin des Boudoirs, Eva, los, er liebe sie weiter, aber &#8211; ab jetzt &#8211; nur wie ein Bruder. Die informiert ihn: \u201cKnow that my soul&#8217;s unutterable wealth of love has changed into hate\u201d &#8211; wir h\u00e4tten das auch so gemerkt, weil sie erst Conrad mit einem Dolch ersticht und dann sich selber; beide sinken dem Tode nahe zu Boden, aber Eva wird von dem Buckligen heimlich davongetragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 13: Der Piraten-Vizek\u00f6nig, Francisco, hat einen heimlichen Gefangenen in einem Verlies im H\u00f6hlensystem: Wegen Erbschaftssachen hat der Gefangene einst die Mutter des Vizek\u00f6nigs in einer Burg gefangen gehalten und verhungern lassen. Der Vizek\u00f6nig will erstens Rache und zweitens wissen: wer sein Vater ist! Da kommt der Bucklige und befreit den Gefangenen. &#8211; Zeitgleich bringt Bernard den durch den Dolchstich des letztes Kapitels verwundeten Conrad aufs Schiff zur\u00fcck. Zeitgleich auf der anderen Seite der Insel bringen zwei Piraten eine regungslose Gestalt an Bord eines Schiffes, von dem aus danach kurze Kampfger\u00e4usche zu h\u00f6ren sind.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Who was that human figure? was it a dead body or a living form? and who were the abductors? What was the meaning of the pirate viceroy&#8217;s mysterious words? Who was the captive of the cavern-dungeon, and what was the nature of the damning secret? The curtain is about to be lifted from the grand drama of Fate&#8217;s mysteries.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin ja skeptisch, ob das nicht noch eine ganze Weile l\u00e4nger dauert, bis das gekl\u00e4rt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 14: Eine kleine Weile sp\u00e4ter. Conrad und seine Besatzung sind in den Bermudas und greifen das H\u00f6hlensystem der Sklavenh\u00e4ndler dort an. Wir erinnern uns: Die Sklavenh\u00e4ndler waren das zweite Schiff, dem Conrad am Anfang begegnet ist; nach einigem Hin und Her explodierte es, wobei sich Conrad und seine Leute retten konnten, zusammen mit der Gefangenen Blanche, aber ohne deren Bruder; sp\u00e4ter st\u00f6\u00dft noch der vom Sklavenschiff versto\u00dfene Offizier Winship dazu. &#8211; Die Sch\u00e4tze werden gepl\u00fcndert, die Versklavten werden befreit und aus dem Plot entfernt: \u201cThe poor wretches no sooner found themselves free than they performed the most extravagant antics, and joyfully departed in the woods, thanking their liberators with grateful tears in their eyes.\u201d Aber dem Anf\u00fchrer der Sklavenh\u00e4ndler gelingt es, das Pulvermagazin zu entz\u00fcnden, woraufhin die H\u00f6hle einst\u00fcrzt und sich alles mit Wasser f\u00fcllt. Dennoch, die Piraten entkommen und gehen wieder auf ihr Schiff, sichten und verfolgen ein neu hinzugekommenes Sklavenh\u00e4ndlerschiff. Das entkommt aber, weil Conrad &#8211; aus uns noch verborgenen Gr\u00fcnden &#8211; nie in k\u00fcstennahen Gew\u00e4ssern k\u00e4mpft.) Aber das Sklavenschiff l\u00e4uft auf ein Riff. Da ruft eine Frau vom untergehenden Schiff nach Conrad um Hilfe!<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Who was this female figure? how came she in the power of the man? and who was this man? whither was she borne a captive, and for what dark purpose? Let our story answer.