{"id":6418,"date":"2015-04-02T11:21:30","date_gmt":"2015-04-02T09:21:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=6418"},"modified":"2023-06-13T08:32:58","modified_gmt":"2023-06-13T06:32:58","slug":"quick-somebodys-wrong-on-the-internet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2015\/04\/quick-somebodys-wrong-on-the-internet.htm","title":{"rendered":"Quick! Somebody&#8217;s wrong on the internet!"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2015\/04\/quick-somebodys-wrong-on-the-internet.htm#comments'>12 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/Herr_Rau\">@Herr_Rau<\/a> Was genau findest Du uns\u00e4glich (m\u00fcsste ihn nochmal lesen, hab aber gerade keine Zeit)<\/p>\n<cite>\u2014 Andreas Kalt (@retemirabile) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/retemirabile\/status\/583528678807707649\">2. April 2015<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>(&#8222;Uns\u00e4glich&#8220; war etwas zu streng. Da habe ich mich im \u00dcberschwang hinrei\u00dfen lassen.)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann auf Twitter nicht diskutieren. Wenn jemand einen Artikel weiterreicht, erwarte ich keine gro\u00dfe Begr\u00fcndung, warum der lesenswert ist; wenn ich den Artikel uns\u00e4glich finde, will ich das nicht in 140 Zeichen begr\u00fcnden m\u00fcssen. Da kann man nichts anderes tun als sich anschreien: &#8222;Ich hab recht!&#8220;, &#8222;Nein, ich!&#8220; oder, h\u00e4ufiger, sich die gemeinsame Meinung best\u00e4tigen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor gut zwei Wochen schrieb Lisa Becker in der Fazn (online): &#8222;<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/smartphone-im-klassenzimmer-zeit-fuer-digitale-medien-in-der-schule-13481765.html\">Smartphone im Klassenzimmer Zeit f\u00fcr digitale Medien in der Schule<\/a>&#8222;. Inhalt: das \u00dcbliche.<\/p>\n\n\n\n<p>Erstens: &#8222;Zu ihrer [digital-skeptische Eltern] Beruhigung tr\u00e4gt bei, wenn dort das Handy gar verboten ist. Der Haken an der Sache: Das vielerorts geltende Verbot wird massenhaft unterlaufen, und alle wissen es.&#8220;<br>Mein Problem: Es gibt dieses Handyverbot gar nicht. Sch\u00fcler d\u00fcrfen Handys mitnehmen. Und f\u00fcr unterrichtliche Zwecke darf es selbstverst\u00e4ndlich eingesetzt werden. Nur &#8211; siehe unten &#8211; bringt das wenig. Das Problem ist <em>nicht,<\/em> dass Handys verboten sind &#8211; sie sind es ja nicht -, sondern dass man nichts damit anfangen kann, siehe unten.<br>(Anmerkung: Auf Twitter sagt man mir, es gebe an manchen Schulen &#8211; kann nur au\u00dferhalb Bayerns sein &#8211; tats\u00e4chlich Handyverbote, und verspricht mir, eine derartige Hausordnung zukommen zu lassen. Also gut, mal sehen.)<br>Ich halte es jedenfalls f\u00fcr kontraproduktiv, immer wieder gegen das Handyverbot zu wettern, weil damit Eltern, Sch\u00fclern und Lehrern suggeriert wird, es g\u00e4be eines.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweitens: &#8222;Die Schule als analoges Idyll, in dem Kinder und Jugendliche fernab von Elektronik konzentriert und ohne Ablenkung lernen.&#8220;<br>Mein Problem: Es gibt dieses Idyll nicht. Wir haben Beamer, Rechner und Internet in jedem Klassenzimmer; die Sch\u00fcler sollen mit Moodle arbeiten (und m\u00f6gen das gar nicht). Ob gut oder schlecht, Schule ist schon lang kein analoges Idyll mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Drittens: &#8222;Viel zu selten treffen Jugendliche auf Erwachsene, die ihnen im Umgang mit digitalen Medien auf Augenh\u00f6he begegnen und ihnen ein Vorbild sein k\u00f6nnen.&#8220;<br>Mein Problem: Liegt an meiner Filterblase, ich kenne halt viele solche Erwachsene. Die nehmen sich Sch\u00fcler nur wenig zum Vorbild.<\/p>\n\n\n\n<p>Viertens: &#8222;Dazu braucht es freilich Lehrer, die bereit sind, sich auf die digitalen Medien einzulassen. Diejenigen, die das tun, berichten viel Gutes.