{"id":63919,"date":"2024-12-16T11:53:20","date_gmt":"2024-12-16T10:53:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=63919"},"modified":"2024-12-16T11:53:21","modified_gmt":"2024-12-16T10:53:21","slug":"gesehen-wicked","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2024\/12\/gesehen-wicked.htm","title":{"rendered":"Gesehen: Wicked"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2024\/12\/gesehen-wicked.htm#comments'>3 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Kino gewesen, <em>Wicked <\/em>gesehen. Das ist eine aufwendige Musical-Verfilmung, und zwar der ersten H\u00e4lfte des Musicals <em>Wicked<\/em> (2003), das seinerseits auf dem Roman <em>Wicked<\/em> (1995) basiert, das eine Um-Schreibung der Handlung des Film-Musicals <em>The Wizard of Oz<\/em> (1939) ist, das auf Elementen der Oz-Romane von Frank Baum basiert. F\u00fcr das Ende des kommenden Jahres ist Teil 2 angek\u00fcndigt, der die zweite H\u00e4lfte des Musicals umfassen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das alte Musical kenne ich sehr gut, auch \u00fcber einen amerikanischen <em>friend of Dorothy<\/em> in der Familie, aber wir mochten ja ohnehin allesamt Musicals. Meine Zeit sind die 1930er bis 1950er Jahre, danach gibt es bis in die 1970er ehrenwerte, teils zu ernsthafte Musicals mit guter Musik (<em>Sweet Charity, Cabaret, Chicago, West Side Story,<\/em> vielleicht noch <em>A Chorus Line),<\/em> bevor dann Andrew Lloyd Webber alles \u00fcbernahm mit seichter, aber eing\u00e4ngiger Musik. Inzwischen sind wir, von der r\u00fchmlichen Ausnahme <em>La-La-Land<\/em> und wohl auch noch <em>The Greatest Showman<\/em> abgesehen, bei Disney-Musicals, die nicht mal mehr eing\u00e4ngige Musik haben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Disney-Musicals f\u00fcr Young Adults sehe ich ab und zu beim Herumzappen auf dem Disneykanal: <em>High School Musical<\/em> 1 bis 3, <em>Descendants <\/em>1 bis 3, und irgendeine komische Sache, in der Zeitreisende aus der Gegenwart in einem Surfer-Film der sp\u00e4ten 1950er landen und die Surfer und die Motorradleute miteinander vers\u00f6hnen m\u00fcssen, musikalisch und otherwise. Vielleicht auch Teil 1 bis 3, ich m\u00fcsste nachschauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sehe das, wenn ich allein im Haus bin, nicht v\u00f6llig ungern &#8211; ich mag Musicals einfach. Getanzt wird da \u00fcberhaupt nicht mehr richtig, nicht allein und nicht zu zweit, sondern nur im Pulk, mit Star oder Stars in der Mitte und T\u00e4nzer und T\u00e4nzerinnen an den Fl\u00fcgeln, und der Art Tanz, der nach Sport aussieht. Durchaus akrobatisch, darf durchaus mal sein; aber echte Tanznummern dazwischen w\u00e4ren mir schon sehr recht. Schlimmer noch ist der Gesang: da ist keine Nummer, die mir nur halbwegs im Ohr bleibt. (Ausnahmen sind die Nicht-Disney-Musicals oben.) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so ging mir das auch mit <em>Wicked<\/em>, immerhin einer sehr erfolgreichen Broadway-Produktion. Von &#8222;Defying Gravity&#8220; abgesehen ist nichts dabei, was ich nur halbwegs summen w\u00fcrde. Wie anders dagegen <em>The Sound of Music,<\/em> nur als Beispiel; da sind viele verschiedene Nummern dabei. &#8211; Bin das nur ich? Ist das bei Menschen mit j\u00fcngerem Musikgeschmack anders, dass die da Unterschiede sehen und Melodien erkennen? Oder werden diese Filme opernhafter mit viel Rezitativ, keinem Schlager, keinem Marsch darin? <em>Frozen<\/em> hatte mindestens einen Hit, <em>La La Land<\/em> mehrere, bei <em>Wicked<\/em> sehe ich nichts dergleichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Davon abgesehen hat mir der Film gut gefallen. Ich habe mich nicht gelangweilt, auch wenn man eine halbe Stunde h\u00e4tte k\u00fcrzen k\u00f6nnen. Die Hauptfiguren sind differenziert, insbesondere Galinda und Fiyero. Dass der letztere mich an Flynn Rider aus <em>Rapunzel<\/em> erinnert, geschenkt: Musical und Buchvorlage sind \u00e4lter als dieser, und dass die Zaubereischule unangenehm nach Hogwarts aussieht, daf\u00fcr kann zumindest die Romanvorlage nichts, die <em>auch<\/em> \u00e4lter ist. Aber nat\u00fcrlich hat das Einfluss auf meine Wahrnehmung, und wahrscheinlich auch auf die Inszenierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Handlung: Es handelt sich um eine Art Prequel zum alten Musical, das dessen Geschichte aus anderer Sicht erz\u00e4hlt. Die Pr\u00e4misse: die b\u00f6se Hexe des Westens ist gar nicht b\u00f6se, alles nur Propaganda. Dazu kriegt sie eine Hintergrundgeschichte. Das ist gut gemacht, ganz im Sinne meines &#8222;<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/09\/zwischen-den-zeilen-schreiben-1.htm\">Zwischen den Zeilen schreiben<\/a>&#8222;. Im zweiten Teil gibt es wohl chronologische Abweichungen, so dass die Handlung dann nicht mehr in allen Details zum Ursprungsmusical passt. Sehr gut ist, dass die ganze Handlung umgedeutet und neu gesehen wird, die Schurkin also gar keine ist und auch nie war oder gewesen sein wird. Manchmal sieht man ja auch, dass stattdessen die Schurkin oder der Schurke eine r\u00fchrselige Hintergrundgeschichte kriegt, die erkl\u00e4rt, warum er oder sie so geworden ist <em>(Maleficent, Cruella, <\/em>Anakin Skywalker.) Am End war der Tyrann gar kein Tyrann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lobenswert die Steampunk-Elemente im Film, insbesondere der Zug, auch wenn dessen Fahrt von der <a href=\"https:\/\/www.shizuniversity.com\/en\/tour\/dormitories\">Shiz University<\/a> nach Oz in einem Katzensprung erledigt war. So hatte ich das Gef\u00fchl, dass Oz gleich um die Ecke der Universit\u00e4t liegt, was nicht dazu passen will, dass die meisten diese Stadt nur vom H\u00f6rensagen zu kennen schienen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(3 Kommentare.) Im Kino gewesen, Wicked gesehen. 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