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 15: Conrad will jetzt eigentlich mit seinem Piratenschiff Richtung Boston, um endlich die Passagiere abzusetzen (also mindestens: Isabel und Bernard, Onkel und Tante; vielleicht auch Florence und Blanche, vielleicht Winship), aber St\u00fcrme zwingen ihn Richtung S\u00fcden. Auf einer Insel der Bahamas kommt es zum Schiffbruch. Gleichzeitig beginnt die Mannschaft zu meutern; Gr\u00fcnde werden keine angegeben. Die Meuterer verlassen das sinkende Schiff, alle anderen bleiben zur\u00fcck. Aber die Boote der Meuterer kentern und sie werden alle von Haien gefressen. Die Helden entkommen in einem Rettungsboot und landen auf einer paradiesischen Bermuda-Insel, obst- und wildreich, und vergleichen sich mit Robinson Crusoe. Sch\u00e4kern unter den sechs jungen Leuten. (Spielt dieses Kapitel wirklich einfach nach dem vorhergehenden? Conrads Verwundung ist kommentarlos geheilt? Die rufende Fremde auf dem untergehenden Schiff wird ignoriert?)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 16: Sie finden ein H\u00f6hlensystem auf der Insel; aus einem Gang str\u00f6mt hei\u00dfe Luft. Dem nachgehend, finden sie einen leuchtenden See, geheimnisvoll aufgew\u00fchlt und unruhig. Dessen Geheimnis: darunter befindet sich eine Magma-Schicht, &#8222;a lake of livid flame&#8220;, die den nur durch eine d\u00fcnne Gesteinsschicht getrennten See dar\u00fcber erhitzt. Die ganze Insel ist der Gipfel eines Vulkans! Die Gruppe zieht um in das H\u00f6hlensystem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 17: Zw\u00f6lf Wochen sp\u00e4ter. Allen geht es gut, aber es wird etwas langweilig, so dass Isabella vorschl\u00e4gt, man k\u00f6nnte einander zur Unterhaltung die jeweilige Lebensgeschichte erz\u00e4hlen. Blanche beginnt: In wohlhabenden Umst\u00e4nden aufgewachsen in New Orleans (mit, nat\u00fcrlich, dunklen Erinnerungen an eine Zeit zuvor), sie soll einen franz\u00f6sischer Offizier heiraten, der aber schurkenhaft und ihr zuwider ist. , der um sie freite. Ihr eigener Vater, der nat\u00fcrlich gar nicht ihr echter Vater ist, h\u00e4lt sie bei sp\u00e4rlich Wasser und Brot gefangen. In Wirklichkeit ist Blanche die Schwester ihres Jugendfreundes, eines jungen franz\u00f6sischen Offiziers, Henri De Leon. Der befreit sie dann auch. Der b\u00f6se Vater entkommt, man findet aber einen Brief, der seine Pl\u00e4ne mit einem George Peyton aus Boston verbindet. Das war der Spielcasinomensch aus Kapitel 6. Damit ist Blanche die unwissende Erbin, die Peyton an den Schurken Allison verkauft hat, den er aber ohnehin betr\u00fcgen will. Dieser Peyton sollte der Vormund von Blanche werden. Die flieht aber mit ihrem Bruder Henri, wird aber von einem Sklavenh\u00e4ndler-Schiff \u00fcberfallen, dessen Kapit\u00e4n sich als niemand anderes als Peyton herausstellt. (Wegen seiner Schulden musste er wohl Boston verlassen.) Damit ist Peyton derjenige, der in Kapitel 5 das Schiff hat explodieren lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 18: Als Blanche ihre Erz\u00e4hlung beendet hat, springt ein riesiger Wolfshund aus der H\u00f6hle Florence an. (Ich erfinde nichts!) Es ist nat\u00fcrlich jener Wolfshund, der Florence in der Schmugglerh\u00f6hle auf den Orkneys bewacht hat. Der Hund wird get\u00f6tet, an seinem Halsband findet sich ein Brief, in dem der reuhevolle Besitzer des Hundes seine ehemalige Gefangene um Verzeihung bittet. Wir erinnern uns: der Schmuggleranf\u00fchrer war der ins Boot genagelte Pirat aus Kapitel 2, wie wir