&#8220;<br>Ja, schon. Ich bin bei vielen Berichten, die ich lese, skeptisch.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcnftens: &#8222;Die digitalen Medien sind gut geeignet, Sch\u00fcler aus ihrer passiven Rolle herauszuf\u00fchren, sie f\u00f6rdern selbst\u00e4ndiges und kooperatives Lernen.&#8220;<br>Mein Problem: Glaube ich insofern nicht, als &#8222;gut&#8220; hei\u00dft &#8222;besser als ohne&#8220;. Es gibt selbstst\u00e4ndige und kooperative Lerner, und andere. 2003 habe ich eine Facharbeit zum Thema Blogs in der Schule vergeben, da hie\u00df es in der sp\u00e4rlichen Skeund\u00e4rliteratur auch, wie sehr Blogs das Sch\u00fclerleben revolutionieren, weil Sch\u00fcler so gerne \u00fcber sich selber schreiben. Bitte was? dachte ich mir damals schon. Ich warte noch auf die Revolution.<\/p>\n\n\n\n<p>Sechstens: &#8222;Schulen, die sich mit dem Thema immer noch nicht tiefgehend besch\u00e4ftigt haben, laufen Gefahr, teure Ger\u00e4te anzuschaffen, ohne sie sinnvoll zu nutzen.&#8220;<br>Mein Problem: Solange eine Schule f\u00fcr 2000 Sch\u00fcler und Lehrer eine Internetverbindung hat, die halb so schnell ist wie meine zu Hause (und selbst die ist nicht besonders schnell), brauchen wir \u00fcber sinnvollen Nutzen nicht zu reden. Wir k\u00f6nnen nicht Sch\u00fcler von zu Hause aus auf das Schulnetz zugreifen lassen, Sch\u00fcler individuell Videos anschauen lassen, WLAN anbieten. Wenn das mal da ist, reden wir weiter. Ohnehin sind die Ger\u00e4te nicht das Problem, sondern die Wartung. Solange Lehrer nebenbei Hard- und Software warten, wird das nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Siebtens: &#8222;Inzwischen wenden sich nur noch ganz wenige Lehrer grunds\u00e4tzlich gegen den Einsatz der neuen Medien im Unterricht. Allerdings f\u00fchlen sich die meisten unsicher und wissen nicht, was man mit ihnen machen kann.&#8220;<br>Siehe oben. Ohne Internet geht wenig. Ohne digitale Schulb\u00fccher auch nicht. K\u00f6nnte sich jemand bitte darum k\u00fcmmern, dass wir sinnvolle digitale Schulb\u00fccher kriegen? Die digitalen Bildungseuphoriker, die ich kenne, halten Schulb\u00fccher ohnehin f\u00fcr unn\u00f6tig, solange es das Internet gibt. Ist f\u00fcr meine F\u00e4cher gut (Deutsch, Informatik) oder nicht (Englisch) denkbar, auch f\u00fcr Mathematik kann ich mir das kaum vorstellen, aber, wie gesagt, es gibt kein Internet. Geht es darum, dass die Sch\u00fcler zu Hause mehr mit &#8222;neuen Medien&#8220; machen sollen? Die werden uns was husten.<\/p>\n\n\n\n<p>Achtens: &#8222;Doch der Wille muss zuallererst der Wille der P\u00e4dagogen sein, sie m\u00fcssen wissen, wie sie die neuen Medien einsetzen.&#8220;<br>Ein weiteres Problem: Ich wei\u00df schon, wie ich sie einsetze. Die wenigstens, die ich m\u00f6chte, <em>darf<\/em> ich einsetzen &#8211; Urheberrecht und Datenschutz. Aber vielleicht ist da nur Bayern besonders streng.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Im Artikel steht nichts von digitalen Schulb\u00fcchern, nichts von Breitband, nichts davon, ob die Sch\u00fcler zu Hause oder in der Schule digital arbeiten sollen (und das halte ich f\u00fcr eine essentielle Frage), nichts von Systembetreuung. Nur der Wille der Lehrer fehle. Fragt mal die Telekom, den Sachaufwandstr\u00e4ger, die Schulbuchverlage und die Rechtsabteilung vom Kultusministerium, wie sehr mein Wille die interessiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(12 Kommentare.) @Herr_Rau Was genau findest Du uns\u00e4glich (m\u00fcsste ihn nochmal lesen, hab aber gerade keine Zeit) \u2014 Andreas Kalt (@retemirabile) 2. April 2015 (&#8222;Uns\u00e4glich&#8220; war etwas zu streng. Da habe ich mich im \u00dcberschwang hinrei\u00dfen lassen.) Ich kann auf Twitter nicht diskutieren. 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