{"id":63295,"date":"2024-10-07T18:54:18","date_gmt":"2024-10-07T16:54:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=63295"},"modified":"2026-02-18T07:10:26","modified_gmt":"2026-02-18T06:10:26","slug":"trachten-und-feiertag-und-heldische-reinkarnation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2024\/10\/trachten-und-feiertag-und-heldische-reinkarnation.htm","title":{"rendered":"Trachten- und Feiertag, und heldische Reinkarnation"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2024\/10\/trachten-und-feiertag-und-heldische-reinkarnation.htm#comments'>3 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-corecolumns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Und schon wieder eine Woche herum. Nur kurz, Tagebuchbloggen, Tradition verpflichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>So wie rechts sah ich am Trachtentag aus. Eine Tracht habe ich nicht, dann wenigstens gute, ehrliche Arbeiterkleidung. Zumindest die Hose ist tats\u00e4chlich aus den 1950er Jahren, davon wurde ein Satz eingelagert gefunden, upcycling als schicke Mode. Der Rest, nicht so alt wie er tut.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich leite jetzt eine Robotik AG. Die Terminfindung l\u00e4uft nicht reibungslos, aber jetzt haben wir&#8217;s dann. Was mich nicht h\u00e4tte \u00fcberraschen sollen: Die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen bauen lieber Lego-Roboter, als sie zu programmieren. Das isst okay, es ist ihr Wahlunterricht, aber mir selber liegt das Programmieren halt viel mehr. Da arbeitet man erst einmal nur mit Modellwelten und muss sich selten mit der physischen Realit\u00e4t herumschlagen. Aber soll sein, soll sein, soll sein, bei der Big-Data-Analyse kommt die Welt ja auch hinein, und den Reiz der Physikalit\u00e4t bei der Robotik verstehe ich v\u00f6llig. Ich hab&#8217;s selber nur eben lieber abstrakter.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"217\" height=\"700\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/trachtentag2024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-63296\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/trachtentag2024.jpg 217w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/trachtentag2024-93x300.jpg 93w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>F\u00fcr einen Podcast habe ich &#8211; leider eher schlechte &#8211; Kurzgeschichten von Robert E. Howard gelesen, der sonst bessere Pulp Fiction schreibt. Wie in vielen seiner Geschichten ging es auch hier um wackere Helden (gerne mal Wikinger, alte Iren oder Gallier, Leute mit Axt und Schwert jedenfalls). Das kann Howard oft auch sehr gut. Aber hier f\u00fchlte er sich gen\u00f6tigt, das jeweils in eine Reinkarnations-Rahmenhandlung zu packen, wo sich moderne Menschen &#8211; schw\u00e4chliche Menschen, in schw\u00e4chlicher Zivilisation zu Hause &#8211; nach m\u00e4nnlicherem Heldentum sehnen und sich dabei an fr\u00fchere Leben erinnern, wo sie theoretisch alles m\u00f6gliche waren, in den Geschichten aber stets wackere, erfolgreiche, r\u00fccksichtslose K\u00e4mpfer mit Axt und Schwert. <\/p>\n\n\n\n<p>Howard hat sich tats\u00e4chlich zumindest ein wenig mit Buddhismus besch\u00e4ftigt, aber Reinkarnation war in den ersten drei\u00dfig Jahren des 20. Jahrhunderts (und seit Blavatsky zuvor) wohl auch allgemein angesagt. Das kann man aber auch besser machen: In &#8222;The Finest Story in the World&#8220; (1891, also fr\u00fch) stellt Kipling einen stillen Bankangestellten vor, der eher von seinen Traumerinnerungen bel\u00e4stigt wird, statt in ihnen zu schwelgen. Der Erz\u00e4hler &#8211; anders als bei Howard eine zweite Person &#8211; ist es, der von den Geschichten fasziniert ist und herausfindet, dass sich der Bankangestellte tats\u00e4chlich an vergangene Leben als r\u00f6mischer Galeerensklave oder Wikinger erinnert. Am Ende versiegen die Erinnerungen aber, als dieser Mann eine Beziehung zu einer Frau aufbaut. So viel besser!<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann gibt es im zweiten Weltkrieg General Patton, meiner Generation eher bekannt aus dem Biopic <em>Patton <\/em>(1970), wo er von George C. Scott gespielt wird, den wir wiederum aus <em>Dr. Strangelove<\/em> kennen.  Im Web begegnet mir immer wieder mal der Schnipsel &#8222;You magnificent bastard, I read your book!&#8220; aus dem Film, aber es gibt eine viel interessantere Stelle:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=l7ER08F9rGo\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=l7ER08F9rGo<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Hier lenkt Patton in Afrika aufgrund seiner Erinnerungen einen Jeep zu einem alten Schlachtfeld. Denn ja, auch Patton glaubte daran, schon viele Leben als griechischer, r\u00f6mischer, normannischer K\u00e4mpfer erlebt zu haben. Im Film zitiert seine Figur sogar 2 Strophen aus einem eigentlich 22 Strophen langen Gedicht, von Patton selber verfasst, zum Thema heldenhafter Reinkarnation:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Through the travail of ages,<br>Midst the pomp and toils of war,<br>Have I fought and strove and perished<br>Countless times upon a star.<\/p>\n\n\n\n<p>As if through a glass, and darkly<br>The age-old strife I see\u2014<br>Where I fought in many guises, many names\u2014<br>but always me.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das &#8222;glass, darkly&#8220; taucht auch bei Howard auf, es stammt aus einem Paulusbrief und ist oft, oft f\u00fcr literarische Werke verwendet worden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(3 Kommentare.) Und schon wieder eine Woche herum. Nur kurz, Tagebuchbloggen, Tradition verpflichtet. So wie rechts sah ich am Trachtentag aus. Eine Tracht habe ich nicht, dann wenigstens gute, ehrliche Arbeiterkleidung. Zumindest die Hose ist tats\u00e4chlich aus den 1950er Jahren, davon wurde ein Satz eingelagert gefunden, upcycling als schicke Mode. 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