in Kapitel 7 erfahren hat. (Das wei\u00df Florence jetzt aber nicht mehr?) Die Geschichten von Bernard und Isabella sind so unspektakul\u00e4r, dass sie von ihnen gar nicht erst erz\u00e4hlt werden, gl\u00fcckliche Kindheit und so weiter. Winships Geschichte ist \u00e4hnlich kurz: Er wurde in die Mannschaft des Sklavenschiffs gepresst, bis er sich f\u00fcr Blanche einsetzte, \u00fcber Bord ging, schwimmend sp\u00e4ter von Conrads Schiff gerettet wurde. Dann ist der Piratenk\u00f6nig Conrad selber an der Reihe: Als Findelkind in einem Boot auf dem Meer gefunden, in Boston adoptiert, sich auf ein Schiff gestohlen. Mit f\u00fcnfzehn von Piraten \u00fcberfallen, mitgenommen worden, und einerseits hat ihm das ungebundene Leben gefallen, andererseits will er die Piraten zivilisieren. Der Piratenanf\u00fchrer damals, Pierre le Grand, hasst ihn allerdings aus einem geheimen Grund; Conrad ist aber so beliebt, dass es Pierre le Grand ist, der fliehen muss und sich nach Frankreich absetzt &#8211; tats\u00e4chlich versto\u00dfen, angeblich aber, weil er sich zur Ruhe setzt. Die Piraten w\u00e4hlen Conrad zum neuen Anf\u00fchrer. Er will aber nur gegen L\u00e4nder k\u00e4mpfen, die schon einmal f\u00fcr B\u00f6ses verantwortlich waren &#8211; deshalb ist wohl das amerikanische Schiff in Kapitel 8 vor ihm sicher. Sklavenhandel hasst er besonders. &#8211; Conrad erz\u00e4hlt weiterhin von weiten Seereisen, die er unternommen hat, unter anderem bis nach Elba. Dort verspricht er einem Fremden, der angeblich sogar etwas \u00fcber die Vergangenheit Conrads wei\u00df, ihm zur Flucht von Elba zu verhelfen. Ja, es ist Napoleon. Die Erz\u00e4hlung wird an dieser Stelle unterbrochen, als pl\u00f6tzlich eine Gestalt aus dem Inneren des H\u00f6hlensystems hervortritt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 19: Die Gestalt, in zerlumpter Kleidung, entpuppt sich als:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201cThe Duke of Richmond!\u201d<br>\u201cThe Smuggler of the Orkney Isles!\u201d<br>\u201cMy pretended father!\u201d<br>\u201cThe traitor pirate Rafael!\u201d<br>\u201cPierre Le Grand!\u201d<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um das mal aufzudr\u00f6seln:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201cThe Duke of Richmond!\u201d (Florence, die ihn nur im Dunkeln gesehen hat)<br>\u201cThe Smuggler of the Orkney Isles!\u201d (Florence)<br>\u201cMy pretended father!\u201d (Blanche)<br>\u201cThe traitor pirate Rafael!\u201d (Bernard, der ihn bei dessen Flucht gesehen hat)<br>\u201cPierre Le Grand!\u201d (Conrad)<br>Man m\u00f6chte erg\u00e4nzen: Der Sklavenkapit\u00e4n, der ins Boot genagelt wurde. Von Conrad. Der ihn nicht erkannt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pierre, nennen wir ihn Pierre, war au\u00dferdem die letzten Jahre alleine schiffbr\u00fcchig auf der Insel. Gl\u00fccklicherweise fasst er seine Geschichte f\u00fcr uns zusammen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Geboren als Duke of Richmond, aber verarmt.<\/li>\n\n\n\n<li>Deshalb heimliche Zusammenarbeit mit den Schmugglern.<\/li>\n\n\n\n<li>Parallel dazu Arbeit als Pirat Pierre Le Grand.<\/li>\n\n\n\n<li>Wird Teil einer Verschw\u00f6rung, die Bourbonen wieder auf den englischen Thron zu bekommen. Er bekommt zwei Kleinkinder aus dem Haus von Orleans, Schwestern, ausgeh\u00e4ndigt. Die eine (Prinzessin Blanche von Navarse, prospektive K\u00f6nigin Frankreichs) bringt er nach New Orleans und zieht sie als seine Tochter auf, die andere (Florence, Herzogin von Neymours) gibt er in die Schmugglerh\u00f6hle.<\/li>\n\n\n\n<li>Die spanische K\u00f6nigin, eine Bourbonin, heuert ihn an, um aus politischen Gr\u00fcnden den neugeborenen Sohn des brasilianischen Kaisers zu entf\u00fchren. Er macht das auch und setzt ihn in einem Boot auf dem Meer aus. (Im n\u00e4chsten Kapitel erfahren wir offiziell: das ist nat\u00fcrlich Conrad.)<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter kriegt der brasilianische Kaiser eine Tochter, auch diese wird entf\u00fchrt; sie wird als Adoptivkind nach Boston gebracht.  (Spoiler: Das wird sich als Isabella herausstellen.)<\/li>\n\n\n\n<li>Dann vergehen zwanzig Jahre, in den Pierre jeweils als Herzog, Schmuggler und Pirat agiert. W\u00e4hrenddessen verschl\u00e4gt es Conrad zu den Piraten, der Pierre abl\u00f6st, w\u00e4hren Pierre die Piratenrolle aufgibt.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Ehemann, den Pierre f\u00fcr Blanche ausgesucht hat, war in Wirklichkeit der sp\u00e4tere Orleans-K\u00f6nig von Frankreich, Charles X, dem eine Heirat mit der Bourbonentochter geholfen h\u00e4tte.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 20: Der auf dem Meer ausgesetzte ist Conrad, wir dachten es uns bereits. Weiteres zu Pierres Leben:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Pierre schleicht sich als Rafael wieder bei den Piraten ein, weil er dort wieder Macht erlangen will. (Das geschieht vermutlich vor einer ganzen Weile.) Er steigt nach und nach auf, bis er versehentlich selbst das Schiff mit Florence \u00fcberf\u00e4llt, die er doch selbst als Herzog nach Amerika verfrachten lie\u00df. Wie das zeitlich gehen soll, fragt mich nicht.<\/li>\n\n\n\n<li>Pierre wird, als Schurke, ins Boot genagelt und ausgesetzt; \u201chis disguise had prevented him from being recognized by Conrad.\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Er wird von einem Sklavenschiff gerettet und verarztet, macht sich aber gleich als Rafael mit der schwarzen Maske zur\u00fcck zu Conrads Schiff.<\/li>\n\n\n\n<li>Nach dem Mordversuch an Conrad wird er, diesmal als Rafael, wieder ausgesetzt, wieder von einem Schiff aufgenommen, das aber &#8211; sp\u00e4ter wichtig &#8211; Schiffbruch erleidet, so dass es ihn auf die Insel verschl\u00e4gt, auf der sich jetzt alle getroffen haben.<\/li>\n\n\n\n<li>Kurz davor setzt er, bereits reuig geworden, seinen Hund mit der Nachricht aus.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pierre bringt alle in seinen Bereich der H\u00f6hle, wo er ihnen Goldsch\u00e4tze und eine Goldmine zeigt. Au\u00dferdem erkennt er Isabella als die entf\u00fchrte brasilianische Kaiserstochter. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 21: Da st\u00fcrzt die Haremsk\u00f6nigin Eva aus Kapitel 12 hervor, sie und Conrad umarmen sich innig, der zwergenhafte Bucklige erscheint mit einem verletzten Gef\u00e4hrten und schie\u00dft auf die beiden, trifft aber Pierre.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zwerg: Ist derjenige, der in Kapitel 10 zu Tode gest\u00fcrzt wurde. Er hat \u00fcberlebt, aber mit krummem R\u00fccken. Hasserf\u00fcllt hat er auf Rache gesonnen, an Conrad und dem Vizek\u00f6nig Francisco. Deshalb hat er die (ja ohnehin t\u00f6dlich verwundete) Eva entf\u00fchrt. Da erkennt Pierre in dem verwundeten Gef\u00e4hrten des Buckligen seinen Bruder Edwin, der einst dessen Frau ermordet und sein Kind entf\u00fchrt hat. Daraufhin erkennt Eva in Pierre ihren Vater, denn der verwundete Gef\u00e4hrte ist just jener, den Eva laut Kapitel 13 die letzten f\u00fcnf Jahre gefangen gehalten hat, weil der ihre Mutter hat verhungern lassen und seinen Bruder &#8211; vermeintlich, wie wir jetzt wissen &#8211; get\u00f6tet hat. Eh, war das nicht Francisco, der Vizek\u00f6nig? In der Tat, denn Francisco ist niemand anderes als Eva in m\u00e4nnlicher Verkleidung. (Ein paar Hinweise darauf gibt es in Kapitel 13 tats\u00e4chlich bereits, so dass man auf das Topos der verkleideten Frau unter den Piraten bereits vorbereitet ist). &#8211; Am Ende von Kapitel 13 hat der Bucklige den gefolterten Edwin und die entf\u00fchrte Eva auf sein Schiff bringen lassen; am Ende von Kapitel 14 ist es Eva, die man rufen h\u00f6rt. Und just jenes Schiff ist es wohl, das Pierre (als Rafael) laut dessen Erz\u00e4hlung aufgenommen hat, bevor es Schiffbruch erlitt und Rafael an die Insel gesp\u00fclt wurde. Eine kleine Weile nach ihm hat es auch Eva, den Buckligen, und Edwin dorthin verschlagen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor seinem Tod, er ist ja von einer Kugel getroffen, ersticht Pierre seinen Bruder Edwin und den Buckligen. Eva gibt Conrad frei, als sie seine Liebe zu Blanche sieht, und verschwindet aus der H\u00f6hle, um nie wieder gesehen zu werden. Aber wer wei\u00df:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dim and shadowy traditions have come down to us, of a maiden and a virgin band, who, afar in the ocean isles, sway the sovereignty of the seas. May not this maiden corsair be the Houri Queen, and these female rovers of the deep, the beauties of the seraglio bower? Future researches may determine.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 22: Nach ein paar Wochen kommt ein Schiff und nimmt unsere Abenteurer mit. Der Kapit\u00e4n ist jener Kapit\u00e4n Williams, ach, whatever. Wir sind ihm mehrfach begegnet. Alle bedienen sich am Gold der Insel. Williams, jetzt ist auch schon alles egal, stellt sich heraus als der Pflegevater, bei dem der junge Conrad einst aufwuchs, nachdem er im Boot gefunden wurde und bevor er sich zur See aufmachte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 23: Alle versammeln sich und feiern im Palast von Pedro I, Kaiser von Brasilien. Auf der Hochzeitsreise schaut Conrad mit Blanche noch einmal in seinen alten Jagdgr\u00fcnden vorbei und belauscht die Piraten in ihrer H\u00f6hle, wie sie das alte Piratenlied singen. Es gibt einen neuen Piratenk\u00f6nig, nachdem Conrad, Francisco, Bernard pl\u00f6tzlich alle verschwunden sind; Conrad \u00fcbertr\u00e4gt ihm das Amt. Der Harem ist leer, nachdem k\u00fcrzlich eine Frau, auf die die Beschreibung von Eva\/Francisco passt, auf der Insel war. (Der Harem, erfahren wir, war \u00fcbrigens nur eine Auffangstation f\u00fcr gefl\u00fcchtete Unterdr\u00fcckte Frauen, die alle freiwillig dort waren.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach schauen sie auf der Insel vorbei, auf der sie schiffbr\u00fcchig so sch\u00f6ne Zeit verbracht haben. Sie werden \u00fcberfallen von, wie sie glauben, Wilden &#8211; die sich dann aber doch als die befreiten Sklaven aus Kapitel 14 herausstellen, die sich dort niedergelassen haben und ihnen nat\u00fcrlich kein Haar kr\u00fcmmen: &#8222;Farewell! and remember that the oppressed African possesses a <em>soul<\/em> in common with his fellow man.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 24: Pedro I stirbt, Conrad wird Kaiser Pedro II von Brasilien. Wir erfahren ein bisschen, wie es weitergeht. (Winship wird in den US-Kongress gew\u00e4hlt.)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcberlegungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wollte hier irgend etwas Analytisches schreiben. Aber zu viel, zu viel! Ich bin ersch\u00f6pft. Respekt, alle offenen Fragen sind beantwortet, auch wenn das mit dem Zeitablauf nicht hinhauen kann. Nur Allison ist eine \u00fcberfl\u00fcssige Figur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben: Geheimisvolle Herkunft (Conrad, Florence, Isabel, Blanche, Eva), junge Frauen in N\u00f6ten (Florence, Isabel, Blanche, Eva), Begegnungen auf See (viel zu viele, der Atlantik ist voll davon), eine verkleidete Piratenkapit\u00e4nin, Erbschaftsangelegenheiten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Gentle Reader<\/em>, mehrfach; <em>doom worse than the most horrible death, a fate more terrible than death&#8220;; I will save you from the fate more fearful than death<\/em>, einen Goldschatz, einen Vulkan (auch wenn er nicht ausbricht), Piratenjustiz und ein vererbbares Piratenamt. (Dread Pirate Roberts, anybody?)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das alles aufzuschreiben hat wesentlich l\u00e4nger gedauert, als es zu lesen. Aber wer wei\u00df, wer noch einmal dieses Buch lesen wird. Ich zolle h\u00f6chsten Respekt allen, die diesen Blogeintrag gelesen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist es das gesuchte Buch? Es passt zeitlich nicht ganz, m\u00fcsste vor 1880 im <em>New York Ledger <\/em>in Fortsetzungen erschienen sein. Das kann ich mir bei einem Roman aus dem jahr 1847 nicht vorstellen. Hier noch einmal die Stelle:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laura began to read to them all a wonderful story, about dwarfs and caves where robbers lived and a beautiful lady who was lost in the caves.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt nur einen Zweg, aber viele H\u00f6hlen, keine R\u00e4uber, aber Piraten, und viele sch\u00f6ne Frauen, die sich aber nicht in H\u00f6hlen verirren. Die Geschichte ist au\u00dferdem zu blutr\u00fcnstig f\u00fcr Laura. Aber wer wei\u00df, vielleicht hat sie sie gar nicht gelesen. Ich werde weiteren Spuren nachgehen. Nach einer Pause. Das war ein gar zu wilder Ritt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier gibt es das Buch. Es liest sich flott und angenehm, wenn man nicht gleichzeitig dar\u00fcber bloggt, sondern nur staunen will:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/books.google.de\/books\/about\/The_Corsair_King.html?id=vudLAQAAMAAJ&amp;redir_esc=y\">https:\/\/books.google.de\/books\/about\/The_Corsair_King.html?id=vudLAQAAMAAJ&amp;redir_esc=y<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(8 Kommentare.) Was und warum \u00dcber Trivialliteratur in Gro\u00dfbritannien wusste ich bereits ein bisschen (Blogeintrag), \u00fcber die USA, wie sich herausgestellt hat, nichts. In der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts gab es die Story Papers, Zeitschriften mit sensationellen Fortsetzungsromanen. Das erfolgreichste davon war The New York Ledger. 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